Beschreibung des Vorschlags
Vorschlag: S-Bahn-Linie Gotha – Erfurt
Mit diesem Vorschlag möchte ich eine neue S-Bahn-Linie zwischen Gotha und Erfurt anregen.
Ziel ist es, die bestehenden Bahnstrecken besser miteinander zu verknüpfen, den Pendelverkehr im Großraum Erfurt-Gotha zu entlasten und gleichzeitig eine moderne, regelmäßige und verlässliche Verbindung zwischen den beiden Mittelzentren zu schaffen.
1. Ausgangssituation
Der Abschnitt zwischen Erfurt, Neudietendorf und Gotha zählt zu den wichtigsten und meistgenutzten Pendelkorridoren Thüringens. Täglich nutzen tausende Berufspendler, Schüler und Studierende diese Strecke, um zur Arbeit, zur Schule oder zur Universität zu gelangen.
Besonders die RE1- und RB20-Verbindungen sind stark ausgelastet:
In der Hauptverkehrszeit (6–9 Uhr / 15–18 Uhr) fahren die Züge zwar etwa im Halbstundentakt, sind jedoch häufig überfüllt.
Außerhalb dieser Zeiten gibt es teils große Lücken – etwa mittags oder spät abends, wenn nur stündlich oder seltener gefahren wird.
Beispiel: Nach 21:30 Uhr verkehrt Richtung Gotha teilweise erst wieder gegen 23 Uhr ein Zug.
Gerade für Schüler mit Nachmittagsunterricht, Spätschicht-Pendler oder Freizeitfahrten ist das wenig attraktiv.
Gleichzeitig wächst die Region stetig: Der Flughafen Erfurt-Weimar, die Gewerbegebiete rund um Arnstadt und Wandersleben sowie neue Wohngebiete in der Erfurter Südstadt sorgen für steigende Fahrgastzahlen.
Eine S-Bahn-Linie im durchgehenden 30-Minuten-Takt könnte dieses Verkehrsaufkommen effizient und klimafreundlich bewältigen.
2. Linienverlauf und Stationen
Die Linie nutzt die bestehende, elektrifizierte Bahnstrecke Erfurt – Gotha. Vorgeschlagene Halte:
Gotha Hbf
→ Anschluss an RE 1 Richtung Eisenach/Halle und zur Stadtbahn.
Seebergen
→ Bestehender Halt mit Potenzial für Park-&-Ride.
Wandersleben
Apfelstädt
→ Nahe Wohngebiete und beliebte Naherholungsregion.
Neudietendorf
→ Knotenpunkt mit Umstieg zur Bahn nach Arnstadt/Ilmenau/Meiningen/Würzburg/Saalfeld usw.
Ingersleben (neu)
→ Bessere Erschließung des Ortsteils.
Erfurt-Möbisburg (neu)
→ Erschließt den südwestlichen Teil Erfurts.
Erfurt-Bischleben-Stedt (neu)
→ Nähe zu Wohn- und Gewerbegebieten, gute Busanbindung.
Erfurt-Hochheim (neu)
→ Verbindung zur Erfurter Südstadt und zum Campus-Bereich.
Erfurt-Kressepark (neu)
→ Erschließt neues Wohn- und Freizeitgebiet.
Erfurt-Löbervorstadt (neu)
→ Stadtnah, Anschluss an die Stadtbahnlinie 5.
Erfurt Hbf
→ Zentrale Umstiegsstelle mit ICE-, RE-, RB- und Straßenbahnanschluss.
3. Betriebs- und Angebotskonzept
Taktfrequenz:
Durchgehender 30-Minuten-Takt über den ganzen Tag hinweg in beide Richtungen.
Betriebszeiten:
Von etwa 4:30 Uhr bis 23:00 Uhr, um Pendler-, Schüler- und Freizeitverkehr abzudecken.
Fahrzeit:
35 Minuten zwischen Gotha und Erfurt Hbf.
Tarifintegration:
Eingebunden in den Verkehrsverbund Mittelthüringen, vollständig nutzbar mit Zeitkarten, Thüringen-Ticket und Deutschlandticket.
4. Fahrzeuge: Siemens Mireo
Als Fahrzeugtyp wird der Siemens Mireo vorgeschlagen.
Er ist ein moderner Elektrotriebzug mit folgenden Vorteilen:
Hohe Beschleunigung und Energieeffizienz
Barrierefreier, niveaugleicher Einstieg (55 cm-Plattformen)
Klimatisierte Fahrgasträume, WLAN, Steckdosen
Flexible Zuglängen (2–4 Wagen je nach Kapazitätsbedarf)
Geringer Wartungsaufwand und erprobte Zuverlässigkeit
Damit ist der Mireo ideal geeignet für den geplanten 30-Minuten-S-Bahn-Takt auf einer mittellangen Strecke wie Gotha–Erfurt.
5. Fahrzeugbedarf und Umlauf
Fahrzeiten:
Einfache Fahrt: 35 Minuten
Wendezeit: 10 Minuten (je 5 Minuten pro Endbahnhof)
→ Gesamtzyklus: 80 Minuten
Berechnung Fahrzeugbedarf:
Zykluszeit (80 min) = aufgerundet ca. 3 Fahrzeuge
1 Reservefahrzeug = 4 Fahrzeuge gesamt.
Das bedeutet:
Drei Mireo-Züge verkehren dauerhaft,
Ein vierter steht als betriebliche Reserve für Wartung, Störungen oder Verstärkung bereit.
Beispiel-Umlauf
Zug A: Abfahrt Gotha 06:00 → Erfurt 06:35 → Rückfahrt 06:40 → Gotha 07:15 → weiter 07:30 …
Zug B: Abfahrt Gotha 06:30 …
Zug C: Abfahrt Gotha 07:00 …
→ Somit ergibt sich ein klarer 30-Minuten-Takt (Abfahrten xx:00 / xx:30).
6. Warum 30 Minuten-Takt ausreicht
Ein dichterer 15-Minuten-Takt wäre betrieblich aufwendiger und wirtschaftlich kaum gerechtfertigt, solange die Nachfrage im Tagesverlauf gleichmäßig bleibt.
Der regelmäßige 30-Minuten-Takt deckt Pendler- und Schülerverkehre optimal ab und sorgt für ein verlässliches Grundangebot – genau das, was im Alltag zählt.
Durch klare Fahrzeiten (immer xx:00 / xx:30) und den Einsatz moderner Fahrzeuge entsteht ein stabiler, attraktiver Taktfahrplan.
7. Infrastrukturbedarf
Da die Strecke bereits elektrifiziert und zweigleisig ist, sind nur wenige Ausbaumaßnahmen nötig:
Neubau der geplanten Haltepunkte (z. B. Hochheim, Kressepark, Möbisburg)
Barrierefreie Bahnsteige (55 cm, 140 m Länge)
Modernes Fahrgastinformationssystem
Park-&-Ride- sowie Bike-&-Ride-Anlagen
Evtl. ein kleines Depot bei Gotha
8. Nutzen und Potenziale
Entlastung der überfüllten RE1- und RB20-Züge
Zuverlässiger Takt mit festen Abfahrtszeiten (xx:00 / xx:30)
Schneller Umstieg in Erfurt Hbf zu ICE, Stadtbahn und Regionalverkehr
Mehr Erreichbarkeit für Orte wie Wandersleben oder Ingersleben
Nachhaltiger Beitrag zur Verkehrswende im Großraum Erfurt
Einheitliche, moderne Fahrzeugflotte für wartungsarmen Betrieb
9. Fazit
Die vorgeschlagene S-Bahn Gotha – Erfurt ist ein zukunftsorientiertes, realistisch umsetzbares Projekt.
Mit nur vier Siemens Mireo-Zügen im 30-Minuten-Takt entsteht ein verlässliches, umweltfreundliches und alltagstaugliches Angebot, das den Pendelverkehr deutlich verbessert und die Region stärkt.
Kurz gesagt:
Eine moderne, klimafreundliche S-Bahn, die regelmäßig fährt und den Alltag in Thüringen wirklich einfacher macht.
Circa 100.000 Einwohner im Einzugsgebiet dieser Strecke.

Freue mich auf kommis 😁
Wenn du selbst sagst, dass die existierenden Regionalverkehrslinien überlastet sind frage ich mich, warum man nicht längst den Takt dieser Linien erhöht hat? Könnte das damit zusammenhängen dass auf der Strecke bereits die gesamte Kapazität ausgereizt ist? Wenn dem so ist: wie soll dann hier noch eine weitere Linie ohne größeren Infrastrukturausbau eingebaut werden, insbesondere eine S-Bahn die durch die vielen Halte langsamer unterwegs ist als der Rest des Verkehrs?
Tja, man könnte es vielleicht so lösen, dass man manche züge in dem Fall RB 20 rausnimmt und die S-Bahn ersetzt, da beide im 30′ Takt fahren, dass RB 20 nur noch einstündlichen Takt hätte.
Auch das wäre immer noch ein langsamer Zug pro Stunde mehr, und noch ein weiterer Zug der bisher mittelschnell unterwegs ist wird ebenfalls deutlich langsamer.
Ob das auf dieser Strecke möglich ist, musst du herausfinden. Was für Züge fahren dort bisher alle? Wie sehen deren Fahrpläne aus, gibt es geplante Überholungen irgendwo? Hat man dementsprechend eine Lücke wo man eine langsame S-Bahn reinquetschen kann? Muss man vielleicht eine der S-Bahnhalte so bauen, dass die S-Bahn dort überholt werden kann?
OK ich gucke Mal
🍪🌝
habe es nochmal überarbeitet.
Du hast immer noch nicht die Frage beantwortet wie es um die Streckenauslastung aussieht?
Außerdem bitte mal über die Sinnhaftigkeit von (engen) Wendeschleifen für Eisenbahnfahrzeuge nachdenken und ggf. überarbeiten.