Beschreibung des Vorschlags
Die Stadt Paderborn ist eine von 7 Städten in NRW mit besonders angespannter Situation auf dem Wohnungsmarkt. In naher Zukunft sollen daher neue Stadtviertel entstehen, insbesondere im Areal Winkelland nördlich der Stadtheide und im Areal Barker im Osten, auf der Fläche der ehemaligen britischen Kaserne. Besonders bezüglich des Areals Winkelland ist ein Problem, dass bestehende Buslinien bereits jetzt an ihre Belastungsgrenzen stoßen. Die Linie 2 der Padersprinter und die Regionalbusse aus Richtung Bad Lippspringe sind besonders im Schul- und Berufsverkehr bereits notorisch überlastet und benötigen Entlastungsfahrten.
Bestehende Bahnanlagen entlang des Korridors Marienloh-Stadtheide werden allerdings seit den 60ern ausschließlich für Güterverkehre verwendet. Durch den regelmäßigen Werksverkehr zu den Benteler-Werken ist die KBS 2962 jedoch in sehr gutem Zustand und BÜs sind ausreichend, ggf. technisch, gesichert. Ein Pendelverkehr Marienloh-PB Nord-PB Hbf könnte mit geringen Vorleistungen betrieben werden. Ebenfalls existieren noch nutzbare Gleisanlagen der Almetalbahn bis fast zum Frankfurter Weg und Industriegleise nach Mönkeloh, deren Bedienung geprüft werden kann.
Durch die provisorische Einrichtung von Haltepunken in Marienloh, Winkelland, Stadtheide (Wohngebiete), Benhauser Straße (für Gymnasien Pelizaeus/Reismann), Rosentor (Stadtzentrum) und Frankfurter Weg, Mönkeloh (Arbeits-/Gewerbegebiete) können unter geringen finanziellen und planerischen Aufwendungen große Teile der Stadt Paderborn mit einem Stadtbahn-ähnlichen System versorgt werden.
Auf der skizzierten Stammstrecke (bezeichnet als Linie A) besteht das hauptsächliche Bottleneck in der Eingleisigkeit der Strecke. Die NordWestBahn fährt auf der Strecke bereits einen Halbstundentakt in der HVZ. Da die Fahrt von PB Hbf nach PB Nord jedoch nur 5 Minuten in Anspruch nimmt, ist die Strecke weiterhin 40 Minuten ungenutzt. Ein 30-Minuten-Takt ließe sich mit 1-2 Fahrzeugen und ggf. Zugkreuzungen in PB-Nord ohne weitere Ausweichen fahren. Zwischen Hbf und Nord wäre zusammen mit der NWB RB 74 ein 15-Minuten-Takt möglich.
Die Linie A bewegt sich noch ausschließlich auf Strecken nach EBO und könnte somit zunächst mit verfügbaren Dieseltriebzügen (Talent/Desiro) oder Batterietriebzügen (Mireo Plus B) betrieben werden.
Sofern diese erste Linie erfolgreich sein sollte, können sukzessive sinnvolle Erweiterungen vorgenommen werden (grau):
– Linie B Ost: Eingleisig auf eigenem Betriebskörper entlang des Piepenturmwegs mit Unterwegshalt am Langen Weg, dann zweigleisig im Barker-Areal, mit Endpunkt am geplanten neuen Regionalbahnhalt „Lieth/Universität“. Erschließung des Barker-Areals.
– Linie A Süd: Errichtung einer Ausweiche in Mönkeloh, eingleisige Führung über Industriegleise von Heidelberg Cement (teils bewachsen – ungenutzt?) und Straßenbrücke über die B64 zum Südring. Haltepunkte an der Kilianskirche (Schulen, Wohngebiet Südstadt) und Südring/Universität.
– Linie A Nord: Reaktivierung der KBS 2962 bis Bad Lippspringe unter Errichtung von drei Haltepunkten. Verlegung des Radweges an die Lippe. Entlastung Pendlerbewegungen zw. PB und Lippspringe + Ausflugsverkehr.
– Linie B West: Führung über zweites Gleispaar entlang der Hauptbahnstrecke nach Hamm. Haltepunkt am Heinz-Nixdorf-Ring/Balhorner Feld (Industrie). Ausfädelung (ggf. Brückenbauwerk) hinter A33-Unterquerung. Erschließung von ggf. neuem Bauland zwischen Elsen-Bahnhof und Elsen. Einfahrt nach Elsen im Mischverkehr auf Straße (BoStrab).
-Stadtbahnstrecke: BoStrab-Strecke, entlang des bestehenden Buskorridors in der Innenstadt, zur Entlastung der Sennebahn zwischen PB Nord und PB Hbf. Dafür Busbefreiung der Innenstadt und Führung aller Buslinien über den Inneren Ring. Führung Stadtbahn über Tegelweg zur Erschließung Berufskolleg/Ausnutzung bestehender Parkflächen für eigenen Gleiskörper. Ergänzung weiterer Weichen in PB Nord notwendig.
– Linie C West: Mischbetrieb mit Fernbahn zwischen Hbf und Salzkotten. Ausfädelung hinter Salzkotten und Führung einer Neubaustrecke entlang L687 zum Flughafen. Fortführung nach Büren/Brilon über die Almetalbahn möglich.
-Linie D Süd: Reaktivierung eines kurzen Abschnitts der Almetalbahn bis Borchen zur Entlastung der großen Pendlerstörme Borchen,Wewer -> Paderborn. Ausfädelung aus Bahnkörper der Almetalbahn entlang „Unter der Burg“ zum Rathaus Borchen zur besseren Erschließung der Ortschaft.
-Linie D Nord: Bedienung von Haltestellen der Sennebahn zwischen Hövelhof und Paderborn-Nord durch Stadtbahn PB und ggf. neuer Halt an der Dubelohstr. (HNF) + Husarenstraße -> NWB RB 74 spart Haltepunkte Sennelager, Schloss Neuhaus, Kasseler Tor; Reisezeitverkürzung nach Bielefeld. Prüfung der Zweigleisigkeit zwischen Sennelager & Hövelhof für Überholungen.
