Beschreibung des Vorschlags
Rechtfertigung:
Das Bad Frankenhausen wieder einen Bahnhof bräuchte, ist regional schon länger bekannt. Die Kyffhäuserbahn, die von Bretleben über Bad Frankenhausen nach Sondershausen führt, ist seit den 90ern Stillgelegt und westlich von Frankenhausen in einen Fahrradweg umgewandelt worden. Bad Frankenhausen ist Kurort und aufgrund des naheliegenden Kyffhäuserdenkmals, des Panoramamuseums und der sonst recht charmanten thüringer Landschaft regional und überregional als touristenziel beliebter, als man sonst annehmen würde. 2022 verbrachten Touristen ca. 150.000 Nächte in der Stadt, vor Corona sogar 180.000
Auf die rund 10.000 Einwohner und Touristen kommen etwa 1500 Soldaten hinzu. Seit den 70ern ist Bad Frankenhausen Garnisionsstadt und beherbergt ein Versorgungsbataillon und ein Panzerbataillon. Der Ausbau der Kyffhäuserkaserne (KHK) ist geplant. Aktuell ist das Versorgungsbataillon 131 am aufwachsen, perspektivisch sollen aber zusätzlich ca. 1000 Dienstposten am Standort entstehen. Dies entspricht etwa einem zusätzlichen Bataillon. VersBtl 131 und PzBtl 393 gehören der selben Brigade (PzGrenBrig 39) an. Es liegt nahe, das ein weiteres Bataillon der Brigade nach Bad Frankenhausen verlegt wird. Angesichts des vergleichsweise ausgedehnten technischen Bereichs der KHK, scheint die Ansiedlung eines Panzergrenadierbataillons nicht unschwahscheinlich. Damit kämen etwa 45 Schützenpanzer Marder oder Puma zu den derzeitigen ca. 45 Kampfpanzern Leopard 2 und den diversen Gefechts- und Transportfahrzeugen des VersBtl.
Die Versorgung der Kaserne läuft ausschließlich über die Straße. Das halte ich bei dieser Anzahl an Menschen und Großkampfgerät für Schwachsinn. Wenn die Panzer auf den Übungsplatz verlegen, in die Werkstatt geschickt werden, o.ä. geschieht dies aktuell entweder per Schwerlasttransport mit übergroßen LKWs, oder mit der Bahn ab dem Verladebahnhof Sondershausen. Zu diesem fahren die Panzer 20 Kilometer durch öffentliches Straßenland. Um den Verkehr nicht zu behindern, werden dieses Straßenmärsche meist mitten in der Nacht durchgeführt, was für die Anwohner eine große Belästigung darstellt. Außerdem werden regelmäßig Bordsteine, Bushaltestellen, parkende Autos und vor allem die Straße beschädigt.
Auch die Kiesgrube in Oldisleben könnte im Jahr ca. 100.000 Tonnen Güter auf die Schiene umlegen, die aktuell über massenweise LKWs abgewickelt werden. Gleich südlich der Kiesgrube ist eine ehemalige Kolchose mit 3700 Hektar Land angesiedelt, die ebenfalls von einem Schienenanfluss profitieren könnte.
Kurzum: Der Bahnanschluss nach Bad Frankenhausen muss wiederhergestellt werden.
Offizielle Pläne dazu liegen auch seit Jahren vor, aufgrund des sanierungsbedürftigen Zustandes der Unstrutbrücke wurden diese aber auf Eis gelegt. Die geplanten Kosten liegen nur bei ca. 30 Millionen Euro, die waren in der Vergangenheit nicht da, jetzt bestehen bundespolitisch aber andere Prioritäten.
Ähnliche Vorschläge:
Die Notwendigkeit der Wiederherstellung der Kyffhäuserbahn wurde auch hier im Forum schon erkannt: erfurterbahnfan und danielmantzke@gmx.de haben eine Reaktivierung für den Personenverkehr vorgeschlagen. erfurterbahnfan auf der Relation Sangerhausen-Bad Frankenhausen und danielmantzke@gmx.com einmal quer durch Thüringen von Sangerhausen über Bad Frankenhausen-Sondershausen nach Mühlhausen.
Da die Kyffhäuserbahn westlich von Bad Frankenhausen in einen Radweg umgewandelt worden ist, wäre letzteres allerdings wesentlich aufwendiger und teurer. erfurterbahnfan gebe ich insoweit recht, als dass auch ich diese Verbindung vorschlage, allerdings geht es mir nicht primär um den zivilen Personenverkehr, insofern halte ich meinen Vorschlag trotzdem für berechtigt.
Infrastrukturmaßnahmen:
Er greift nämlich etwas weiter, als nur die alte Strecke zu reaktivieren.
Der Bahnhof in Bad Frankenhausen liegt extrem periphär und ist mit dem Bus kaum zu erschließen. Für die Zwecke der Bundeswehr liegt er aber ideal und ist ab dem Kasernentor über eine Privatstraße erreichbar.
Ich schlage einen neuen Bahnhof „Bad Frankenhausen Stadt“ vor. Dieser ist über eine Stichstrecke mit der alten Kyffhäuserbahn verbunden. Die Strecke kreuzt keine weiteren Straßen oder Gewässer, dafür liegt der neue Bahnhof wesentlich Zentraler am jetzigen Busbahnhof an der Kreuzung von L1172 und B85. Der alte Bahnhof, nun „Bad Frankenhausen Süd“ bleibt aber als Güterbahnhof und für Sonderfahrten in Betrieb. Das Gleis für die Panzerverladung wird so lang gebaut, dass zwei Kompanien, also 32 Leopard 2, ein Büffel und ein Personenwagen für die Begleitung daraufpassen. Ebenfalls reaktiviert wird der Bahnhof Esperstedt. Die Verbindungskurve zur Unstruttalbahn wird wiederaufgebaut, ebenfalls wird eine neue Verbindungskurve zur Strecke Sangerhausen-Erfurt gebaut.
Die Güterstichstrecke nach Oldisleben ist als Vorschlag zu sehen, die auf Wunsch und unter finanzieller Beteiligung der erreichten Betriebe zu bauen wäre.
Betrieb:
Folgende Personenverbindungen schlage ich auf der Kyffhäuserbahn vor:
Bad Frankenhausen Stadt-Artern-Sangerhausen, versuchsweise im T120, bei Bedarf häufiger.
In Sangerhausen besteht Anschluss zu RE8, RE8, RB57 und S7, sowie dem Fernverkehr. Dies ist als Verbindung für die Zivilgesellschaft gemeint.
Zusätzlich:
Montags-Freitags
Bretleben-Bad Frankenhausen Süd mit Ankunft in Bad Frankenhausen um 06:30h
Montag-Donnerstag
Bad Frankenhausen Süd-Bretleben mit Abfahrt Bad Frankenhausen um 17:00h
Sonntags
Erfurt Hbf-Bad Frankenhausen Süd mit Ankunft in Bad Frankenhausen um 20:00h
Freitags
Bad Frankenhausen Süd-Erfurt mit Abfahrt Bad Frankenhausen um 12:00h
In Bretleben wird dabei der Anschluss an RE10 bzw. RB59 morgens aus Erfurt, nachmittags nach Erfurt sichergestellt.
Die Züge nach Erfurt sind für die Soldaten angedacht, die unter der Woche auf der Kaserne leben und wochenends mit dem Fernverkehr nach Hause fahren. Aufgrund mehrerer Ausbildungskompanien und der räumlichen Verteilung von Panzerbataillonen in der Bundesrepublik sind dies einige hundert.
Die Züge nach Bretleben sind für die „Heimschläfer“ gedacht, die Werktags zur Kaserne pendeln. Da diese aus der Region (bis ca. 100 Km) kommen und tendenziell eher mit dem Auto fahren, sehe ich eine Direktverbindung nach Erfurt nicht gerechtfertigt.
Über die Verbindungskurve zur Unstruttalbahn könnten außerdem die Züge des RB77 aus Naumburg nach Bad Frankenhausen verlängert werden. Der Bedarf wäre zu prüfen.
