Beschreibung des Vorschlags
Momentan kommt man umsteigefrei aus dem nördlichen Ruhrgebiet (Dorsten, Haltern, Marl) nur nach Essen, Bochum und Dortmund. Wer an den Rhein will, muss umsteigen. Zudem fehlt im gleichen Raum seit den 70er Jahren die Ost-West-Querverbindung auf der Schiene, die Reisen aus den ländlicheren Vororten von Dorsten und Haltern in die nächsten Großstädte unnötig lang und kompliziert macht. Dieser Vorschlag soll beide Probleme teilweise angehen, indem von Haltern über Dorsten eine Direktverbindung nach Duisburg geschaffen wird. So kriegen die Innenstädte von Haltern und Dorsten eine Direktverbindung zur Rheintrasse (evtl. mit Fortführung als RB37 sogar bis nach Düsseldorf) und die Dörfer dazwischen eine schnellere Anbindung ans Ruhrgebiet.
Streckenführung
Der erste Teil dieses Vorschlags besteht im Prinzip aus der schon mehrfach vorgeschlagenen Reaktivierung des ersten Teilstücks der Strecke Duisburg – Quakenbrück. Dies wäre mit vergleichsweise wenig Aufwand verbunden, da bis kurz vor Bottrop-Kirchhellen die Gleise noch liegen. Dafür bindet man damit mehrere größere Stadtteile Bottrops (insgesamt knapp 50.000 Menschen) direkt an die Rheinschiene an. Da eine Endhaltestelle in Kirchhellen aber wenig Sinn macht, kann man die Strecke direkt bis nach Dorsten reaktivieren und damit auch Dorstener in den Genuss dieser Direktverbindung kommen lassen. So weit, so wahrscheinlich unkontrovers.
Der zweite Teil meines Vorschlags ist eine Kombination aus NBS und Reaktivierung der Strecke Kempen – Venlo und dürfte schon strittiger sein. Hier folgen wir erst der noch aktiven Strecke von Dorsten nach Wulfen und biegen nach Wulfen Bahnhof nach Osten ab, um mit einem neuen Haltepunkt Wulfen-Barkenberg den Großteil der Wulfener Bevölkerung (fast 10.000 Menschen) neu an den Bahnverkehr anzuschließen. Diese Führung erlaubt auch eine bessere Anbindung von Lippramsdorf, das statt seinem alten, 1km vom Dorfzentrum entfernten Bahnhof, einen neuen Haltepunkt direkt an der Dorstener Straße bekommt. Von dort wird die Strecke dann auf die historische Trasse nach Haltern geführt, wie z.B. hier vorgeschlagen.
Fahrzeiten
Momentan braucht man von Dorsten bis zum Essener Hbf zirka 30 – 35 Minuten mit dem RE14 (über 6 Zwischenhalte). Ein RB, der die hier vorgeschlagene Trasse fahren würde, bräuchte mit den 7 Halten bis nach Duisburg also vermutlich etwas länger, vielleicht um die 40 Minuten. Von Dorsten bis nach Haltern wären es vllt. 15 – 18 Minuten, vergleichbar mit der jetzigen Fahrtzeit bis nach Reken. Damit könnte man auf der Strecke zwischen Duisburg und Haltern gut einen Stundentakt fahren, der sich perspektivisch natürlich auch ausbauen ließe.
Aufwand
Wie bereits beschrieben liegen die Gleise zwischen Duisburg und Bottrop-Kirchhellen noch auf voller Länge. Eventuell müsste man hier ein oder zwei Brücken (vor allem über die A42) instandsetzen, aber die Wiederaufnahme des Verkehrs zumindest bis nach Dorsten sollte wirtschaftlich möglich sein. Die NBS über Wulfen-Brakenberg nach Haltern dürfte wesentlich teurer werden, wobei hier nur zirka 20.000 Menschen neu an den SPNV angeschlossen werden. Dafür wird aber auch für das erste Mal seit bald über 50 Jahren eine Direktverbindung auf der Schiene zwischen Dorsten und Haltern geschaffen, mit Fahrzeiten von unter 20 Minuten, was durchaus zusätzliche Fahrgastpotenziale bietet.

Der südliche Teil gefällt mir, allerdings ist ein Halt am Gasometer praktisch obligatorisch, damit du am CentrO nicht nur vorbeifährst, sondern auch einen Halt einlegst.
Für die Strecke Wulfen-Haltern sehe ich allerdings nicht ausreichend Potential, da Tangentialverbindungen in ländlichen Räumen nicht unbedingt eine Aufgabe der Eisenbahn ist. Ein Schnellbus wäre da wohl angemessener.
Mich überzeugt die Reaktivierung Duisburg-Dorsten nicht.
Das Problem: Die Strecke kreuzt zwar mehrere Bahnlinien, bietet aber keine Verknüpfungen mit ihnen. D.h. wenn man nicht nach Duisburg (+weiter südlich/westlich) oder Dorsten (+weiter nördlich, mit der NBS auch weiter nordöstlich Richtung Münster) will, nützt einem die Linie nichts. Man kommt damit nicht nach Oberhausen (Ausnahme: Osterfeld), Bottrop-Zentrum&Hbf oder den Rest des Ruhrgebiets. Entsprechend gering ist das Fahrgastpotential.
Auch der Halt in Meiderich-Ost stellt keine sinnvolle Verknüpfung dar, weil er weit vom bestehenden Halt entfernt ist, so dass Umsteigen unattraktiv wird. (Zudem wette ich auch ohne Ortskenntnis, dass man ihn – zumindest Richtung Norden – wesentlich weiter östlich bauen müsste, als Du eingezeichnet hast, wenn man teure Überwerfungsbauwerke vermeiden will)
Ein zusätzlicher Haltepunkt OB-Gasometer mit Verknüpfung zur Straßenbahn, würde die Anbindung Oberhausens (und insb. des CentrO) an die neue Strecke deutlich verbessern. Aber ich bezweifele, ob das reicht, die Strecke rentabel zu machen.Wahrscheinlich sind Vorschläge (z.B. hier), den mittleren Teil der Trasse ab Gasometer für einen Abzweig der Oberhausener Straßenbahn nach Bottrop zu nutzen, realistischer
BTW: Auf OpenStreetMap ist im Bereich Deines Haltepunkts OB-Osterfeld-Nord ein „Sonderhaltepunkt während der OLGA“ eingezeichnet – aber keine Schienen. Was hielt (bzw. hält) da?
Die Verbindung Dorsten – Ruhrgebiet existiert ja schon, d.h. Fahrgäste aus der Region zwischen Dorsten und Haltern könnten einfach in Dorsten selbst umsteigen, um dorthin zu gelangen. Auch von Kirchhellen aus würde das Umsteigen in Dortmund sicherlich auch noch Sinn machen (im Gegenzug zu den 28 – 40 Minuten Busfahrt zum Bottroper Hbf).
Dein Problem mit dem Halt Meiderich-Ost sehe ich nicht – hier sind ein Großteil der Gütergleise abgebaut worden, sodass sich leicht mitten auf dem Bahndamm sogar eine Station mit zwei Bahnsteigen bauen ließe. Der Umsteigeweg zur RB36 ist auch nur 200m, da wäre der von dir vorgeschlagene Umsteig zwischen Gasometer und dem Straßenbahn-Halt Neue Mitte locker doppelt so weit (wenn man nicht zusätzlich zur Reaktivierung der Strecke auch noch einen neuen Straßenbahn-Halt am Gasometer baut).
Ich habe trotzdem mal den Halt am Kaisergarten weiter nach Osten verschoben, sodass er jetzt am Gasometer liegt. Damit kann man zumindest, wenn auch über 500m Fußweg, zur Oberhausener City umsteigen (kann man über Meiderich-Ost allerdings auch).
Der OLGA-Sonderhalt wurde übrigens 1999 für die Landesgartenschau auf dem OLGA-Gelände genutzt und verkommt seitdem.
Von Kirchhellen aus mag es noch akzeptabel sein erst nach Norden bis Dorsten zu fahren, und dort wieder Richtung Süden umzukehren um das mittlere und östliche Ruhrgebiet zu erreichen. Von Bottrop-West/Nord und Oberhausen-Osterfeld-Nord ist der Umweg zu weit. D.h. wenn Du von diesen Stationen mit dem Zug irgendwo hin willst was nicht zufällig Richtung Dorsten oder Duisburg Hbf liegt (und das dürfte die überwiegende Mehrzahl der Fahrten sein), wirst Du den Bus nehmen (oder den PKW).
Bei Meiderich-Ost ist das Problem nicht der Platz sondern der Verkehr den Du queren musst: Der Anschluss des Duisburger Hafens und die Güterachse von Köln nach Norden. Die sind nicht stillgelegt.
Wenn Du eine Verknüpfung mit der Straßenbahn willst, musst Du OB-Gasometer direkt an der Kreuzung mit der Straßenbahnlinie platzieren (ungefährt dort, wo aktuell die Bushaltestelle ist) und dort selbstverständlich auch einen zusätzlichen Halt der Straßenbahn einrichten. Wenn man – so wie Du es jetzt eingezeichnet hast – mehrere Häuserblöcke zu Fuß laufen muss, um die Straßenbahn zu erreichen, kann man es gleich bleiben lassen.
Den ursprünglich eingezeichneten Halt OB-Kaisergarten würde ich beibehalten.
Ansich ist das eine sehr guter Vorschlag, da er Dorsten an das westliche Ruhrgebiet besser anbindet und das ohne Umstieg. Zudem würde ich allerdings nicht über Lirich fahren, sondern über den Hbf umso mehr Nachfrage richtung Dorsten zu erhalten und um bessere Umstiegsmöglichkeiten nach Essen anbieten zu könnten. Dafür wären nur zwei Verbindungstrecken erforderlich und würde dir eine wesentlich größere Nachfrage anbieten als über Lirich. Der Halt Kaisergarten könnte sogar bestehen bleiben und könnte auch der RE44 mitbenutzt werden
Warum nicht die alte Strecke von (Hervest-)Dorsten nach Haltern nutzen, wie hier oder hier von mir vorgeschlagen?
Gefällt mir insgesamt recht gut. Ein paar Gedanken zur Haltepolitik hätte ich allerdings:
– In Oberhausen würde ich noch in Lirich halten (etwa Höhe Wilmsstr.). Der Stadtteil ist groß genug für einen eigenen Halt und man entlastet die Bestandsstrecke ein wenig.
– Bottrop-West würde ich weiter südlich am Westring ansiedeln. Hier scheint mir der Halt von der Besiedlung her sinnvoller. Möglicherweise könnte man auch beide Halte einrichten.
– Zudem könnte man noch in Grafenwald an der Hegestraße halten.