RE: Frankfurt – Hagen

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Beschreibung des Vorschlags

Hintergrund:
In den letzten Jahren gewann der größte DB-Konkurrent Flixmoblity vor allem mit seinen Flixbussen immer mehr an Bedeutung. Gerade für Menschen, welche günstig auch längere Strecken bewältigen wollen und nicht Wochen im Voraus nach einem günstigen Sparpreis schauen können, nutzen die günstigen Busse immer stärker. Leider profitieren dabei weder Umwelt noch Straßen, viele Städte haben bereits Kapazitätsprobleme die Flixbusse in Bahnhofsnähe unterzubringen.

Das Konzept:
Meiner Meinung nach muss für die neuen Flixbus-Kunden wieder ein attraktives Angebot auf der Schiene geschaffen werden, um einen Großteil wieder zum Bahnfahren zu bewegen. Die extrem teuren Flexpreise auf vielen Fernverkehrsrelationen schrecken aber Sparfüchse und Spontanfahrer schon beim ersten Blick ab. Vielen Reisenden geht es nämlich in erster Linie gar nicht unbedingt um Schnelligkeit, sondern um ein preiswertes und bequemes Reisen. Wichtig ist hierbei, dass nicht so oft umgestiegen werden muss und die Gewissheit, dass man auch wenige Tage vor Fahrtbeginn noch ein Ticket zu humanen Preisen erwerben kann.
Genau das bietet das „Quer-Durchs-Land-Ticket“ (kurz QDL) der deutschen Bahn. Für 44€ am Tag beliebig weit und oft im Regionalverkehr fahren. Aus eigener Erfahrung kann ich berichten, dass dieses Ticket auch gerne für Fernreisen z.B. Frankfurt – Berlin genutzt wird, obwohl es viel schnellere (und dann meist auch teurere) ICE-Verbindungen gibt.
Noch ein starkes Argument für das „QDL-Ticket“ ist die große Ersparnis bei Gruppen. Jede weitere Person zahlt nämlich anstatt die vollen 44€ nur 8€. Somit ist das QDL-Ticket für Gruppenreisen oder eine Tagestour besonders attraktiv.
Hinzu kommt natürlich die volle zeitliche Flexibilität und Sorglosigkeit jeden Regionlzug, U-Bahn, Bus etc.. ohne Zusatzkosten nutzen zu können.
Aus diesem Grund bin ich der Meinung, dass man die bestehenden schnellen RE-Linien verlängern und beschleunigen sollte, um die Nutzung dieses Tickets noch attraktiver zu machen. Wenn dann noch ausgewählte Städte zu vertakteten Knotenpunkten werden, können durch kurze Umsteigezeiten auch lange Distanzen problemlos mit dem Regionalverkehr zurückgelegt werden.

Die Umsetzung:

Alternativ zum in der Planung befindlichen IC2 schlage ich auf der Relation Frankfurt – Hagen einen schnellen Nahverkehrszug vor. Dieser bietet der Mainmetropole Frankfurt direkten Anschluss nach Hagen, wo dann zahlreiche andere Umsteigebeziehungen ins Ruhrgebiet etc. bestehen. Somit wird der Zug z.B. auch für Fernreisende nach Münster und Bielefeld interessant.

In Gießen könnte der Zug an einem neu zu errichtenden Bahnhof \“Gießen Süd\“ halten. Dadurch könnten ca. 8 min. Fahrzeit gespart werden, trotzdem kann Gießen von dort aus gut mit Regionalzügen oder Stadtbussen erreicht werden.

 

Das Bedienkonzept:

Hier gibt es zwei Möglichkeiten. Wenn dieser RE zweistündlich alternierend mit einem IC verkehrt, könnte er den RE99 immer dann ersetzen, wenn dieser nur bis Gießen fahren würde. So besteht immerhin stündlich eine umsteigefreie Verbindung von Frankfurt nach Gießen. Wenn dieser RE stündlich verkehrt, würde er den RE99 komplett ersetzen.

Damit sich die Verbindung von Siegen Hbf nach Gießen Hbf  aber nicht verschlechtert, schlage ich eine stündliche durchgehende RB zwischen den beiden Oberzentren vor. Hierzu würden RB 95 und RB 40 verschmelzen. Diese könnten in der HVZ auf einen 30-min.-Takt auf ganzer Strecke verstärkt werden oder von Dillenburg aus ins Diethölztal (Reaktivierung) fahren.

Vorteile:

– umsteigefreie und schnelle Verbindung Frankfurt – Hagen

– schnellere Verbindung von Siegen, Dillenburg, Wetzlar etc. nach Frankfurt

– Wegfall des knappen Umstiegs in Siegen für Durchreisende von Hagen nach Frankfurt

Nachteile:

– Siegen, Dillenburg etc. erreichen Gießen nur noch stündlich direkt, ansonsten mit Umstieg

– Gießen Hbf und Siegen Hbf werden nicht erreicht. Wenn die Bahnen aus Richtung Betzdorf aber bis nach Weidenau durchgebunden werden können, verschlechtert sich wenig (sollte das auch nach baulichen Maßnahmen nicht möglich sein, sollte doch in Betracht gezogen werden in Siegen Hbf zu halten). Für Gießen verschlechtert sich trotz des Auslassens des Hbf  auch kaum etwas. Siegen kann vom Hbf immer noch direkt erreicht werden, nach Hagen muss weiterhin nur ein mal umgestiegen werden.

 

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16 Kommentare zu “RE: Frankfurt – Hagen

  1. Dann heb ich bei der Zuggattung mal einen Teil hervor: Diese heißt nämlich Regionalexpress, dient also in erster Linie der Erschließung der Region und wird genau deswegen auch von diversen Aufgabenträgern bezahlt.

    Die QDL/SWT-Fernreisen sind in dem Aufgabenspektrum allenthalben Beiwerk.

    Ich hab überhaupt nichts dagegen, nen RE bis Hagen durchzubinden. Halt es vor dem Hintergrund dessen Funktion aber für völlig banane, an Siegen und Gießen vorbeizufahren. Wenn, dann macht man zweimal kopf, braucht dafür was länger und hat dafür die Hauptzielgruppe im Wagen.

    btw, weil’s wiederholt als Beispiel angeführt wird: Soo viele tun sich die 8,5 Stunden QDL von Frankfurt nach Berlin definitiv nicht an. Den RE10 in Sachsen-Anhalt (Teil der Verbindung) kenn nun wieder ich recht gut, voll ist der nie und schon gar nicht sind mir Horden Berliner oder Frankfurter Reisegruppen dort aufgefallen.
    Und nochwas: Flixbus fährt am Tag ne gute Handvoll Busse zwischen Frankfurt und Berlin hin und her. Das ist Kapazität für ca. 300 Leute pro Richtung – also nicht mal ein halber ICE. In anbetracht solcher Zahlen würd ich die ganze Flixerei mal lieber völlig entspannt sehen.

    1. Vollste Zustimmung. Zu den Nahverkehrstickets habe ich ja auch schon unter deinem anderen Vorschlag geschrieben: Grundsätzlich sind Quer-durch’s-Land/STW oder Ländertickets eher als quasi „Mitnahme-Effekt“ gedacht, denn: Die Regionalverkehre fahren als Teil der Grundversorgung sowieso, sodass diese besonders günstigen Tickets kaum zusätzliche Kosten verursachen.
      Diesem Prinzip widerspricht dieser Vorschlag aber, da er ja zusätzliche Verkehr ausdrücklich zu diesem Zweck vorsieht.

      Bei diesem Vorschlag kommt verstärkend noch hinzu, dass hier ja eine Fernverkehrslinie eh geplant ist. Eine beschleunigte Verbindung von Frankfurt gen Norden ist nämlich durchaus wünschenswert, nur halt als IC die meiner Meinung nach bessere Alternative. Und dieser nutzt dann eben die Verbindungskurve bei Gießen unter Umfahrung dessen Hbfs während der RE diesen bedient. Eine durchaus sinnvolle Aufteilung wie ich finde. Siegen Hbf sollte man dagegen mitnehmen, da die Stadt im FV bisher noch nicht angebunden ist und eine Rolle als Umsteigeknoten innehat, die in SI-Weidenau so nicht erreicht werden kann.

    2. Hallo Richard.
      Über das Kopfmachen in Siegen kann man reden. Wenn man aber die Bahnen aus Westen langfristig bis Weidenau fahren lassen könnte sehe ich keinen Grund für das Kopfmachen. So zentral (bzw. zentraler als Weidenau) liegt Siegen Hbf nun auch nicht.
      In Gießen sehe ich aber keinen unglaublich großen Vorteil, außer vielleicht die Umsteigebeziehungen zu den beiden Regionalbahnen nach Osten. Gut man könnte auch noch über einen Anschluss des REs aus Kassel nachdenken, das wäre vielleicht auch im Hinblick auf das Konzept gar nicht so uninteressant…
      Also ich habe das Beispiel Frankfurt – Berlin jetzt erst einmal gehört. Es gibt aber noch viele andere Relation wo die Menschen nach günstigen Alternativen zum teuren ICE suchen, aber auf Grund zu umständlicher Verbindungen dann den Flixbus wählen. Diese Entwicklung sehe ich steigen, man schaue sich nur an, wie schnell Flixmobility in den letzten Jahren gewachsen ist.

  2. Die Nachteile wiegen viel schwerer als die Vorteile. Die zwei größten Städte an der Strecke werden nicht zentral bedient. Außerdem wäre die Verspätungsanfälligkeit viel größer. Die Beschleunigung der Gesamtrelation von vielleicht 20 min insgesamt bringt dagegen nicht viel. Es wäre sinnvoller, eher die kleinen Halte wie Plettenberg, Herborn, … zu streichen als Siegen und Gießen Hbf., auch wenn ich das nicht befürworten würde.

    Ich denke, es ist der vollkommen falsche Ansatz, den Regionalverkehr nach überregionalem Bedarf zu planen!

    1. Angenommen man hat in Gießen Süd Anschluss an eine RB nach Treysa und angenommen das Zugangebot zwischen Gießen und Frankfurt wird noch durch einen Verstärkerzug Richtung Marburg ergänzt, wo siehst du den gravierenden Nachteil nicht am Hbf zu halten (ernst gemeinte Frage) ?
      Gut es würden ein paar Umsteigebeziehungen wegfallen, am wichtigsten die des RE aus Richtung Kassel, aber dieser könnte ja evtl. auch in Gießen Süd halten.
      Bedenke auch, dass Städte wie Wetzlar durch diesen RE eine wesentlich schnellere Anbindung nach Frankfurt erhalten.
      Und ja – die Verspätungsanfälligkeit wäre auf Grund des langen Linienweges größer. Dafür kann in Siegen aber auch kein Anschlusszug mehr verpasst werden. Da komme ich lieber regelmäßig mit +10 an, als gelegentlich mit +60 und durchgefroren.

      1. Die gravierenden Nachteile liegen doch wohl auf der Hand: Es werden zusätzliche Umstiege nötig. Wenn man z.B. von Siegen nach Fulda, Gelnhausen, … will, muss man zweimal umsteigen, wenn man nicht die lahme RB nach Gießen (die über 20 min langsamer als der RE heute wäre!) nimmt! Der RE 30 und auch der ICE halten sicherlich nicht an diesem Wiesenbahnhof, das verlängert die Fahrzeit zu sehr. Du musst bedenken, dass gerade die Kapazität der MWB zwischen Abzweig Bergwald und Friedberg stark ausgelastet ist, sodass nicht viele Verstärker möglich sind.

        Man kann aber andere Anschlüsse verpassen! Z.B. Gießen/Wetzlar < -> Köln ist aktuell ein knapper und beliebter Anschluss.

    2. Hier noch ein interessanter Artikel zu der Thematik.

      Folgender Ausschnit ist besonders interessant:
      „Auch die geplante Umfahrung Gießens stößt in Mittelhessen auf Widerstand, zum Beispiel beim Fahrgastverband Pro Bahn. Das Land Hessen selbst erachtet die Auslassung der Universitätsstadt, die schon heute von IC-Zügen der Linie Hamburg – Karlsruhe bedient wird, aber als weniger problematisch. In der Antwort auf die Kleine Anfrage heißt es dazu:

      „Ziel der Planung der Deutschen Bahn sei es, für Wetzlar und Dillenburg die Anzahl schneller Direktverbindungen nach Frankfurt (unter Umfahrung von Gießen) zu erhöhen. Statt der heute nur einmal am Tag verkehrenden Direktzüge würde in dieser Relation ein zwei Stundentakt angeboten. Die IC-Züge seien durch die Umfahrung von Gießen rund zehn Minuten schneller als der Regionalexpress. Insgesamt könne die Zahl der umsteigefreien Direktverbindungen ab Wetzlar und Dillenburg nach Frankfurt im Vergleich zum derzeitigen RE-Angebot nahezu verdoppelt werden, da in den Stunden, in denen der zweistündlich geplante IC verkehren soll, bisher im Regionalverkehr ein Umstieg in Gießen erforderlich ist. „

      1. Auch die geplante Umfahrung Gießens stößt in Mittelhessen auf Widerstand, zum Beispiel beim Fahrgastverband Pro Bahn.

        Ich habe ohnehin oft den Eindruck, dass, ginge es nach Pro Bahn, müsste jeder Zug überall halten. Was die nicht schon alles gefordert haben … FV-Systemhalt in in Lulu, in Plochingen, in Coburg, in X, in Y und auch in Z.

        Das mit riesengroßem Abstand wichtigste Fahrtziel hier ist Frankfurt, und da ist man in Gießen nicht auf diese Linie angewiesen, denn da gibt es eh schon einiges, sogar regelmäßige ICE. Gießen selber ist jetzt nicht der riesige Burner, also kann man mit einem klar beschleunigten Regioangebot auch vorbei fahren ohne Kopfzumachen. So wie die REs von Göttingen nach Heiligenstadt in Eichenberg machen, Knotenfunktion hin oder her.
        In Siegen hingegen sollte gehalten werden, da dort das übrige Verkehrsangebot eher mau ist.

        1. Gibt mit Gießen auch noch einen anderen Grund: die Befürchtung, dass der IC dort von FFM-Pendlern gestürmt wird, was auf dem Südabschnitt Zusatzkapazitäten erfordert, die im Norden nur heiße Luft durch die Gegend fahren.

        2. Pro Bahn fordert nicht überall einen Halt, die kleinen Provinzhalte in Westfalen könnten nach ihrer Ansicht bei dem IC entfallen!

          So viel wichtiger als Gießen ist Frankfurt nicht. Ich bin häufiger mit RE 98 und 99 unterwegs und beim Siegener Zugteil wird in Gießen bestimmt mindestens 25 % der Fahrgastanzahl ausgetauscht, auf jeden Fall deutlich mehr als an jedem anderen Zwischenhalt!

          Eichenberg mit nichtmal 1.000 Einwohnern ist überhaupt nicht mit Gießen, dem Zentrum von Mittelhessen, zu vergleichen.

        3. Die Interregios früher haben übrigens auch immer in Gießen, dafür aber nicht in Siegen Hbf., sondern in Weidenau gehalten. Wenn man den RE 9 dorthin verlängern würde, wäre das auch bei dem neuen IC zu verschmerzen, finde ich. Gerade im Hinblick auf die Eingleisigkeit des Giersbergtunnels der Strecke 2881 (Siegen Hbf. – Siegen Ost) wäre es sinnvoll, in Weidenau zu halten.

    1. Interessant. Wird aber nicht ganz klar, worauf die Verbände hinauswollen. Sie sagen zwar, dass sie den IC grundsätzlich befürworten, nennen aber Problematiken, ohne Lösungen vorzuschlagen. Da wird nicht ganz klar, was sie eigentlich wollen…

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