Beschreibung des Vorschlags
Die Strecke nach Radebeul und Coswig ist lange Zeit eine der marodesten im gesamten Netz der DVB gewesen. Mit den Ausbauten der letzten 10 bis 20 Jahre wurde bereits einiges ausgebessert, aber es bleibt Flickwerk. Abschnittsweise ist der Zustand weiterhin desolat und die Ausbauten stocken zurzeit. Selbst der planungsmäßig abgeschlossene Teil zwischen Gradsteg und Flemmingstraße ist nicht zur Umsetzung terminiert. Wann gebaut wird, ist zurzeit vollkommen unklar, der ursprüngliche Zeitplan die Baumaßnahme direkt nach jener in Radebeul Ost umzusetzen ist gescheitert.
Zuletzt wurden die Abschnitte zwischen Rennerbergstraße und Dr.-Külz-Straße (2019) sowie zwischen Schillerstraße und Eduard-Bilz-Straße (2024) erneuert. Dabei wurden die stark verschlissenen Gleise erneuert und die Haltestellen barrierefrei ausgebaut. Durch den Entfall der ausgedehnten Langsamfahrstellen wurden nach beiden Ausbauten jeweils etwa 90 bis 120 Sekunden pro Richtung eingespart.
Im Bereich der Haltestelle Hauptstraße zwischen Eduard-Bilz-Straße und Rathenaustraße war der Gleiszustand derartig schlecht, dass zuletzt nur noch 10 km/h gefahren wurden und die Bahnen regelmäßig von Radfahrern überholt wurden. Die grundhafte Sanierung des Abschnitts hat sich lange verzögert, weshalb mehrmals notdürftige Gleisreparaturen durchgeführt werden mussten, um den Betrieb überhaupt noch länger ermöglichen zu können.
In Radebeul fehlen neben dem planerisch abgeschlossenen Abschnitt in Radebeul-West weiterhin die dringend notwendigen Ausbauten zwischen Kleestraße und Schillerstraße, zwischen Eduard-Bilz-Straße und Weißes Roß, sowie im Bereich Johannisbergstraße, Gerhart-Hauptmann-Straße und Eisenbahnbrücke. Meines Wissens besteht für keinen dieser genannten Abschnitte eine umsetzungsreife Ausbauplanung.
Während es in Radebeul bereits mehrere fertige Ausbauabschnitte gibt, die sehr gut gelungen sind, fehlen diese in Coswig gänzlich. Mit Ausnahme des Haltestellenbereichs Coswig Zentrum/Börse, wo im Rahmen der Neugestaltung des Stadtzentrums ausgebaut wurde, ist der Streckenzustand katastrophal und erinnert eher an osteuropäische Straßenbahnnetze der 2010er-Jahre als an Deutschland 2026.
An allen Ausweichen und an den Gleisbögen (Steinbacher Weg, Salzstraße, Rathaus) bestehen Langsamfahrstellen und die Haltestellen bestehen im besten Fall aus einigen Betonplatten am Gleisrand, die mit einem Schild versehen wurden oder existieren gar nicht wie am Steinbacher Weg Richtung Dresden, wo einfach auf die grüne Wiese ausgestiegen wird.
Der Gleiszustand wird in den nächsten Jahren nicht besser werden. Wenn weiterhin für jeden Abschnitt ein einzelnes Ausbaukonzept erstellt, beschlossen und umgesetzt wird mit den entsprechenden Verzögerungen, würde ich nicht dafür garantieren, dass der Straßenbahnbetrieb dort aufrechterhalten werden kann.
Schon heute kommt es immer wieder zu Zwischenfällen, die kurzfristige Notreparaturen erfordern. Im Januar diesen Jahres (Link) kam es an der Auerstraße zu einer Entgleisung ohne Fremdeinwirkung und davor bereits 2023 an der gleichen Stelle (Link) und zum Beispiel ohne Sachschäden wären mehrere Schienenbrüche zwischen Landesbühnen und Wasastraße (2021) zu nennen, infolgedessen dort eine ausgedehnte Langsamfahrstelle angeordnet wurde. Zunächst mit 20km/h auf voller Länge, mittlerweile nur noch 10km/h auf einem verkürzten Abschnitt.
Nach aktuellem Fahrplan beträgt die Fahrzeit zwischen Moritzburger Straße und Weinböhla 23 Minuten in Richtung Weinböhla und 21 Minuten in Richtung Dresden. Das entspricht einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 22km/h und 24km/h. Bei einer Strecke mit einem durschnittlichen Haltestellenabstand von über 600 Metern, die zu 90-95% auf unabhängigen Gleisen verläuft, ist das absolut miserabel. Hier sollten mindestens 2 Minuten rausgeholt werden.
41 Minuten nach Mickten
54 Minuten zum Postplatz
