Beschreibung des Vorschlags
In diesem Beitrag geht es um die Aktivierung der Güterumgehung Münster für den Personennahverkehr und letztlich für die S-Bahn Münsterland.
Dies ist nur ein grobes Konzept. Genaue Orte der (Turm-)Bahnhöfe habe ich noch nicht beachtet. Auf den ersten Blick sahen die ersten Bahnhöfe umsetzbar aus.
Hintergrund & aktuelle Situation:
Aktuell wird diese Strecke nur durch den Güterverkehr benutzt. Da diese Strecke allerdings einige Stadtteile Münster abdeckt, auf denen deutliche Fahrzeitverkürzungen möglich sind, habe ich die Idee, die S-Bahn dort langführen zu lassen. Es gibt bereits Ideen für weitere S-Bahn-Linien in MS mit komplett neuen Strecken, aber die Nutzung der Güterumgehung habe ich noch nicht entdeckt.
Außerdem werden die Stadtteile Berg Fidel, Sankt Mauritz und die Loddenheide komplett neu an den Schienenpersonennahverkehr angebunden.
Bedienung der Strecke & Betriebskonzept:
Für die Bedienung der Strecke habe ich eine separate Linie, die S10, vorgesehen. Dazu habe ich hier einen Vorschlag erstellt:
Die S-Bahn-Züge sollen stündlich von ca. :50 bis :10 diese Strecke nutzen. In der restlichen Zeit können weiterhin hauptsächlich Güterzüge rollen.
Ich habe zudem eine neue S-Bahn-Linie Haltern am See – Osnabrück erstellt. Ein Fahrplan für die S-Bahn folgt in einem kommenden Beitrag. Eine Nutzung der Südlichen Ausfädelung aus Richtung Osnabrück auf die Strecke Richtung Hamm habe ich nicht beachtet, kann allerdings in Betracht gezogen werden.
Für wen ist diese Strecke:
Diese Strecke soll hauptsächlich Pendlern dienen, die zum Beispiel von Dülmen oder Lengerich in die Loddenheide oder angrenzende Gebiete möchten. Für die Verbindung Nottuln – Loddenheide ergibt sich zum Beispiel eine Fahrzeitverkürzung von 26 Minuten. Mit RE42 und Bus dauert es aktuell 43 Minuten und mit dem neuen Zug würde es 17 Minuten dauern.
Somit lässt sich natürlich auch die Frage stellen, ob die Strecke an den Wochenenden rentabel wäre.
Infrastrukturelle Maßnahmen:
- Zweigleisigkeit zwischen MS-Mecklenbeck und MS-Loddenheide durchgängig herstellen.
- Bahnhof Münster-Mecklenbeck soll ausgebaut werden. Neues Gleis (7) und neuer Mittelbahnsteig für Gleis 6 und 7
(Gleis 1&2 Regio von und Nach Coesfeld, 3 Überholgleis, 4+5 Hauptbahn Münster – Wanne-Eickel, 6+7 für die Güterumgehung) - Folgende Haltepunkte sollen auf der Strecke entstehen: MS- An den Loddenbüschen, MS-Stapelskotten, MS-Sudmühle
- Des weiteren sollen folgende Turmbahnhöfe entstehen: MS-Vennheide, MS-Berg Fidel, MS Loddenheide, MS Mauritz-Ost (Für die Haltepunkte Loddenheide und Mauritz-Ost gibt es bereits Pläne für die Umsetzung der unteren Ebenen)
Vorteile:
- Deutliche Fahrzeitverkürzung aus dem Westen in Münsters süd- und östliche Stadtteile. Bisher musste immer am Hauptbahnhof in einen weiteren Zug oder Bus umgestiegen werden.
- Strecke bietet bereits Oberleitungen
Nachteile:
- Hohe Kosten durch Bau einiger neuer Bahnhöfe und zweigleisige Stellen
- Die Strecke ist nur aktuell auf 90km/h ausgerichtet
Komplikationen:
- Die Strecke Münster – Wanne-Eickel ist bereits sehr voll. Eine neue Verbindung könnte dort zu einer Überlastung führen. Ein Ende der Linie in Mecklenbeck scheint allerdings unattraktiv.
Zukunftsaussichten:
- Langfristig soll die Güterumgehung nahtlos in das Netz der S-Bahn Münsterland eingearbeitet werden und dort alle Zwischenhalte bedienen.

Nicht sinnvoll. Die allermeisten Haltepunkte liegen im Bereich einseitiger und schwacher Besiedlung und werden durch Radiallinien bereits erreicht. Das bedeutet eine schwache Nachfrage. Hinzu kommt der weite Takt (alle 60 min, mehr gibt die Nachfrage aber auch nicht her), sodass es oftmals trotzdem passender ist, über das Zentrum zu fahren als an den Umsteigepunkten den Zug zu wechseln.
Und dann kommen zu diesem ziemlich geringen Nutzen noch gar nicht so unerhebliche Infrastrukturkosten…
Ich sag mal so, es hat ein Grund wieso eine Güterumgehungsbahn eine Güterumgehungsbahn ist. In Manchen Städten wie Mönchengladbach lässt sich darüber diskutieren ob man diese für den PV freigibt und die nötigen Infrastrulturmaßnahmen gerechtfertigt sind. Aber hier sehe ich wenig Potential, da dies eine sehr Radiale Strecke ist und keine Vernünftige Anbindung an den Hbf bietet. Es umfällt ihn, wie für den GV intendiert die Innenstadt.
Das Problem ist ja nicht, dass die Stadtteile mit deinem Vorschlag nicht genug angebunden sind oder so, das Problem ist eher, dass keine Sau von Sudmühle nach Stapelskotten will. Ich kenne einige Leute aus Mauritz, alle wollen natürlich in die Innenstadt. So eine Tangentiallinie wäre fast nur hilfreich, wenn es tatsächlich gute Umsteigemöglichkeiten bieten würde und das ist ja fast nicht der Fall.
Punkt zwei ist dass Münster halt einfach nicht das Fahrgastaufkommen bietet.
Und noch ein Problem: wo fahren dann die Güterzüge lang? Die Strecke wird ja schon recht rege von Güterzügen bedient.
Ich kann mich leider nur den vorherigen Kommentatoren anschließen:
Schau einmal, was entlang der Umgehungsbahn an direkten Anschluß geben würde. Es reicht nicht aus, einfach einen Bahnhof zu bauen, wenn dort keine Entwicklung geplant ist und nur Umsteiger dort vorgesehen sind. Es muss auch vor Ort eine gewisse Menge an Nutzern vorhanden sein. Das ist entlang der Strecke kaum gegeben, ohne lange Fußwege oder Fahrten in Kauf zu nehmen.
Wie sollen dann übrigens die Verbindungen von S-Bahn in den Fernverkehr erfolgen? Wenn ich z.B. von Nottuln in den IC nach Bremen will, müsste ich erst in Vennheide umsteigen in eine andere Linie, die dann zum Hbf. führt und dann dort in den ICE umsteigen. Die Anbindung der S-Bahn an den Hauptbahnhof ist leider unabkömmlich, auch aufgrund der dort vorhandenen Rangieranlagen.
Auch hast Du nicht an die Anbindung der Strecken nach Rheine und Gronau/Enschede. Schau Dir einmal das vorläufige Zielnetz der S-Bahn Münster an. Der Hauptbahnhof ist nicht umsonst der zentrale Knoten des Netzes.