Beschreibung des Vorschlags
NBS HSL Amsterdam – Utrecht
Dieser Vorschlag ist Teil eines südöstlichen Hochgeschwindigkeitsnetzes in den Niederlanden.
Für Fernverkehr nach dem Ruhrgebiet und Norddeutschland:
- NBS HSL Utrecht–Arnhem
- entweder NBS SFS/HSL Arnhem–Münster–Bielefeld (Südvariante Arnhem-Hannover)
oder NBS HSL Arnhem–Enschede–Bad Bentheim Grenze (Nordvariante Arnhem-Hannover)
Für Fernverkehr nach Süddeutschland:
Für schnellen Verkehr nach Südlimburg und weiter (Maastricht, Liège, Heerlen, Aachen):
- NBS HSL Eindhoven-Sittard
Ziel der Hochgeschwindigkeitsstrecke Amsterdam–Utrecht ist die Beschleunigung des internationalen Fernverkehrs von Amsterdam nach Deutschland. Es wird mit etwa zwei ICE-Zügen pro Stunde gerechnet: je einer nach Norddeutschland (Berlin, Hamburg) und Süddeutschland (München, Basel). Folgende Strecken sind denkbar:
- Amsterdam–Köln–Stuttgart–München
- Amsterdam–Köln–Karlsruhe–Freiburg–Basel
- Amsterdam–Köln–Würtzburg–Nürnberg–Regensburg
- Amsterdam–Hannover–Berlin
- Amsterdam–Hannover–Braunschweig–Magdeburg–Leipzig–Dresden–Praha
- Amsterdam–Hamburg–Kopenhagen–Malmö
Zusätzlich werden ein bis zwei schnelle Intercity-Züge pro Stunde erwartet. Folgende Streckenführungen sind denkbar:
- Amsterdam–Utrecht–Arnhem–Oberhausen–Duisburg und anschließend Düsseldorf–Solingen–Wuppertal oder Essen–Bochum–Dortmund
- Amsterdam–Hengelo–Osnabrück–Hannover–Braunschweig–Magdeburg–Leipzig–Dresden
- Amsterdam–Utrecht–Eindhoven–Köln–Trier–Luxemburg
Die Streckenführung ist auf eine Höchstgeschwindigkeit von 300 km/h ausgelegt. Aufgrund der kurzen Strecke wurde jedoch eine Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h festgelegt. Damit sollte die Strecke Utrecht–Amsterdam Zuid in 15 Minuten zurückgelegt werden können.
Diese Bahnlinie ist vor allem deshalb notwendig, weil die konventionellen IC-Gleise ausgelastet sind. Die niederländische Zukunftsvision für den öffentlichen Verkehr 2040 (TBOV2040 [NL]) sieht 20–24 Intercity-Züge auf dieser Strecke sowie vier Nahverkehrszüge vor, die ebenfalls die Nahverkehrsgleise nutzen werden. Diese Kapazitätserweiterung ermöglicht es bis zu acht Hochgeschwindigkeitszügen, gleichzeitig von Eindhoven und Arnheim auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke (HSL) abzufahren und schafft so ausreichend Raum für zukünftiges Wachstum im internationalen Schienenverkehr.
Von Amsterdam verläuft die Strecke entlang der Autobahn A2 nach Breukelen. Südlich des Autobahnkreuzes Holendrecht ist im Mittelstreifen ausreichend Platz vorhanden, die Autobahntrasse ist jedoch nicht durchgehend mit Kurvenradien von 4000 m kompatibel.
Südlich von Breukelen folgt die Strecke der konventionellen Bahnstrecke Amsterdam–Utrecht. Dies bedeutet einen Ausbau von vier auf sechs Gleise. Es ist zwar eng, aber machbar. Der Bahnhof Utrecht verfügt über zwölf durchgehende Bahnsteiggleise für vier Gleise aus Richtung Rotterdam/Den Haag, vier Gleise aus Richtung Amsterdam und vier Gleise aus Richtung Hilversum/Amersfoort. Daher muss die Anzahl der Bahnsteiggleise im Bahnhof erhöht werden. Dies lässt sich am besten durch Hochgleise für die Hochgeschwindigkeitszüge mit Bahnsteigen oberhalb der Bahnhofshalle realisieren. Dadurch entfällt zudem die Notwendigkeit von Systemtrennstellen (25 kV AC – 1.5 kV DC) in Utrecht.
Technische Spezifikationen:
- Länge Amsterdam Zuid – Utrecht CS: 35km, davon 26.5 km mit 250 km/h
- Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h
- Kurvenradius: 4000 m
- Bahnstrom: 25 kV Wechselstrom, 50 Hz
- Zugsteuerung: ETCS Level 2

Früher gab es ja mal Planungen für eine HSL-Oost, die dir sicher auch bekannt sind. Ein Vergleich damit und warum es heute anders aussieht wäre ganz interessant.
Das klingt spannend. Zeichnest du noch die nötigen Brückenbauwerke ein?
Das habe ich gemacht.
Danke. Im nördlichen Gleisvorfeld sieht es aus, als würde die Strecke einige andere Gleise höhengleich kreuzen. Mit den Rampen für die Brücke geht mir das nicht so recht zusammen. Mir fehlen auch ein Stück weit die Vor-Ort-Kenntnisse zum Einschätzen der Höhenlagen. Kannst du das vielleicht noch ergänzen, in welchem geometrischen Verhältnis die vorgeschlagenen Gleise zu den existierenden Gleisen stehen? Dabei kann helfen, wenn du für dieses Stück tatsächlich beide Gleise einzeichnest.
An den Bahnhöfen Utrecht und Amsterdam Zuid habe ich nicht genau eingezeichnet, wo sich alles befinden wird. Ein so detaillierter Plan ist auch nicht meine Absicht.
Hast du zufällig einen Link hierfür?
Und sollen die 20-24 IC pro Stunde und Richtung sein? Oder soll dies beide Richtungen zusammen pro Stunde sein?
Falls es pro Stunde und Richtung wäre, würde dies einen Takt von 2,5 bis 3 Minuten bedeuten, also schon das Niveau einer S-Bahn-Stammstrecke.
Nicht OP, aber auf Seite 21 des Eindrapport Landelijke Netwerkuitwerking Spoor – achtergrondinformatie steht:
Auf Seite 29 desselben Dokuments gibt es eine Tabelle, mit deren Kontext ich tatsächlich glaube, das 20 bis 24 IC pro Stunde und Richtung gemeint sind. Da sind aber auch ICEs mit drin. Für den Kontext hilft’s vielleicht, dass schon heute 13 IC/ICE Linien dort fahren (in welchem Takt weiß ich nicht, das war eine einfache Abfrage auf OpenStreetMap). Teilweise fahren sie aber auch schon halbstündlich. ICs in den Niederlanden entsprechen sowieso eher dem Regionalverkehr in Deutschland.
Fast alle Linien in den Niederlanden haben einen 30-Minuten-Takt. Aktuell verkehren auf der Strecke Utrecht–Amsterdam 12 IC-Züge pro Stunde und Richtung. Dies umfasst 6 IC-Linien, 3 ab Eindhoven (Venlo-Amsterdam Zuid-Dordrecht, Maastricht-Amsterdam CS-Alkmaar, Heerlen-Amsterdam CS-Enkhuizen) und 3 ab Arnhem (Nijmegen-Amsterdam CS-Den Helder, Nijmegen-Amsterdam Zuid-Den Haag CS, Arnhem CS-Amsterdam Zuid- Rotterdam CS). Geplant ist, die Frequenz zukünftig auf 20–24 IC-Züge pro Stunde und Richtung zu erhöhen.
Ich hatte den Link schon bei Utrecht-Eindhoven zugefügt, aber noch nicht zu diesem Vorslag:
https://www.rijksoverheid.nl/onderwerpen/openbaar-vervoer/betere-verbindingen-openbaar-vervoer/ov-in-de-toekomst (auf Niederländish).