Beschreibung des Vorschlags
Der Linienverlauf mit Haltestellen der Strecke Holzkirchen-Lenggries stammt wesentlich aus der Eröffnungszeit von 1874 (bis Bad Tölz) und 1924 (Abschnitt Bad Tölz). In der Vergangenheit wurde dabei in den Bahnhöfen Infrastruktur erheblich zurückgebaut, u. a. aufgrund des Wegfalls des Güterverkehrs.
Vor wenigen Wochen wurde die Entwurfs-/ Genehmigungsplanung für die Elektrifizierung der Bahnstrecken südlich von Holzkirchen gestartet. Der aktuelle Projektstand nach Grobplanung ist hier zu finden: Link
Beim Blick auf aktuellen Streckenverlauf und Fahrzeiten (letzte dürften mit der Elektrifizierung kürzer werden) stellt sich die Frage, wieso einige Orte bzw. Ortsteile gar keinen Bahnhalt haben.
Dies betrifft konkret:
– Waakirchen (der Ortsteil Schaftlach hat einen Bahnhof, der Hauptort aber nicht) (Landkreis Miesbach)
Hier würde ein Bahnhalt ca. 1.000 m von der Ortsmitte liegen. Kürzer ist freilich immer besser, andererseits ist das eine Distanz die mit 15 Minuten Gehzeit (und entsprechend kürzer mit Auto/ Fahrrad) noch problemlos zurückzulegen ist.
– Greiling (Landkreis Bad-Tölz Wolfratshausen)
Hier würde ein Bahnhalt ca. 1.200 m von der Ortsmitte liegen. Kürzer ist freilich immer besser, andererseits ist das eine Distanz die mit 20 Minuten Gehzeit (und entsprechend kürzer mit Auto/ Fahrrad) noch problemlos zurückzulegen ist.
– der südliche Teil von Bad Tölz (Landkreis Bad-Tölz Wolfratshausen)
Hier müsste ein Bahnhalt in Hanglange errichtet werden, was aber bei Beibehaltung einer eingleisigen Strecke relativ günstig machbar sein sollte. Der gesamte Teil von Bad Tölz wäre schlagartig besser angebunden als bisher mit dem für Bad Tölz grundsätzlich ungünstig am Ortstand gelegenen Bahnhof.
Keiner dieser Halte bräuchte besonders teure Baumaßnahmen, nötig wären nirgends Aufzüge, Unterführungen, neue Brücken o. ä.
Für alle ortsfremden Leser noch ein paar Hinweise:
– Eine Ausweitung des heute überwiegend dünnen Busangebots ist aufgrund des Arbeitsmarkts praktisch ausgeschlossen.
– Die RB 56 Linie fährt von 4:30 bis nach 1 Uhr praktisch rund um die Uhr, teils mit 30 Minuten Takt. Selbst für Verbindungen innerhalb des Oberlandes (Schüler, Senioren etc.) wäre das ein erheblicher Gewinn.
– Die Landkreise Miesbach und Bad-Tölz Wolfratshausen werden ab Jahresende 2023 erstmals vollständig im MVV integriert
Meiner Ansicht nach müsste diese Überlegungen jetzt als Teil der Elektrifizierungsplanungen mitüberlegt werden, hinterher nochmal anzufangen wäre erheblich teurer. Wenn für die Elektrifizierung ohnehin mehrmonatige Sperrungen mit SEV durchgeführt werden, kann ein Bahnhof besonders günstig mitgebaut werden. Inwieweit an den Bahnhöfen dann noch Parkplätze, Abstellmöglichkeiten für Räder etc. gebaut werden, kann man ja sehen.

Wie immer bei eingleisigen Strecken gilt – Fahrzeitverlängerungen mit eventuell notwendigen zusätzlichen Kreuzungsbahnhöfen und natürlich zusätzliche Fahrzeugumläufe müsste man hier genau prüfen. Die Anschlüsse in Holzkirchen sind weniger ein Problem, da man als Stichstrecke wiederrum in Lenggries keinen Knoten erreichen muss.
Bei deinen Stationsvorschlägen sehe ich leider einzig für Bad Tölz Süd / Moraltpark einen gewissen Reiz, zwar ist man hier mitten in einem Gewerbegebiet, ein gewisses Publikumsaufkommen gibt es aber. Greiling ist viel zu abgelegen um für den Ort interessant zu sein, gute Busanschlüsse nach Bad Tölz Bf und Reichersbeuern dürften hier mehr bringen (einfacher gesagt als getan in der Region). Waakirchen ist für mich hart an der Grenze, die Kombi Kleine Gemeinde + Schlechte Lage dürfte für den KNF aber wohl auch nicht ideal sein.