Neue Fernbahn-Südosttangente für Berlin: Fangschleuse – BER/Grünau

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Beschreibung des Vorschlags

Vorgeschlagen wird eine neue Fernbahntangente im Südosten Berlins, die den südlichen Außenring (via Grünau) und BER auf direktem Weg mit der Bahnstrecke nach Frankfurt/Oder verbindet.

Für die Entwicklung der nächsten Jahrzehnte werden sich folgende Trends mit hoher Wahrscheinlichkeit fortsetzen, die direkt die Bahnstrecke Berlin-Frankfurt/Slubice betreffen:

  • Es wird mehr Fernzüge von bzw. nach Polen geben, vor allem falls langfristig noch eine Hochgeschwindigkeitsstrecke Poznan-Warszawa gebaut werden sollte. 
  • Die Auslastung der Regionalzüge ins Berliner Umland wird zunehmen. Der neue Regionalbahnhalt Köpenick wird  mittelfristig auch dazu beitragen.
  • Durch den langfristigen Ausbau von Schienenwegen von/nach Osten wird es tendenziell mehr West-Ost-Güterverkehre geben. Konkret sind das Projekt Rail Baltica – ggf. sogar mit Tunnel bis Helsinki – sowie der Ausbau der Neuen Seidenstraße gemeint. 
  • Durch das Wirtschaftswachstum in Polen steigt nicht nur der Personen- und Güterverkehr auf der Schiene, sondern auch die Nachfrage nach Langstreckenflügen, die zum Teil auch der Berliner Flughafen abdecken wird. Vor der Pandemie wurden zahlreiche – teils informelle – Kleinbus-Verbindungen zwischen den nächsten polnischen Städten und den Berliner Flughäfen angeboten. Die Bahn hat als Flughafenzubringer aus Polen bisher kaum eine Rolle gespielt.
  • Kurzfristig werden nun auch Mehrverkehre im Personen- als auch Güterverkehr durch die neue Tesla-Fabrik hinzukommen.

Könnte der Abschnitt Fangschleuse-Kreuz Wuhlheide somit zu einem neuen Flaschenhals im Bahnknoten Berlin werden? 

Der hier gezeigte Vorschlag spricht alle oben genannten Thematiken an und bietet folgende Lösungen:

  • Fernverkehr von Polen nach Berlin kann zukünftig über den Flughafen und die Dresdner Bahn den Berliner Hauptbahnhof anfahren. So werden neue Trassen zwischen Fangschleuse und dem Kreuz Wuhlheide einerseits und der gesamten Stadtbahn andererseits frei. Zusätzlich könnte so auch die Nachfrage von Polen zum Berliner Flughafen auf der Schiene bedient werden. 
  • Güterverkehr kann zukünftig vom südlichen Außenring den direkten Weg Richtung Osten nehmen.
  • Für weitere Aufstockungen im Regionalverkehr würden sich zusätzliche Optionen bieten. Das Tesla-Werk, Fürstenwalde und Frankfurt könnten somit auch Direktverbindungen zum BER oder Südkreuz erhalten. 
  • Nicht Zweck des Vorschlags, aber auch möglich: Es könnte ein Regionalbahnhof mit Fokus P+R & B+R zwischen Gosen und Müggelheim gebaut werden, der die Orte indirekt an die Schiene anbinden würde.

Probleme/Risiken:

  • Durch die Führung über BER wären im Personenverkehr kaum Fahrzeitgewinne aus Richtung Osten zum Berliner Hauptbahnhof möglich. Die heutige Fahrzeit sollte sich aber auch nicht verlängern. Der Vorschlag fokussiert sich vor allem auf Kapazitätsgewinne und neue Wege im Berliner Bahnknoten.
  • Der vorgeschlagene Streckenverlauf berührt sensible Naherholungsgebiete, die durchschnitten werden. Zur Querung der Großen Krampe und insbesondere des Langen Sees wären große Kunstbauten nötig. Falls der Lange See weiter südlich gequert würde, gäbe es allerdings noch mehr Konflikte mit Wohnbebauung. Im Bereich Gosen/Neu-Zittau folgt die Strecke jedoch einem ähnlichen Verlauf wie die mögliche Ortsumgehung, die bereits in Diskussion ist. 

Metadaten zu diesem Vorschlag

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7 Kommentare zu “Neue Fernbahn-Südosttangente für Berlin: Fangschleuse – BER/Grünau

  1. Das östliche Streckenende ist genau dort, wo gerade eine Tesla-Fabrik gebaut wird. Die gezeichnete Strecke tangiert das Werksgelände zwar nur minimal, aber ob man hier gewillt ist, gerade erst erworbene Flächen direkt wieder abzugeben? Wohl eher kaum. Auch konnten ggf Überwerfungsbauwerke mit der zukünftigen Tesla-Haltestelle kollidieren.

    1. Danke dir für den Hinweis! Ich hatte es an der Stelle ehrlich gesagt nicht so genau genommen, aber habe es jetzt angepasst. Die Abzweigung ist nun erst westlich der A10.

  2. Das Teslawerk ist schon im Bau (wie von Jo19 beschrieben). Ausserdem sehe ich kein Mehrwert zu der bestehenden Strecke über Erkner. Diese ist auch mit momentan 3 (ab 2022 3) und 4 tägliche EC Zügen selbst bei mehr Güterzügen vom Teslawerk auch nicht nicht überlastet.

  3. Verkehrlich ist die Idee gar nicht so schlecht, aber zum einen recht teuer und zum anderen ist die Zerschneidung ökologisch sensibler Gebiete in Großstadtnähe eigentlich ein heutzutage nicht mehr durchsetzbar, wenn es irgendwie Alternativen gibt. Und die gibt es durch den Ausbau bestehender Bahnstrecken. Die Ostbahn (+ ggf. Frankfurt O. – Werbig) ließe sich für den Güterverkehr elektrifizieren, diverse Grenzübergänge reaktivieren und für den PV kann man zumindest ab Rummelsburg über den nördlichen Innenring zum Hbf oder den südlichen Innenring zum Südkreuz kommen. Einzig die Verbindung von Frankfurt zum BER bleibt recht umwegig, aber das als Hauptgrund rechtfertigt diese NBS wohl eher nicht.

      1. Hab mal über den Daumen gepeilt nachgemessen und die hier vorgeschlagene Strecke wäre mit ~15 km ziemlich genau halb so kurz wie die Route über den BAR mit mit ~30 km, also schon kein ganz kleiner Unterschied. Aber wie gesagt, das halte ich als (Haupt-) Begründung für diese NBS als nicht ausreichend.

  4. Nicht nur die vielen Gewässerquerungen, auch die Topologie im Bereich Müggelheim würde für hohe Baukosten sorgen.

    Fürstenwalde und Frankfurt stagnieren in ihrer Bevölkerungsentwicklung. Also müsste die Nachfrage aus Westpolen stammen, dabei groß genug sein, um trotz Konkurrenz zur Autobahn genug Fahrgäste zu gewinnen, aber zu klein, um einen Großflughafen in Westpolen zu verhindern.

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