Beschreibung des Vorschlags
Kurzfassung:
Ich schlage eine neue Linie von Oelde Bhf. – St. Vit – Rietberg ZOB und sie ist pragmatisch sinnvoll: sie schafft eine verlässliche, regelmäßige Querverbindung zwischen Bahnhof Oelde, einem großen Arbeitgeberstandort (Amazon/Aurea in Oelde) und dem Regional-Bus-Knotenpunkt Rietberg ZOB. In St. Vit würde die Linie eine echte Angebotsverbesserung bringen — aktuell gibt es dort nur die Bedarfs-/Teilverkehre (Linie 78.1, AnrufSammelTaxi) und ehrenamtliche Angebote wie das DorfAuto; das reicht für regelmäßige Pendler-, Schicht- und Schulverkehre nicht zuverlässig.
Gründe / Begründung
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Versorgungslücke in St. Vit schließen
St. Vit ist aktuell kaum durch reguläre Linien angebunden — die planmäßige Linie 78.1 fährt nur eingeschränkt / teils als Bedarfsvariante, viele Fahrten sind AST/Bedarfsverkehre. Ein regelmäßiger Linienbetrieb bietet planbare Anschlüsse (für Arbeit, Schule, Einkäufe, Arztbesuche). Das ist wichtig für Nicht-Autofahrer und für Berufspendler. -
Anbindung von Beschäftigten am Amazon-Standort (AUREA / Amazon PAD1)
Das Gewerbegebiet AUREA mit dem Amazon-Logistikzentrum in Oelde beschäftigt hunderte bis tausende Mitarbeitende in Früh-/Spät-/Nacht-Schichten. Eine Linienverbindung mit Halten am Amazon-Standort (Aurea / Amazonlager*) erschließt eine große potenzielle Nachfrage — besonders zu Schichtwechseln. -
Bessere Knotenverknüpfung: Bahn ↔ Bus
Oelde Bhf. ist ein regionaler Bahnknoten. Eine direkte Busverbindung dorthin schafft umsteigefähige Verbindungen Richtung Bahn (RE/Regionalverkehr) und reduziert Individualverkehr. Dadurch steigt die Attraktivität des ÖPNV. -
Stärkung des regionalen ÖPNV-Netzes / Ziel Rietberg ZOB
Rietberg ZOB ist Regionalknoten mit mehreren Linien (z. B. Linie 76/77/80 etc.). Durch die Verbindung wird Rietberg besser erreichbar und Pendler aus Oelde/St. Vit bekommen Umstiegsmöglichkeiten in Richtung Gütersloh, Lippstadt u. a. -
Soziale/ökologische Vorteile
Regelmäßiger Linienverkehr reduziert Fahrtzwang mit dem Auto, verbessert Mobilität älterer Menschen, Schüler*innen und Schichtbeschäftigter und kann etliche Pkw-Fahrten ersetzen. Außerdem ist ein planbares Linienangebot für Arbeitgeber und Mitarbeitende verlässlicher als AST oder ehrenamtliche Angebote.
Aktueller Angebotsstand:
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Linie 78.1: Bestehende Bedarfs-/Teilangebote, kein durchgehender, dichter Takt für St. Vit.
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AnrufSammelTaxi (AST): St. Vit wird über AST-Modelle bedient; das ist bedarfsorientiert, aber nicht gleichbedeutend mit linienförmiger Regelerschließung.
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DorfAuto / e³ Fahrdienst (Dorf aktiv e.V.): Ehrenamtliche/organisierte Bedarfsangebote ergänzen das Angebot, ersetzen aber keine regelmäßige Linie.
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Rietberg ZOB / Liniennetz: Rietberg ZOB ist bereits Knoten für mehrere Linien (z. B. 76/77/80) — gute Anschlussmöglichkeiten dort.
Routenverlauf:
Bahnhof – Zum Drostenholz – Wagenfeldstraße – Edith-Stein-Schule – Joan-Herman-Schwarze-Platz – Delpstraße – Mierendorffstraße – Raiffeisenstraße 2 – Schorlemer Straße – Friedlandsiedlung – Raiffeisenstraße – Wessels – Am Ruthenfeld – Kopernikusstraße – Olympiahalle – Amazonlager* – Aurea* – Rentruper Straße – Franz-Geshe Str. – Reithalle – Westring – Lümernweg – Burmannstraße – Heinrich-Püts-Straße – Regenbogenschule** – Kaiserforst – Brill – Dorfheide – Rabener – Kreuzung – Dasshorststraße – ZOB
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Haltestellen mit
*müssen neu eingerichtet werden (z. B. Amazonlager/Aurea). -
Haltestellen mit
**müssen umbennant werden (z. B. Heidbrinkschule -> Regenbogenschule).
Den genauen Standort/Positionsabstand für neue Haltestellen sollten Verkehrsingenieur*innen / Straßenverkehrsbehörde prüfen — Ein- und Ausstiegssituation, Haltestellenfurt, Wendeflächen, Fahrzeitverlust durch zusätzliche Stops.
Betriebskonzept:
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Takt: Mindestens stündlich tagsüber (Mo–Sa), mit Verdichtung in den Hauptverkehrszeiten (Frühschicht: 05:00–08:00, Spätschicht: 14:00–18:00) und zusätzlichen Fahrten abgestimmt auf Amazon-Schichtwechsel. Begründung: Stündlicher Takt ist kosteneffizient, erzeugt Planbarkeit; Verdichtung an Schichtwechseln adressiert klare Nachfrage. (Empfehlung basiert auf typischer Bedarfsanalyse bei Werksanbindungen und Schichtplänen; Amazon-Schichten sind dokumentiert).
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Betriebsform: Reguläre Linie (nicht nur Bedarfsverkehr) — vorrangig, weil AST/Dorfauto keine planbaren Anschlüsse für viele Nutzer bieten.
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Fahrzeit / Umlaufplanung: Strecke so timen, dass Anschluss am Oelde Bhf. an Zügen (RE/Regional) möglich ist; am Rietberg ZOB Anschluss an regionale Linien gewährleistet. (Detailfahrplan erfordert Abstimmung mit go-on/Verkehrsunternehmen.)
Machbarkeit / Umsetzungsschritte
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Kontakt zu Aufgabenträger / Verkehrsunternehmen: Arbeitsgemeinschaft ÖPNV Gütersloh (go-on), Transdev / OWLverkehr oder zuständiges Busunternehmen — Angebotsprüfung, Fahrgastpotenzialanalyse, Kostenabschätzung.
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Kurzstudie Nachfrage: Zählung/Umfragen bei Amazon, Schulen, Pendlern in St. Vit; Analyse vorhandener AST/DorfAuto-Nutzungen. (Schneller Indikator: Schichtpläne und Mitarbeiterzahlen bei Amazon geben Hinweis auf Peak-Bedarf.)
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Haltestellenplanung: Standortprüfungen für die mit
*markierten Haltepunkte (Sicherheit, Haltebuchten, Fußwege). -
Probezeitraum / Rahmentest: Pilotbetrieb (z. B. 6 Monate) mit angepasstem Takt; Evaluation Zähldaten & Rückmeldungen.
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Langfristig: Integration in Regionalfahrplan, evtl. Taktverdichtung bei nachgewiesener Nachfrage.
Contra / Risiken
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Hohe Betriebskosten bei geringer Nachfrage außerhalb der Schichten — deshalb Pilot/Peakhafte Verdichtung sinnvoll.
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Haltestellenanzahl vs. Reisezeit: Viele zusätzliche Halte verkürzen nicht unbedingt die Attraktivität auf längeren Abschnitten; Stopps müssen sinnvoll gewichtet werden.
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Koordination mit bestehenden Angeboten (Linie 78.1, AST, DorfAuto) nötig, um Doppelungen zu vermeiden.
Fazit
Die Linie ist sinnvoll und adressiert ein klares Problem: St. Vit ist unterversorgt, das Gewerbegebiet AUREA/Amazon erzeugt nachweisbaren Pendlerbedarf, und Rietberg ZOB bietet gute Anschlussmöglichkeiten. Ein regelmäßiger Liniendienst (stündlich mit Taktverdichtung zu Schichtzeiten) ist wirtschaftlich plausibel als Pilotprojekt — besser für Nutzer als ausschließlich AST/DorfAuto-Modelle.
