Beschreibung des Vorschlags
Aktuell existiert nördlich der Peleponnes die Bahnstrecke Kryoneri – Agrinio, die allerdings seit 1970 über keinen regelmäßigen SPNV mehr verfügt. Zwischen 1996 und 2004 wurde begonnen die Bahnstrecke wieder instand zu setzen, allerdings wurde die Bahnstrecke danach nie in Betrieb genommen. Aktuell endet diese Bahnstrecke nämlich in Kryoneri, einem kleinen Ort an der Küste, von wo aus die Züge früher zum Bahnhof Patras verschifft wurden. Dieses Verfahren wurde allerdings spätestens nach der Eröffnung einer Autobahnbrücke über den Kanal von Korinth obsolet.
Ich schlage nun vor die ehemalige Bahnstrecke, auf dem Abschnitt von Agrinio bis Kokori, auf einer Länge von circa 55 Kilometern, von der Meterspur auf die Normalspur umzubauen. Allerdings liegen auf diesem Streckenabschnitt leider nicht mehr überall durchgehende Schienen, beziehungsweise es fehlen Brücken auf der Bahnstrecke. Deshalb schlage ich vor auf die Sanierung aus den Jahren zwischen 1996 und 2004 aufzubauen und die Strecke für eine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h, auf einigen Abschnitten nur auf 50 km/h, auszubauen und zu sanieren. Ich würde davon absehen die Strecke mit einer Oberleitung oder besonders aufwändigerer Sicherungstechnik zu versehen um Kosten zu sparen, somit würde ich mich für den Aufbau eines Minimums an Zugsicherung aussprechen. Der daran anschließende Streckenabschnitt von Kokori nach Kryoneri würde stillgelegt bleiben, da sie verkehrlich weiterhin nicht benötigt wird.
Nur die Reinstandsetzung dieses Streckenabschnitts reicht natürlich nicht aus und macht auch als Inselbetrieb einfach keinen Sinn. Aus diesem Grund schlage ich vor eine anschließende circa 30 Kilometer lange Neubaustrecke zu bauen. Diese biegt von der Bestandsstrecke hinter Kokori in einen Tunnel, mit einer Länge von drei Kilometern, ab und überquert danach noch in Form einer Brücke die Autobahn A5. Im Anschluss folgt die Strecke in dem Tal weiterhin der Autobahn A5 bis die neue Bahnstrecke den Haltepunkt Chania Gavrolimnis erreicht und verschwindet kurz danach erneut in einem gut drei Kilometer langen Tunnel, der parallel zum Autobahntunnel der A5 verläuft. Die Bahnstrecke folgt weiterhin der Autobahn A5, auch durch einen kleinen 750 Meter langen Tunnel, bis sie den Bahnhof Andirrio erreicht. Von dort aus wird die Bahnstrecke auf die bestehende Autobahnbrücke über den Kanal von Korinth geführt, die dafür ausgebaut werden müsste. Am Ende dieser Brücke besteht noch Anschluss und die sich aktuell im Bau befindliche Bahnstrecke Korinth – Patras in beide Richtungen, durch ein Schienendreieck.
Alle Bahnhöfe sollen zweigleisig als Kreuzungsbahnhöfe ausgebaut werden, bis auf der dreigleisig zu bauende Endbahnhof in Agrinio. Alle Haltepunkte werden logischerweise eingleisig gebaut, zudem sollten alle neugebauten Bahnhöfe über barrierefreie Bahnsteige und mindestens ein Wartehäuschen verfügen. In den größeren Städten könnte auch ein intensiverer Ausbau angedacht werden.
Zur Bedienung der Bahnstrecke, würde ich vorschlagen eine stündliche Regionalzugverbindung von Patras über Pio und Messelongi mit allen Zwischenhalten einzurichten. Diese Eisenbahnlinie könnte in Randzeiten auch lediglich im Zweistundentakt bedient werden. Als Ergänzung wäre auch ein tägliches IC-Zugpaar von Agrinio mit allen Zwischenhalten bis Pio bis nach Athen geführt werden um so auch attraktivere Direktverbindungen zu ermöglichen. Dieser Intercity würde mit einer griechischen Lok-Wagen-Konfiguration gefahren werden. Dagegen könnte der Regionalzug entweder mit den bestehenden Diesel-GTW von Stadler bedient werden oder perspektivisch auch mit neu anzuschaffenden Flirt Akku von Stadler. Die Fahrtzeit des Regionalzugs sollte circa 2 1/2 Stunden dauern, somit wären für einen Stundentakt voraussichtlich sechs Fahrzeuge von Nöten.

Eine bessere Bahnanbindung von Griechenland ist definitiv erstrebenswert. Es muss aber klar sein, welches Ziel hier verfolgt werden soll. Wenn es ausschließlich um eine lokale Verbindung geht, ist deine Trasse – abgesehen von ein paar technischen Unzulänglichkeiten – plausibel gewählt. Wird aber das Ziel verfolgt, die Strecke langfristig nach Nordwestgriechenland (Ioannina) oder auch Albanien zu verlängern, verbaut sie Möglichkeiten.
Aber im Einzelnen:
1. Der letzte Abschnitt der Strecke Athen – Patras ist meiner Kenntnis nach weiterhin nicht in Bau.
2. Du zeichnest zum Teil viel zu enge Kurven ein, bspw. bei der südlichen Tunneleinfahrt und nordöstlich von Kokori. Mehr als 20 km/h sind da nicht möglich.
3. Ich halte es nicht für die richtige Strategie, so streng an der historischen Trasse festzuhalten, da damit keine sinnvollen Fahrzeiten möglich sind, was gerade für eine überregionale Verbindung nach Athen oder eine spätere Verlängerung nach Norden erforderlich wäre. Ich würde eine Trassierungsgeschwindigkeit von mindestens 160 km/h empfehlen. Zum Vergleich, mit dem Auto dauert die Strecke deines Vorschlags etwa 52 Minuten, da nutzt niemand einen Zug, der 150 Minuten braucht.
4. Gibt es zusätzlich zum Personenverkehr ein relevantes Aufkommen im Güterverkehr? Oder soll die Strecke nur den Personenzügen dienen, dann sehe ich da echt Probleme mit der Wirtschaftlichkeit.
Das habe ich nochmal recherchiert, da hast du glaube ich Recht. Allerdings wäre ich zuversichtlich, dass bis zum Baubeginn der von mir vorgeschlagenen Neubaustrecke die Strecke soweit fertiggestellt wäre, dass ein Anschluss möglich ist.
Quelle: LOK Report – Griechenland: Streckenbauvorhaben
Da hast du ebenfalls Recht, ich werde die entsprechenden Kurven anpassen.
Ich habe mich bei meiner Trasse aufgrund der ansonsten deutlich höheren Kosten an der Bestandstrasse gehalten.
Deiner These vom Beginn stimme ich allerdings zu, dass wenn man einer Verlängerung nach Ioannina und danach nach Albanien vorsieht eine grundsätzlich andere Trassierung nötig ist.
Meines Wissens nach gibt es kein relevante Güterverkehrsaufkommen, die dazugehörigen Kunden wären wahrscheinlich aufgrund der zu langen Stilllegungszeit mittlerweile gar nicht mehr angeschlossen.
Ich würde hoffen, dass die Strecke aufgrund des touristischen Ausflugsverkehrs sich wirtschaftlich trägt.
Vielen Dank für das Feedback!
Nordöstlich von Kokori würde ich einen südlicheren Verlauf in einem gleichmäßigen Bogen durch den Tunnel empfehlen, hat auch keinen längeren Tunnel zur Folge und sogar eine kürzere Strecke.
Ja aber das bringt halt nichts, wenn der Nutzen der Strecke dann nahe null ist wegen der Fahrzeit jenseits von Gut und Böse.
Hab gerade mal ein bisschen zu Busverbindungen in der Ecke recherchiert, Agrinio – Patras alle 4 Stunden in 55 Minuten, Agrinio – Athen alle 3 Stunden direkt, nach dem, was ich auf die Schnelle gefunden habe. Das Potential scheint also eher gering zu sein, die Anforderungen an die Fahrzeit sind hingegen hoch, um einen Mehrwert zu bieten.