Beschreibung des Vorschlags
Nachdem sowohl der Gotthard- als auch auch der Ceneri Basistunnel fertig ist, kann man mal Bilanz ziehen.
Ursprünglich bestand der Plan die Nullknoten in Zürich und Mailand in unter 3 Stunden komfortabel miteinander zu verbinden. Mit dem CIS gab es über die Berge bereits vor 15 Jahren fahreiten von 3:33 Stunden. Trotz Milliardeninvestitionen ist man heute mit 3:17 Stunden kaum schneller. Fahrplantechnisch behilft man sich dadurch, dass man in Zürich stattdessen aus dem Halbknoten herausfährt.
Ein wesentlicher Grund ist die unzuverlässige Betriebsführung in Italien und die Überlastung der Strecke Como – Mailand.
Hier greift mein Vorschlag ein, in dem eine unanhängige Neubaustrecke zwischen Como und Mailand Rho Fiero errichtet wird.
Ich trassiere dabei fast durchgängig entlang von Autobahnen, trotzdem sind einige Tunnel unvermeidbar. Die Bebauung nördlich von Mailand ist extrem dicht. Der längste Tunnel entsteht bergmännisch zur Anbindung von Como und ist 8,5km lang. Weitere Tunnel entstehen dort wo die Bebauung zu dicht an die Autobahn ranreicht.
Die Fahrzeitverkürzung von Como nach Mailand auf 21 Minuten für 48 km ergibt eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 137 km/h. Das ist nicht umwerfend, reicht mit dem Zimmerbergbasis II Tunnel in der Schweiz aber um eine Gesamtfahrzeit von 2:40 Stunden zu erreichen. Damit sind beide Nullknoten mit ausreichend Puffer verbunden.
Die gemeinsame Einführung über Rho-Fiera mit der NBS von Turin lässt die Möglichkeit offen, die Gotthard Züge zukünftig in einen Durchgangs-Entlastungsbahnhof in Mailand weiterzuleiten. Das ist aber ein anderes Thema…

Du übersiehst hier aber völlig den Güterverkehr. Denn die Güterzüge fahren ja durch den Tunnel Monte Olimpino 2, wo sie Como umfahren und dann bei Bernate wieder rauskommen.
Wollten also Güterzüge deine NBS nutzen, dann müssten sie ab Chiasso erst noch bis zum Bahnhof Coma fahren und dann in deinen neuen Tunnel einzufahren. Doch den Umfahrungstunnel Monte Olimpino 2 hat man ja extra gebaut, damit die Güterzüge ja gerade nichtmehr nach Como rein müssen.
Und wenn deine NBS explizeit nicht für den Güterverkehr genutzt werden soll – noch nicht mal nachts, dann ist dies an der Stelle genau die falsche Infrastruktur. Denn bis Mailand braucht man vielmehr eine NBS außerhalb der urbanen Gebiete, die die Güterzüge auch nutzen können und die eben nicht nur rein den HGV-Züge vorbehalten ist.
Also bitte dahingehend nochmal deinen Vorschlag überprüfen. Den Güterverkehr hier völlig zu ignorieren, ist absolut kontraproduktiv.
Grundsätzlich ist es so, dass in der Regel die effektivste Trennung der Verkehrsverarten in kapazitativer Hinsicht die Trennung in Fernverkehr einerseits und Nah- und Güterverkehr andererseits ist.
Wenn also der schnelle Fernverkehr von der Strecke genommen wird, entsteht maximaler Nutzen auch für Nah- und Güterverkehr. Deswegen würde ich nicht per se sagen, dass der GV vergessen wurde. Und kontraproduktiv ist der Vorschlag damit auch nicht. Ganz im Gegenteil, er schafft Kapazitäten auch für GV und SPNV.
Es muss auch die Frage erlaubt sein, wo der der GV herkommen soll?
Der Step 2035 der Schweiz plant mit 6 GV-Trassen durch den Gotthard, 2 davon via Luino und 4 via Chiasso. Die FS kann diese 4 Züge mit der derzeitigen Kapazität in Chiasso anscheinend abnehmen. Lediglich der Fernverkehr bekommt keine schnelle Trassen mehr nach Mailand. Es besteht also gar kein Bedarf GV über diese NBS zu führen noch ist zu sehen wo diese GV-Züge aus der Schweiz herkommen sollten.
Aber man kann natürlich trotzdem GV über diese NBS führen; weil z.B. der Nahverkehr so starkt wachsen soll, dass die 4 Trassen zwischen Como und Monza nicht mehr dazwischen passen.
Die Belegung der NBS im SPFV mit vermutlich max. 2 Zügen pro Stunde lässt aber durchaus auch die Führung von GV zu, selbst wenn dieser dann in Como durch den Bahnhof rollen muss. Allerdings ist die Frage, ob das am Mailänder Ende dann so hilfreich ist, denn ich vermute, ein Großteil des GV will nach Smistamente im Westen von Mailand.
Die Strecke gefällt mir gut. Die Kurve bei Origgio/Lainate würde ich erstmal entlang der Autobahn weiter führen und dann im Tunnel unter Lainate und der Autobahn eine etwas größere Kurve.