Beschreibung des Vorschlags
Mit einer Neubaustrecke Zagreb – Varazdin kann die Fahrzeit zwischen den Orten in Kroatien von heute ca. 2:40 h auf rund 30 min reduziert werden. Dies ist sogar doppelt so schnell wie man heute mit dem Auto braucht. Auf der Strecke können die Fernzüge aus Budapest und Wien in Richtung Zagreb gebündelt werden, sodass neben innerkroatischen Wegebeziehungen auch der internationale Verkehr profitiert. Außerdem kann hier der Güterverkehr gebündelt werden.
Streckeninfos:
- Streckenlänge: ca. 72 km / Fahrzeit min. 27 min (⌀ 160 km/h) bei 200 – 250 km/h Höchstgeschwindigkeit im Neubauabschnitt (zwischen Turcin und dem Tunnel bei Seveste), in den Ausbauabschnitten wären 120 – 160 km/h erstrebenswert.
- Tunnel unter Seveste ca. 5,0 km, durch das Gebirge insgesamt ca. 17,5 km Tunnel (auf 2 Teilabschnitt verteilt), weitere kleinere Tunnel
- Abzweig bei Zagreb auf die Umgehungsstrecke (z.B. für Güterverkehr)
- Anbindung der Strecke Varazdin – Zabok bei Novi Marof (in beiden Richtungen), sodass die Nahverkehrszüge in diesem Abschnitt die Strecke mitnutzen können (ca. 10-15 min Fahrzeiteinsparung). Bestandsstrecke kann stillgelegt werden. Zwischen Turcin und Varazdin wird diese als Ausbaustrecke weiter genutzt und zweigleisig ausgebaut.
- Längsneigung max. 3,5 Promille, somit für Güterverkehr uneingeschränkt nutzbar
- Insgesamt beispielhaft 4 Zwischenhalte dargestellt, davon im Bereich der Neubaustrecke mit Bahnsteigen an Überholgleisen.
- Der Ausbau bis Cakovec (inkl. Verbindungskurve und Bahnhofsumbau) ist mit dargestellt
Angebot:
- stündlicher Nahverkehr zwischen Varazdin und Zagreb, ggfs. mit Zwischenhalten an ausgewählten Stationen (mögliche Standorte sind in der Karte dargestellt), ergänzend verkehrt der Nahverkehr zwischen Zabok und Varazdin ab Novi Marof über die Neubaustrecke.
- FV: Wien – Graz – Maribor – Varazdin – Zagreb (Fahrzeit ca. 4:15h alle 2h, anstatt 6:30h heute mit Umstieg in Graz, einzelne Sprinter auch in unter 4h möglich)
- FV: Budapest – Nagykanizsa- Varazdin – Zagreb (Fahrzeit ca. 4:15h alle 2h, anstatt 1x täglich 6:30h)
- diverse Güterverkehre
Es sind natürlich weitere Ausbauten (insbesondere Geschwindigkeitserhöhung, abschnittsweise Mehrgleisigkeit, Verbindungskurven und Elektrifizierung) in den nördlichen Zulaufstrecken notwendig, um die Fernverkehrsbeziehungen zu stärken. Die sind nur beispielhaft dargestellt, ggfs. mache ich dazu noch einen separaten Vorschlag. Bis Cakovec ist ein zweigleisiger Ausbau dargestellt.
Nachteil des Entwurfs ist natürlich der Preis und Aufwand für den längeren Tunnel, andererseits wird man ohne jeglichen Tunnel die Fahrzeiten Ri. Norden nicht kürzen können. Und durch diese Lage profitieren die Fahrbeziehungen aus Wien, Graz, Maribor und Budapest. Eine gewisse Vergleichbarkeit ist mit diesem Vorschlag gegeben: https://linieplus.de/proposal/sfs-graz-maribor-celje-ljubljana-triest-zagreb/ – es gibt aber auch Synergien z.B. bezüglich des Ausbaus zwischen Maribor und Graz. Von offizieller Seite gibt es eine Machbarkeitsstudie für einen bestandsnahen Ausbau weiter westlich (https://eng.hzinfra.hr/?p=10455, „Lepoglava junction“), welcher aber nicht ganz dieselben Fahrzeitgewinne bringt und dafür andere Gebiete erschließt.
Streckenprofil (aus GoogleEarth)
(Link)

Die Idee hatte ich auch schon, denn sie behebt zwei wichtige Defizite: Zum einen Anschluss von Varaždin, welches die größte Stadt Nordkroatiens ist und bisher nur an tangential und umwegig an Zagreb angeschlossen ist, und zum anderen eine schnelle Verbindung von Zagreb nach Österreich, welche eine topographisch einfachere Streckenführung durch die Drau-Ebene erlaubt. So weit so gut, nun kommt aber das „Aber“: Von offizieller Seite ist bereits ein Lückenschluss im Bereich Zabok – Lepoglava inkl. Ausbau der Anschlussstrecken geplant, was ich für sehr sinnvoll erachte. Dieses Projekt ist einige Nummern kleiner als dein Vorschlag aber die Konkurrenzfähigkeit mit dem Auto dürfte trotzdem erreichbar sein (Zagreb – Cakovec: 70 min). Ich glaube kaum, dass man dann nochmal so eine NBS dazu baut, um die Fahrzeit um weitere 30 min zu kürzen.
Danke für den Hinweis, ich war auch tatsächlich verwundert, dass ich selbst keine offiziellen Planungen zu der Verbindung gefunden haben. Letztendlich ist ja dieser Vorschlag auch nur ein Diskussionsbeitrag. Bei meinem Vorschlag sehe ich zusammen mit den weiteren Ausbauten in Richtung Maribor eher den Vorteil, dass man ggfs. mit wenig Zwischenhalten für Wien – Zagreb auf rund 4h Fahrzeit kommt, wenn man aber alleine über eine Stunde bis Cakovec braucht, wird das am Ende eher 5h. Aktuell ist aber ja auch die offizielle Planung nicht über eine Machbarkeitsstudie hinaus – ich ergänze es aber mal in der Vorschlagsbeschreibung!
Ja, das stimmt. Es wurden aber bereits verschiedene Varianten untersucht und das ist jetzt die Vorzugsvariante. Die offizielle Variante besticht halt dadurch, dass sie bestehende, ausbaubare Strecken weitestgehend mitnutzt. Insbesondere die bestehende, wenig kurvige Stichstrecke Varazdin – Lepoglava kann mit der Lückenschluss-NBS enorm aufgewertet werden und der gesamten Region einen Nutzen bringen.
Daher würde ich deinen Vorschlag nicht anstelle der offiziellen Ansätze sehen, sondern eher als Zusatz – und dann vielleicht doch neu denken. Mit einem ähnlichen Aufwand könnte man beispielsweise eine NBS von Krapina oder Lepoglava nach Ptuj errichten und damit den Laufweg Richtung Wien deutlich verkürzen.
Ich finde den Vorschlag genial. Graz-Maribor wird ja auch gerade ausgebaut das eine Fahrzeit von 45 Minuten möglich ist. Wenn man noch die Kurve in Pragersko auf 160 km/h und zweigleisig ausbaut wäre Graz-Zagreb in 3 h realistisch. Wenn die Neubaustrecke Zagreb – Rijeka dann noch fertig ist kann man von Österreich in 4 Stunden mit dem Zug ans kroatische Meer.