Beschreibung des Vorschlags
Mein Nachtzugkonzept wird hiermit um eine Linie erweitert. Und zwar von Frankfurt ans Mittelmeer nach Marseille. Die Verbindung hat einen Gegenzug, der entgegengesetzt fährt, sodass es keine Leerfahrten von Marseille nach Frankfurt geben muss. Die Züge sollen im Sommer täglich fahren, außerhalb der Saison mehrmals wöchentlich (bzw. wenn die Nachfrage hoch ist, gerne täglich).
Aktuell gibt es bereits einen TGV tagsüber, der die Relation ohne Umsteigen in 7 Stunden und 47 Minuten schafft. Allerdings sind die französischen Schnellfahrstrecken (LGV) nachts gesperrt, u.a. für Wartungsarbeiten. Daher braucht ein Nachtzug länger.
Die Hin- und Rückfahrt weichen bei dieser Relation voneinander ab aufgrund der Besonderheit der nächtlichen LGV-Sperrung sowie der schweizerischen Passkontrollen. Auf der Hinfahrt halte ich eine Passkontrolle in Basel um 23:30 Uhr für machbar, auf der Rückfahrt um zwei Uhr nachts in Genf eher nicht. Ähnlich ist es bei der Nutzung der LGV. Diese sind vermutlich nicht um vier Uhr nachts befahrbar (Hinfahrt) aber bis um ein Uhr nachts wahrscheinlich schon (Rückfahrt).
Sollte sich der Zug auf der Hinfahrt nach Marseille verspäten, so könnte der Nachtzug ggf. am frühen Morgen schon auf die LGV wechseln, um die Verspätung aufzuholen, sofern die Sperrung der LGV bereits beendet ist.
Hinfahrt:
Frankfurt (Main) Hbf 20:30
Mannheim 21:08
Karlsruhe 21:33
Freiburg 22:36
Basel Bad Bf. 23:22 (Passkontrolle)
Bern Hauptbahnhof 00:30
Lausanne 01:40
Genf 02:25
Lyon Part Dieu 04:10
Avignon Centre 06:33
Marseille Airport 07:22
Marseille Saint-Charles 07:41
Fahrzeit insgesamt: 11h11min
Rückfahrt:
Marseille Saint-Charles 23:30
Aix-en-Provence TGV 23:44
Avignon TGV 00:07
Lyon Part Dieu 01:16
Besançon 03:59
Mulhouse Ville 04:37
Freiburg (Breisgau) 05:30
Karlsruhe 06:33
Mannheim 07:01
Frankfurt (Main) Hbf 07:39
Fahrzeit insgesamt: 8h9min
Die Rückfahrt habe ich nicht in den Vorschlag eingezeichnet. Bis Lyon wird auf der LGV gefahren. Danach geht es über Besançon und Belfort nach Mulhouse und von dort nach Frankfurt. Alles über bereits bestehende Strecken.
Zuggarnituren:
Da die DB keine Nachtzüge mehr hat, müssten welche angeschafft werden. Für diese Strecke (Rückfahrt, Hinfahrt ginge auch mit langsameren Zügen) sollten die Züge mindestens 250km/h haben. Die Züge sollten mindestens in Deutschland, der Schweiz und Frankreich fahren können und eine ähnliche Innenausstattung wie die neuen Nightjets haben.
Erweiterungsmöglichkeiten:
Den Nachtzug könnte man auch in Köln starten und enden lassen, sofern er es über die KRM schafft. Außerdem könnte man den Zug auch noch bis Nizza an der Côte d’Azur verlängern.
Sollte man die französischen LGV doch nachts befahren können, wäre eine Verlängerung …
- … auf deutscher Seite
- bis Hamburg oder Berlin denkbar. +3,5h Fahrzeit
- bis Köln oder Dortmund denkbar. +2h Fahrzeit
- … auf französischer Seite bis Nizza an der Côte d’Azur. +2,5h Fahrzeiten
- nach Barcelona, Spanien denkbar. +4h Fahrzeit
Die Gesamtfahrzeit würden dann ca. 10-12 Stunden betragen (Annahme: Frankfurt – Marseille: 8 Stunden)
Ähnliche Vorschläge:
Eigentlich keine, aber kleine Ähnlichkeiten mit NJ Frankfurt-Madrid von fabi: Meine Rückfahrt ähnelt seinem Verlauf mit dem Unterschied, dass er in Lyon nicht in der Innenstadt hält und er mitten in der Nacht die LGVs befahren möchte. Dies wäre nötig für Nachtzüge nach Spanien, ich halte das zwar für sinnvoll, aber auch unrealistisch. Zudem fährt er nicht nach Marseille und hält z.B. nicht in Besançon (118.ooo EW).

Die Idee gefällt mir, da mit Frankfurt, der Schweiz und Südostfrankreich mehrere interessante Regionen angeschlossen werden. Daher kann man von einem guten Nachfragepotenzial ausgehen. Nur ein paar Anmerkungen:
– Wie wäre es mit ein paar zusätzlichen Autozugwagen zwischen Deutschland und Frankreich? In Marseille gibt es bereits ein entsprechendes Terminal, das Terminal in Neu-Isenburg (Nähe Frankfurt) müsste reaktiviert werden – mit der geplanten NBS Frankfurt – Mannheim oder einem Halt in Neu-Edingen/Friedrichsfeld (ist heute FLX-Halt) statt Mannheim Hbf wäre es durchaus machbar. Zusätzlich könnte in Lyon statt Part-Dieu in Perrache (hat auch ein Terminal für Autozüge) halten und dort Kopf machen. Dies würde bei vielen Fernreisen mit dem Auto zudem sehr viel Stress und CO2 einsparen, weil es eine günstigere und verlässlichere Alternative zur Autobahn gäbe.
Beim Autozug stelle ich mir daher folgende Relationen vor: Neu-Isenburg – Lyon, Lyon – Marseille und Marseille – Neu-Isenburg. Das wäre zwar alles zeitintensiver und aufwändiger, allerdings sind gerade bei Nachtzügen längere Standzeiten sinnvoll.
– Ich glaube nicht, dass die Passkontrollen durch die Schweiz die Fahrzeit so gravierend verändern: Da die Schweiz seit 2008 im Schengenraum ist, werden Passkontrollen i.d.R nur noch stichprobenartig durchgeführt, lediglich Zollkontrollen finden weiterhin regelmäßig statt. Und wenn man es so möchte, meine Lösungsansatze für die Kontrollen wären:
1. Man könnte die Fahrgäste beim Grenzübertritt kontrollieren (hier: Lyon – Genf und Bern – Basel Bad Bf), ohne sie wecken zu müssen. Dafür müssten aber halt die Pässe sichtbar hingelegt werden.
2. Nur Fahrgäste, die in der Schweiz einsteigen und in der EU aussteigen (und umgekehrt) werden kontrolliert. Fahrgäste mit Start und Ziel innerhalb der EU bleiben verschont.
3. Die Kontrollen finden an den Schweizer Bahnhöfen statt, sofern man dort ein- oder aussteigt.
Die Idee finde ich gut und ist mir beim Erstellen gar nicht als Option eingefallen. Ich denke die Autos könnten in Frankfurt ohne Probleme verladen werden (Annahme ein funktionierendes Terminal). In Lyon wäre der Zeitaufwand vermutlich größer. Das Problem was ich jedoch insgesamt sehe ist dass die „maximale (optimale) Reisezeit“ überschritten wird. Mit Autozugwagen können die Züge nur maximal 160km/h fahren, was eine zusätzliche Fahrzeitverlängerung verursachen würde.
Vielleicht könnte man aber eine Kooperation anstreben und die Autos an existierende Güterzüge anhängen, analog zu der Möglichkeit die Koffer zu verschicken, wenn man ein Fernverkehrsticket für die entsprechende Relation gekauft hat. Ich kenne mich mit dem Güterverkehr nicht besonders aus, aber für möglich halte ich eine solche Option. So könnten z.B. Reisende am Nachmittag der Abfahrt das Auto verladen und am Nachmittag der Ankunft das Auto abholen. So hätte die Logistik 24 Stunden die Autos irgendwie zu transportieren.
Bei den Kontrollen geht es mir weniger um die Fahrzeit, sondern um den Komfort. In Nachtzügen sollte es meiner Ansicht nach möglich sein, ohne Unterbrechung durchzuschlafen. Die Politik hat noch einiges bei internationalen Nachtzügen zu verbessern und ich hoffe dort auf eine Transitregel, die (wie dein dritter Lösungsansatz) Pass- und Zollkontrollen erst am Bahnsteig verpflichtet.
Halte ich beides für unmöglich. Bei 1.: Was ist mit (auf dem Bauch liegenden) Leuten mit Schlafmaske, deren Gesichter die Kontrolleure nicht richtig sehen können? Und bei 2.: Woher sollen die Kontrolleure wissen, wer wohin fährt? Szenario 3 halte ich für realistisch und habe das nicht ohne Grund in meinem Nachtzugvorschlag Hamburg-Mailand verwendet.
Ich melde mich zwar etwas spät zu diesem Vorschlag, aber was denkst du darüber den Nachtzug in Richtung Norden bis Köln Hbf/Düsseldorf Hbf über die linke oder rechte Rheinstrecke zu verlängern? Somit könnten noch weitere Kunden gewonnen werden und es könnte auch eine Autoverladung in Düsseldorf angedacht werden. Ich glaube, dass so eine Verbindung einfach aus Gründen der Bequemlichkeit auch deutlich angenehmer als eine Umsteigeverbindung wäre.
Die Fahrt über die Rheinstrecken würde aber die Fahrzeit erheblich verlängern. Wenn ich den Zug nach Köln durchbinden würde, dann wie beschrieben im Vorschlag über die KRM. Viel Potential auf den Rheinstrecken sehe ich nicht. Wenn es diesem Nachtzug an Potential fehlen würde, dann würde dieser eher über Schnellfahrstrecken weitere Großstädte, wie Köln, Düsseldorf, Essen und Dortmund auf deutscher Seite, anbinden oder einen zweiten Zugteil ab Avignon über Montpellier, Nîmes und Perpignan nach Barcelona bekommen.
Über die Autoverladung lässt sich diskutieren. Nur sei gesagt, dass Autozüge in Deutschland maximal 160km/h fahren dürfen. Dementsprechend würde sich die Reisezeit verlängern. Ob die Züge auf den französischen Schnellfahrstrecken fahren dürften, weiß ich nicht.
Ist dies generell so, oder gibt es einfach kein Rollmaterial, das schneller fahren kann/darf?
Da bin ich etwas überfragt.
Auf Wikipedia im Artikel Autoreisezugwagen steht: „Da Autoreisezüge schneller als Güterzüge fahren, werden vierachsige Drehgestellwagen bevorzugt. Diese werden als doppelstöckige Gepäckwagen mit der Gattung DD(m) bezeichnet. Damit sind Geschwindigkeiten bis zu 160 km/h möglich.“
Technisch sollte sicherlich mehr möglich sein, mir ist aber kein schnellerer Wagen bekannt. Und da es noch kaum Nachtzüge mit >200km/h gibt, stellt sich die Frage wahrscheinlich nicht. Und für den reinen Gütertransport (z.B. vom Audiwerk) wird die technische Sicherung mehr Zeit in Anspruch nehmen als die Zeitersparnis wieder einbringt.