6 Kommentare zu “Nachtzug: Frankfurt – Marseille

  1. Die Idee gefällt mir, da mit Frankfurt, der Schweiz und Südostfrankreich mehrere interessante Regionen angeschlossen werden. Daher kann man von einem guten Nachfragepotenzial ausgehen. Nur ein paar Anmerkungen:

    – Wie wäre es mit ein paar zusätzlichen Autozugwagen zwischen Deutschland und Frankreich? In Marseille gibt es bereits ein entsprechendes Terminal, das Terminal in Neu-Isenburg (Nähe Frankfurt) müsste reaktiviert werden – mit der geplanten NBS Frankfurt – Mannheim oder einem Halt in Neu-Edingen/Friedrichsfeld (ist heute FLX-Halt) statt Mannheim Hbf wäre es durchaus machbar. Zusätzlich könnte in Lyon statt Part-Dieu in Perrache (hat auch ein Terminal für Autozüge) halten und dort Kopf machen. Dies würde bei vielen Fernreisen mit dem Auto zudem sehr viel Stress und CO2 einsparen, weil es eine günstigere und verlässlichere Alternative zur Autobahn gäbe.

    Beim Autozug stelle ich mir daher folgende Relationen vor: Neu-Isenburg – Lyon, Lyon – Marseille und Marseille – Neu-Isenburg. Das wäre zwar alles zeitintensiver und aufwändiger, allerdings sind gerade bei Nachtzügen längere Standzeiten sinnvoll.

    – Ich glaube nicht, dass die Passkontrollen durch die Schweiz die Fahrzeit so gravierend verändern: Da die Schweiz seit 2008 im Schengenraum ist, werden Passkontrollen i.d.R nur noch stichprobenartig durchgeführt, lediglich Zollkontrollen finden weiterhin regelmäßig statt. Und wenn man es so möchte, meine Lösungsansatze für die Kontrollen wären:

    1. Man könnte die Fahrgäste beim Grenzübertritt kontrollieren (hier: Lyon – Genf und Bern – Basel Bad Bf), ohne sie wecken zu müssen. Dafür müssten aber halt die Pässe sichtbar hingelegt werden.

    2. Nur Fahrgäste, die in der Schweiz einsteigen und in der EU aussteigen (und umgekehrt) werden kontrolliert. Fahrgäste mit Start und Ziel innerhalb der EU bleiben verschont.

    3. Die Kontrollen finden an den Schweizer Bahnhöfen statt, sofern man dort ein- oder aussteigt.

    1. Wie wäre es mit ein paar zusätzlichen Autozugwagen zwischen Deutschland und Frankreich?

      Die Idee finde ich gut und ist mir beim Erstellen gar nicht als Option eingefallen. Ich denke die Autos könnten in Frankfurt ohne Probleme verladen werden (Annahme ein funktionierendes Terminal). In Lyon wäre der Zeitaufwand vermutlich größer. Das Problem was ich jedoch insgesamt sehe ist dass die „maximale (optimale) Reisezeit“ überschritten wird. Mit Autozugwagen können die Züge nur maximal 160km/h fahren, was eine zusätzliche Fahrzeitverlängerung verursachen würde.

      Vielleicht könnte man aber eine Kooperation anstreben und die Autos an existierende Güterzüge anhängen, analog zu der Möglichkeit die Koffer zu verschicken, wenn man ein Fernverkehrsticket  für die entsprechende Relation gekauft hat. Ich kenne mich mit dem Güterverkehr nicht besonders aus, aber für möglich halte ich eine solche Option. So könnten z.B. Reisende am Nachmittag der Abfahrt das Auto verladen und am Nachmittag der Ankunft das Auto abholen. So hätte die Logistik 24 Stunden die Autos irgendwie zu transportieren.

      Ich glaube nicht, dass die Passkontrollen durch die Schweiz die Fahrzeit so gravierend verändern

      Bei den Kontrollen geht es mir weniger um die Fahrzeit, sondern um den Komfort. In Nachtzügen sollte es meiner Ansicht nach möglich sein, ohne Unterbrechung durchzuschlafen. Die Politik hat noch einiges bei internationalen Nachtzügen zu verbessern und ich hoffe dort auf eine Transitregel, die (wie dein dritter Lösungsansatz) Pass- und Zollkontrollen erst am Bahnsteig verpflichtet.

      1. Man könnte die Fahrgäste beim Grenzübertritt kontrollieren (hier: Lyon – Genf und Bern – Basel Bad Bf), ohne sie wecken zu müssen. Dafür müssten aber halt die Pässe sichtbar hingelegt werden.

      2. Nur Fahrgäste, die in der Schweiz einsteigen und in der EU aussteigen (und umgekehrt) werden kontrolliert. Fahrgäste mit Start und Ziel innerhalb der EU bleiben verschont.

      Halte ich beides für unmöglich. Bei 1.: Was ist mit (auf dem Bauch liegenden) Leuten mit Schlafmaske, deren Gesichter die Kontrolleure nicht richtig sehen können? Und bei 2.: Woher sollen die Kontrolleure wissen, wer wohin fährt? Szenario 3 halte ich für realistisch und habe das nicht ohne Grund in meinem Nachtzugvorschlag Hamburg-Mailand verwendet.

  2. Ich melde mich zwar etwas spät zu diesem Vorschlag, aber was denkst du darüber den Nachtzug in Richtung Norden bis Köln Hbf/Düsseldorf Hbf über die linke oder rechte Rheinstrecke zu verlängern? Somit könnten noch weitere Kunden gewonnen werden und es könnte auch eine Autoverladung in Düsseldorf angedacht werden. Ich glaube, dass so eine Verbindung einfach aus Gründen der Bequemlichkeit auch deutlich angenehmer als eine Umsteigeverbindung wäre.

    1. Die Fahrt über die Rheinstrecken würde aber die Fahrzeit erheblich verlängern. Wenn ich den Zug nach Köln durchbinden würde, dann wie beschrieben im Vorschlag über die KRM. Viel Potential auf den Rheinstrecken sehe ich nicht. Wenn es diesem Nachtzug an Potential fehlen würde, dann würde dieser eher über Schnellfahrstrecken weitere Großstädte, wie Köln, Düsseldorf, Essen und Dortmund auf deutscher Seite, anbinden oder einen zweiten Zugteil ab Avignon über Montpellier, Nîmes und Perpignan nach Barcelona bekommen.

      Über die Autoverladung lässt sich diskutieren. Nur sei gesagt, dass Autozüge in Deutschland maximal 160km/h fahren dürfen. Dementsprechend würde sich die Reisezeit verlängern. Ob die Züge auf den französischen Schnellfahrstrecken fahren dürften, weiß ich nicht.

        1. Da bin ich etwas überfragt.

          Auf Wikipedia im Artikel Autoreisezugwagen steht: „Da Autoreisezüge schneller als Güterzüge fahren, werden vierachsige Drehgestellwagen bevorzugt. Diese werden als doppelstöckige Gepäckwagen mit der Gattung DD(m) bezeichnet. Damit sind Geschwindigkeiten bis zu 160 km/h möglich.

          Technisch sollte sicherlich mehr möglich sein, mir ist aber kein schnellerer Wagen bekannt. Und da es noch kaum Nachtzüge mit >200km/h gibt, stellt sich die Frage wahrscheinlich nicht. Und für den reinen Gütertransport (z.B. vom Audiwerk) wird die technische Sicherung mehr Zeit in Anspruch nehmen als die Zeitersparnis wieder einbringt.

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