Beschreibung des Vorschlags
Das ÖPNV-Netz Münchens ermangelt einer südlichen Isarquerung (im ganzen 8 km langen Abschnitt zwischen der Brudermühlbrücke und der Grünwalder Isarbrücke quert keine einzige Linie die Isar (außer der RB58), obwohl es an beiden Ufern durchaus dichte Besiedlung gibt) sowie einer vernünftigen südlichen Tangentiallinie zwischen den südlichen Bezirken. Dadurch sind die Fahrzeiten zwischen den südwestlichen und sudlichen/südostlichen Bezirken Münchens oft untragbar lang verglichen mit dem Abstand in Luftlinie.
Ich schlage deshalb eine neue Tram-Südtangente zwischen den U-und S-Bahn-Knoten Siemenswerke und Giesing vor, entlang der Naupliastraße, entweder als eigene Tramlinie oder als Verlängerung der Linie 18, um diese Lücke zu beheben und eine neue attraktive Verbindung zwischen südlichen Stadtteilen beiderseits der Isar zu schaffen, mit Anschlüssen zur U1 (Mangfallplatz) und zum Tram 25 (Klinikum Harlaching).
Von Schwanseestr. kommend biegt die Strecke in die Stadelheimer Str. ab, eventuell über eine Unterführung unter der Kreuzung Schwansee/Stadelheimer Str. Danach folgt die Strecke der Stadelheimer/Nauplia/Seybothenstr (und ersetzt in diesem Abschnitt die Buslinie 139), die breit genug für eine Trambahn sein dürfte. Kurz vor Klinikum Harlaching taucht die Strecke in einen neu zu bauenden Tunnel ein, der über eine unterirdische Haltestelle Klinikum Harlaching zum Isartal führt und die ca. 30 Meter Höhenunterschied über 750 Meter mit einer wahrscheinlich akzeptablen Steigung von 4% bewältigt. Die Strecke überquert dann die Isar über zwei neue Brücken und bedient die Haltestelle Floßlände, wodurch das nahe Freibad Maria Einsiedel und der Campingplatz Thalkirchen erschlossen werden. An dieser Stelle sollte es für eine neue Tramtrase Platz genug geben. Vor dem Kreppeberg taucht die Strecke wieder in einen 750 m langen Tunnel unter der Rupert-Mayer-Straße, der wiederum die 30 Meter Höhenunterschied mit einer akzeptablen Steigung von 4% bewältigt, und endet in eine unterirdische Endhaltestelle Siemenswerke in der Nähe der S-Bahn sowie der dicht bebauten Siedlung Südseite. Von dort aus wären weitere Verlängerungen möglich, entweder nach Westen bis Aidenbachstraße (wodurch ein Anschluss an die Tram-Westtangente entstehen würde) oder nach Süden in Richtung der Gegend Parkstadt Solln.
Die Strecke ist ca. 7 km lang (davon 1.5 km Tunnel, die zum Teil in offener Bauweise errichtet werden könnten) und hat 10 Haltestellen. Die kosten würden vermutlich um die 200-250 Millionen Euro liegen (geschätzt 20 Mio/km Trambahn * 7 km Trambahn + 60 Mio/km tunnel * 1.5 km Tunnel) und wären damit möglicherweise günstiger als die Tram-Westtangente.
Basierend auf Vergleichen mit ähnlich langen existierenden Tramlinien kann man schätzen, dass die Gesamtfahrzeit von Siemenswerke nach Giesing zwischen 15 und 20 Minuten betragen würde, was verglichen mit der Fahrzeit per U-Bahn (ca. 30 Minuten laut Google Maps) ein deutlicher Zeitgewinn ist.

Es ist eine Südtangente zwischen Brudermühlstraße und Candidplatz geplant, siehe Nahverkehrsplan, du gehst in diesem Vorschlag hingegen davon aus hiermit die einzige Südtangente und Isarquerung zu schaffen. Da solltest du die Begründung nochmal umschreiben, es könnten durchaus beide Südtangenten sinnvoll sein, aber das muss begründet sein.
Diese „Südtangente“ ist aber zwei Kilometer weiter nördlich und wird bereits von mehreren Buslinien im dichten Takt befahren, und ist außerdem sehr nah am Südring, was Parallelverkehr bedeuten würde falls irgendwann S-Bahnverkehr auf dem Südring kommt, der Mehrwert einer Tramlinie dort wäre also gering. Ich sagte ja, dass es südlich der Brudermühlbrücke keine Isarquerung mehr gibt. Es fehlt eine Isarquerung im Bereich zwischen Solln/Obersendling und Harlaching.
Ja tatsächlich hatte ich auch eine Südtangente vorgeschlagen;
👉https://linieplus.de/proposal/muenchen-suedtangente/
Und außer der Erschließung Harlachings sehe ich keinen Mehrwert an dieser „Südtangente“. Sie ist soweit von den Oberzentren entfernt, dass diese Strecke geringes Potenzial als Südtangente hat.
Die Lage ist auch so schlecht, dass nötige Infrastruktur nicht existiert. Die vielen Tunnel machen das Projekt zu teuer.
Zur Anbindung Harlachings sollte man vielleicht die U1 um einen Halt verlängern. Das wäre dann die schnellste Verbindung in die Innenstadt.
Deine Südtangente ist aber viel weiter nördlich und daher weniger tangential.
Die Südseite, das Klinikum Harlaching, der Mangfallplatz und Giesing sollten bedeutend genug sein um eine Tramlinie zu rechtfertigen.
Und selbst deine Südtangente würde vermutlich nicht ohne Infrastrukturneubauten auskommen, da es auf der Brudermühlbrücke keinen Platz für eine Trambahn gibt. Mein Vorschlag braucht auch nur 1.5 km Tunnel. Das ist günstiger als eine U1-Verlängerung, und selbst wenn man die U1 verlängern würde wäre das Problem der mangelnden Isarquerung nicht gelöst.
Naja auch nicht weiter schlimm.
Ich halte diese Idee nicht für schlecht, sondern nur für ausbaufähig.
Die Brücke ist natürlich kein Problem, denn man sieht ja auch dass bspw. noch größere Brücken über Autobahnen gebaut werden können wenn der Wille da ist.
Nur die Tunnel halte ich für überflüssig. Man kann durch die Rupert-Mayer-Straße auf der rechten Isarseite sowie durch die Isemschmidtstraße und dann weiter nach Theodolindenplatz durch die Theodolindenstraße trassieren. Die Straßen sind klein, schließen aber keine Trassierung aus.
Die Tunnel wären nur dann nötig, wenn du mir sagst dass du mit der Tramstrecke einen großen Autotunnel mitplanst.
Zwischen der Isenschmidstraße und dem Isartal gibt es einen Höhenunterschied von 30 Metern, genauso auf der anderen Seite für die Rupert-Mayer-Straße. Ich sehe nicht, wie man diesen Höhenunterschied ohne Tunnel bewältigen kann. Es sei denn man baut eine 700 m lange Brücke über das Isartal zwischen der Rupert-Mayer-Straße und der Isenschmidstraße, das wäre aber vermutlich viel teurer als zwei Tunnel.
Den Bedarf hast Du richtig erkannt. Eine Tram-Südtangente über die Brudermühlbrücke wird die Situation deutlich verbessern, aber das Problem nicht vollständig lösen. Ideal wäre eine Straßenbahn auf Höhe der Thalkirchener Brücke. Das wäre auch der logische Lückenschluss zwischen den Verkehrsachsen Boschetsriederstraße und Nauplia-/Stadelheimer-/Ständlerstraße. So eine Strecke scheitert aber an den steilen Isar-Hochufern und am Landschaftsschutz an der Isar.
Es gab auch schon Vorschläge die U1 vom Mangfallplatz über das Klinikum Harlaching nach Solln zu verlängern. So würde man das Problem mit dem Landschaftsschutz lösen und auch die Hochufer ließen sich (mit hohen Baukosten für die Tieflage der Bahnhöfe) überwinden. Allerdings ist der Bedarf für die Isarquerung dann doch nicht so groß, dass sich solch eine Linie rechnet. Dafür sind Harlaching und Solln nicht dicht genug bebaut.
Dein Entwurf kombiniert nun beide Ideen. Du bist deutlich südlich der Ideallinie Thalkirchner Brücke und löst das Problem mit dem Höhenunterschied durch lange, teure Tunnelabschnitte. Gleichzeitig willst Du die Isar mit langen Brücken durch das Landschaftsschutzgebiet queren. Meiner Meinung nach kombinierst Du da mehr Nachteile als Vorteile.
Eine richtig gute Lösung habe ich auch nicht. Ich favorisiere eine S-Bahn Solln-Menterschweige-Deisenhofen. Die hat zwei Nachteile: Sie ist noch weiter südlich und eine S-Bahn ist noch überdimensionierter als eine U-Bahn. Aber sie hat auch große Vorteile: Der Bau ist billiger als jede Straßenbahnstrecke, da Du nur zwei S-Bahnsteige brauchst. Und das Isartal wird auch nicht belastet, da es die Brücke schon gibt.
Meiner Meinung nach wäre eine Führung über die Thalkirchner Brücke nicht wirklich ideal. Diese Strecke wäre zu umwegig und würde das Klinkum Harlaching und den U- und S-Bahnknoten Siemenswerke außer sich lassen. Siemenswerke macht mMn als Endstation mehr Sinn als Thalkirchen.
Wie Du auch halte ich ebenso wenig von einer Verlängerung der U1 nach Solln. Das wäre extrem teuer für sehr wenig Nutzen. Die U1 ist eine Radiallinie und eine Südtangente sollte eher als Tangentiallinie konzipiert sein, es geht darum den Verkehr zwischen dem Südwesten und dem Südosten zu erleichtern, nicht zwischen Solln und der Stadtmitte. Wer von Solln ins Zentrum will kann bereits die S7 nehmen, eine verlängerte U1 wäre hier überflüssig. Außerdem hat Solln nur S-Bahn und wäre eine schlechte Wahl für eine Endstation verglichen mit Siemenswerke/Obersendling, wo mehr Anschlussmöglichkeiten bestehen.
Ich glaube auch, dass ein S-Bahnhof Menterschwaige nicht ausreichen würde, auch wenn es billiger wäre. Menterschwaige liegt viel zu weit am Stadtrand und hat nur eine Umsteigemöglichkeit zum Tram 25, die nicht nach Giesing fährt, der tangentiale Effekt ist also gering. Ausßerdem hat eine S-Bahn eine zu geringe Taktdichte für eine innerstädtische Tangentiallinie.
Für meinen Entwurf wäre 1.5 km Tunnel und zwei neue Isarbrücken notwendig, aber ich glaube, dass an solchen Infrastrukturneubauten ohnehin kein Weg vorbeifährt, wenn man eine Tram-Südtangente realisieren will. Die Thalkirchner Brücke kann das Gewicht einer Trambahn nicht tragen, man wird also sowieso neue Brücken bauen müssen.
Übrigens fände ich es wirklich super, wenn falls solch eine Strecke jemals gebaut wird, an eine Strecke nach Solln via mittlerer Ring anschließt.
Link: https://linieplus.de/proposal/muenchen-strassenbahn-nach-solln/