Beschreibung des Vorschlags
– Die neuen Planungen über einen U-Bahn Neubau nach Nürnberg Reichelsdorf haben mich überrascht-
Schließlich kenne ich kein weiteres U-Bahn Neubauprojekt für so kleine dünn besiedelte Stadtteile wie Nürnberg-Reichelsdorf.
Aus folgenden Gründen kritisiere ich das Projekt:
- Reichelsdorf hat „nur“ 7.400 Einwohner, Eibach 8.700. Um diese Fahrgastmengen zu bewältigen braucht es keinen U-bahn Tunnel, den eine Straßenbahn wäre mit derartigen Fahrgastzahlen wohl kaum überlastet.
- Die S-Bahn ist schneller in Reichelsdorf als die U-Bahn. Während die S-bahn zum Hbf. 10 Minuten braucht, sind es bei der U-bahn vermutlich etwa 15-16 Minuten. Da man für die U-bahn noch in den Untergrund muss, kommen noch etwa 2 Minuten Rolltreppen (meist mit ca. 0,65 m/s. Länge: 20-30m) hinzu. Die attraktivere Lage der U-bahn kann schnell durch die längere Zeit „kaputtgehen“. Natürlich ist die Taktung der U-Bahn besser, geht man jedoch von einer Takthalbierung der U2 aus hat man nur noch einen T6, die S-Bahn bietet nur T20.
- Es gab bereits eine Wirtschaftlichkeitsanalyse die das Ergebnis hatte: Es wäre nicht wirtschaftlich sinnvoll. Durch leichte Kostensteigerungen oder Fehlanalysen tritt dies schnell ein. Andere Projekte wie zum Beispiel die Innenstadtquerung haben einen deutlich höheren Kosten-Nutzen Faktor und sollten priorisiert werden.
- Umständliche und teuere Einfädelung in Bestandsstrecke unter anderem durch Querung des Rhein-Main Donau Kanals. Die Neubaustrecke müsste ein ganzes Stück paralell zur Bestandsstrecke verlaufen, was alles andere ale effizient ist. Das dies so teuer ist, zeigt sich auch dadurch, dass das Teilstück nach Eibach nicht wirtschaftlich ist, weil für eine solch teuere Ausfädelung die Fahrgäste nicht ausreichen.
- Während der nicht unerheblich langen Bauphase kann Röthenbach nicht mehr von der U-Bahn angefahren werden. dabei gehört Röthenbach mit über 25.000 Ein- und Aussteigern täglich zu den meistfrequentierten U-bahnhöfen. Während der Bauarbeiten müssten sehr viele Busse bis Hohe Marter 1,3 Kilometer weiter fahren.
- Der neue U-Bahnhof Röthenbach Ost ist nur etwa 500 Meter vom Ostausgang des U-Bahnhofes Röthenbach entfernt. Das ist für U-Bahnhöfe am Stadtrand schon recht nah. Nur 5 haltestellenabstände der U-bahn sind aktuell weniger als 500 Meter groß. Rekord: 442m zwischen Langwasser Süd und Gemeinschaftshaus
- Der U-Bahnhof Röthenbach und damit auch die Stadt Stein (per Bus) werden weniger häufig bedient.
Prinzipiell finde ich jedoch eine Tram, die nur von Röthenbach nach Reichelsdorf fährt auch nicht das richtige Verkehrsmittel. Der Bus als Naherschließung und Zubringer zur U- und S-bahn ist hier perfekt. Die Tram macht nur, wenn sie bis zum Zentrum (Nürnbergs oder Fürths) geht Sinn.
Möglich wäre es die U2 kostengünstig größtenteils oberirdisch bis nach Eibach Mitte zu verlängern. Dies hätte folgende Vorteile gegenüber der geplanten Verlängerung:
- U Röthenbach wird nicht abgeschnitten, die Züge fahren nicht vorbei.
- Keine kostenintensive Ausfädelung notwendig, es geht einfach bei der Wendeanlage weiter
- Keine langen Sperrungen notwendig
- Oberirdische und Kostengünstige Führrung
- Die Stadt Stein profitiert durch U-Bahnhof Stein Schloss mit schnellerem Umstieg zur U-Bahn. (Variante A)
- Bahnsteiggleicher Umstieg in Eibach sparrt Fahrzeit
Es gibt aber wie immer auch Nachteile:
- Bei niveaugleichem bahnhof in Eibach ist keine Verlängerung mehr möglich
- Der Waldrand des Faberparks verschiebt sich etwas. Ganz ohne Baumverlust geht es nicht. Dennoch: Es wird kein Wald zerschnitten.
Variantendiskussion
Variante A
Ermöglicht einen neuen U-Bahnhof an der Stadtgrenze zu Stein. Zahlreiche Busse aus Stein könnten dort enden. Es wird aber auch teuerer und die Fahrzeit nach Eibach verlängert sich.
Variante B
Günstiger (Insbesondere durch die Möglichkeit der offenen Bauweise) und kürzere Fahrzeit
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Aktuelle Planung des Stadtrates
=> Schon ausgiebig meine Kritik daran erläutert.

Die oberirdische Trasse kreuzt zahlreiche Fuß- und Radwege. Siehst du dort höhengleiche Querungen mit Bahnübergang vor?
Ich habe in Eibach gearbeitet und kenne daher die Verhältnisse vor Ort. Warum immer wieder eine U-Bahn dorthin gefordert wird verstehe ich nicht. Der Bus erschließt das Gebiet vorbildlich und ist durch die Busspuren auch relativ unabhängig vom Autoverkehr. Dieses System könnte man evtl noch etwas intensivieren. Aber eine U-Bahn hätte wesentlich weniger Haltestellen und damit auch viel weitere Wege dorthin. Genau das wird dort immer als Vorteil gesehen, so wie es jetzt ist.
Im Grunde geht es nur darum, die U-Bahn-Planer der Stadt Nürnberg weiter mit Aufgaben zu versorgen da demnächst die U3 nach Fürth-Süd fertiggestellt wird. Auch wenn es politisch nicht so einfach ist, aber rein vom Bedarf wäre eine Verlängerung der U2 nach Stein wesenlich notwendiger. Denn hier steht der Bus wirklich im Stau und eine S-Bahn ist nicht in der Nähe.
Hi Flauschi,
danke für deine Einblicke auf diesen als Landmensch (N-Land) doch ferne Welt.
Ich denke das Gleiche. Da wird mit der Verlängerung Geld zum Fenster rausgeworfen.
Bezüglich Busverkehr: Wenn in der Gegend wirklich glotzen möchte, könnte man höchsten einen räumlich durch bspw. stadtgrün abgetrennten BRT (Bus-Rapid-Transit) auf je einen der beide Richtungsfahrbahnen der umgebenden „Schneisen“ Weisenburger Str. und Ansbacher Str, prüfen. Also ein Fahrbahnpaar für Busse und eines für Autos sowie in den angrenzenden Abschnitten in Reichelsdorf und Stein eine KI Verkehrsteuerung für die „Busbahnen“ damit die an den Ampeln durchflutschen. Aber selbst das wäre illusorisch, wenn das dortige Busnetz jetzt schon sehr gut funktioniert.
Was ist deine Meinung?
U-Bahnbau:
Das Problem ist, dass es innerhalb der Nürnberger Stadtgrenzen keine U-Bahnrelevante Siedlung mehr gibt, die man durch eine U-Bahnverlängerung des jetzigen Netzes abdecken könnte. Höchstens, dass man bei der BEG eine Verknüpfung der Gräfenberg-Cadolzburg S-Bahn mit der U3 in Wetzendorf bespricht und um einen möglichen dortigen Kombibahnhof neue Siedlungen entstehen lässt oder Langwasser rtg. Süden erweitert. (Ich sehe hier schon den Aufschrei der Naturschützer aber Wohnraum wird bei uns dringend benötigt. Da muss man Größer)
Zudem ist die U-Bahn jetzt schon eine enorme finanzielle Belastung und muss ja auf Dauer ja auch unterhalten und saniert werden. Vom Umstieg von RUBIN auf ein neues Automatiksystem möchte ich hier gar nicht reden. Auch wenn ich das nicht gerne sage: Innerhalb Nürnberg ist man nach Gebersdorf erstmal zumindest mit dem U-Bahnbau erstmal fertig und sollte lieber wie Geomaus007 schon meinte andere Projekte im Trambereich priorisieren.
Abgesehen davon ist ein Anknabbern des Faberparks völlig undenkbar. Man denke nur an die Diskussion in Zirndorf mit den Ästen einiger Bäume die einer Elektrifizierung im Wege stehen. Weiterhin glaube ich kaum, daß sich die Anlieger einer oberirdischen U-Bahn ihre bisherige göttliche Ruhelage zerstören lassen.