Köln: (U) Barbarossaplatz mit Doppelstocktunnel

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Beschreibung des Vorschlags

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Violett = Neubau
Grau = Bestand

Im Bereich des Doppelstocktunnels konnte ich nur die Gleise der oberen Ebene (-2) sinnvoll einzeichnen. Die Gleise in Ebene -3 folgen größtenteils denen der Ebene -2, bis auf an der Haltestelle Barbarossaplatz (hier geben die Bahnsteige den Verlauf vor).

 

Motivation

Für einen Tunnelbau am Barbarossaplatz gibt es viele gute Gründe. Das haben auch schon viele andere User erkannt, hier auf der Plattform gibt es dazu schon ca. 20 Vorschläge. Das sind die wichtigsten Gründe:

  • Die Kreuzung ist hochkomplex mit viel befahrenen Straßen in fünf und Stadtbahnstrecken  in vier Richtungen. Das macht sie anfällig für Unfälle. 
  • Stadtbahnen verlieren hier oft Zeit und durch die höhengleiche Streckenkreuzung helfen die Vorrangschaltungen nur bedingt.
  • Städtebaulich ist der Barbarossaplatz eine Katastrophe, eine wirkliche Platzfläche gibt es hier nicht mehr. Durch die Tieferlegung der Stadtbahn würde viel Fläche zur Neugestaltung frei.
  • Gleichzeitig könnte eine Haltestelle für die Linie 18 am Südbahnhof geschaffen werden und der letzte straßenbündige Abschnitt der Linie 18 beseitigt werden.

 

Rahmenbedingungen für diesen Vorschlag

Ein sinnvoller Tunnelbau am Barbarossaplatz muss aus meiner Sicht folgende Bedingungen erfüllen:

  • Die Tunnelstrecken sollen möglichst kurz bleiben, um die Kosten gering zu halten. Köln hat einen großen Realisierungsstau an sinnvollen Stadtbahnprojekten, daher möchte ich hier möglichst wenig Mittel binden. Eine Schleife der Ringestrecke zum Südbahnhof (wie z.B. hier) wäre zwar schön, scheidet daher aber aus.
  • Da hier verhältnismäßig viele Haltestellenbauwerke und Rampen im Vergleich zu Tunnelmetern gebaut werden sollen, bietet sich potentiell eine offene Bauweise an. Um sich diese Option offen zu halten, soll die Strecke den bestehenden Straßenverläufen folgen.
  • Auf der Ringestrecke kommt eine Tieferlegung der Haltestellen Zülpicher Platz und Barbarossaplatz an ihren bisherigen Standorten aufgrund der kurzen Distanz (<200m) nicht in Frage.
  • Aktuell sieht es politisch so aus, dass die Strecke der Linie 9 zwischen Sülz und Neumarkt oberirdisch bleibt und ihren Straßenbahncharakter behält. Daher soll sie auch in diesem Vorschlag oberirdisch bleiben.
  • Was viele der bestehenden Vorschläge nicht berücksichtigen, ist der Bedarf für Verbindungskurven zwischen den beiden Strecken. Der Barbarossaplatz bildet im Kölner Netz das Gegenstück zum Ebertplatz. So können Bahnen vom Innenstadttunnel in den Ringetunnel und umgekehrt umgeleitet werden. Damit diese Option erhalten bleibt, braucht es folgende Verbindungskurven:
    • Rudolfplatz <-> Weißhausstraße: Wird häufig bei Baustellen und Störungen im Innenstadttunnel durch die Linie 18 genutzt.
    • Poststraße/Severinstraße <-> Eifelstraße: Wird nach Inbetriebnahme der Nord-Süd-Stadtbahn zwar nicht mehr im Linienbetrieb befahren, sollte aber trotzdem für Umleitungen der Linie 16 erhalten bleiben. Wenn die Verbindungskurve am Zülpicher Platz zwischen Linie 9 und der Ringestrecke wegfällt, ist die Kurve außerdem sehr wichtig für Ein- und Ausrücker zwischen Betriebshof Merheim und Ubierring.
    • Die Verbindungskurve Weißhausstraße <-> Eifelstraße muss nicht erhalten bleiben. Hier würde es auch reichen, wenn die Linie 18 eine unterirdische Wendeanlage bekäme.
  • Das Gleisdreieck an der Poststraße sollte vervollständigt werden: Hier sind aktuell nur Fahrten in der Richtung Barbarossaplatz -> Severinstraße konfliktfrei möglich. Mit einem Ausbau können Fahrten zwischen dem Betriebshof Merheim und Ubierring besser abgewickelt werden und es kann eine neue Linie auf der Relation Klettenberg <-> Barbarossaplatz <-> Severinstraße <-> Bf Deutz <-> … eingerichtet werden. 

Ich habe keinen existierenden Vorschlag gefunden, der diesen Bedingungen wirklich gerecht wird.

 

Vorgeschlagene Lösung

Dieser Vorschlag baut stark auf den Vorschlägen von alex8055 und Jan_Lukas auf.

Auf der Ringestrecke wird der bestehende Tunnel verlängert, dabei werden die Haltestellen Zülpicher Platz und Barbarossaplatz werden. Die neuen Bahnsteige entstehen in Ebene -2 (Ebene -1 ist die Verteilerebene). Auf Höhe des Hauses Hohenstaufenring 22 enstehen Eingänge zur Haltestelle, ab hier sind es dann noch 40-70m Fußweg zur Linie 9. Das ist zwar etwas schlechter als im Status Quo, aber noch im Rahmen. Dafür kann die Kreuzung Hohenstaufenring/Jahnstraße neu gestaltet werden. Die neue Tunnelrampe entsteht vor der Straße Am Duffesbach, sodass die Haltestelle Eifelstraße an ihrem bisherigen Standort bleiben kann.

Die Strecke der Linie 18 wird verschwenkt, sodass sie in Zukunft unter der Luxemburger Straße statt unter der Pfälzer Straße liegt. Die neue Haltestelle Barbarossaplatz liegt in Ebene -3. Am Südbahnhof entsteht eine neue Haltestelle, dafür entfällt die Haltestelle Eifelwall, an deren Standort die neue Tunnelrampe gebaut wird.

Die neue Idee an diesem Vorschlag ist, dass der neue Tunnel der Linie 18 zwischen der Friedrichstraße und der Moselstraße als Doppelstocktunnel ausgeführt wird. Während die regulären Gleise in Ebene -3 abtauchen, entstehen auf Ebene -2 Verbindungsgleise zur Ringestrecke. Bei offener Bauweise muss so nur wenig zusätzlicher Tunnel ausgehoben werden. Die Verbindungsgleise sind so angelegt, dass sie auch als Wendeanlagen genutzt werden können, zum Beispiel zum außerplanmäßigen wenden von verspäteten oder beschädigten Zügen. Abgestellte Züge können eingleisig umfahren werden.

Das unterirdische Bauwerk des Gleisdreiecks an der Poststraße bleibt unangetastet. Stattdessen wird das neue Verbindungsgleis von der Severinstraße oberirdisch geführt. Dieses Verbindungsgleis habe ich in diesem Vorschlag schonmal ausführlich beschrieben.

 

Fazit

Würde in Köln nicht an so vielen Stellen der Schuh drücken, würde auch ich hier eine ambitioniertere Lösung planen. Stattdessen ist dieser Vorschlag eine pragmatische Lösung, wie man mit möglichst wenig neuen Tunnelkilometern eine der größten Störungsquellen im Kölner Stadtbahnnetz beseitigen und gleichzeitig die betriebliche Flexibilität erhalten kann. Letztere würde durch die neuen Wendemöglichkeiten sogar deutlich verbessert. Außerdem würde Linie 18 endlich eine Anbindung an den Bahnhof Süd erhalten, sie hätte auf ihrer gesamten Strecke mindestens einen besonderen Bahnkörper und eine neue Linie von Klettenberg nach Deutz (und weiter) würde möglich werden. Darüber hinaus könnte man aus dem Barbarossaplatz tatsächlich wieder einen „Platz“ machen.

Metadaten zu diesem Vorschlag

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2 Kommentare zu “Köln: (U) Barbarossaplatz mit Doppelstocktunnel

  1. Ich mag den Vorschlag, bin aber der Meinung, dass man die Ebenen besser tauschen sollte. Durch die mehreren Verbindungskurven direkt über den Bahnsteigen machst du hier die Zuwegung deutlich schwieriger als sie es sein müsste, insbesondere weil sowohl Treppen als auch Fahrstühle gebaut werden müssen. Diese Variante ist definitiv möglich, es gibt genug Platz, ich vermute aber dass die andere Variante einfacher zu planen ist.

    1. Ich hatte es zuerst auch aufbauend auf deinem Vorschlag mit umgekehrten Ebenen geplant. Meine Sorge war dann aber, dass auf der Ringestrecke die Distanz in Richtung Eifelstraße zu kurz ist, um von Ebene -3 vor der Kreuzung Am Weidenbach wieder an die Oberfläche zu kommen. Die maximale Zulässige Steigung für Stadtbahnen ist wohl 40 Promille (das habe ich hier gefunden), damit komme ich bei 330m Distanz nur auf ca. 13m Höhenunterschied. Das sollte für Ebene -2 reichen, für Ebene -3 aber nicht. Korrigiere mich gerne, wenn ich hier falsch liege, du kennst dich deutlich besser mit Tunneln aus als ich.

      Man könnte ca. 18-19 Meter Höhenunterschied überwinden, indem man die Rampe bis kurz vor der bestehenden  Abzweigung an der Waisenhausgasse verlängert und die Haltestelle Eifelstraße auf beiden Strecken jeweils hinter der Abzweigung neu baut. Mir gefällt der bestehende Standort aber deutlich besser, denn die Haltestelle Eifelstraße würde sehr nah an die Haltestelle Ulrepforte heran rücken. Alternativ könnte man die Station Eifelstraße auch noch unterirdisch bauen, das würde ich aus Kostengründen aber gerne vermeiden, außerdem wäre dann ein unterirdischer Abzweig und zwei Tunnelrampen nötig.

      Deswegen habe ich dann lieber die Strecke der Linie 18 in die Ebene -3 gesetzt, aber du hast Recht dass die Zugänge so komplizierter sind.

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