Beschreibung des Vorschlags
Dieser Vorschlag für eine oberirdische Niederflurstrecke hat zwei zentrale Motivationen:
- Die Kölner Nord-Süd-Fahrt ist eine 8-spurige Straße durch das absolute Zentrum der Kölner Innenstadt. Sie ist ein Vermächtnis der Vision einer „autogerechten Stadt“ und erzeugt eine absolute Trennwirkung für alle, die nicht im Auto sitzen. Im neuen KFZ-Grundnetz der Stadt Köln ist sie nicht mehr enthalten, ich erwarte daher bald eine Debatte, wie dieser Raum zukünftig aufgeteilt werden soll. Es wäre naheliegend, dort eine neue oberirdische Straßenbahntrasse unterzubringen.
- Das Veedel Bilderstöckchen ist bisher nur am Rand durch die Linie 13 an der Escher Straße angebunden und dabei handelt es sich um eine Ringlinie, die die Innenstadt nicht bedient. Hier fehlt eine Radiallinie.
Kernabschnitt Unter Sachsenhausen ↔ Ulrepforte
Der Kernabschnitt führt über die Nord-Süd-Fahrt. Hier möchte ich mir offen halten, ob…
- … die neue Strecke die bisherigen MIV-Tunnel nutzt (graue Variante).
- … der MIV nur noch durch die Tunnel geleitet wird und die oberirdischen Straßen für städtebauliche Entwicklung inkl. Straßenbahn freigegeben werden (pinke Variante).
- … der nördliche Tunnel komplett zugeschüttet wird und damit ein komplett neu planbarer Straßenzug entsteht.
Die Lage der Haltestellen ist auf der Karte daher nur exemplarisch und hängt von der gewählten Variante ab.
An der Kreuzung mit der Cäcilienstraße kann die Strecke (pinke Variante) durch die bisherigen MIV-Verbindungstunnel hoch zur Cäcilienstraße führen, wo Weichen zur oberirdischen Ost-West-Strecke zu Betriebszwecken und Umleitungen gebaut werden. Sollte das nicht möglich sein, führt die Strecke durch den bestehenden Straßentunnel unter der Cäcilienstraße hindurch (graue Variante). An der Severinstraße ensteht eine Verknüpfung zur Nord-Süd-Stadtbahn sowie zu den Linien 3 und 4. Dazu wird die Brücke Tel-Aviv-Straße umgebaut und gegebenenfalls werden Aufzüge zu den Bahnsteigen der Linien 3 und 4 eingebaut. An der Haltestelle Ulrepforte entstehen Verbindungen mit den Ringe-Linien.
Anschlussstrecken Nord
- Die erste Anschlussstrecke führt über den Mediapark und Nippes nach Bilderstöckchen. In der Victoriastraße wird die Strecke im Mittelstreifen geführt, dort deckt die neue Haltestelle Klingelpütz ein bisher schwach versorgtes Gebiet der Innenstadt ab. Danach muss die Strecke auf einem kurzen Stück durch den Klingelpützpark geführt werden, durch eine Trassierung möglichst nah an der Schule soll der Eingriff aber möglichst gering gehalten werden. Die Adolf-Fischer-Straße wird für den MIV gesperrt. Am Hansaring entstehen neue Bahnsteige in Mittellage mit direkter Verknüpfung zur S-Bahn und zu den Ringe-Linien. Nun führt die Strecke straßenbündig durch die Krefelder Straße und dann durch eine Kleingartenanlage nach Köln Nippes S-Bahn. Ab hier wird die Strecke komplett straßenbündig durch die Escher Straße angelegt. In Höhe des Nettos sollte die Straße knapp breit genug sein, der Grünstreifen muss allerdings weichen und evtl. ist ein Gehweg nur auf einer Straßenseite möglich. Der erste Bauabschnitt endet an der Haltestelle Am Bilderstöckchen. Ab hier ist ein zweiter Bauabschnitt nach Longerich S-Bahn möglich, der ein großes Gewerbegebiet erschließt.
- Die zweite Anschlussstrecke führt zum Breslauer Platz. Hier lege ich Wert darauf, dass die neue Haltestelle kurze Umsteigewege zum Hbf und zur U-Bahn erhält. Dazu wird die Maximilianstraße vollständig für den MIV gesperrt. Durchgangsverkehr hat hier aus meiner Sicht ohnehin nichts verloren und es sollte so deutlich weniger Stau am Kreisverkehr geben. Am nord-östlichen Ende entsteht eine dreigleisige Endhaltestelle für die Straßenbahn mit einem breiten Mittelbahnsteig und einem Seitenbahnsteig an der Hotelseite. Der Rest der heutigen Maximilianstraße wird dem Breslauer Platz zugeschlagen und dient als Ausgleich für die beim S-Bahn-Bau wegfallende Platzfläche.
Anschlussstrecken Süd
- Eine südliche Anschlussstrecke führt nach Zollstock Südfriedhof. Dazu wird das Gleisdreieck an der Eifelstraße zweigleisig ausgebaut. Zollstock wird so nicht mehr über die Ringstrecke an die Innenstadt angebunden, sondern deutlich zentraler über die Nord-Süd-Fahrt.
- Die zweite Strecke zum Neubaugebiet Parkstadt Süd. Hier ist meine Zeichnung nicht exakt, laut Unterlagen der Stadt Köln wird aber definitiv eine Trasse mit zwei Haltestellen durch das Neubaugebiet in Ost-West-Richtung mitgeplant. Enden soll die Linie an der Marktstraße.
Bedienkonzept
Ich schlage zwei neue Niederflur-Linien vor: Eine Linie beginnt in Bilderstöckchen und endet an der Marktstraße. Die andere Linie beginnt am Breslauer Platz und fährt nach Zollstock Südfriedhof. Auf letzterem Abschnitt ersetzt sie die bisherige Linie 12, die aus Merkenich kommenden Bahnen enden dann zukünftig am Ubierring (dafür gibt es nach Wegfall der Linie 16 auch Bedarf). Beide neuen Linien sollen im 10-Minuten-Takt fahren, sodass im Kernabschnitt ein attraktiver 5-Minuten-Takt entsteht. Auf dem 2. Bauabschnitt durch das Gewerbegebiet reicht außerhalb der HVZ ein 20-Minuten-Takt. Es werden 60-Meter-Züge eingesetzt.
Gesamtkonzept
Dieser Vorschlag ist Teil eines Netzkonzepts, das die heute noch verstreut verlaufenden straßenbündigen Abschnitte in Köln zu einem attraktiven, eigenständigen Niederflur-Straßenbahnnetz zusammenführt. Dieses Netz wäre konsequent auf Züge mit maximal 60 Metern Länge ausgelegt und primär für die Feinerschließung des Stadtgebiets konzipiert. Ziel ist ein klarer Strategiewechsel weg vom bisherigen Kölner “Flickenteppich”, bei dem einzelne Linienabschnitte stark voneinander abweichende Ausbaustandards aufweisen, hin zu einer klaren Trennung zwischen einem hochwertigen Straßenbahnnetz und vollständig vom Individualverkehr getrennten Metrolinien. Dabei sollen auch die Straßenbahnstrecken deutlich erweitert werden, um die spezifischen Stärken des Systems bestmöglich zur Geltung zu bringen.
| 6 | Butzweilerhof West ↔ Venloer Str./Gürtel ↔ Universität ↔ Pohligstr. ↔ Marktstr. (↔ Poll ↔ Kalk ↔ Mülheim) |
Vorschlag Erweiterung Mülheim |
| 7 | Butzweilerhof West ↔ Mediapark ↔ Heumarkt ↔ Porz Bf | Vorschlag |
| 8 | Langel ↔ Porz ↔ Poll ↔ Bf. Deutz ↔ Deutz-Mülheimer-Str. ↔ Mülheim | ähnlich zu hier |
| 9 | Sülz ↔ Bf. Süd ↔ Neumarkt ↔ Heumarkt ↔ Bf. Deutz ↔ Deutz-Mülheimer-Str. ↔ Mülheim | |
| 10 | Marktstr. ↔ Ulreporte ↔ Severinstr. ↔ Mediapark ↔ Nippes S-Bahn ↔ Bilderstöckchen | dieser Vorschlag |
| 11 | Zollstock Südfriedhof ↔ Pohligstr. ↔ Ulreporte ↔ Severinstr. ↔ Breslauer Platz/Hbf | dieser Vorschlag |
| 12 | Zollstock Südfriedhof ↔ Pohligstr. ↔ Universität ↔ Venloer Str./Gürtel ↔ Nippes S-Bahn ↔ Lohsestr. | Vorschlag |
Ergänzt wird das Gesamtkonzept durch eine Neubaustrecke für die Linie 5 zwischen Akazienweg und Butzweilerhof.
Das Netzkonzept soll beispielhaft die das Potenzial der Grundidee eines eigenen Straßenbahnnetzes illustrieren. Alle Vorschläge sind grundsätzlich so ausgelegt, dass sie mit leichten Variationen auch einzeln realisiert werden können. In der Kombination entfalten sie jedoch erhebliche Synergien, da neue Streckenabschnitte von mehreren Vorschlägen gemeinsam genutzt werden.
Verwandte Vorschläge
Dieser Vorschlag baut zu weiten Teilen auf alex8055s und Jan_Lukas‘ Vorschlägen zu einer Strecke über die Nord-Süd-Fahrt auf. Mein Vorschlag unterscheidet sich dadurch, dass er als Straßenbahn konzipiert ist, ohne neue Tunnel auskommt, und bewusst nicht in die bestehenden NF-Bahnsteige am Ebertplatz einfädelt, da das die maximale Kapazität auf der Ringe-Strecke negativ beeinträchtigen würde. Mein Vorschlag beinhaltet daher eine neu konzipierte Anschlussstrecke über den Mediapark sowie eine Station Breslauer Platz/Hbf mit kürzeren Umsteigewegen als in den bestehenden Vorschlägen.

Das was mich am Vorschlag stört ist die gesamte Streckenführung Klingelpütz – Nippes S-Bahn. Ich würde hier wirklich eine komplett andere Route nehmen, wie im vorherigen Vorschlag bis zu den Bahngleisen, aber dort aber nicht im Tunnel sondern auf der Ebene der Straßen quer durchs Gleisdreieck und mit ebenerdiger Kreuzung der inneren Kanalstraße zur Escher Straße. Die Feinerschließung durch die (H) Krefelder Wall geht dadurch zwar verloren, dafür ist man in diesem Bereich aber deutlich schneller unterwegs, was selbst für Linien die sonst primär der Feinerschließung dienen auf solchen Abschnitten durch Grünflächen wichtig ist.
Außerdem kann man hier meiner Meinung nach direkt auch eine Verlängerung westlich der Gewerbegebiete Bilderstöckchen und Longerich einplanen, die auf einer eigenen Trasse hier einfach zu bauen ist. Diese erreicht am Ende den Bf. Longerich und kann noch langfristiger weiter nach Pesch/Esch verlängert werden, was wegen der dort wahrscheinlich notwendigen straßenbündigen Führung für diese Linie deutlich besser passt als zur HF-Linie 5, außer diese Orte sollen nur am Rand erschlossen werden.
Soll die 12 dann wie die 15 zum Ubierring fahren? Oder wie willst du die Erschließung von Niehl Nord – Merkenich weiter gewährleisten?
Damit ich das besser verstehe: Würdest du vor dem Bahndamm an der Erftstraße abbiegen und die Strecke dann ungefähr so wie ich das jetzt mal provisorisch in grau eingezeichnet habe? Oder meinst du das anders? (über den Verlauf an der Straße Am Kümpchenshof können wir gerne im anderen Vorschlag nochmal sprechen 🙂)
Das wäre so allerdings nur unwesentlich kürzer als das was ich vorgeschlagen habe – es wäre wegen den wegfallenden Haltestellen und weniger Ampeln aber wohl tatsächlich etwas schneller. Die ganzen Unterquerungen der DB-Strecken stelle ich mir kostspielig vor.
Gute Idee – das habe ich als zweiten Bauabschnitt eingefügt!
Ja genau, die Bahnen aus Merkenich sollen zum Ubierring fahren. Das habe ich in der Beschreibung angepasst.
Die genaue Streckenführung könnte man noch optimieren (je nachdem wo die Bahnunterführungen am einfachsten umzusetzen sind), aber in etwa so wie du es in grau eingezeichnet hast ergibt das schon Sinn.
Liebe Leute,
als jemand, der mehrere Jahrzehnte in der Stadt Köln gewohnt und gearbeitet hat, darf ich, auch wenn ich momentan nicht mehr dort wohne, aus eigener Ortskenntnis offenkundigen Unsinn klarstellen, der hier auf Linie Plus penetrant verbreitet wird – und der, so glaube ich, auf einem fehlerhaften Artikel beruht, der vor zwei oder drei Jahren in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung erschienen ist:
„Die Kölner Nord-Süd-Fahrt ist eine 8-spurige Straße…“
Nein, das ist kompletter Quatsch – die Kölner Nord-Süd-Fahrt, die ich, als ich noch in Köln wohnte, fast täglich als Fußgänger überquert habe, ist eine vierspurige Straße, die an großen Kreuzungen durch Links- und Rechtsabbiegerspuren lokal auf 6 (nicht etwa auf 8 ! ) Spuren aufgeweitet ist.
Es ist auch Blödsinn, dass diese Straße etwas Monströses, geradezu Bedrohliches an sich hätte, gleichsam, als hätte man eine Autobahn ohne Geschwindigkeitsbegrenzung über einen Kinderspielplatz geführt.
Nein, es handelt sich um eine ganz normale, sehr friedliche Stadtstraße, die keineswegs breiter ist oder mehr Verkehr führt, als irgendeine x-beliebige Hauptstraße in einem Kölner Stadtteilzentrum. Man denke dabei z.B. an die Aachener Straße in Lindenthal/Braunsfeld/Junkersdorf/Weiden, die Luxemburger Straße in Sülz/Klettenberg oder die Bonner Straße in Bayenthal/Marienburg.
Es ist auch nicht etwa so, als ob bei der Nord-Süd-Fahrt für Fußgänger keine Querungsmöglichkeiten bestünden. Es gibt dort mehrere Ampel-Überwege, die man völlig problemlos und angstfrei nutzen kann – ich selbst habe es in meinem Leben mehrere Tausend Male getan und bin dabei völlig unverletzt geblieben.
Bedroht gefühlt habe ich mich auf diesen Überwegen zu keinem einzigen Zeitpunkt – wohl aber in der Dunkelheit etwa am Ebertplatz oder am Wiener Platz, dort aber nicht wegen des Autoverkehrs, sondern wegen des allgegenwärtigen Drogenhandels und der damit verbundenen Begleitkriminalität.
Conclusio:
Genauso wenig, wie man Menschen nicht grundlos dämonisieren darf, so gilt das auch für Verkehrswege.
Egal, was die Frankfurter Allgemeine diesbezüglich Zeitung schreiben mag:
Die Nord-Süd-Fahrt ist keine bedrohliche Monsterkonstruktion, sondern eine völlig normale, durchaus attraktive Stadtstraße, in deren Umfeld ich mich immer sehr wohl gefühlt habe.
Ich hoffe, dass diese Straße noch sehr lange Bestand haben wird, von mir aus auch gern von einer Straßenbahn gekrönt, aber nicht etwa zerstückelt durch eine einengende oder gar abschnürende Bebauung.
Ich frage mich gerade woher der Quatsch kommt den du hier schreibst. Es gibt mindestens eine Stelle wo die Nord-Süd-Fahrt sogar 10 Spuren hat, 8 werden durch die hohe Anzahl an Kreuzungen regelmäßig erreicht. Auch wenn man Abbiegespuren rausrechnet gibt es Stellen mit 6 Spuren pro Richtung. Die mehreren Tunnel und die sehr zentrale Lage erhöhen das Verkehrsaufkommen weit über das einer normalen Stadtstraße. Mit der Aachener Straße ist das durchaus vergleichbar, mit der Luxemburger oder der Bonner Straße überhaupt nicht. Erstere wird eventuell bald mit Radspuren wie die Ringe ausgestattet, letztere zu diesem Zeitpunkt umgebaut.
Dass man die Nord-Süd-Fahrt an mehreren Stellen (Cäcilienstraße, Schildergasse, Breite Straße, Komödienstraße) gut queren kann heißt jedoch nicht, dass diese keine Trennwirkung hat. Die Querung an der breiten Straße mit einer Ampel ist für eine Fußgängerzone inakeptabel, und auch die anderen Ampeln sind über eine so breite Straße nicht optimal.
Dass an Ebertplatz, Wiener Platz und in geringerem Maße auch am Neumarkt Probleme ganz anderer Art vorherrschen hat mit dem Rest rein gar nichts zu tun.
Die Nord-Süd-Fahrt komplett zu entfernen würde ich auch nicht für sinnvoll halten, eine massive Reduzierung der Anzahl der Spuren wäre allerdings angrebracht. In den oberirdischen Teilen kann man dort lieber den Radverkehr fördern, und eine Straßenbahnstrecke entlang der gesamten Strecke, am besten auch durch die Tunnel, wäre ebenfalls sehr sinnvoll. So würde man aus der Nord-Süd-Fahrt eine normale Stadtstraße machen, die sie gerade definitiv nicht ist.
Bevor du mir hier als jahrzehntelangem Kölner Ortsunkenntnis an dieser zentralen Stelle der Stadt unterstellst, geh mal lieber daran, deine Behauptungen zu substantiieren.
„Es gibt mindestens eine Stelle wo die Nord-Süd-Fahrt sogar 10 Spuren hat…“
Ist mir niemals aufgefallen – wo soll denn das sein ?
„Auch wenn man Abbiegespuren rausrechnet gibt es Stellen mit 6 Spuren pro Richtung.“
Habe ich auch in all‘ den Jahren nicht bemerkt – wo soll denn das sein ?
Die beiden Tunnel haben lediglich zwei durchgehende Spuren pro Richtung und sind damit ausgesprochen eng – und damit gibt es nur insgesamt vier Spuren für den durchfließenden Verkehr – und auch das von Norden kommend nur bis zur Brücke über den Perlengraben – von da ab nach Süden wird die Straße sogar nur 2-spurig (in Worten zwei-spurig, kein Scherz !!! ), was nun wirklich, nach jedem denkbaren Standard, ungewöhnlich eng ist.
Alles andere sind Abbiegerspuren. Und auch davon gibt es, außer an der Kreuzung Blaubach, im Vergleich mit der Situation in anderen Städten nicht gerade besonders viele.
„Die Querung an der breiten Straße mit einer Ampel ist für eine Fußgängerzone inakeptabel…“
Wieso ? Warum sollte ein Fußgänger, der von einer Fußgängerzone zu einer anderen geht, nicht zwischendurch auch einmal eine halbe Minute an einer Ampel warten ? Das ist in anderen Städten, sowohl in Deutschland als auch im Ausland völlig normal.
„Mit der Aachener Straße ist das durchaus vergleichbar, mit der Luxemburger oder der Bonner Straße überhaupt nicht. Erstere wird eventuell bald mit Radspuren wie die Ringe ausgestattet, letztere zu diesem Zeitpunkt umgebaut.“
Die hier von dir erwähnten Umstände und Planungen sind mir sämtlich bekannt. Es mag tatsächlich sein, dass die Luxemburger Straße bald mit Radspuren ausgestattet und in eine Tempo-30-Zone umgewandelt wird – entschieden ist das aber bislang noch nicht. Und zumindest bis dahin hat die Luxemburger Straße eine ganz erhebliche Trennwirkung, wegen des Autoverkehrs und auch wegen der dort verkehrenden Hochflur-Stadtbahn.
Auf der Bonner Straße mit ihrer gerade im Bau befindlichen Hochflur-Stadtbahn ist das momentan auch so – und es wird auch nach der Fertigstellung des Projektes so bleiben, denn der Autoverkehr Richtung Bonner Verteiler wird nicht verschwinden – und es kommt eben noch die Hochflurbahn hinzu, die es dort ja bislang noch nicht gab.
„Dass an Ebertplatz, Wiener Platz und in geringerem Maße auch am Neumarkt Probleme ganz anderer Art vorherrschen hat mit dem Rest rein gar nichts zu tun.“
Stimmt, das habe ich auch nicht behauptet, ich hatte ja auch die tatsächlich völlig anderen Probleme am Neumarkt, Ebertplatz und Wiener Platz nur als Vergleich dafür herangezogen, wodurch im öffentlichen Raum ein Gefühl der Bedrohung entstehen kann. An der Nord-Süd-Fahrt ist ein solches Gefühl bei mir, sowohl als Autofahrer, wie auch als Radfahrer, wie auch als Fußgänger, auf jeden Fall noch niemals entstanden. Im Gegenteil – ich habe mich dort immer sehr wohl gefühlt.
Mir ist aber ein Bedrohungsgefühl durch den Autoverkehr im öffentlichen Straßenraum keineswegs völlig fremd.
Hierzu darf ich noch einmal die Aachener Straße erwähnen, in deren Nähe ich in den 1960er und 1970er Jahren aufgewachsen bin. Dort galt damals auf ganzer Länge vom Stadion bis zum Aachener Weiher (!) Tempo 70 !!! (Kein Scherz.)
Und das konnte auf einen kleinen Jungen durchaus bedrohlich wirken, weil manche Autofahrer rote Ampeln tatsächlich mit Tempo 70 anfuhren, in der Erwartung, die Ampel würde bis zu ihrer Ankunft auf grün umspringen. Das klappte zwar manchmal – sehr oft führte es aber auch in letzter Sekunde zu einer panischen Vollbremsung mit quietschenden Reifen. Das machte mir Angst. Deshalb habe ich die Aachener Straße zur ungern überquert, musste es aber trotzdem ständig tun, auch bei schlechten Sichtverhältnissen durch Dunkelheit, Regen oder Schnee. Denn ansonsten wäre ich gar nicht zur Schule gekommen.
Derartiges hat es an der Nord-Süd-Fahrt niemals gegeben. Bei dem dort angeblich vom Autoverkehr ausgehenden Bedrohungsgefühl handelt es sich um ein imaginäres Luxusproblem.
Zwischen Glockengasse und Breite Straße gibt es 6 Fahrspuren nordwärts und 4 südwärts.
Menschen halten sich nicht gerne an Orten auf, die keine hohe Aufenthaltsqualität haben.
Du schreibst selbst: Von einer Fußgängerzone zu einer anderen gehen.
Das macht man nur, wenn man dort ein Ziel hat. Wer einfach nur flanieren möchte, der geht nicht in die nächste Fußgängerzone.
Du hast das Thema angefangen, eigentlich liegt bei dir die Bringschuld bei den Fakten. Aber Baum hat das ja bereits schon gemacht. Ist es so schwer einmal ein paar Satelliten-/StreetView-Bilder zu Rate zu ziehen?
Wie Baum bereits sagt: an der Kreuzung mit der Glockengasse. An den Kreuzungen mit Komödienstraße und Cäcilienstraße kommt man mit Tunnelrampen+oberirdische Spuren außerdem noch auf jeweils 8 Spuren.
Zwei Spuren pro Richtung ist bereits eine Hauptstraße (fast alle Straßen in Städten sind zweispurig oder sogar nur Einbahnstraßen!), das dann auch noch Kreuzungsfrei im Tunnel bedeutet noch mehr Verkehr als auf einer normalen Hauptstraße. Dass die Straße weiter südlich wieder weniger Spuren hat liegt daran, dass man hier mehrere Kreuzungen mit ähnlich großen Straßen hat. Südlich des Perlengrabens halte ich die (dort nicht mehr so genannte) Nord-Süd-Fahrt auch nicht mehr für problematisch, auf den Radwegen dort kann man übrigens super fahren, auch wenn die Ampelschaltungen aus meiner Erfahrung leider für ~50km/h ausgelegt sind.
Was soll denn immer heißen „im Vergleich mit der Situatoin in anderen Städten“? Nur weil es an anderen Orten noch schlimmer aussieht, hat das keine Auswirkungen auf die spezifische Situation Kölns.
Fändest du es auch besser, wenn die Schildergasse die Nord-Süd-Fahrt ebenerdig kreuzen würde? Es geht hier um zentrale Einkaufsstraßen der Stadt, wenn man den Einzelhandel in der Innenstadt behalten möchte sollte man diese möglichst attraktiv machen, das heißt keine ewigen Wartezeiten an Ampeln neben vielbefahrenen Straßen. Neben Lärm und Abgasen möchte ich meine Freizeit eigentlich nicht verbringen. Nur weil auch hier andere Städte wieder noch schlimmer sind, heißt das nicht, dass man diese Situation in Köln so akzeptieren muss.
Die Stadtbahn hat an der Luxemburger Straße fast keine Trennwirkung, ich überquere diese regelmäßig. Warten tue ich an den Ampeln vor und hinter den Schienen, aber nur selten an den Schienen selbst. Aber auch hier warte ich meist kürzer als die wenigen Male wo ich mal die Nord-Süd-Fahrt ebenerdig überqueren muss (was ich versuche zu vermeiden). Und das ist auch logisch, da ich an der Nord-Süd-Fahrt 6 Fahrspuren überquere und nicht nur 4.
Hier wird die Stadtbahn sogar seltener als auf der Luxemburger Straße fahren, und insofern noch weniger zur Trennwirkung beitragen. Die Fahrspuren werden nördlich des Gürtels auf nur noch zwei reduziert, südlich bleibt es bei vier, was beides weniger als sechs Fahrspuren bei der Nord-Süd-Fahrt sind.
Seit wann reden wir hier über ein „Bedrohungsgefühl“? Das taucht soweit ich das sehe nicht mal ansatzweise im Vorschlag oder einem der Kommentare auf. Sich an einer Stelle nicht wohlfühlen und bedroht fühlen sind zwei komplett unterschiedliche Dinge, bei der Nord-Süd-Fahrt ist das Problem definitiv ersteres. Dass wir die Zeit von Tempo 70 innerorts hinter uns gelassen haben sehe ich als sehr gut an, dann aber alles andere als „imaginäre Luxusprobleme“ abzustempeln hilft auch nicht weiter. Auch Tempo 50 ist in vielen Situationen in der Stadt einfach noch zu gefährlich, besonders im Zusammenhang mit Radfahrern an Stellen mit schlechter Übersicht (da hätte ich letztens fast selbst einen angefahren, weil der gut hinter einem regelwidrig parkenden Transporter versteckt war). Und für die sehr vielen Fußgänger die in der Innenstadt unterwegs sind ist die Nord-Süd-Fahrt eine der wenigen Stellen die man, aufgrund der recht langen Wartezeit und der schlechten Aufenthaltsqualität, aktiv vermeidet, was die Breite Straße sehr effektiv von Hoher Straße, Dom und Hbf. abschneidet.
„Wie Baum bereits sagt: an der Kreuzung mit der Glockengasse.“
Stimmt, da ist die Fahrbahn wegen der Abbiegespuren für ca. 50 Meter tatsächlich deutlich aufgeweitet.
„An den Kreuzungen mit Komödienstraße und Cäcilienstraße kommt man mit Tunnelrampen+oberirdische Spuren außerdem noch auf jeweils 8 Spuren.“
Beide Kreuzungen sind untertunnelt – da kannst du die oberirdischen und die unterirdischen Spuren nicht einfach zusammenzählen.
Zumal die unterirdischen Spuren von der Oberfläche aus bekanntlich nicht zu sehen sind und dort auch niemanden behindern.
Insbesondere die Kreuzungen Komödienstraße und Unter Sachsenhausen haben nur relativ wenig Verkehr und absolut NICHTS GIGANTISCHES an sich – sie wirken im Gegenteil eher ruhig und verschlafen, da man den im Tunnel darunter durchströmenden Verkehr an der Oberfläche nicht einmal erahnen kann.
„Zwei Spuren pro Richtung ist bereits eine Hauptstraße…“
Stimmt, aber dann sollte hier (und auch anderswo) nicht permanent insinuiert werden, es gebe auf der Nord-Süd-Fahrt vier Fahrspuren pro Richtung. So muss man die Beschreibung „achtspurige Straße“ nämlich objektiv deuten.
Okay, du selbst hast nicht direkt von einer „achtspurigen Straße“ gesprochen. Andere aber tun das (hier und anderswo) ständig. Auch der besagte FAZ-Artikel tat das und behauptete zusätzlich, die acht Spuren seien daran schuld, dass den Fußgängern auf der Hohe Straße so wenig Straßenraum zum Flanieren zur Verfügung stünde, weil dieser fast komplett an die Nord-Süd-Fahrt abgetreten worden wäre. Kompletter Schwachsinn – die bedrückende Enge der Hohe Straße beruht auf dem römischen Straßengrundriss, nicht auf dem Bau der Nord-Süd-Fahrt !
Du sprichst zwar nicht von einer achtspurigen Straße (wie es im Ausgangstext getan wird), aber trotzdem immerhin noch von den sechs Fahrspuren der Nord-Süd-Fahrt. Wie ich bereits oben gesagt habe, gibt es keine sechs durchlaufenden Fahrspuren dort.
Das ergibt sich schon bereits aus der Tatsache, dass die beiden Tunnel nur jeweils zwei Fahrspuren pro Richtung aufweisen, wenn man die Aus- und Einfädelspuren nicht auch noch zusätzlich dazurechnet (was natürlich illegitim ist).
„Fändest du es auch besser, wenn die Schildergasse die Nord-Süd-Fahrt ebenerdig kreuzen würde?“
Nö, aber das hat ja auch niemand vorgeschlagen. Ich habe noch nie irgendwo gelesen, dass das jemals geplant war. Zumal ja auf dem Straßentunnel der Nord-Süd-Fahrt entlang der Schildergasse ja auch Geschäftshäuser stehen, die im Privateigentum sind und nicht ohne weiteres enteignet werden können.
„…wenn man den Einzelhandel in der Innenstadt behalten möchte sollte man diese möglichst attraktiv machen, das heißt keine ewigen Wartezeiten an Ampeln neben vielbefahrenen Straßen.“
Genauso gut könnte man argumentieren, die Aachener Straße müsste zurückgebaut und verkehrsberuhigt werden, um den (durchaus vielfältigen und hochwertigen) Einzelhandel im wohlhabenden Kölner Stadtteil Braunsfeld zu fördern und diese Einkaufsmöglichkeiten der stetig weiter wachsenden (Weststadt-Projekt ! ) Wohnbevölkerung im Norden dieses Stadtteils leichter zugänglich zu machen.
Es ist deutlich aufwändiger, die Aachener Straße an der Kreuzung Maarweg zu überqueren als die Nord-Süd-Fahrt vor dem Opernhaus, da der Straßenquerschnitt der Aachener Straße breiter ist und zusätzlich auf die Straßenbahn geachtet werden muss.
Es hat in Braunsfeld zwischen Straßenbahn und Fußgängern über die Jahre hinweg zahlreiche Unfälle gegeben.
Und nein, ich betreibe hier kein Plädoyer für die Tieferlegung oder gar Entfernung der dortigen Straßenbahn, sondern ich plädiere einfach nur für etwas mehr Geduld und Umsicht bei Wartezeiten an den Ampeln. Für alle ! Für Autofahrer, Radfahrer, Rollerfahrer und Fußgänger !
Zur Luxemburger Staße:
„Die Stadtbahn hat an der Luxemburger Straße fast keine Trennwirkung…“
Das sehen die Bewohner von Sülz und Klettenberg komplett anders. Sie sprechen davon, man habe eine „Eisenbahnschneise“ quer durch ihren Stadtteil gelegt und sie müssten jetzt darunter leiden.
Zur Bonner Straße:
„Hier wird die Stadtbahn sogar seltener als auf der Luxemburger Straße fahren, und insofern noch weniger zur Trennwirkung beitragen.“
Fakt ist, dass die dortigen Anwohner mit großem Einsatz gegen den dortigen Stadtbahnbau angekämpft haben – sie wollten stattdessen ihre Busse behalten oder höchstens eine Niederflurstraßenbahn akzeptieren.
Es gab im Internet auch einen (ziemlich gut und quasi-professionell durchgeplanten) Vorschlag von Anwohnerverbänden, diese Niederflurstraßenbahn von der Bonner Straße durch die Parkstadt Süd und über die Vorgebirgsstraße hinweg zum Höninger Weg zu führen und dort an den Schienenweg der Linie 12 anzubinden. Mittlerweile sind diese Alternativplanungen wegen der Aussichtlosigkeit ihrer Verwirklichung wieder aus dem Internet herausgenommen worden. Die Anwohner wissen mittlerweile natürlich: Auf der Bonner Straße ist der Zug in Richtung Hochflur abgefahren.
„Neben Lärm und Abgasen möchte ich meine Freizeit eigentlich nicht verbringen.“
Verbringst du deine frei verfügbare Freizeit ernsthaft im öffentlichen Raum der Kölner Innenstadt ?
Das habe ich in den ca. vierzig Jahren, während derer ich in Köln gelebt habe, noch niemals getan, mit Ausnahme von ein paar Besuchen an der Rheinpromenade. Und letzteres auch nur, weil ich auswärtige Besucher hatte und ich ihnen den Dom und den Rhein zeigen wollte (und auch zeigen musste). Stattdessen bin ich (anfangs mit meinen Eltern, später mit meinen Freundinnen und schließlich mit meiner Frau) viel lieber im Kölner Stadtwald spazieren gegangen. Aber den Stadtwald willst du ja, wie du anderweitig vorgeschlagen hast, durch das Durchschlagen einer Stadtbahnlinie leider brutal verhunzen.
Allerdings bin ich natürlich des öfteren zweckorientiert zum Einkaufen, zum Museumsbesuch oder zum Treffen mit Freunden in einer Kneipe in die Kölner Innenstadt gefahren, meist mit dem ÖPNV, gelegentlich aber auch mit dem Auto, welches ich dann in einem Parkhaus abgestellt habe.
Letzteres habe ich besonders häufig getan, wenn ich sperrige oder schwere Artikel einkaufen wollte, z.B. einen Fernseher, einen Desktop-Computer oder große Mengen an Kleidung für meine Frau und mich – wir kaufen nicht gern Kleidung und kaufen daher, wenn wir es nun doch einmal tun, stets auf Vorrat. Meine Frau hat z.B. einmal 50 Kleider auf einen Schlag gekauft. Die haben dann aber auch für gut zehn Jahre gereicht – und sie hat in diesem Zeitraum keine weiteren Kleiderkäufe mehr getätigt.
Solche sperrigen oder schweren Dinge möchte ich nicht mit dem ÖPNV transportieren, zumal ich zu diesem Zeitpunkt nicht mehr in der Nähe der Aachener Straße sondern im zu Müngersdorf gehörigen, aber dennoch ziemlich abgelegenen und ÖPNV-mäßig äußerst mäßig angebundenen Wohngebiet Egelspfad wohnte. Abends fuhr dorthin der letzte Bus an Wochentagen um 19 Uhr am Alten Militärring ab – danach kam nichts mehr. Und am Samstag stoppte der Busverkehr bereits zu Mittag.
Trotzdem gibt es in diesem Wohngebiet kaufkräftige Kunden. Wenn ihr es denen verleidet, mit dem Auto in die Innenstadt zu fahren, werden sie nicht etwa mit dem ÖPNV kommen, sondern stattdessen lieber eines der Einkaufszentren in den Außenbezirken oder im Umland ansteuern (z.B. das Rheincenter in Köln-Weiden oder den Hürth-Park in der Kölner Nachbarstadt Hürth). In Köln-Kalk, in Leverkusen und in Bergisch Gladbach gibt es ebenfalls große Einkaufscenter mit angeschlossenen Parkhäusern, die auf der Straße gut zu erreichen sind und in scharfer Konkurrenz zur Kölner Innenstadt stehen.
Ich will hier nicht etwa falsch verstanden werden – ich bin weit davon entfernt, ein Auto-Fanatiker zu sein. Ich benutze den ÖPNV gern in denjenigen Fällen, in denen er die beste Transportlösung anbietet.
So musste mein Chef einmal von Köln aus zu einer Konferenz nach Stuttgart reisen. Ich habe ihm dringendst zur Eisenbahnfahrt geraten und ihm auch eine passende Verbindung herausgesucht und präsentiert. Aber das wollte er partout nicht und ist stattdessen mit seiner S-Klasse abgedüst. Denn Autofahren macht ihm einfach Spaß – Bahnfahren leider nicht. Das kriegt man aus manchen Menschen nicht heraus. Auf dem Weg nach Stuttgart hatte er dann eine Autopanne und kam erst erheblich verspätet zu seinem Meeting.
Die Fahrt mit der Eisenbahn wäre in diesem Fall sicherlich die bessere Option gewesen.
Also, zurück zur Nord-Süd-Fahrt:
Ja, es ist sicherlich richtig, dort den Wildwuchs der Abbiegespuren an einigen Stellen zu beschneiden.
Aber:
Es wäre komplett unvernünftig, die Straße ihrer (ohnehin recht schmal gehaltenen und nicht mit Autobahnspuren vergleichbaren) ZWEI (nicht etwa drei oder vier) DURCHLAUFENDEN FAHRSPUREN je Richtung zu berauben. Denn dann würde die Innenstadt wegen der sich daraus ergebenden Staus weitgehend unerreichbar, z.B. für Käufer hochwertiger Konsumgüter aus abgelegenen, aber kaufkräftigen Wohngebieten – und andererseits auch für Handwerker und Lieferanten. Sogar Rettungsdienste bekämen Schwierigkeiten, durch den Stau durchzukommen.
Letzteres Problem wird übrigens in der Frankfurter Lokalpresse (die ich gern lese, da Frankfurt meine zweite Heimatstadt ist) sehr klar und deutlich angesprochen:
Durch die drakonische Verkehrsberuhigung der dortigen Innenstadt kommt es zu deutlichen Verzögerungen bei Rettungseinsätzen.
Die Kreuzungen selbst sind untertunnelt, der Zulauf auf diese ist es hingegen nicht. Da hast du 8 Fahrspuren, vier davon wirklich oberirdisch und vier weitere sind eben Tunnelrampen, die genau so viel Platz im Straßenquerschnitt wegnehmen. Besonders über die Kreuzung an der Komödienstraße will ich mich nicht beschweren, auch wenn „verschlafen“ der völlig falsche Ausdruck ist der eher auf einen verkehrsberuhigten Bereich oder viele Tempo 30 Zonen passt. Aber hier hat man tatsächlich nicht mehr als eine normale Kreuzung in einer Stadt zwischen zwei größeren Straßen.
Was hat der FAZ-Artikel denn bitte mit allem zu tun? Wurde der irgendwo im Vorschlag zitiert? Wenn du Probleme mit der FAZ hast kannst du lieber die Redaktion anschreiben.
Ich würde die Nord-Süd-Fahrt (im Mittelteil) mindestens als sechsspurige Straße bezeichnen, da der Querschnitt schon sehr dauerhaft genug Abbiegespuren hat um so viel Verkehr wie eine sechsspurige Straße aufzunehmen. Auch dass in den Tunneln nur zwei Spuren pro Richtung bereitstehen ändert daran nichts, da diese wie ich bereits mehrfach gesagt habe kreuzungsfrei sind, und insofern viel mehr Verkehr aufnehmen als eine normale vierspurige Straße mit Kreuzungen. Die Verkehrsmenge liegt einfach auf dem Niveau einer sechsspurigen Straße. Die reine Anzahl an Spuren ist nicht das einzige was zählt, ansonsten wäre ja z.B. auch die A57 mit sechs Spuren genau so groß wie die innere Kanalstraße mit sechs Spuren. Ist sie aber nicht, da letztere nicht kreuzungsfrei ist.
Diesen Frage habe ich nicht gestellt weil ich glaube, dass das jemand tatsächlich will. Nur bei der Breiten Straße ist es halt genau so.
Natürlich sollte auch die Aachener Straße soweit möglich verkehrsberuhigt werden. Es wird aber jeder sofort einsehen, dass die Aachener Straße eine ganz andere Bedeutung für den Autoverkehr hat. Die Nord-Süd-Fahrt ist für die Durchquerung der Innenstadt (natürlich abhängig von genauem Start- und Zielpunkt) nicht viel besser geeignet als die Rheinuferstraße oder die innere Kanalstraße, der einzige Vorteil ist die zentrale Anbindung der Innenstadt, die aber eigentlich zu großen Teilen nur aus kleinen Anwohnerstraßen besteht. Die Aachener Straße hingegen ist DIE Ost-West-Achse der Stadt, ohne gute Alternativen.
Ich werde hier nicht preisgeben wo in Köln ich wohne, ich habe aber genug Erfahrung mit der Luxemburger Straße dass ich sagen kann, dass das definitiv keine weit verbreitete Meinung ist. Die BI Lebenswerte Lux dürfte da bspw. einer anderen Meinung sein. Ich kenne da leider keine Umfrage, die die tatsächlichen Meinungsverhätlnisse aufzeigt.
Es ist natürlich sehr günstig, wenn man Nachfragen nach Belegen damit abschmettern kann, dass das alles wieder ausm Netz genommen wurde. Ich denke sehr stark, dass das entweder komplett auf der Wayback-Machine zu finden ist, oder es mindestens Artikel in der Lokalpresse darüber gab. Besonders letzteres kann man eigentlich gut finden. Der Protest der mir bei der Bonner Straße bekannt ist beschränkt sich allerdings auf die üblichen Öl-gesponsorten „Umwelt“verbände, die gegen die Abholzung von Bäumen sind (weil Bäume so viel wichtiger als klimafreundliche Mobilität sind?), und natürlich gibt es niemanden der die viel zu lange Bauzeit gut findet. Besonders das Thema HF vs. NF wird irgendwie immer viel größer gemacht als es eigentlich ist. Dass man in engen Straßen NF besser findet ist mir klar, in der Mitte einer großen Straße wie der Bonner Straße macht das aber absolut keinen Unterschied. Auch die Luxemburger Straße wäre bspw. kein bisschen besser, wenn man dort NF statt HF hätte.
Von dem was ich bisher so von Leuten die in der Nähe der Bonner Straße wohnen gehört habe wird das Ende der Bauarbeiten und die Einführung der Stadtbahn heiß erwartet (dauert ja noch bis 2027 wenn ich mich recht entsinne). Leute die an der Straße selbst wohnen kenne ich leider keine.
Zuerst behauptest du es gäbe keinen Grund sich in der Innenstadt aufzuhalten, nur um dann viele verschiedene Gründe zu nennen. Natürlich halte ich mich da nicht andauernd auf, aber man kommt aus verschiedenen Gründen immer wieder dorthin. Meistens bin ich auch wenn ich etwas einkaufe eher zweckorientiert dort, aber manchmal möchte man auch einfach (mit Freunden) durch die Straßen schlendern und schauen was es in den Schaufenstern so gibt, was man auf der Breiten Straße eigentlich sehr gut machen kann, abgesehen von der fehlenden Verbindung zur Hohen Straße, weil hier die Nord-Süd-Fahrt verläuft.
Spazieren gehen tut man aus einem ganz anderen Grund, und wenn du der Meinung bist dass man Grünflächen nicht unterbrechen darf sollte man jetzt sofort ebenfalls alle Verbindungen durch den äußeren Grüngürtel kappen, in dem ich gerne spazieren bin (besonders gerne am den Decksteiner Weiher). Das wird aber nicht gemacht, obwohl die Trennungswirkung von bspw. 18+Luxemburger Straße viel größer ist, als die irgendeiner Straße über die wir ansonsten geredet haben, da es hier, außer ganz am Rand direkt am Militärring, gar keine Querungsmöglichkeiten gibt (was ich auch stark kritisiere). Eine Stadtbahnlinie durch den Stadtwald würde diesen weniger zerschneiden als es Kitschburger Straße und insbesondere der Militärring bereits tun, da dort ja nur alle 10 (oder sogar nur 20) Minuten eine Bahn pro Richtung fahren würde, während auf den Straßen viele Autos pro Minute fahren, sodass man in den meisten Fällen nennenswerte Wartezeiten hat bevor man die Straße überqueren kann.
Hat irgendjemand behauptet, dass man nicht mehr mit dem Auto in die Innenstadt fahren dürfen soll? Besonders wenn man über Tagesrandlagen wo kein Busse mehr fahren spricht gibt es ja noch nicht mal mehr viel Verkehr auf den Straßen. Tatsächlich bezweifele ich allerdings sehr stark, welcher Anteil der Leute tatsächlich gerade deshalb Auto fährt. Wie du selbst sagst, macht man dann nur alle 10 Jahre einen Trip in die Innenstadt um Kleidung zu kaufen. Wenn man annimmt, dass ganz Köln so handelt wie du, macht das 1.000.000 / 10 / 365 = 274 Leute pro Tag, und in Wirklichkeit gehen die meisten Leute häufiger aber dafür kleiner Einkaufen, sodass man das ganze ohne Probleme mit dem ÖPNV erledigen kann, sodass diese Zahl noch viel zu hoch geschätzt sein dürfte. Für die Kleidungskäufer, und auch generell für die Großeinkäufer, gibt es viel mehr als genug Straßenraum in der Kölner Innenstadt.
Ich kenne Rheincenter, Hürth-Park, Opern-Passagen und Köln-Arcaden selbst. In den letzten Jahren war das Einkaufszentrum, dem es bei weitem am schlechtesten geht, immer der Hürth-Park, der der einzige in dieser Liste ist der keine ÖPNV-Anbindung hat (eigentlich sollte ja eine Stichstrecke der 18 gebaut werden, da hört man aber schon seit Ewigkeiten nichts mehr von). Bei den Köln-Arcaden sollen die Parkhäuser zugunsten anderer Nutzungen reduziert werden, da läuft derzeit noch der Architektenwettbewerb.
Hat jemand vorgeschlagen die beiden durchlaufenden Fahrspuren zu entfernen? Ich würde eine durchlaufende Fahrspur zugunsten einer Straßenbahn aufgeben und die äußersten Spuren (derzeit meistens Abbiegespuren) für Radwege benutzen. Ganz ohne die Nord-Süd-Fahrt geht es derzeit nicht, aber auch das könnte sich in Zukunft noch ändern, natürlich mit Ausnahmen für Handwerker und Lieferanten.
Und wir sind wieder bei den Schwachsinnsargumenten. Eigentlich sollten sich alle Einsatzfahrten darüber freuen wenn Autospuren zu breiten Fahrradwegen werden, da Fahrräder einem viel schneller Platz machen können als Autos. An den Ringen sind die Radwege in Köln größtenteils breit genug um selbst Feuerwehrfahrzeuge aufzunehmen, die Polizei und der Rettungsdienst kommen hier sicher durch. Auch wenn man Straßenbahnstrecken baut kann man diese in eine Fahrbahn einbauen, die Bussen und Rettungskräften ebenfalls die Nutzung der Strecke erlauben. Das sind gelöste Probleme, was viele Leute aber nicht einsehen wollen, da man sich immer wieder Ausreden sucht, um irgendwie weiterhin in der Innenstadt Auto fahren zu dürfen.
„Eine Stadtbahnlinie durch den Stadtwald würde diesen weniger zerschneiden als es Kitschburger Straße und insbesondere der Militärring bereits tun, da dort ja nur alle 10 (oder sogar nur 20) Minuten eine Bahn pro Richtung fahren würde, während auf den Straßen viele Autos pro Minute fahren, sodass man in den meisten Fällen nennenswerte Wartezeiten hat bevor man die Straße überqueren kann.“
a) In den 1970er und 1980er Jahren gab es den offiziellen, von der Stadt Köln propagierten Plan, den Militärring ab der Aachener Straße in Richtung Süden weitestmöglich in einen Tunnel zu legen. Dazu ist es damals aus Kostengründen leider nicht gekommen. Heute ist es dafür ohnehin zu spät. Das ist sehr bedauerlich !
b) Über die Kitschburger Straße haben wir bereits ausführlich besprochen. Anders als mir meine damaligen Quellen in Köln zugetragen hatten, wurde diese Straße nunmehr doch nicht dauerhaft gesperrt. Es bleibt bei der Sperrung von Freitagabend bis Sonntagabend, sowie natürlich an Feiertagen. Das ist zwar keine optimale Lösung, aber es ist das beste, was man erreichen konnte. Mir persönlich kann es egal sein, denn ich wohne bekanntlich nicht mehr in Köln.
c) Nein, eine leise, aber schnell durch den Stadtwald düsende Stadtbahnlinie ist zwar selbstverständlich umweltfreundlicher (im Sinne der entstehenden Lärm- und Abgasbelastung) als eine Straße, würde dort aber eine weitaus größere Gefahr für Kinder, Hunde und andere freilaufende Tiere darstellen. Denn auf einer Hauptstraße gibt es zu Tageszeiten, in denen Kinder und Haustiere üblicherweise draußen sind, ununterbrochenen Verkehr. Das merken sowohl die Kinder als auch die Tiere und halten sich von dieser Straße fern. Bei einer Stadtbahnstrecke liegt der Fall aber leider anders – hier passiert ja, wie du selbst sagst, auch zu Hauptverkehrszeiten minutenlang rein gar nichts. Deshalb fassen Kinder und Tiere Vertrauen zu diesem Ort, den sie wegen des Mangels an wahrnehmbarer Gefährdung für sicher halten, und bleiben dort unbesorgt stehen, um die Gegend zu erkunden. Und dann werden sie von der leise, aber blitzschnell herannahenden Stadtbahn gnadenlos umgemäht…
Ich weiß natürlich, dass der Äußere Grüngürtel von den Stadtbahnlinien 7 und 18 durchquert wird. Dort aber hat man die jeweiligen Strecken beiderseits durch das Anlegen breiter Schneisen im Wald und durch das Ausheben tiefer Gräben weitgehend gesichert, um Kinder, Tiere oder andere Trespasser von einem unbedachten Betreten der Bahnanlagen abzuschrecken.
„Zuerst behauptest du es gäbe keinen Grund sich in der Innenstadt aufzuhalten, nur um dann viele verschiedene Gründe zu nennen.“
Ich habe nicht gesagt, es gäbe KEINEN GRUND, sich in der Innenstadt aufzuhalten. Ich habe nur gesagt, dass ich niemals in die Innenstadt fahren würde, ohne dort ein bestimmtes Ziel zu verfolgen. Davon gibt es natürlich viele, z.B. Einkaufen, Freunde treffen, ein Museum eine Oper oder ein Schauspiel zu besuchen (für die beiden letzteren Punkte ist das Timing momentan gerade etwas ungünstig) – oder aber, was ich ausdrücklich erwähnt habe, um auswärtigen Besuchern den Dom und das Rheinufer zu zeigen. Manche interessieren sich auch zusätzlich noch für die Romanischen Kirchen oder für das Schokoladenmuseum.
Aber alle diese Punkte sind für mich zweckgebundene Aktivitäten. Ich würde niemals ohne irgendeine derartige Zweckbestimmung einfach so in die Kölner Innenstadt losmarschieren. Aber jeder eben genau so, wie er (oder sie) mag…
„Spazieren gehen tut man aus einem ganz anderen Grund…“
Häää (?), aus welchem anderen Grund denn, als mit einem selbst nahestehenden Menschen eine schöne Zeit zu verbringen ? Für mich jedenfalls ist GENAU DAS der Grund – vielleicht hast du selbst ja andere Gründe für das Spazierengehen, die ich nicht ohne weiteres nachvollziehen kann.
Macht nichts, das ist dann eben Diversity der Lebenseinstellungen. Okay, man kann natürlich durchaus auch in der Innenstadt zweckfrei spazieren gehen, auch wenn ich das selbst niemals tue. Aber in diesem Fall sucht man doch ohnehin das tosende Leben und nicht etwa eine ruhige Umgebung wie im Wald. Dass in dieser Situation die Überquerung einer einzelnen Straße derartigen Verdruss bereiten sollte, ist für mich nur schwer nachvollziehbar. Zumal du die Straße, wie du selbst sagst, ja gar nicht etwa komplett entfernen sondern nur auf EINE Autospur pro Richtung verschmälern willst. Dies würde massive Staus verursachen, was der Luft- und generellen Aufenthaltsqualität vor dem Opernhaus ganz gewiss nicht zugute kommt.
„Hat jemand vorgeschlagen die beiden durchlaufenden Fahrspuren zu entfernen? Ich würde eine durchlaufende Fahrspur zugunsten einer Straßenbahn aufgeben und die äußersten Spuren (derzeit meistens Abbiegespuren) für Radwege benutzen.“
Und wie bitte willst du das machen, ohne zumindest EINE der beiden durchlaufenden Fahrspuren ersatzlos umzuwidmen ? Dies bedarf sicherlich einer näheren Erklärung – es wäre geradezu die Quadratur des Kreises.
„Hat irgendjemand behauptet, dass man nicht mehr mit dem Auto in die Innenstadt fahren dürfen soll? Besonders wenn man über Tagesrandlagen wo kein Busse mehr fahren spricht gibt es ja noch nicht mal mehr viel Verkehr auf den Straßen.“
Samstag Nachmittag (wovon ich primär gesprochen habe) ist keine Tagesrandlage, sondern stattdessen Einkaufs-Prime-Time – und es ist eine der Hauptverkehrszeiten in der Kölner Innenstadt. Übrigens auch in den Einkaufscentern und zudem im Einkaufsgebiet Köln-Marsdorf. Letzteres merkt man sehr deutlich an den langen Staus am frühen Samstag Nachmittag stadtauswärts auf der Dürener Straße.
„In den letzten Jahren war das Einkaufszentrum, dem es bei weitem am schlechtesten geht, immer der Hürth-Park…“
Mag sein, Hürth ist eben bislang noch keine so kaufkräftige Umgebung wie der Kölner Westen und Süden. Das ändert sich aber langsam.
„Bei den Köln-Arcaden sollen die Parkhäuser zugunsten anderer Nutzungen reduziert werden…“
Ja, weiß ich, der Kölner Osten ist im Großen und Ganzen leider zumindest bislang noch nicht so kaufkräftig wie der Kölner Westen. Die östlichen Randgemeinden sind hingegen pro Kopf kaufkräftiger als die Stadt Köln selbst, aber die haben ihre eigenen Einkaufszentren.
„Und wir sind wieder bei den Schwachsinnsargumenten. Eigentlich sollten sich alle Einsatzfahrten darüber freuen wenn Autospuren zu breiten Fahrradwegen werden, da Fahrräder einem viel schneller Platz machen können als Autos. An den Ringen sind die Radwege in Köln größtenteils breit genug um selbst Feuerwehrfahrzeuge aufzunehmen, die Polizei und der Rettungsdienst kommen hier sicher durch. Auch wenn man Straßenbahnstrecken baut kann man diese in eine Fahrbahn einbauen, die Bussen und Rettungskräften ebenfalls die Nutzung der Strecke erlauben. Das sind gelöste Probleme, was viele Leute aber nicht einsehen wollen, da man sich immer wieder Ausreden sucht, um irgendwie weiterhin in der Innenstadt Auto fahren zu dürfen.“
Diese deiner Meinung nach angeblichen „Schwachsinnsargumente“ habe nicht ich selbst ausgebrütet, sondern die stammen aus dem Lokalteil der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, mit der ich übrigens keineswegs ein generelles Problem habe, wie du mir böswilliger Weise unterstellen willst – und zwar nur deshalb, weil ich EINEN EINZIGEN ARTIKEL dieser Zeitung kritisiert habe. In Wirklichkeit handelt es sich bei der FAZ um meine hoch geschätzte Lieblingszeitung, die ich stets und immer gern lese und natürlich auch abonniert habe.
Die Frankfurter Innenstadt, in der ich persönlich schon länger nicht mehr war, scheint in außerordentlich drastischer Weise verkehrsberuhigt worden zu sein – und dies führt, so zumindest die FAZ, dazu, dass sich die Zeitspannen, die Rettungsfahrzeuge benötigen, um an ihre Einsatzorte zu gelangen, in Teils gefährlicher Weise verlängert haben. Aus Köln habe ich derartiges bislang noch nicht gehört. Aber hier gab es (bislang) ja auch nur eine sehr moderate Verkehrsberuhigung. Und du scheinst dies ja gerade ändern zu wollen und in die Frankfurter Richtung zu gehen.
„Es ist natürlich sehr günstig, wenn man Nachfragen nach Belegen damit abschmettern kann, dass das alles wieder ausm Netz genommen wurde. Ich denke sehr stark, dass das entweder komplett auf der Wayback-Machine zu finden ist, oder es mindestens Artikel in der Lokalpresse darüber gab. Besonders letzteres kann man eigentlich gut finden.“
Hier hast du die Homepage der von mir erwähnten Bürgerinitiative – eigentlich wollte ich sie nicht mehr heraussuchen, da die Würfel bzgl. des Ausbaus der Bonner Straße ja schon längst gefallen sind. Da du mich hier aber anscheinend der Unehrlichkeit (oder gar des Betrugsversuches ? ) bezichtigen zu wollen scheinst, bin ich natürlich mehr oder minder gezwungen, den längst veralteten Kram hier doch noch einzustellen, obwohl ich selbst es für überflüssig halte.
Viel Spaß damit !
https://www.koeln4.de/s/pli/p/linie6.php
Hier galt soweit ich das verstanden habe tatsächlich das Argument der Erreichbarkeit durch Rettungsdienste, die sonst zeitraubend die Schranken hoch- und runterfahren müssten. Finde ich schade, ist aber auch nachvollziehbar.
Die Strecke der 18 ist kein bisschen geschützt, dort verläuft direkt entlang der Strecke ein Weg ohne auch nur einen Zaun dazwischen, obwohl die Bahnen hier regelmäßig die Streckenhöchstgeschwindigkeit von 80km/h fahren. Bei der 7 ist das zwar etwas anders da die meisten Wege hier quer zur Strecke verlaufen, Anlagen die die Strecke wirklich direkt davor schützen gibt es aber auch da nicht wirklich. Aber auch wenn man sagt, dass man die Strecke durch den Stadtwald besonders schützen muss, weil dort natürlich mehr Kinder unterwegs sind als weiter draußen im Grüngürtel, kann man dies durch dementsprechend bessere Anlagen auch umsetzen, etwa Zäune entlang der Strecke und Lichtsignale wenn eine Bahn kommt. Dass Eltern ihren Kindern beibringen müssen wo sie sich aufhalten können und nicht sollte offensichtlich sein, dazu gehört dann eben auch, dass man hier den Kindern zeigt, dass dort Stadtbahnen mit vergleichsweise hoher Geschwindigkeit fahren (die man ebenfalls als Sicherheitsmaßnahme auf 50 begrenzen könnte, wenn einem der Rest noch nicht reicht).
Ich weiß nicht warum du hier darüber ausholst warum man spazieren gehen sollte oder nicht? Wir stimmen uns doch überein, dass die Frezeitaktivitäten die man in der Innenstadt macht tendenziell zweckgebunden sind, was eben genau der Unterschied zum Spazieren gehen ist den ich meine? Spazieren gehen tun wohl tatsächlich die wenigsten in der Innenstadt, aber das habe ich auch nie anders behauptet?
Du meintest, man darf nicht beide der durchlaufenden Fahrspuren entfernen („Es wäre komplett unvernünftig, die Straße ihrer zwei durchlaufenden Fahrspuren je Richtung zu berauben.“), also habe ich gesagt, dass ich auch nur eine pro Richtung entfernen will. Jetzt darf man plötzlich gar keine Fahrspuren mehr entfernen? Leg dich doch mal bitte auf deine eigene Meinung fest!
Dass du primär den Samstagnachmittag meinst war mir nicht klar, ich hatte eher die Wochentage ab 19:00 verstanden. Busse Samstags nur bis mittags fahren zu lassen ist tatsächlich sehr unsinnig, aber ein ganz anderes Problem. Dass Samstagnachmittags ähnlich voll wie die Berufspendlerzeiten ist, ist mir (leider) ebenfalls vertraut. Aber welche Parkhäuser in der Innenstadt erreicht man denn über die Nord-Süd-Fahrt? Die großen die ich als Fußgänger kenne liegen entweder nah an der Ost-West-Achse oder nahe der Rheinuferstraße, das könnte aber tatsächlich einfach eine Wissenslücke bei mir sein.
Und durch die fehlende ÖPNV-Anbindung an Köln kommen halt auch nur wenige kaufkräftige Kölner dorthin. Mit der Stichstrecke wären große Teile von Sülz und Klettenberg schneller dort als am Neumarkt, genau diese fehlt aber.
Was hat das alles mit der Kaufkraft jetzt damit zu tun, dass hier ganz klar wird, dass den Einkaufszentren Kunden die mit dem Auto kommen anscheinend doch nicht ganz so wichtig sind?
Das hätte ich anders ausdrücken sollen, ich meinte tatsächlich, dass du die FAZ dann bezüglich dieses einen Artikels kontaktieren sollst.
Ich kenne mich in Frankfurt absolut nicht aus, dazu kann ich hier nicht weiter reden. Wie du selbst sagst gab es in Köln bisher eine eher moderate Verkehrsberuhigung, die bei Handwerkern nicht beliebt ist, für Rettungskräfte aber unproblematisch (oder wie ich gerade argumentiert habe eventuell sogar positiv) ist. Eigentlich meine ich mal Statistiken zu den Einsatzzeiten des Rettungsdienstes in Köln gesehen zu haben, da konnte ich gerade aber nichts zu finden. Warum jetzt eine fast komplett freie Spur auf der Nord-Süd-Fahrt die Einsatzzeiten verlängern soll verstehe ich immer noch nicht.
Bitte schau noch mal nach was Betrug ist, ein Betrugsversuch kann das hier nämlich auf keinen Fall sein. Durch Zufall habe ich diese Seite bei einer anderen Suche die mit diesem Thema eigentlich nichts zu tun hatte auch selbst schon gefunden. Die Argumente die auf dieser Seite genannt werden sind häufig völliger Humbug, warum sollen etwa Bäume die für die HF-Strecke gefällt werden müssen bei einer NF-Strecke plötzlich stehen bleiben können? Aber ich glaube das müssen wir nicht ausdiskutieren, und ich bin mir recht sicher dass wenn irgendwann in 5-6 Jahren hoffentlich endlich die gesamte Nord-Süd-Stadtbahn fertig ist auch die Anwohner der Bonner Straße mit der direkten schnellen Verbindung zum Heumarkt und zum Hauptbahnhof zufrieden sein werden, auch wenn eine NF-Stadtbahn andere Vorteile hätte. Ich glaube inzwischen muss man da auch keine Diskussionen mehr anfangen, da längst mit dem Bau begonnen wurde (auch wenn man davon irgendwie noch immer wenig sieht, außer der großen Anzahl an Absperrungen).
@Jan_Lukas
Dieser Thread ist schon seit dem letzten Sommer inaktiv – und deshalb wollte ich hier eigentlich nichts mehr schreiben, obwohl ich bzgl. der mir von dir in deinem letzten Kommentar entgegengehaltenen Punkte durchaus noch etwas zu sagen gehabt hätte.
Jetzt aber habe ich mich endlich doch dazu durchgerungen, dir noch einmal kritisch gegenüber zu treten, obwohl mir durchaus klar ist, dass dies wegen deiner Machtposition als Administrator dieses Forums für mich mit dem ernsthaften Risiko verbunden ist, dauerhaft gesperrt zu werden.
Dennoch bin ich überzeugt davon, dass man zweifelhaften Positionen auch dann entgegentreten sollte, wenn dies eventuell zu persönlichen Nachteilen führen könnte. Da sehe ich mich dann ganz einfach als Widerstandskämpfer im Sinne Martin Luthers, der ja einst auf dem Reichstag von Worms im Jahre 1521 als Antwort auf die ihm vom Kaiser und von den weltlichen und geistlichen Fürsten vorgehaltene Aufforderung zum Widerruf seiner angeblichen „Irrlehre“ des Protestantismus mit dem berühmten Ausspruch antwortete: „Hier stehe ich – ich kann nicht anders.“
In den lange vergangenen 1970er Jahren habe ich in Köln eine Ausbildung zum Industriekaufmann absolviert. Damals war es gerade ganz groß Mode, aufwändige Einkaufszentren zu errichten – diese galten als Ausweis von Fortschritt und Modernität.
Diese Auffassung wurde uns damals auch in der Berufsschule von unserem Lehrer im Fach „Allgemeine Wirtschaftslehre“ nahegebracht, der dabei auch äußerst eindringlich das Erfordernis einer guten Straßenanbindung dieser Einkaufszentren betonte.
Ich habe ihm diesbezüglich auch nicht widersprochen, habe ihm aber gleichwohl zu bedenken gegeben, dass eine bloße Straßenanbindung der EKZ deutlich zu einseitig sei und unbedingt durch eine hochwertige ÖPNV-Anbindung ergänzt werden müsse.
Das kam damals bei diesem Lehrer (und auch in der Berufsschulklasse insgesamt) überhaupt nicht gut an.
Dieser Lehrer verstieg sich sogar zu der Behauptung, wer nicht mit dem Auto zum Einkaufen fahre, verfüge generell über keine nennenswerte Kaufkraft. Das ist in dieser Verallgemeinerung natürlich evidenter Blödsinn !
Wie ihr aus dieser Episode entnehmen könnt, bin ich stets und immer gegen Einseitigkeit.
Und genau deshalb, weil ich gegen Einseitigkeit bin, kann ich deine folgende Bemerkung ebenfalls nicht unwidersprochen hinnehmen – du schreibst nämlich:
„Was hat das alles mit der Kaufkraft jetzt damit zu tun, dass hier ganz klar wird, dass den Einkaufszentren Kunden die mit dem Auto kommen anscheinend doch nicht ganz so wichtig sind?“
Du glaubst also in vollem Ernst, dass den Köln-Arcaden Kunden, die mit dem Auto kommen, generell „nicht ganz so wichtig sind“ ?
Und das, obwohl die Köln-Arcaden ja bekanntlich ausreichend Parkraum zur Verfügung haben und dieser Parkraum durch die Erhebung von Parkgebühren zusätzliche Einnahmen generiert ?
Bei allem Respekt – diese Vermutung widerspricht allen vernünftigen betriebswirtschaftlichen Überlegungen. Du selbst kannst nur aus ideologischen, nicht etwa aus rationalen Gründen zu diesem Schluss gekommen sein.
Stattdessen ist der Grund für den Rückbau der Parkplätze ein anderer – und der hat wiederum mit der mangelnden Kaufkraft im zentralen Teil des rechtsrheinischen Köln zu tun. In den die Köln-Arcaden umgebenden Stadtteilen Kalk, Humboldt, Gremberg, Höhenberg und Vingst (die zu den ärmsten im Kölner Stadtgebiet gehören) gibt es einfach nicht sehr viele Menschen, die sich ein eigenes Auto leisten können.
Und falls sie sich doch eines leisten können, haben sie ihre Kaufkraft damit bereits weitgehend ausgeschöpft und müssen sich bzgl. ihres sonstigen Konsums erheblich einschränken. Sie fahren also nur äußerst selten mit dem Auto zum Einkaufszentrum, weil sie sich die dort angebotenen höherpreisigen Waren nur in sehr begrenztem Ausmaß leisten können.
Das bedeutet, dass es in den Köln-Arcaden nur einen geringen Bedarf an Parkplätzen gibt. Parkplätze, nach denen keine Nachfrage besteht, erwirtschaften natürlich auch keine Parkgebühren, verursachen aber trotzdem erhebliche Unterhaltskosten. Es liegt daher auf der Hand, dass sich daraus ein Minusgeschäft ergibt.
Deshalb ist es für die Köln-Arcaden sinnvoll und völlig rational, das Angebot an Parkplätzen an die vorhandene Nachfrage anzupassen und somit die Zahl der Parkplätze zu verringern.
Genau das ist im letzten Sommer passiert. Mit der generellen Bedeutung autofahrender Kunden für Einkaufszentren hat dies jedoch absolut nichts zu tun – nur mit der eingeschränkten Nachfrage nach Parkplätzen unter den oben geschilderten Bedingungen.
Die Köln-Arcaden bieten natürlich immer noch in gewissem Ausmaß Parkplätze an, z.B. für Kunden, die aus weiter entfernten, kaufkräftigeren Stadtteilen Kölns (oder sogar aus Nachbarstädten wie z.B. aus den sehr kaufkräftigen Ortschaften Bergisch Gladbach, Overath, Rösrath oder Lohmar) anreisen.
Du kannst ganz sicher sein, dass dem Center Management der Köln-Arcaden diese von weither anreisenden Kunden auch weiterhin sehr „wichtig“ sind, denn diese haben ja bereits in eine längere Autofahrt investiert, um überhaupt zu den Köln-Arcaden zu gelangen.
Diese „versunkene“ (auch bei Nichtkauf nicht wiederzugewinnende) Investition stachelt im besonderen Maße ihre Kauflust an. Nach dem Motto „Wenn wir schon einmal so weit gefahren sind, müssen wir auch kräftig zugreifen.“
Im Endergebnis kommen diese Kunden zwar seltener in die Köln-Arcaden, kaufen aber pro Anfahrt deutlich mehr als die mit dem ÖPNV, mit dem Fahrrad oder auch zu Fuß angereisten Kunden. Denn sie habe in die weite Anfahrt investiert und wollen, dass sich das jetzt auch lohnt.
Hier noch ein Artikel zum gleichen Thema aus der Frankfurter Neuen Presse (FNP). Du weißt ja, ich bin neben meiner Heimatstadt Köln auch der Stadt Frankfurt sehr verbunden, weil ich dort lange gewohnt und mich sehr wohlgefühlt habe, und deshalb halte ich bis heute Abonnements der dort erscheinenden Zeitungen FAZ und FNP.
https://www.fnp.de/frankfurt/wir-brauchen-hilfe-frankfurts-einkaufsstrassen-schlagen-alarm-94236381.html
Ein weiterer Punkt, der mich an deinen Ausführungen gestört hat, ist deine folgende spitze Bemerkung:
„Bitte schau noch mal nach was Betrug ist, ein Betrugsversuch kann das hier nämlich auf keinen Fall sein.“
Du kannst mir ruhig glauben, dass mir § 263 StGB, der den Tatbestand des Betruges regelt, bekannt ist, denn ich habe nach Abschluss meiner Kölner Industriekaufmanns-Ausbildung an der Universität Heidelberg Jura studiert und dieses Studium dann auch erfolgreich mit dem Ersten juristischen Staatsexamen abgeschlossen.
Zugegeben, das ist schon etwas länger her, nämlich über 40 Jahre. Aber die Grundsätze der Betrugsdefinition sind seit damals gleichgeblieben.
Ich weiß natürlich, dass du mir unter die Nase reiben willst, dass bei einem Betrug ein Vermögensschaden auf Seiten des Opfers entstehen muss, dem dann ein Vermögensvorteil beim Täter oder einem Dritten gegenübersteht. Damit hast du völlig recht.
Wir sind hier aber nicht in der juristischen Vorlesung (und schon gar nicht in einer Prüfungssituation), sondern in einem nicht-juristischen ÖPV-Forum. Und dort ist es durchaus erlaubt, Begriffe gemäß dem allgemeinen, nicht-juristischen Sprachgebrauch zu verwenden.
Im allgemeinen Sprachgebrauch geht es beim „Betrug“ nicht unbedingt um Vermögensvorteile und Vermögensschäden, sondern ganz generell um krass unehrliches Verhalten.
So war z.B. über Jahre hinweg in der Öffentlichkeit vom 2011 aufgedeckten „Promotionsbetrug“ des Freiherrn zu Guttenberg (und vieler, vieler anderer vor und nach ihm) die Rede, obwohl dabei niemandem ein Vermögensschaden zugefügt worden war.
Und wenn jemand sagt, „Herr Müller hat seine Frau betrogen.“, ist damit auch wohl nur in den allerseltensten Fällen eine rechtswidrige Vermögensverschiebung gemeint, sondern ein gänzlich anderes Fehlverhalten, welches ich hier wohl nicht näher ausführen muss.
Übrigens:
Nach dem Ersten Staatsexamen habe ich die Lust an der Juristerei weitgehend verloren und habe meine Referendarzeit daher nicht angetreten. Stattdessen bin ich nach Südafrika, in das Geburtsland meines Vaters, ausgewandert und habe dort einen MBA-Studiengang absolviert (in Pretoria, dem Regierungssitz im Landesinneren). Danach habe ich dort auch mehrere Jahre lang gearbeitet (und zwar in Kapstadt, dem Sitz des Parlaments, und in der Region von Port Elizabeth an der Südküste).
Als letztes möchte ich noch kurz anmerken, dass ich mit dem Typen, der auf der Bonner Straße unbedingt eine Niederflurbahn bauen will, keineswegs identisch bin. Ich stimme mit seinen Auffassungen NICHT überein und befürworte stattdessen das offizielle Bauvorhaben der Stadt Köln. Ich habe seine Pläne hier nur verlinkt, um deutlich zu machen, dass es auch im ÖPNV-Bereich stets und immer alternative Meinungen gibt. Ich habe nicht erwartet, seine Sichtweise würde dich überzeugen – mich selbst überzeugt sie schließlich auch nicht.
Aber:
Ich empfinde deine Kritik an seinen Ausführungen als deutlich zu harsch und zu emotional, denn es ist keineswegs alles kompletter Schwachsinn, was er schreibt, sondern er setzt eben einfach andere Prioritäten als du und ich.
Du schreibst:
„Die Argumente die auf dieser Seite genannt werden sind häufig völliger Humbug, warum sollen etwa Bäume die für die HF-Strecke gefällt werden müssen bei einer NF-Strecke plötzlich stehen bleiben können?“
Wie bereits gesagt, wünsche ich mir auf der Bonner Straße keine Niederflurstrecke, da diese, seinen vehementen Beteuerungen zum Trotz, einfach nicht sinnvoll in das Kölner Stadtbahnnetz eingebunden werden kann.
Trotzdem glaube ich, dass er insoweit recht hat, dass bei einer speziellen Ausgestaltung einer Niederflurbahn die Rettung mancher Bäume auf dem Südabschnitt der Bonner Straße durchaus vorstellbar wäre.
Z.B. wäre dies dadurch möglich, dass man den südwärts führenden Schienenstrang auf die parallel zur eigentlichen Bonner Straße verlaufende Busspur verlegt, wo der Ein- und Ausstieg dann, anders als bei einer Hochflurbahn, vom Bürgersteg aus mit Hilfe nur geringfügig erhöhter „Fahrgastwechselkaps“ erfolgen könnte.
Dadurch könnten die Bäume zwischen der Bonner Straße und ihrer Parallelspur tatsächlich weitgehend stehen bleiben. Ich glaube, dass er uns mit seinen Ausführungen diese Lösung nahebringen will.
Mich persönlich hat er damit nicht überzeugt, da ich andere Prioritäten setze. Ich respektiere aber auch die Prioritäten von Andersdenkenden und mache sie deshalb niemals lächerlich.
Sperrungen nehmen wir dann gemeinsam als Team vor wenn Leute widerholt unsere Regeln missachten. Ich selbst schlage im Team auch nicht die Sperrung von Nutzern aufgrund von Diskussionen vor in denen ich selbst zu großen Teilen beteiligt war.
Bei Kommentaren sind diese Regelmissachtungen dabei meistens persönliche Angriffe. Davon bist und warst du, soweit ich das weiß, auch immer deutlich entfernt. Ich kann mich nicht daran erinnern dass eine Sperrung deines Accounts im Raum stand.
Dass ich dir inhaltlich in großen Teilen widerspreche ist natürlich weiter so, das hat dann aber nichts mit meiner Rolle als Admin zu tun. Die ganzen persönlichen Anekdoten spare ich bei der Antwort aus.
Deinen Ausführungen zu dem Thema würde ich zustimmen, ich sehe das aber nur als Bestätigung meines Punktes. Wenn die Hauptkundschaft keine Autofahrer sind, dann sind dem Einkaufszentrum die Autofahrer insgesamt eben auch nicht so wichtig wie die anderen Gruppen insgesamt die dort einkaufen. Dass der Grund dafür die Kaufkraft ist kann sein – oder es kann sein, dass in großen Städten selbst Leute mit hoher Kaufkraft regelmäßig Bahn fahren, weil man so Zeit und Geld spart, insbesondere wenn man zuhause keinen festen Parkplatz hat. Die Realität wird ein Teil von beidem sein, in dieser Gegend aber wohl tatsächlich zu einem großen Teil die Kaufkraft.
Ich selbst war allerdings auch seit wahrscheinlich 10 Jahren nicht mehr in den Köln-Arcaden, viel weiter darüber reden kann ich also nicht. Damals ging es dem Einzelhandel in Deutschland noch besser als das heute der Fall ist, sodass mein Eindruck von damals wahrscheinlich gar nicht mehr so gut ist.
Das stimmt natürlich, aber ich glaube da unterschätzt man wie viel mehr Leute solche Einkaufszentren in der Stadt per Fuß/Fahrrad/ÖPNV besuchen. Ich habe bei mir zwar kein Einkaufszentrum in der Nähe, aber die lokale Einkaufsstraße wird mindestens wöchentlich besucht, die Innenstadt mit dem ÖPNV wahrscheinlich ein Mal im Monat, ein Einkaufszentrum mit dem Auto hingegen nur 1-3 Male im Jahr. Selbst wenn die Kaufkraft der umliegenden Stadtteile anwachsen würde, würden die Köln-Arcaden immer noch sehr viel Fuß- und Radverkehr sehen. Für den ÖPNV-Verkehr fehlt ein wenig eine Tangentialverbindung, aber wo es passt würden auch hier weiterhin viele Leute Bahn fahren.
Ich habe nach Quellen für deine Behauptungen gefragt, du hast daraufhin behauptet ich würde dich des Betrugs beschuldigen. Daraufhin habe ich gesagt dass Betrug dafür völlig das falsche Wort ist, sowohl im juristischen Sinne wie du das sagst, aber auch im gemeingebräuchlichen Sinne. Auch die von dir genannten Beispiele wie Promotionsbetrug sorgen ja für das Erhalten von etwas – in dem Fall einem Titel. In einer Diskussion auf LiniePlus kann man hingegen zwar durchaus Lügen, aber dafür kriegt man genau gar nichts zurück. Daher kann man das aus meiner Ansicht kein bisschen Betrug nennen. Ich wollte einfach nur Quellen haben, die hast du auch geliefert und gut ist.
Das sind lösbare Probleme, auch HF-Bahnsteige können Bäume beinhalten, siehe die Station Sülzgürtel. Daher die Formulierung „Humbug“.
Okay, belassen wir es dabei – ich denke, wir haben unsere Positionen weitgehend angenähert. Die noch verbleibenden Differenzen müssen wir nicht unbedingt ausdiskutieren.
„…es kann sein, dass in großen Städten selbst Leute mit hoher Kaufkraft regelmäßig Bahn fahren, weil man so Zeit und Geld spart, insbesondere wenn man zuhause keinen festen Parkplatz hat.“
Ja, bei dieser Aussage von dir kann ich mitgehen. Menschen mit höherer Kaufkraft verfügen zwar häufiger über Parkraum als ärmere, weil sie diesen gekauft oder angemietet haben – oder aber, weil sie häufiger in Gebieten mit geringem Parkdruck wohnen, wo man problemlos auf der Straße parken kann. Aber natürlich ist dies nicht immer der Fall. Man kann auch wohlhabend sein – und trotzdem ohne Auto und Parkplatz leben, sofern die ÖPNV-Anbindung stimmt.
Mir ist auch völlig klar, dass es Menschen gibt, die zwar Autos und Parkplätze zur Verfügung haben, aber trotzdem leidenschaftlich gern Bahn, Bus oder Fahrrad fahren. Das ist gut und richtig so – und völlig im Einklang mit den Interessen des Gemeinwohls. Ich bin der letzte, der sich darüber mokieren würde.
Ich selbst bin bis zum Alter von 40 Jahren häufig und gern Fahrrad gefahren, bin dann aber aus Unachtsamkeit mit dem Rad gestürzt und habe mir ein Bein gebrochen. Deshalb radele ich jetzt leider nicht mehr. Ich bewundere aber jeden, der das Radfahren bis ins hohe Alter durchhält.
Als Kind in Köln bin ich in meiner Freizeit mit sämtlichen Straßenbahnlinien (und auch mit vielen Buslinien) von Endstation zu Endstation gefahren, weil ich mir die Streckenführung im Detail anschauen wollte. Später als Erwachsener habe ich das in anderen deutschen und nichtdeutschen Großstädten dann genauso gemacht.
Niemand in meiner Umgebung, weder meine Eltern noch meine Freunde, hatte irgendeine Form von Verständnis dafür, warum ich das gemacht habe. Meine Mutter bekam regelmäßig Wutanfälle, wenn sie herausfand, dass ich zu einer Endstation gefahren war (z.B. nach Benzelrath, Bensberg, Longerich, Thielenbruch oder Zollstock) – und von dort dann direkt wieder zurück nach Hause. Sie hielt das für den Ausdruck einer üblen Perversion oder sogar von Geistesschwäche und wollte mich deswegen ernsthaft in psychologische Behandlung geben, was ich aber strikt verweigert habe.
Streckenführungen des öffentlichen Verkehrs haben mich, trotz aller Widerstände von Familie und Freunden, mein ganzes Leben lang stets interessiert und fasziniert. Das ist auch heute noch der Fall und wird auch immer so bleiben.