4 Kommentare zu “Köln: Neue Anbindung Butzweilerhof (Linie 5)

  1. Eine sehr interessante Idee um Linie 5 von der Straße zu trennen, dieser Vorschlag hängt aber maßgeblich davon ab, wie diese neue Linie 6 dann langfristig funktionieren soll. Für eine Niederflurlinie müssten nicht nur alle Bahnsteige entlang der Strecke umgebaut, sowie am Gürtel neue gebaut werden, es müsste auch in der Innenstadt eine gute Streckenführung gefunden werden, für die auf jeden Fall auch neue Tunnelstrecken nötig werden, da sowohl die Ringe als auch bald die Ost-West-Achse wahrscheinlich untertunnelt sein werden. Erst südlich beim Zülpicher Platz oder nördlich ab der Mollwitzstraße gibt es wieder oberirdische NF-Strecken. Oder soll eine ganz neue oberirdische Strecke durch die Innenstadt gebaut werden? Das alles sind ebenfalls keine günstigen Optionen.

    Fußnote 2: Ich weiß leider nicht, wie viele Gütergleise an dieser Stelle notwendig sind und wie lang diese sein müssen. Falls hier jemand Infos hat, gerne einen Kommentar dalassen!

    Die entfallenden HGK-Gleise dürften kein Problem sein, der Güterverkehr auf der Strecke wird immer weniger, und selbst wenn man die Strecke langfristig für eine anderweitige ÖPNV-Nutzung benutzen möchte braucht man an dieser Stelle nur zwei Gleise, und nicht sechs. Selbst wenn es weiterhin einen Güterbahnhof braucht ist dafür der südliche Teil wichtiger als die sechs Gleise hier.

    Die neue Strecke verlässt hinter der Tunnelhaltestelle Akazienweg höhenfrei die Bestandsstrecke und wird dann entlang der HGK-Strecke oberirdisch zum Butzweilerhof geführt.

    Spannender wird eher der Bau der höhenfreien Ausfädelung. Der Bestandstunnel liegt hier nicht sehr tief, die Ausfädelung müsste also unter diesem liegen, danach aber schnell an Höhe gewinnen, um auf den Bahndamm der HGK-Gleise zu kommen. Bis zum Mühlenweg ist hierfür definitiv genug Platz, der Tunnel würde aber erst deutlich später aufhören als hier eingezeichnet.

    Im folgenden Abschnitt führt die Strecke durch eine Kleingartenanlage. In der Kölnstr. wird ein besonderer Bahnkörper realisiert, notfalls durch eine Einbahnstraßenregelung für den KFZ-Verkehr.

    Die von dir sogenannte „Kölnstraße“ heißt übrigens eigentlich Köhlstraße. Um hier, selbst mit Einbahnstraßenregelung, eine eigene Trasse zu bauen müssten sehr wahrscheinlich Teile der Privatgrundstücke auf mindestens einer Seite der Straße aufgekauft werden. Da halte ich es für einfacher der HGK-Trasse bis zur jetzigen Brücke über diese zu folgen, und dort eine Kurve (r≈110m) zur Bestandsstrecke zu machen. Die HF-Haltestelle würde unverändert bleiben, die perspektivisch nötige NF-Haltestelle könnte auf der anderen Seite der Kreuzung mit der Köhlstraße liegen, die NF-Linie 6 ließe sich außerdem um eine Haltestelle bis zur von-Hünefeld-Straße oder sogar bis zum Ollenhauerring verlängern, auch hier komplett in Seitenlage, wobei eventuell teilweise die Straße ein Stück nach Norden verlegt werden muss und einige Grundstückszufahrten neu geordnet werden sollten, um die Anzahl der Kreuzungen mit der Strecke zu verringern.

    Berechtigte Kritik wäre, dass von diesem Vorschlag nur Butzweilerhof und perspektivisch Pesch/Esch/Auweiler profitieren, Neuehrenfeld und Ossendorf aber nicht. Dort wird aber zumindest der Status Quo erhalten und die längeren Fahrzeiten fallen aufgrund der kürzeren Gesamtfahrzeit nicht so stark ins Gewicht.

    Ob der Status Quo erhalten wird hängt von der (teuren) Anbindung der NF-Linie an die Innenstadt ab. Derzeit sind diese Stadtteile direkt mit dem Hauptbahnhof sowie der Ost-West-Achse verbunden, das wäre mit der langfristigen Linienführung wohl anders, hier muss eine mindestens gleichwertige Anbindung geschaffen werden. Die Strecke als HF-Linie zu belassen geht aber natürlich auch gegen das Ziel dieses Vorschlags, weil so das HF-Netz nicht konsequent vom Straßenraum getrennt wird, wodurch weiter Verspätungen auf das ganze Netz übertragen werden.

    Fußnote 1: Die anderen straßenbündigen Abschnitte im Hochflur-Netz…

    … verlaufen auf ausreichend breiten Straßen, auf denen die Gleise relativ einfach durch Bordsteine vom KFZ-Verkehr getrennt werden könnten (Linie 3 in der Karlsruher Straße, Linien 3/4 im Gotenring, Linie 13 im südlichen Gürtel).
    … sind kurze Abschnitte, die durch die Breiten von Eisenbahnbrücken begrenzt sind, die durch die Aufweittung jener Brücken beseitigt werden könnten (Linie 3 in der Heidelberger Str., Linien 3/4 in der Deutz-Mülheimer-Str. – bereits im Umbau, Linie 4 am Pfälzischen Ring, Linie 18 in der Luxemburger Str.).
    …könnten mit einem relativ einfachen Projekt neu trassiert werden (Linie 4 Berliner Str.).

    Ganz so einfach ist es ja doch leider nicht. Für Linie 18 braucht es schon etwas mehr, wenn an dieser Stelle Stadtbahn, MIV und Radverkehr jeweils eine Spur pro Richtung kriegen sollen (was für den Rest der Luxemburger Straße hoffentlich bald gegeben sein wird, der verlinkte Änderungsantrag wurde vom Verkehrsausschuss ungeändert beschlossen).

    Bei Linie 13 zwischen Zülpicher Straße und Gleueler Straße kann man etwas anders umbauen, sodass noch nicht einmal Fahrspuren des MIV wegfallen müssten, dies wäre erst zwischen der Gleueler Straße und der Dürener Straße wirklich notwendig, wo ebenfalls die vielen Kreuzungen entfallen und (außer für Fußgänger) durch Einmündungen ersetzt werden sollten.

    Linie 3 in der Karlsruher/Heidelberger Straße ist so ein Thema wo ich echt nicht verstehe, warum man hier nicht wirklich einfach jetzt direkt einen Bordstein einbaut. Bei der Haltestelle Waldecker Straße in der Mitte muss die Zahl der Spuren eh auf nur eine reduziert werden, sodass diese Kreuzung so oder so das Bottleneck für den MIV ist. Mehr Spuren davor oder danach bringen rein gar nichts (außer das eine mal in der Woche wo die Müllabfuhr leert).

  2. Vielen lieben Dank für das ausführliche Feedback 🙂

    Die entfallenden HGK-Gleise dürften kein Problem sein, der Güterverkehr auf der Strecke wird immer weniger, und selbst wenn man die Strecke langfristig für eine anderweitige ÖPNV-Nutzung benutzen möchte braucht man an dieser Stelle nur zwei Gleise, und nicht sechs. Selbst wenn es weiterhin einen Güterbahnhof braucht ist dafür der südliche Teil wichtiger als die sechs Gleise hier.

    Danke für die Info, das macht die Planung deutlich einfacher. Ich habe die Tunnelrampe jetzt in die Mitte gelegt, sodass die beiden äußeren Gleise auf jeden Fall erhalten bleiben können. So braucht der Vorschlag auch keine weiteren Grundstücke westlich der HGK-Trasse und ich brauche mir keine Gedanken mehr um das kleine Technikgebäude am Mühlenweg machen.

    Spannender wird eher der Bau der höhenfreien Ausfädelung. Der Bestandstunnel liegt hier nicht sehr tief, die Ausfädelung müsste also unter diesem liegen, danach aber schnell an Höhe gewinnen, um auf den Bahndamm der HGK-Gleise zu kommen. Bis zum Mühlenweg ist hierfür definitiv genug Platz, der Tunnel würde aber erst deutlich später aufhören als hier eingezeichnet.

    Ich habe hier mal ein „wenn möglich“ ergänzt. Höhenfrei wäre natürlich wünschenswert, mit dem vorgeschlagenen Linienkonzept gibt es aber nur 18 Züge pro Stunde und Richtung und ich kann mir angesichts der Kapazität der Anschlussstrecken in der Innenstadt kaum vorstellen, dass es mal mehr als 24 werden. Das wäre im Zweifel auch mit einer höhengleichen Abzweigung fahrbar.

    Die von dir sogenannte „Kölnstraße“ heißt übrigens eigentlich Köhlstraße. 

    Haha ich habe mir die Karte bestimmt 2 Stunden lang angeguckt, aber irgendwie hat mein Gehirn da die ganze Zeit „Kölnstraße“ draus gemacht 😄

    Um hier, selbst mit Einbahnstraßenregelung, eine eigene Trasse zu bauen müssten sehr wahrscheinlich Teile der Privatgrundstücke auf mindestens einer Seite der Straße aufgekauft werden. Da halte ich es für einfacher der HGK-Trasse bis zur jetzigen Brücke über diese zu folgen, und dort eine Kurve (r≈110m) zur Bestandsstrecke zu machen. Die HF-Haltestelle würde unverändert bleiben, die perspektivisch nötige NF-Haltestelle könnte auf der anderen Seite der Kreuzung mit der Köhlstraße liegen, die NF-Linie 6 ließe sich außerdem um eine Haltestelle bis zur von-Hünefeld-Straße oder sogar bis zum Ollenhauerring verlängern, auch hier komplett in Seitenlage, wobei eventuell teilweise die Straße ein Stück nach Norden verlegt werden muss und einige Grundstückszufahrten neu geordnet werden sollten, um die Anzahl der Kreuzungen mit der Strecke zu verringern.

    Da hast du vollkommen Recht, dein Vorschlag ist deutlich günstiger und einfacher zu realisieren. Habe ich übernommen!

    Ich habe für die Bestandsstrecke erstmal nur eine weitere Haltestelle hinter der Mathias-Brüggen-Straße ergänzt, da die Bestandsstrecke damit ihre erforderliche Wendemöglichkeit hätte und das Gewerbegebiet damit insgesamt sehr gut erschlossen wäre. Die Weiterführung in Richtung Ollenhauerring sollte man definitiv frei halten, ich habe sie aber nicht eingezeichnet, da es in diesem Vorschlag primär um die andere Linie gehen soll.

    Ganz so einfach ist es ja doch leider nicht. Für Linie 18 braucht es schon etwas mehr, wenn an dieser Stelle Stadtbahn, MIV und Radverkehr jeweils eine Spur pro Richtung kriegen sollen (was für den Rest der Luxemburger Straße hoffentlich bald gegeben sein wird, der verlinkte Änderungsantrag wurde vom Verkehrsausschuss ungeändert beschlossen).

    Sehr interessante Hintergrundinfos, besonders die Flächenfreihaltung! Ich habe das mal verlinkt.

    Linie 3 in der Karlsruher/Heidelberger Straße ist so ein Thema wo ich echt nicht verstehe, warum man hier nicht wirklich einfach jetzt direkt einen Bordstein einbaut. Bei der Haltestelle Waldecker Straße in der Mitte muss die Zahl der Spuren eh auf nur eine reduziert werden, sodass diese Kreuzung so oder so das Bottleneck für den MIV ist. Mehr Spuren davor oder danach bringen rein gar nichts (außer das eine mal in der Woche wo die Müllabfuhr leert).

    Volle Zustimmung, wahrscheinlich stört es niemanden bei der KVB oder bei der Stadt genug dass etwas passieren würde…

    1. Ich habe die Tunnelrampe jetzt in die Mitte gelegt, sodass die beiden äußeren Gleise auf jeden Fall erhalten bleiben können. So braucht der Vorschlag auch keine weiteren Grundstücke westlich der HGK-Trasse und ich brauche mir keine Gedanken mehr um das kleine Technikgebäude am Mühlenweg machen.

      So würde ich es jetzt auch nicht unbedingt machen. Da höhengleiche Kreuzungen zwischen EBO und BOStrab verboten (und ehrlich gesagt auch einfach nicht sinnvoll) sind, würde diese Variante bedeuten, dass später eine höhenfreie Ausfädelung gebaut werden muss. Indem man einfach in Seitenlage, aber innerhalb des jetzigen Gleisbereichs, aus dem Tunnel kommt, kann man sich das Problemlos sparen.

      1. Stimmt – ich habe die Strecke wieder in Seitenlage verlegt. Die Mitbenutzung der HGK-Strecke hat sich für mich zuerst gut angehört, in der Umsetzung macht es für den kurzen Abschnitt von ca. 1km aber wahrscheinlich mehr Probleme von BOStrab zu EBO und wieder zurück zu wechseln, als wenn man die neue Strecke einfach unabhängig als BOStrab neben die HGK-Gleise baut.

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