Beschreibung des Vorschlags
Aktuell gibt es keine Direktverbindung zwischen der dritt- und der viertgrößten Stadt Bayerns. Außerdem soll der Allgäu auch laut D-Takt nicht ans Fernverkehrsnetz angebunden werden. Das gehört mMn. geändert. Dafür würde zum Beispiel eine IC- Linie von Lindau bzw. Oberstdorf nach Passau infrage kommen.
Fahrzeit
Auf dem Abschnitt Passau läge die Fahrzeit etwas mehr als 20 Minuten über der des ICE. Dies werde ich unter “Betrieb“ noch etwas genauer begründen.
Zwischen Regensburg und Ingolstadt läge die Fahrzeit bei 43 Minuten und zwischen Ingolstadt und Augsburg bei 39 Minuten. Insgesamt wäre man eine Stunde und 28 Minuten von Regensburg nach Augsburg unterwegs, wenn man mit sechsminütigem Aufenthalt in Ingolstadt rechnet.
Für Augsburg – Lindau-Reutin würde man knapp unter zwei Stunden brauchen, wenn die Strecke elektrifiziert wird. Das hätte den Vorteil, dass sich dann ein Knoten ausgehen würde. Zwangsläufig notwendig ist das allerdings nicht. Alternativ dazu könnte man die Linie auch mit annähernd gleicher Fahrzeit und Dieseltraktion zum Hbf führen. Der Halt in Reutin wäre dann verzichtbar, weil man die Anschlüsse dort ohnehin nicht mehr erreichen würde.
Infrastruktur
Zwischen Hergatz und Augsburg wäre eine Elektrifizierung zwar erstrebenswert, aber nicht zwangsläufig notwendig. Auf jeden Fall elektrifiziert werden müsste allerdings die Paartalbahn. Außerdem würde ich dort den Abschnitt Augsburg-Aichach zweigleisig ausbauen. Denn ansonsten wäre es relativ schwierig, zwei S-Bahnen und einen IC pro Stunde sowie eventuell noch Güterverkehr über die Strecke zu führen. Außerdem würde die Strecke überall für 160 km/h ertüchtigt, wo die Kurvenradien das zulassen.
Zwischen Ingolstadt und Regensburg wäre ein zweigleisiger Ausbau auf den Abschnitten Vohburg-Münchsmünster, Abensberg-Saal und Bad Abbach-Gundelshausen sowie die Verlängerung des zweigleisigen Abschnitts bis Regensburg-Prüfening von Nöten, um eine vernünftige Fahrplanstabilität gewährleisten zu können.
Dabei rechne ich mit drei Trassen pro Stunde und Richtung. Eine für den IC, 1-2 für die RB und ggf. eine für den Güterverkehr. Die Höchstgeschwindigkeit würde dabei zwischen Ingolstadt und Saal auf 160 km/h angehoben.
Betrieb
Die Linie würde zwischen Immenstadt und Passau im Stundentakt geführt. Südlich davon würden alternierend Oberstdorf und Lindau angefahren. Dabei sollen IC2-Garnituren zum Einsatz kommen. Allerdings wäre die Linie trotzdem auf gesamter Länge mit Nahverkehrstickets nutzbar.
Also eigentlich handelt es sich dabei nur um einen etwas besseren RE. Vor allem aufgrund der touristischen Nutzung in Richtung Allgäu und Bodensee halte ich es aber für sinnvoll, IC-Rollmaterial zu verwenden.
Die Halteabstände wären aber vor allem auf dem Abschnitt Passau-Regensburg für FV-Verhältnisse sehr klein. Das hat den Hintergrund, dass in Passau ohnehin eine relativ lange Umsteigezeit nach Wien entsteht. Diese würde sich durch die vielen Halte zwar verkürzen, aber man würde keinen Anschluss verpassen.
Dementsprechend würde man wenige Minuten nach dem ICE nach Wien in Regensburg abfahren, nämlich in der Fahrlage der N 29 BY. Diese würde stattdessen als E 40 BY weitergeführt.
Zwischen Plattling und Passau würde der IC halbstündlich versetzt zum RE fahren. Die Durchbindung der E 19 BY würde dadurch wegfallen. Allerdings müssten dafür die Abfahrts- und Ankunftszeiten des RE entsprechend angepasst werden
Die Voraussetzung für vernünftige Anschlüsse in Regensburg ist allerdings, dass die Fahrlage der FV 17.1 angepasst wird. Diese müsste dann zur Minute 00 in Regensburg sein. Außerdem könnte man dann endlich auf den lästigen Halt in Plattling verzichten.
Kleine Anmerkung: Der Halt in Lindau-Reutin fehlt noch in der Grafik.

Muss man Obersdorf da unbedingt einbeziehen?
Wenn man Obersdorf weglässt würde sich die Länge der zu elektrifizierenden Strecke und die Fahrzeit deutlich verkürzen.
Oberstdorf und Lindau werden alternierend bedient. Deshalb verlängert die Anbindung von Oberstdorf die Fahrzeit nach Lindau nicht.
Mehr elektrifizieren müsste man dadurch auch nicht zwangsläufig. Denn der Zweistundentakt nach Oberstdorf müsste in Immenstadt sowieso die Fahrtrichtung wechseln. Dabei könnte man auch ohne weiteres eine Diesellok anhängen.