Beschreibung des Vorschlags
Um den chronisch überlasteten Hamburger Hauptbahnhof zu entlasten, schlage ich Regionalbahnhöfe vor, an denen in den Nahverkehr umgestiegen werden kann. Dadurch erhoffe ich mir weniger Umstiege am Hauptbahnhof und eine kürzere Reisezeit für viele.
Am Bahnhof Sternschanze wäre neben dem Umstieg zur S5 (theoretisch auch in Diebsteich, Dammtor und Hbf möglich) und zur S2 (nur am Dammtor und Hbf) auch ein Umstieg zur beliebten U3 möglich. Der Umstieg zur U3 wäre direkt vom Ostende des Bahnsteigs möglich (wie beim S-Bahn-Bahnsteig). Der Umstieg wäre hier, im Gegensatz zum Hauptbahnhof, sehr kurz und angenehm.
Baumaßnahmen:
Aktuell wäre bereits zwischen den Fernbahngleisen Platz für einen Bahnsteig, allerdings würde ein weiterer Halt die Verbindungsbahn verstopfen. Folglich schlage ich einen Abriss des EBA-Gebäudes vor, sodass die Fernverkehrszüge über die äußeren beiden Gleise überholen können, während die Regios in Sternschanze halten.
Um die Viergleisigkeit herzustellen, sollte das Abstellgleis der S-Bahn zurückgebaut werden bzw. als Hauptstrang für das südlichere Gleis genutzt werden.
Die Brücken an der Schanzenstraße müssen ohnehin erneuert werden.
In der Mitte der vier Fernbahngleise soll ein 76cm hoher Bahnsteig mit 220m Länge errichtet werden. Dieser soll, wie der S-Bahn-Bahnsteig zwei Zugänge bekommen. Einen zur Schanzenstraße und einen zur U3.
Haltekonzept:
Am Bahnhof Sternschanze sollen alle Regios halten und ggf. vereinzelte kurze Fernverkehrszüge. Also halten RE7 (Hamburg-Kiel/Flensburg), RE70 (Hamburg-Kiel) und RB61 (Hamburg-Wrist) in beide Richtungen am Bf. Sternschanze

Stark abhängig vom VET. In den Planungen dessen werden ja Regionalbahnhöfe an der Sternschanze und Holstenstraße explizit erwogen. Und auch früher hielten ja Züge auf den Fernbahngleisen (erkennbar an den für den Mittelbahnsteig gespreizten Gleisen). Ohne VET sorgt der Halt jedenfalls für eine Reduzierung der Kapazität und/oder verlängerte Fahrzeiten (Überholung: + 6 min), mit VET müsste man den Halt wohl baulich anders gestalten.
Genau, aber da der VET ja weit in die Ferne gerückt wurde und auch nicht mehr im Koalitionsvertrag aufgeführt ist, würde ich eine zeitnahe Lösung anstreben. Der Hauptbahnhof ist chronisch überlastet und die bisher geplanten Maßnahmen (Gleis 9, ggf. Gleis 15, eine neue Überdachung) reichen bei weitem nicht aus.
Selbst wenn der VET kommt und die S-Bahn Gleise zur Fernbahn umgewandelt werden, schadet eine 6-gleisige Stelle an Sternschanze nicht. Bis dahin könnte man aber dort halten und auch überholen. Aktuell entsteht ein großer Rückstau, wenn ein Zug in den Hauptbahnhof noch nicht einfahren kann, da es keine Überholmöglichkeiten gibt. Wenn man das aber frühzeitig erkennt, könnten an Sternschanze z.B. die ICEs überholt werden, anstatt dass die in Dammtor oder zwischen Dammtor und Hbf die Gleise verstopfen.
Die Holstenstraße ist zwar gut ans Busnetz angeschlossen, aber einen Halt hier halte ich für überflüssig. Diebsteich und Sternschanze sind nicht allzu weit und ggf. kann man neue Buslinien (zu Diebsteich/Sternschanze) schaffen.
Ich denke durch die Überholmöglichkeit wird die Kapazität sogar gesteigert.
Ich bin ja bei dir, dass eine Dezentralisierung in Hamburg der langfristig einzig gangbare Weg ist. Aber eine „zeitnahe“ Lösung ist dieser Bahnhof durch den viergleisigen Ausbau mit Sicherheit nicht, er muss schon in ein stimmiges Zielkonzept für Hamburg passen.
Das stimmt. Allerdings wären dann 6 Bahnsteigkanten die bessere Lösung.
Ich würde auch eher zu Sternschanze tendieren, wenngleich hier die Erschließung deutlich schlechter ist (Fleischgroßmarkt, Messehallen, Park vs. Wohnbebauung).
Nee, eigentlich nicht. Einziger Vorteil ist eine Überholmöglichkeit bei Störungen o.ä., aber ansonsten kostet ja das Anfahren usw. aus dem Bahnsteiggleis immer nochmal mehr Zeit als wenn die Züge einfach hintereinander herfahren, wenn auch nur wenige Sekunden. Und wenn man mal (plan- oder unplanmäßig) zwei dort haltende Regionalzüge hintereinander hat, hat man direkt einen ziemlichen Kapazitätsverlust.
Das wird gerade in den Entwürfen vorbereitet. Der Ausbau Diebsteich (Westbahnhof) und Sternschanze ist ein Teil davon.
Vielleicht für mehr Flexibilität ja, aber der Fernverkehr sollte nicht in Sternschanze halten, sodass dieser dann die bahnsteiglosen Gleise bekommen würde.
Aber Sternschanze hat dafür die U3, die extrem wichtig für Hamburg ist. Und die Industrieflächen werden mit Sicherheit in den nächsten 50 Jahren zumindest in Teilen zu Wohngebieten.
Kannst du erklären warum du den an der Sternschanze und nicht an der Holstenstraße vorschlägst?
Klar. Wegen der U3 (und ggf. auch U2).
Ziel dieses Vorschlags ist es den Hbf zu entlasten und Umstiege vorzuverlagern. Regionalzüge aus Westen, die in Sternschanze halten, halten im Hbf eher im Nordkopf. Die Fahrgäste zur U3 müssen aber den Hbf durchqueren, verlassen und dann zu Hbf Süd laufen. Aufgrund der kürzeren Wege an Sternschanze ist vermutlich sogar ein Umstieg hier zur U3 für alle Reisenden (nicht nur in Richtung Norden) sinnvoll.
Holstenstraße kann man aber natürlich auch als Halt einrichten, wobei die RB und RE schon fast zur S-Bahn werden. Ich denke Sternschanze ist aufgrund der prall gefüllten U3 ein attraktiverer Halt.