Beschreibung des Vorschlags
In einem sehr bekannten Land,
vor gar nicht allzulanger Zeit,
war eine Mittelstadt bekannt,
ohne eig’nen Bahnhof weit und breit.
Und diese Mittelstadt, die ich meine, nennt sich Herten,
kleine mittlere Ruhrgebietsstadt Herten,
Herten ohne Zuganschluss,
für 60000 ein Verdruss.
Wir wollen einen Gleisanschluss für Herten,
einen Zuganschluss für Herten,
Herten, Züge sollen nach Herten.
Herten – Herten – Herten – Herten –
Herten wünscht sich einen Bahnhof sehr.
Okay, ich habe da jetzt ein bisschen weit ausgeholt mit der Lyrik, aber tatsächlich ist es so, dass Herten bis vor gar nicht allzu langer Zeit Deuschlands größte Stadt ohne Bahnanschluss war. Tatsächlich war Herten allerdings kein Pappenstiel, denn immerhin hat Herten über 60000 Einwohner. Inzwischen gibt es einen Bahnhof im Zentrum Hertens und man baut da auch fleißig dessen Verknüpfung mit der SÜ Feldstraße. Diese soll nämlich nicht nur mit Treppen und Aufzügen an den angrenzenden Bahnsteig angeschlossen werden, sondern auch verbreitert werden und Bushaltestellen auf ihr entstehen. Außerdem sind Pendlerparkplätze und Fahrradboxen auf beiden Seiten der Bahntrasse geplant. Steht alles auf hertenerleben.de.
Genauere Pläne für den neuzuentwickelnden Bahnhof kann ich aber nicht finden und dazu möchte ich mich schon kritisch äußern. Es ist die Rede, dass auf der SÜ Feldstraße die Bushaltestelle entsteht. Ich nehme mal an, eine Haltestelle stadteinwärts und eine Haltestelle stadtauswärts. Von einer Buswendemöglichkeit ist dagegen nicht die Rede, zumindest wird sie nicht angesprochen. Die nächste Haltestelle stadteinwärts ist der ZOB Herten Mitte. Nur ein bis zwei Minuten Fahrzeit entfernt bzw. mehr als 300 m Fußweg.
Der ZOB Herten Mitte ist der große Umsteigeknoten der Stadt Herten. Wie man gut auf dem Liniennetzplan sehen kann, ist er fast ausschließlich Ausgangspunkt radialer Buslinien. Nur die Schnellbuslinien SB27 und SB49, sowie die Buslinie 249 Recklinghausen – GE-Buer Rathaus bedienen den ZOB Herten Mitte als Durchmesserlinien. Alle übrigen Buslinien terminieren am ZOB Herten Mitte. Das gilt selbstverständlich auch für alle Buslinien (außer SB27), die die SÜ Feldstraße überqueren und somit den Bahnhof Herten erschließen. Im Klartext heißt das also: Nur die Hertener Stadtteile Langenbochum, Scherlebeck und Disteln bekommen eine direkte Busverbindung zum Hertener Bahnhof; für alle übrigen Stadtteile gilt: Entweder am ZOB Herten Mitte umsteigen oder vom ZOB Herten Mitte aus die über 300 m Strecke in mindestens 5 Minuten laufen. Eine Haltestelle vorm Bahnhof umzusteigen, schmerzt den Fahrgast und wird als „sehr umwegig“ empfunden, obgleich es nicht so umwegig ist. Dasselbe gilt für unnötig lange Umsteigewege. Das natürlich nicht im Sinne eine zukunftsorientierten ÖPNVs.
Deswegen möchte ich vorschlagen, den Bahnhof Herten auch mit den übrigen Buslinien vom ZOB Herten zu vernetzen. Dafür schlage ich hier gleich mehrere Möglichkeiten vor:
- einen Kreisverkehrsplatz am Bahnhof Herten.
- Eine Buswendeschleife in der Nähe
- Aus den Radiallinien am ZOB Herten Mitte Durchmesserlinien machen.
Kreisverkehrsplatz:
Direkt nördlich vom Hertener Bahnhof befindet sich eine große unbebaute Fläche. Sie bietet genügend Platz für einen großen Kreisverkehrsplatz mit Außenradius R= 30 m. Kreisverkehre bieten oft gegenüber Ampelkreuzungen den Vorteil eines flüssigeren Verkehrsbetriebs. Zudem bieten sie für den ÖPNV die Möglichkeit, Wendefahrten in alle Richtungen durchzuführen. Der Bussteig stadtauswärts der Haltestelle „Herten BF“ liegt vor dem Kreisverkehrsplatz. Alle Buslinien, die „Herten BF“ aus Richtung „ZOB Herten Mitte“ erreichen, fahren also nach Verlassen der (H) „Herten BF“ in den Kreisverkehrsplatz und können ihn in alle Richtungen verlassen, so auch natürlich wieder zurück in Richtung Herten Bf und ZOB Herten Mitte, sprich in ihm Wenden. Natürlich benötigen terminierende Buslinien noch eine Abstellmöglichkeit. Dafür sollte am die Haltestelle „Herten BF“ stadteinwärts als Busbucht ausgeführt werden bzw eine Busbucht zwischen der Kreisverkehrsausfahrt und der (H) „Herten BF“ stadteinwärts errichtet werden. Das ist betrieblich günstiger, da ein Kreisverkehrsplatz keine ÖPNV-Bevorrechtigung ermöglicht und deswegen einsetzende Busse nicht unbedingt pünktlich einsetzen, wenn sie zum Einsetzen noch durch einen Kriesverkehr fahren müssen. Besser ist es hier, dass sie erst durch den Kreisverkehr fahren, dann pausieren und erst dann wieder einsetzen. Falls die Busbucht hinter dem Kreisverkehr scheitert, wird im Bereich der Gartenstraße eine alternative Busbucht errichtet.
Busse aus Langenbochum, Scherlebeck und Disteln können natürlich nicht den Kreisverkehrsplatz zum Wenden und Terminieren am Bahnhof Herten nutzen, aber das sollen sie ja auch nicht, da eine Haltestelle hinter „Herten BF“ mit dem ZOB Herten Mitte sowieso das noch wichterere Ziel, nämlich die Hertener Innenstadt erreicht wird, sodass sie auch weiterhin sinnigerweise bis Herten Mitte weiterfahren. Zum Vergleich, bei uns in Oberhausen enden die Busse auch nicht am Hauptbahnhof, sondern zwei Haltestellen weiter an der Anne-Frank-Realschule, weil die Innenstadt über die dazwischenliegende Haltestelle „Marktstraße“ auch deutlich besser als über die Haltestelle „Oberhausen Hbf“ erschlossen wird.
Buswendeschleife in der Nähe:
Um Kosten zu sparen, kann auch die nächstgelegene Häuserblockschleife gewählt werden. Das ist im Bereich der (H) Lichtenberger Straße gut möglich. Dort liegt nämlich ein Wohnblock an einer schleifenförmigen Straße. Diese wird dann als Buswendeschleife im Uhrzeigersinn befahren. Im Uhrzeigersinn deshalb, weil endende Busse eine Busbucht benötigen und die sich besser in der Grünfläche im Inneren als in den Vorgärten der angrenzenden Häuser außen unterbringen lässt. Busse werden in dieser Schleife nur abgestellt. Eingesetzt werden sie über die Haltestelle „Lichtenberger Straße“ stadteinwärts der Linie 243, damit alle Busse Richtung Herten BF und Herten Mitte vom selben Steig verkehren.
Durchmesserlinien:
Dann bleibt noch die Möglichkeit aus den Radiallinien am ZOB Herten Mitte Durchmesserlinien zu bilden. Am ZOB Herten Mitte verkehren 12 Buslinien, davon nur 3 als Durchmesserlinien: SB27, SB49 und 249.
Die Linie SB27 fährt bereits über die zukünftige Haltestelle „Herten BF“. Die Linien 249 und SB49 verbinden Recklinghausen Hbf über Herten mit Gelsenkirchen-Buer Rathaus, wobei nicht auszuschließen ist, dass der SB49 nach vollständiger Inbetriebnahme der Bushaltestelle „Herten BF“ zur Vermeidung von Parallelverkehren zur S9 wieder eingestellt wird. Eine Verknüpfung der Linie SB49 mit der S9 in Herten Bf ist aufgrund der Parallelverbindung nicht notwendig.
Die übrigen 9 Linien verkehren radial, davon verkehren…
- 5 Linien vom ZOB Herten Mitte in Richtung Westen allesamt zur „(H) Herten Rathaus“:
- 210: Herten Mitte – Herten Rathaus – Herten-Süd – RE-Hochlarmark – RE-Süd Bf – RE-König-Ludwig – RE-Röllinghausen
- 211: Herten Mitte – Herten-Rathaus – Herten Schloss Herten – Herten-Westerholt Bf – GE-Hassel – GE-Buer Rathaus
- 212: Herten Mitte – Herten-Rathaus – Herten Schloss Herten – Herten-Westerholt Bf – Herten-Bertlich – GE-Hassel Bf – GE-Buer Rathaus
- 234: Herten Mitte – Herten Rathaus – Herten-Süd – RE-Hochlarmark – RE-Grullbad – RE-König-Ludwig – RE-Röllinghausen – RE-Suderwich – Oer-Erkenschwick
- 245: Herten Mitte – Herten Rathaus – Herten-Rabenhorst – Herten-Disteln – Herten-Langenbochum
- 4 Linien vom ZOB Herten Mitte in Richtung Osten, und verzweigen sich dann direkt auf die Feldstraße (Richtung Herten BF) oder die Kaiserstraße. Tatsächlich fahren aber nur die Linien SB49 und 249 auf der Kaiserstraße weiter, sodass alle 4 folgenden Linien auf der Feldstraße weiterfahren und somit „Herten BF“ erreichen:
- 214: Herten Mitte – Herten Bf – Herten-Disteln – Herten-Scherlebeck – Recklinghausen Hbf – RE-Nordcharweg
- 224: Herten Mitte – Herten Bf – Herten-Disteln – Herten-Scherlebeck – Recklinghausen Hbf – RE-Letterhausstraße
- 243: Herten Mitte – Herten Bf – Herten-Langenbochum-Süd, (H) Westerholter Straße – Bergwerk Schlägel und Eisen – Herten-Westerholt – Herten-Berlich – GE-Buer Nord Bf – GE-Buer Rathaus
- 246: Herten-Mitte – Herten Bf – Herten-Langenbochum-Süd, (H) Westerholter Straße – Herten-Langenbochum
Naheliegend ist es nun alle 4 Linien vom Hertener Bahnhof am ZOB Herten Mitte auf allen 5 Linien Richtung Herten Rathaus durchzubinden. Da gibt es nur ein paar Schwierigkeiten:
- Ungleichgewicht: 5 Linien in Richtung Westen/Süden müssen auf 4 Linien Richtung Herten Bahnhof durchgebunden werden. Das bedeutet, dass eine der 5 Linien nicht durchgebunden werden kann.
- Lösung: Die Linien 211 und 212 fahren denselben Linienweg Herten Mitte – Schloss Herten – Westerholt Schlossstraße – Westerholt Bf – Geschwisterstraße. Erst dann sind ihre Linienwege unterschieldlich. Somit liegt jede Haltestelle, die von beiden Linien erreicht wird, zwischen Herten Mitte und Westerholt Bf. Weil Westerholt Bf ebenfalls reaktiviert wird, gilt für Zielhalstellen, die mit nur einer der beiden Linien erreicht werden kann, dass man auch in Westerholt Bf attraktiv umsteigen kann und das sogar günstiger als in Herten Bf. Für die Haltestellen zwischen Westerholt Bf und Herten Mitte reicht es dagegen aus, wenn nur eine der beiden Linien 211 oder 212 bis Herten Bf weiterfährt, da ja jede dieser Haltestellen von beiden Linien bedient wird, aber nur eine der beiden vom Fahrplan her gut auf die Linie S9 in Herten Bf passt.
Daher wird nur eine der beiden Linien 211 oder 212 am ZOB Herten Mitte mit einer Buslinie Richtung Herten Bf umlaufverbunden. Die Umlaufverbindung kann nicht mit der Linie 243 erfolgen. Mit den anderen drei Linien ist sie dagegen möglich, wobei vorzugsweise die Linien 214 oder 224 gewählt werden.
- Lösung: Die Linien 211 und 212 fahren denselben Linienweg Herten Mitte – Schloss Herten – Westerholt Schlossstraße – Westerholt Bf – Geschwisterstraße. Erst dann sind ihre Linienwege unterschieldlich. Somit liegt jede Haltestelle, die von beiden Linien erreicht wird, zwischen Herten Mitte und Westerholt Bf. Weil Westerholt Bf ebenfalls reaktiviert wird, gilt für Zielhalstellen, die mit nur einer der beiden Linien erreicht werden kann, dass man auch in Westerholt Bf attraktiv umsteigen kann und das sogar günstiger als in Herten Bf. Für die Haltestellen zwischen Westerholt Bf und Herten Mitte reicht es dagegen aus, wenn nur eine der beiden Linien 211 oder 212 bis Herten Bf weiterfährt, da ja jede dieser Haltestellen von beiden Linien bedient wird, aber nur eine der beiden vom Fahrplan her gut auf die Linie S9 in Herten Bf passt.
- Linienlänge beachten: Die Linie 234 kommt von Oer-Erkenschwick. Sie ist so lang, dass man sie nur auf einer recht kurzen Linie durchbinden kann, sodass man hier nur die Linie 246 als Umlaufverbindung wählen kann. Ähnliche Schwierigkeiten ergeben sich bei der Linie 210, die auch schon eine lange Strecke im Recklinghauser Süden zurücklegt.
- Linien dürfen sich nicht überkreuzen: Das führt bei der Linie 245 dazu, dass sie mit der Linie 243 umlaufverbunden werden kann. Ebenso kann die Linie 243 nicht mit den Linien 211 oder 212 umlaufverbunden werden, da sie ihre Linienwege in Westerholt überkreuzen.
- Taktung: Natürlich müssen die Takte der Linien zueinander passen, wenn sie umlaufverbunden werden sollen. Also 20-Minuten-Takt und 30-Minuten-Takt können nicht umlaufverbunden werden.
Am sinnvollsten von diesen Alternativen erscheint mir ein Kreisverkehrsplatz bzw. ein Kreisverkehrsplatz + Durchmesserlinien. Nur auf Durchmesserlinien allein zu setzen ist ja in der Hinsicht schwierig, dass díe Linien 210 und 234 aufgrund ihrer Linienlänge aus betrieblichen Gründen nicht mit anderen Linien umlaufverbunden werden können oder besser gesagt nicht mehr gut mit sehr langen Linien wie 214, 224 oder 243 umlaufverbunden werden können. Die Schaffung eines Kreisverkehrsplatzes am Hertener Bahnhof ermöglicht es dann aber auch für die Linien 210 und 234 betrieblich unkompliziert zum Bahnhof Herten verlängert zu werden. Auch können beide Linien 211 und 212 zum Hertener Bahnhof verlängert werden und die Linie 249 kann ihn per Stichfahrt erschließen. Der Kreisverkehrsplatz sorgt für eine kürzere Stichfahrt als die Verlängerung bis zur Lichtenberger Straße.

Wie wäre es damit, in diesem Vorschlag auf deinen eigenen Vorschlag einzugehen, der sogar in der Sortierphase gelandet ist? Ich würde dir empfehlen, alles relevante in den alten Vorschlag zu schreiben und diesen hier dann löschen zu lassen. Aber da spreche ich mich nochmal mit den anderen Admins ab. Es wäre aber sehr schade, wenn der aufgenommene Vorschlag gar nicht derjenige von dir ist, welcher am besten ausgearbeitet ist.
Hi Jan Lukas,
danke für den Hinweis. Nun ja so groß redundant sind ja die beiden Vorschläge „Herten Bf mit Busverkehr vernetzen (hiesiger Vorschlag)“ und „Herten Zentralbahnhof“ nicht und groß unterscheiden sie sich, finde ich, auch nicht. Also gut „Herten Zentralbahnhof“ schlägt lediglich den Bau eines Buswendeplatzes am Bahnhof Herten vor, während hiesiger Vorschlag „Herten Bf mit Busverkehr vernetzen“ schon mehrere Eisen im Feuer hat, um die Idealverknüpfung herzustellt und diese Eisen im Feuer auch kombiniert. Und die im hiesigen Vorschlag am besten vorgeschlagene Lösung ist ja auch gleich dem Vorschlag „Herten Zentralbahnhof„, wenn es auch im hiesigen Vorschlag ein Kreisverkehrsplatz statt einer Buswendeschleife ist, aber das Prinzip ist ja dasselbe und der Kreisverkehrsplatz steht an derselben Stelle wie die unter „Herten Zentralbahnhof“ vorgeschlagene Buswendeschleife. Ich denke nur, dass ein Kreisverkehrsplatz, in dem Busse umkehren können, bei der Verkehrsplanung besser ankommt, als eine Buswendeschleife als Teil einer dreiarmigen Ampelkreuzung, da der Kreisverkehrsplatz keine Umplanung der Ampelschaltung zur Folge hat, sondern den Verkehr insgesamt sogar flüssiger die Kreuzung passieren lässt.
Was hiesiger Vorschlag nicht enthält, wohlaber im Vorschlag „Herten Zentralbahnhof“ enthalten ist, sind die P+R-Plätze und Bahnsteige samt Erschließungen, doch jene sind bereits offiziell geplant und tatsächlich stellt/schlägt „Herten Zentralbahnhof“ die offiziell geplanten Bahnsteige und P+R-Plätze vor.
Also man kann sich ein bisschen drüber streiten, aber ich betrachte schon die beiden Vorschläge „Herten Zentralbahnhof“ und hiesigen Vorschlag „Herten Bf mit Busverkehr vernetzen“ als Zwillings-Vorschläge, die sich gegenseitig unterstützen, aber natürlich kann ich auch „Herten Zentralbahnhof“ entsprechend ausbauen. Ich finde es aber bei Bahnstationen aus zwei Gründen vorteilhafter, solche Zwillings-Vorschläge zu erstellen:
Im Falle vom Bahnhof Herten heißt das:
Insofern sind Zwillings-Vorschläge für Bahnstationen schon sinnvoller und transparenter für die jeweiligen Entscheidungsträger.
Ich würde mindestens vorschlagen die Vorschläge untereinander zu verlinken. Wenn man schon sagt, dass das eine Infrastruktur und das andere Bedienkonzept sind, ergibt es noch mehr Sinn, das man von einem Vorschlag aus den anderen gut finden kann.