Beschreibung des Vorschlags
Hiermit schlage ich den (zugegebenermaßen weiter in der Zukunft gelegenen) Ausbau des Gütersloher Hauptbahnhofs und dessen Umgebung vor. Der Vorschlag besteht aus verschiedenen Teilaspekten, die auch voneinander unabhängig umgesetzt werden können.
1. ABS Bielefeld-Hamm
Unter Anderem durch das Maßnahmenpaket „Robustes Netz NRW“ ist der Neubau eines Mittelbahnsteigs geplant. Zur Ertüchtigung des nordwestlichen Gleispaars der Trasse auf 300km/h werden Regionalverkehr und Güterverkehr auf das südöstliche Gleispaar verlegt; Das nordwestliche Gleispaar ist ab dann für den Fernverkehr und wenige Güterzüge reserviert.
Ich habe versucht, den neuen Mittelbahnsteig so gut wie möglich einzuzeichnen; Die Dokumente widersprechen sich dort ein bisschen, welche Gleise abgebaut werden und an welchen der Bahnsteig anliegt.
Mir ist nicht ganz klar, wie oder ob Durchfahrten mit 300km/h möglich sein sollen, dann müssten wahrscheinlich Gleise 2 und 3 mit Schutzwänden versehen werden und in Gütersloh haltende ICs/ICEs würden auf den Gleisen 1 und 4 halten.
Weiterführend könnte man noch überlegen, ob man den neuen Mittelbahnsteig versetzt um Überholgleise zu ermöglichen bzw. Güterverkehr nicht direkt an den Bahnsteigen entlang zu schicken. Dies würde jedoch auf Kosten von Rangiergleisen geschehen.
Der Halt GT Isselhorst-Avenwedde würde ebenfalls neue Bahnsteige erhalten.
Weiteres findet man hier: https://neubaustrecke-bielefeld-hannover.de/willkommen/schnellfahrstrecke-bielefeld-hamm/.
2. Verlängerung und Verbreiterung der Bahnhofsunterführung
Schon seit längerem wurde in Gütersloh geplant, die Bahnhofsunterführung zur anderen Seite des Bahndamms (von Anwohnern auch „Gleis 13“ genannt) zu verlängern. Hiermit würde auch eine Verbreiterung und ein genereller Ausbau einher gehen, damit keine Angsträume geschaffen werden. Diese Maßnahme wurde von der DB und Gütersloh auch aktiv geplant, neuestens aber aufgrund zu hoher Kosten auf Eis gelegt (https://www.radioguetersloh.de/nachrichten/kreis-guetersloh/detailansicht/tunnel-am-guetersloher-bahnhof-zu-teuer.html).
3. Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes
Es wird ebenfalls schon länger über eine Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes gesprochen. Hiermit würde auch die Verlegung des ZOB auf die Kaiserstraße einher gehen. Da das ehemalige Postgelände inzwischen an Hagedorn verkauft worden ist und dort Bürogebäude entstehen werden, scheinen die Pläne aber nicht mehr aktuell zu sein. Auf jeden Fall geplant ist aber ein neues Fahrradparkhaus, auch im Rahmen des Radschnellwegs OWL 2.0. Dieses würde ich in die Lücke setzen, in welcher heute die drei Häuser stehen. Das weitere Vorfeld des Bahnhofs würde parkähnlich umgestaltet, die Anbindung an die Innenstadt verbessert.
Weitere Maßnahmen wären (Kurzfassung, da nur am Rande relevant, nicht eingezeichnet, kann ggf. übersprungen werden):
- Aufbau der Kaiserstraße im Schema: Radschnellweg – Busspur – Busspur – Radschnellweg (Busspur ggf. auch für Straßenbahn genutzt, für Radschnellweg siehe Radschnellweg OWL 2.0)
- Änderungen ZOB:
- Bei Straßenbahn: Verlegung des ZOB auf die Kaiserstraße / Verkleinerung bestehender ZOB aufgrund reduzierten Busangebots
- Ohne Straßenbahn: Teilweise Verlegung des ZOB auf die Kaiserstraße, Renovierung des bestehenden ZOB
- u.U. Prüfung der Verlegung des ZOB auf die andere Seite des Bahnhofs (Vorraussetzung: Tunnel)
- Schließung der Tiefgarage „Am Bahnhof“ (u.A. weil sanierungsbedürftig und man könnte den Platz in Innenstadtnähe sehr viel besser für andere Dinge nutzen)
- Generell noch für Autos zugängliche Straßen im Innenstadtbereich weiter einschränken (Einfahrt nur für Anwohner, Zugang nur zu bestimmten Tageszeiten), gilt auch für Kaiserstraße
- Schließen der Straße „Langer Weg“, Errichtung einer zweiten Bahnhofsfassade (Generelle Umgestaltung östlich des Bahnhofs, Pläne dazu gibt es teilweise bereits von der Stadt Gütersloh) (Vorraussetzung: Tunnel)
- Errichtung eines neuen Parkhauses als Ersatz zum Parkhaus „Am Bahnhof“ mit Einfahrt am Reststück vom Langen Weg/Carl-Bertelsmann-Straße (Vorraussetzung: Tunnel)
4. Einbindung der TWE-Strecke
Ebenfalls in Planung ist die Reaktivierung des Personennahverkehrs auf der TWE-Strecke zwischen Versmold und Verl. Es ist zwar Erweiterung südlich nach Hövelhof im Zielnetz 2040 geplant, nördlich in Richtung Ibbenbüren und Osnabrück aber nicht. Deshalb bediene ich mich des folgenden Vorschlags: https://linieplus.de/proposal/gt-os-betriebskonzept-twe-nordbahn/. Laut Planung und Maßnahmenpaket sollten die Bahnen an Gleis 1 des Gütersloher Hbf halten, seit Neuestem bremst hier aber die DB aus. Dies könnte mit der oben genannten ABS zu tun haben, wobei dies Spekulation meinerseits ist.
Als Alternative würde ich die Verlängerung des ehemaligen Postgleises bis kurz vor das Bahnhofsgebäude oder sogar auf das Bahnhofsgebäude oben drauf vorschlagen. Ersteres könnte durch die Verwendung des Daches des Fahrradparkhauses möglich werden, zweiteres würde den Umbau des Bahnhofs vorraussetzen (wobei dies bei einem Ausbau des Tunnels (siehe 2.) mMn nahe liegend wäre).
Im Notfall würde auch der Bau eines Gleis 0 ausreichen, das weiter nördliche Gleis wäre zwar ein Nice to have, ist aber keine Pflicht. Der neue Bahnsteig wäre dann auch ohne den Bau einer neuen Unterführung erreichbar.
5. Ausbau der TWE-Strecke
Im Rahmen eines höheren Taktes könnte es sich lohnen, die TWE-Strecke zweigleisig auszubauen. Da relativ viel Gewerbe und Industrie an der Strecke anliegt, müsste sich durch Abstände zu dem Gleis genug Platz finden. Als Alternative ließen sich auch Überholgleise bauen.
Aufgrund der Lage der Strecke wäre es u.U. außerdem interessant, die Strecke als Ruhrgebietsumfahrung für den Güterverkehr zu nutzen. Hierzu wäre es wünschenswert, den Kopfbahnhof Gütersloh Nord zu umfahren (Verbindungskurve, im Moment wird dort aber auch von Hagedorn gebaut). Die südliche Verbindungskurve wäre weniger wichtig, aufgrund des kleinen Radius wären auch keine großen Geschwindigkeiten möglich.
Durch diesen erhöhten Verkehr müssten auch ebenerdige Bahnübergänge entfernt werden, zumindest auf den größeren Verkehrsachsen. Deshalt sind Brücken eingezeichnet, eine Umsetzung würde wahrscheinlich aber auch eine Absenkung der jeweiligen Straßen fordern.
Entlang der Strecke sind auch einige neue Halte eingezeichnet, die so noch nicht von der Reaktivierung bedacht waren:
– GT Carl-Bertelsmann-Straße (Anm. siehe Kommentar)
– GT Sundern
Eine Elektrifizierung der Strecke wäre dann erwünscht.
6. Ausbau für S-Bahnen und RBs
Da eine Erhöhung des Taktes zwischen Bielefeld und Gütersloh und darüber hinaus wünschenswert wäre, würde das Gleispaar mit Kombination aus Güterverkehr und Regionalverkehr bald an die Kapazitätsgrenze stoßen. Um unter anderem den Geschwindigkeitsunterschied durch neue Haltepunkte zu lösen schlage ich vor, dass seperate Gleise für S-Bahnen und RBs verlegt werden. Im südlichen Verlauf von Gütersloh ist dafür leider zu wenig Platz, hier könnte man entweder auf fünf Gleise setzen oder ggf. Grundstücke aufkaufen.
Die Verbindungskurven nahe Gütersloh Nordhorn würden höchstens durch Regionalverkehr genutzt, der aus Bielefeld in Richtung Verl oder Versmold wollen würde. Hier wäre die Frage, ob sich dies betriebstechnisch und monetär wirklich lohnen würde. Eine günstigere Alternative für solche Züge wäre das Kopf machen an Bahnsteig 8 oder 11 und dann das Durchfahren der neu eingezeichneten südlichen Verbindungskurve der TWE-Strecke.
Die Situation am Haltepunkt Isselhorst-Avenwedde ist etwas speziell: Er existiert bereits heute. Da der Teilaspekt der ABS wahrscheinlich vor einem sechsgleisigen Ausbau geschieht, würde der Halt auch Bahnsteige an der in diesem Vorschlag für die RRX/REs/Güterzüge Gleise erhalten. Diese könnten im Falle eines sechsgleisigen Ausbaus wieder zurück gebaut werden, da der Halt zu klein für RRX/RE wäre und bereits durch RBs/S-Bahnen ausreichend bedient würde.
Alle anderen S-Bahn-Haltestellen wären neu.
Der erste Teil dieses Aspekts ist von dem folgenden Vorschlag inspiriert: https://linieplus.de/proposal/owl-6-gleisiger-ausbau-bielefeld-guetersloh/.
7. Straßenbahn Gütersloh
Ebenfalls anschließbar wäre eine potentielle Straßenbahn in Gütersloh. Zu dieser gibt es hier auf Linie Plus bereits einige Vorschläge (ob sich diese lohnen sei einmal dahingestellt).
8. Weitere Veränderungen
Um den Verlust einiger Rangiergleise auszugleichen, habe ich sowohl nordöstlich, als auch südlich des Bahnhofs einige Gleise hinzugefügt. Die nordöstlichen können ggf. auch als Überholgleise genutzt werden, wenn die Bahnen in Richtung Bielefeld sich so weit wie möglich südöstlich halten
9. Alternative zu Gleisen -1 und 0
Falls aus bestimmten Gründen (Umbau des Gütersloher Hbf nicht möglich, Abriss der drei Häuser nicht möglich, Verwendung von Teilgrundstück des ehemaligen Postgelände nicht möglich) der Bau von Gleis -1 und 0 nicht möglich sein sollte, könnte man ebenfalls (falls noch nicht durch Ausbau aufgrund von Güterverkehr geschehen) die zwei Verbindungskurven auf der TWE-Strecke bauen und südlich an Gleis 12 und 15 einen Alternativbahnsteig errichten. Dies hätte folgende Nachteile:
- Verbindungskurven müssten gebaut werden (nördliche Verbindungskurve liegt auf Gebiet, auf welchem von Hagedorn gebaut wird, südliche wäre frei, aber auch auf dem Grundstück von Miele).
- Rangiergleise würden komplett wegfallen -> Blockade von Bahnsteigen an Gleisen 12 und 15 bei Rangierarbeiten.
- Niedrige Geschwindigkeit in der südlichen Verbindungskurve aufgrund von baulichen Gegebenheiten (Miele).
Aufgrund dieser Nachteile habe ich diese Version oben nicht mit eingezeichnet, wollte sie aber einmal erwähnt haben.
Gleisaufteilung für den Hauptbahnhof
Im Endeffekt gäbe es dann die folgende Aufteilung:
Gleis (-1,) 0: TWE in Richtung Nord, Süd
Gleis 1: ICs und ICEs in Richtung Hamm
Gleis 2, 3: Durchfahrtsgleise mit 300 km/h
Gleis 4: ICs und ICEs in Richtung Bielefeld
Gleis 5: RRX, REs und Güterverkehr in Richtung Hamm
Gleis 7: RRX, REs und Güterverkehr in Richtung Bielefeld
Gleis 8: S-Bahnen und RBs in Richtung Hamm
Gleis 11: S-Bahnen und RBs in Richtung Bielefeld
Fazit
Die Dauer zur Umsetzung der Teile dieses Vorschlags reichen von „bereits geplant“ zu „utopisch“. Meiner Meinung nach ist dieser Vorschlag als Maximalausbau zu sehen und sollte erst angegangen werden, wenn Deutschland seine generellen Problem mit der Schiene angegangen hat. Die Umsetzung einzelner Maßnahmen wären aber auch in näherer Zukunft wünschenswert.
Je nach Realisierungsstand wäre dann auch eine Anpassung der Gleisnummern wünschenswert, um Verwirrungen durch die Gleise 0 und -1 zu vermeiden.
Changelog:
- Aufgrund des Kommentars von MaxmagnusS die potentiellen Haltepunkte für den sechsgleisigen Ausbau ergänzt und auf Kommentar zum Haltepunkt GT Carl-Bertelsmann-Straße verwiesen.
- Anpassung/Ergänzung von Haltepunktnamen.
- Anpassung des Haltepunktnamens „GT Spexard“ aufgrund des Kommentars von Konstar.
- Ebenfalls Ergänzung der Neunummerierung im Fazit aufgrund des Kommentars von Konstar.
- Ergänzung einer Alternative zur neuen Verbindungskurve zwischen TWE-Strecke und S-Bahn-Gleisen (Kopf machen).
- Ergänzung von Kapitel 9.
- Erweiterung zur Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes
- Erweiterung des Konzepts auf GT Isselhorst-Avenwedde

Hallo,
Meiner Meinung nach kann man Pavenstädt und Kattenstroth nördlicher legen. Kattenstroth an den Westring und Pavenstädt an die Feuerbornstraße. Außerdem finde ich den Halt an der Verler Straße unnötig, da er nahezu keine Einwohner anschließt, die nicht auch schon von dem Halt nördlich davon angeschlossen werden.
Liebe Grüße!
Hier wäre bei der Feuerbornstraße der Platz das Problem. Klar, wenn man sechsgleisig ausbaut muss dort sowieso abgerissen werden, beim fünfgleisigen Ausbau ist mMn aber Unter den Ulmen/Westfalenweg besser geeignet, da dort lediglich Tankstellen stehen, bei welchen auch noch relativ viel Platz ist. Daraus resultierend kann man aufgrund des Haltestellenabstands auch den Kattenstrother Haltepunkt nicht an den Westring platzieren.
Bei einem sechsgleisigen Ausbau bin ich aber bei dir, da sollte man die Haltepunkte verschieben. Zeichne ich mal noch mit ein.
Tatsächlich ist der Halt unter dem Namen „Welle“ genau so aktuell in der Reaktivierung der TWE-Strecke geplant und soll für die Erschließung von Mansergh-Quartier, Welle und Schulzentrum Ost zuständig sein. Die Halte Sundern und der nördlichere Halt wurden von mir hinzugefügt (kann ich sonst auch nochmal in der Beschreibung klarer machen). Ersterer ist meiner Meinung nach auf jeden Fall sinnvoll, zweiteren habe ich an der Stelle platziert, da alle von Anderen vorgeschlagenen „Überlandstraßenbahnen“ in Richtung Avenwedde/Friedrichsdorf/Bielefeld dort entlangführten. Im Rückblick sind 600-650 Meter Haltestellenabstand natürlich auch ein bisschen wenig…
Wenn es nötig ist, würde ich tendentiell eher den nördlicheren Halt entfernen und den Halt Welle ebenfalls eher zur Straße „Am Anger“ hin verschieben.
Viele Grüße
Ich finde den Vorschlag persönlich gut durchdacht und auch gelungen. Ich hab nur paar Kleinigkeiten dazu zu schreiben:
1. Etwas Trivial, ich würde aber die neuen Gleise der TWE am Hbf nicht -1 oder 0 nennen. Das verwirrt nur die, die den Bahnhof nutzen. Da der Bahnhof in diesem Vorschlag so oder so große Veränderungen annimmt, sollte man einfach ganz logisch (1,2,3,4,usw) benennen.
2.
Dies würde ich bei Gütersloh – Hövelhof definitiv unterschreiben, bei Gütersloh – Versmold habe ich da etwas bedenken. Wie weit soll so ein zweigleisiger Ausbau gehen? Bis Versmold/Lengerich oder doch bis Ibbenbüren? Personenverkehrstechnisch ist mit einem stündlichen RB/S und einem RE eigentlich ein ganz gutes Angebot mit Bahnkruzungshalten Bad Laer und Harsewinkel.
Der Güterverkehr wird natürlich nur auf nachts / außerhalb der Betriebszeiten beschränkt, mir ist allerdings entlang der Strecke außer Claas keine nennenswerten Firmen aufgefallen.
3.
Ja, dazu hatte ich einen Vorschlag gemacht. Und zwar Fahrten der RE 76 vom Bielefelder Hbf zur HVZ, die sich in GT-Miele mit der RE 76 aus Osnabrück vereint und weiter nach Verl, Hövelhof und Paderborn verkehrt. Denn Miele ist einer der größten Arbeitgeber in Gütersloh und hat sicher viele Pendler aus Umgebung wie Bielefeld. Abfahrten ab Bielefeld wären um 6:30,7:30,13:30 und 17:30.
4. Zu der Straßenbahn Gütersloh bin ich etwas kritisch entgegengesetzt, da Gütersloh mit seinen 100.000 Einwohnern ein Anrecht auf eine Tram hätte, allerdings bautechnisch recht „zerstreut“, sprich die Straßenbahnstrecken lang sein müssten um genügend Einwohner anzubinden. Die Stadtbusse machen da eigentlich einen echt guten Job, einen Umbau zur Straßenbahn wäre teuer. Wenn es ein gutes Konzept, mit guter Anbindung und nicht utopischen Kosten, könnte man darüber reden.
5. Trivial, aber was solls. Der Halt in Spexard, kann einfach Spexard heißen, da dies historisch so war und dies eigentlich beim „Stadt“zentrum in Spexard liegt.
Ich wage gehört zu haben, dass DB Netze ungern Gleisnummerierungen ändert, das könnte aber auch Halbwissen sein. Hat anscheinend irgendetwas mit Betriebsabläufen zu tun (In anderen Ländern ist es scheinbar auch möglich, dass ein Gleis zwei verschiedene Bezeichnungen hat, eine für den Betriebsablauf und eine für Fahrgäste?).
Anyway, klar wäre es wünschenswert, die Gleisnummerierung komplett neu zu machen. Habe ich mal mit ins Fazit reingeschrieben.
Das würde ich dann von der Nutzung abhängig machen. Falls die Strecke für Durchgangsverkehr von Güterzügen genutzt würde, wäre natürlich ein zweigleisiger Ausbau bis Ibbenbüren wünschenswert, um Kapazitäten zu erhöhen und mögliche Umwege über Osnabrück zu vermeiden.
Bzgl. des Durchgangsverkehrs selbst bin ich mir nicht ganz sicher, in wie weit sich so etwas lohnt. Da müsste ich mir das Güternetz und potentielle Anschlüsse noch einmal genauer ansehen.
Bei Betrieb ohne Durchgangsverkehr müsste man noch einmal überlegen: Wenn ich mich recht erinnnere wird besonders der nördliche Teil der TWE Strecke für den Güterverkehr genutzt, der südliche fast gar nicht. In Gütersloh im südlichen Teil liegen ja sogar noch Holzschwellen und bedeutend mehr als Betrieb einer Museumseisenbahn ab und zu ist mir auch nicht bekannt. Ob der Betrieb ohne Durchgangsverkehr auf dem nördlichen Abschnitt jetzt eine zweigleisige Weiterführung bis nach Ibbenbüren lohnenswert macht weiß ich nicht.
Lustigerweise hat Claas meiner Kenntnis nach schon seit einigen Jahren den Transport von Landmaschinen per Schiene eingestellt. Stattdessen scheint ein relativ großer Kunde ein Stahlwerk zu sein plus sporadischer Betrieb durch andere Firmen.
Potential hätte die Strecke aber auf jeden Fall noch, ob jetzt Claas in Harsewinkel, Miele und kleinere Firmen in Gütersloh oder Nobilia u.Ä. im Verler Stadtgebiet.
Generell hatte ich bei Reaktivierung aber auch in einigen Dokumenten das Vorhaben zur Errichtung seperater, gemainsam genutzter Laderampen in den verschiedenen Gebieten gefunden, sodass auch kleinere Unternehmen quasi einen „Schienenanschluss lite“ bekommen könnten.
Das wäre ein Anwendungsfall. Ob sich aber der Bau einer Verbindungskurve nur für diesen einen Zug lohnt ist aber fraglich, da die Kurve ja auch nur die S-Bahn-Gleise erschließen würde. Man könnte da noch nachbessern und auch die Schienen für den RRX/die REs/den Güterverkehr anbinden, das kostet aber auf jeden Fall auch noch ordentlich.
Alternative (wenn wirklich eine direkte Zugverbindung ohne Umstieg vorhanden sein müsste) wäre beim Bau von S-Bahn-Gleisen das Kopf machen an Bahnsteig 8 oder 11 und dann das Durchfahren der neuen südwestlichen Verbindungskurve.
Generell bin ich einer Tram tatsächlich positiv gegenübergestellt. Die Busse sind, besonders zur HVZ, überfüllt und auch ein T15 beseitigt nicht die Verspätungen durch Autos. Ob in Zukunft oberleitungsfreie Straßenbahnen (Batterien, Superkondensatoren), vorgefertigte Schienensegmente oder der Einsatz von eingleisigen Abschnitten den Bau von Straßenbahnen günstiger machen ist dann wirklich eher Zukunftsmusik, ich hoffe da tut sich aber noch etwas. Ich merke gerade, vielleicht sollte ich mal dazu einen eigenen Vorschlag machen…
Bzgl. der Zerstreutheit helfen die S-Bahn/RB-Stationen aber ja auch schon. Dann müsste man eine Straßenbahn „nur“ noch „drumherumplanen“.
Danke, habe ich angepasst.