Beschreibung des Vorschlags
Motivation
Die zentrale Busachse in Offenbach, die Waldstraße, ist überlastet. Dort fahren stellenweise schon heute 18 Busse die Stunde, die Buslinie 101 regelmäßig überfüllt. Taktverdichtungen sind geplant, können jedoch nur teilweise den Bedarf abdecken. Die Stadtbahn soll hier kapazitätssteigernd Abhilfe schaffen.
Derzeit wird eine Straßenbahnlinie zwischen Fechenheim und Offenbach geplant [4]. Damit sich die beiden Verkehrsträger ergänzen können, statt sich auszuschließen, werden beide gemeinsam betrachtet.
Zielsetzung:
- Bessere Anbindung Offenbach <-> Fechenheim <-> C-Strecke
- Kapazitätserhöhung auf der passagierstärksten Verbindung in Offenbach (Marktplatz <-> Stadthalle)
- Verbesserung des schienengebundenen ÖPNV in Fechenheim
- Alternativroute zur Frankfurter Innenstadt im Störungsfall der S-Bahn
Gesamtkonzept:
Fechenheim nach Offenbach (U4/U7): Dieser Vorschlag, der eine Verknüpfung der U4/U7 über Fechenheim nach Offenbach herstellt.
[OF/FFM] Verknüpfung Linie 16 und Linie 12 für eine kompatible Führung der Straßenbahn, die u.a. den Hauptbahnhof an die Stadtbahn anbindet.
[Stadtbahn OF] Umleitung 101/104/OF-97 zum neuen Buskonzept unter Berücksichtigung der Stadtbahnlinie.
Verlauf
Die Strecke zweigt aus Richtung Innenstadt hinter der Station Schäfflestraße von der C-Strecke ab und überquert die Kreuzung zur Wächtersbacher Straße. Mit Aufgabe einiger Parkstreifen sowie Verschiebung zweier Bushaltestellen nach außen passt die Stadtbahn mittig in die Straße unter Beibehaltung beidseitiger Radwege [6]. Auf Höhe des Hauptzollamts wird die Strecke auf die südliche Seite verschwenkt, ehe sie westlich des heutigen KGV Kleeacker im Trog in die Tunnelstrecke zur Unterquerung der EBO-Strecke eingeführt wird. Der kurze Tunnel ist ab der Orber Straße östlich der im Rahmen der nordmainischen Strecke geplanten Unterführung/Verlängerung der Ernst-Heinkel-Straße angesetzt und mündet in eine Tunnelstation mit direkter Anbindung an die geplante S-Bahn-Station Frankfurt-Fechenheim.
Nach einem leichten Verschwenk unter die westliche Fahrbahn der Ernst-Heinkel-Straße kommt die Strecke wieder ans Tageslicht. Die Strecke ab hier befindet sich in einem geplanten Stadtteilpark [2]. Eine Straßenbahnanbindung ist explizit vorgesehen, eine Stadtbahnstrecke halte ich für möglich. Mit Ende des Grünzugs begibt sich die Strecke erneut unter die Erde, um den Main zu unterqueren und nach Offenbach zu gelangen. Vorher ergibt sich noch eine Verknüpfungsstation an der Kreuzung Carl-Benz-Straße/Dieburger Straße.
Die unterirdische Strecke in Offenbach führt primär unter der Herrnstraße durch. Für die Umsteigebeziehung zur S-Bahn ist eine Haltestelle westlich unter der Station Marktplatz vorgesehen (in der Nähe der Bushaltestelle Rathaus). Durch Treppen sollen die beiden Bauwerke direkt verbunden werden.
Die Stadtbahn unterquert noch die Bismarckstraße, bevor sie mittig der Waldstraße hinter der Bahnüberführung auf Höhe der heutigen Mittelinsel hält. Dort befindet sich genug Platz für eine Haltestelle ohne Fahrstreifenverlust [7]. Einige Parkplätze sowie der heutige Kiosk müssten dafür weichen.
Oberirdisch fortführend, bietet die Waldstraße mit ihren 4 bis 5 Fahrspuren plus Parkstreifen genügend Platz für eine mittig geführte Stadtbahnstrecke. Ab der Neusalzer Straße verlaufen die Gleise am nordöstlichen Rand, damit kein Bus sie queren muss. Kurz vor der Stadthalle verlässt die Strecke die Waldstraße, um die Haltestelle auf dem Vorplatz jener Stadthalle anzufahren.
Haltestellen
Grundlage ist ein Haltepunkt etwa alle 400 bis 500 Meter, wobei im Grundvorschlag durch erweiterte Maßnahmen die Abstände etwas länger ausfallen können, sodass letztlich auf 7 km Strecke 10 Haltestellen bedient werden. Beginn und Ende der Strecke sind einerseits die Schäfflestraße, andererseits die Stadthalle. Alle Haltestellen sind für 100m lange Züge konzipiert.
Aufgrund der begrenzten Platzverhältnisse in der Wächtersbacher Straße liegt die erste Station Lauterbacher Straße erst kurz vor der Abzweigung am Kaufland. Sie liegt zentral im Fechenheimer Norden direkt neben der gleichnamigen Bushaltestelle.
Die folgende Haltestelle Fechenheim/S-Bahn ist unterirdisch angelegt. Sie bindet die geplante S-Bahn-Station Fechenheim an. Nördlich wird ein Zugang zum Gehweg an der geplanten Unterführung hergestellt, von wo aus man zur Station gelangen kann.
Die Haltestelle Stadtteilpark Fechenheim soll zentral gelegen sowohl die Industriearbeitsplätze im Westen als auch die Wohnviertel im Osten bedienen. In Kombination mit der Straßenbahn wird so der Großteil Fechenheims erschlossen. Die Station Carl-Benz-Straße/Dieburger Straße – wie auch die Station Fechenheim – dienen als primäre Umstiegsstationen zur Straßenbahn und den Bussen.
In Offenbach sind die Stationen Marktplatz und BÜ Waldstraße die zentralen Stationen. Westlich unter der S-Bahn gelegen, ermöglicht Erstere direktes Umsteigen in alle Offenbacher S-Bahnen, sowie die meisten Offenbacher Buslinien. Die zweite erlaubt die Integration in ein feines Straßenbahnnetz sowie Umstieg zum Offenbacher Hauptbahnhof.
Die drei Zwischenstationen Friedrichsring, Humboldtstraße und Offenbach Post orientieren sich an den bestehenden Haltestellen gleichen Namens. Letztere beide ersetzen jene Bushaltestellen, erschließen aber auch zusammen beide Seiten der B43. Erstere (Friedrichsring) erschließt nicht nur eine Schule, sondern auch die verbleibenden Busse, die sich an dieser Station von der Stadtbahnstrecke trennen.
An der Stadthalle endet die Stadtbahnlinie. Hier sind 2 Endgleise vorgesehen, die ab der Neusalzer Straße auf den Vorplatz der Stadthalle führen. Von dort gibt es durch die gleichnamigen Bushaltestellen Umsteigemöglichkeiten in alle Richtungen.
Erweiterte Betrachtung
Eingezeichnete Strecken und Haltestellen mit eingeklammertem Namen sind mögliche Erweiterungen dieses Vorschlags.
Kreuzung Wächtersbacher Straße/Borsigallee:
Die Kreuzung soll ebenerdig gequert werden. Um Platz für die Mittelgleise zu machen, müssen die nördlichen Streifen der Wächtersbacher Straße nach Norden verschoben werden. Der südliche Streifen kann in seiner Position erhalten bleiben, lediglich die Verschwenkung für die Parkplätze und Bushaltestellen fällt weg, da er geradeaus weiterführt.
Haltestelle Lauterbacher Straße/Verlauf am KGV Kleeacker:
Zur teilweisen Anbindung des Fechenheimer Nordens bietet sich diese Haltestelle südlich der gleichnamigen Bushaltestelle und nördlich des Kaufland an. Sie liegt auf dessen Parkplatz, womit durch die Haltestelle schätzungsweise 25 Stellplätze wegfallen. Das entspräche einer Reduktion von 25/307 ≈ 8%. Durch die Stadtbahnanbindung könnte dieser Verlust ausgeglichen werden, indem mehr Kunden per ÖPNV einkaufen gehen.
Kurz östlich der Haltestelle beginnt der Trog, um in den Tunnel einzufahren. Dieser ist im hiesigen Vorschlag weitestgehend auf dem Grundstück des Kaufland eingezeichnet, da ein breiter Streifen ungenutzt scheint und man mit dem Eigentümer bereits verhandeln muss. Der dafür notwendige Radius liegt bei unter 30m. Sollte eine derartige Führung aus Gründen nicht möglich sein, werden Kleingärten des KGV Kleeacker berührt werden müssen. Jedoch werden diese potentiellen Eingriffe durch die frühe Tunneleinfahrt begrenzt und minimiert.
Eine Haltestelle weiter westlich wäre aus Platzgründen erst kurz vor der Kreuzung möglich, wo aufgrund der Bahnsteige diverse Verschwenkungen und eine komplexe Straßenraumgestaltung notwendig würden, für nur einen geringen Nutzen.
Haltestelle Sportanlage Fechenheim und Adam-Opel-Straße:
Unter Betrachtung einer Straßenbahnlinie durch die Konstanzer Straße mit Halt an der Meersburger Straße könnte der Halt an der Sportanlage entfallen bzw. mit dem Stadtteilpark Fechenheim zusammengelegt werden. Umstieg wäre an der Carl-Benz-Straße/Dieburger Straße möglich. Gleichfalls würde eine Führung der Straßenbahn über die Jakobsbrunnenstraße zur Hugo-Junckers-Straße einen Umstieg zu Fechenheim vereinfachen und damit die unterirdische Station Adam-Opel-Straße erübrigen.
Mainquerung:
Aus Gründen des Hochwasserschutzes findet die Querung als Tunnel statt. In diesem Vorschlag ist die Länge der Querung mit 110m minimal gehalten und vergleichbar mit den bestehenden Querungen. Die dazu nötigen Bögen lassen 80 km/h zu, der Bogen in die Tunnelstation Carl-Benz-Straße/Dieburger Straße immerhin noch 60 km/h.
Haltestelle Offenbach Marktplatz:
Die neue Station Offenbach Marktplatz in Nord-Süd-Richtung liegt westlich der bestehenden S-Bahnstation. Die unmittelbare Nähe ermöglicht einen direkten Umstieg über Treppen, was Umsteigezeiten minimiert. Durch die notwendige Unterquerung des S-Bahntunnels liegt die neue Station tiefer als die jetzige Station. An der Oberfläche befindet sich die Haltestelle Rathaus.
Die hier dargestellte Streckenführung und Stationslage schließen eine weitgehend offene Bauweise in diesem Bereich nicht aus. Diese Form des Tunnelbaus ist gewöhnlich die günstigste.
Querung der Waldstraße nördlich der Haltestelle BÜ Waldstraße:
Dieser Abschnitt thematisiert den verbleibenden Höhenunterschied im Bereich der Marien-/Feldstraße, sowie die mögliche Lösung einer Unterführung für den Radverkehr.
Trotz der geografischen Gegebenheiten wird die SO etwa 1-1,5m niedriger als die restliche Straße liegen. Der Zugang zur Haltestelle liegt nicht ganz so niedrig, da ein Teil der Differenz durch die Bahnsteighöhe (800 – 810mm ü. SO [11][11.1]) kompensiert wird. Der Rest kann durch Rampen und Treppen ausgeglichen werden. Die Schienenoberkante ist eher interessant für Querungen, i.B. die Fortführung der Marienstraße zur Feldstraße ist damit nicht kompatibel, diese Verbindung fällt also weg. Momentan ist in dem Bereich ein Radschnellweg (FRM8) geplant [10] und die Vorzugstrasse sieht hier eine Fahrradstraße vor. Dieser Vorschlag favorisiert eine Unterführung für den Radverkehr unter der Waldstraße und der Stadtbahnstrecke in etwa 4 bis 5 Meter unter dem heutigen Niveau, 4 Meter breit gemäß Planung der FRM8 [9] und 2,5 Meter lichte Höhe nach RASt [3][12]. Für Rampen stehen bis zu 100m beidseitig zur Verfügung, dabei müssen Parkplätze weichen. Die Steigung bleibt so deutlich unter 6% [12].
Haltestelle Eberhardt-von-Rochow-Straße:
Auf einen Halt der Stadtbahn an dieser Stelle kann verzichtet werden, indem die 104 mit dem Rest der 101 nach Bieber über die Haltestelle Stadthalle verknüpft wird. Dieser Vorschlag sieht vor, dass so letztere als Umsteigeknoten dient und die Funktion des Umsteigepunkts mit der Linie 104 nach Lauterborn übernimmt.
Fahrplan
Taktung:
Perspektivisch soll die U4 wieder auf einen T5 auf der B-Strecke verdichtet werden [18]. Der Fahrplan dafür steht noch aus und kann nicht berücksichtigt werden. Insofern dient der Fahrplan vom April 2025 als Grundlage.
Für die Strecke sehe ich 6 Züge pro Stunde vor. Zwischen Schäfflestraße und Enkheim fahren momentan 10 Züge pro Stunde (6x U7, 4x U4).
Von der U7 nach Enkheim können 2 Züge auf die neue Strecke abzweigen. Nach Enkheim bestünde dann ein T7,5 mit den bestehenden Zügen der U4. Bei der Linie U4 endet derzeit jede zweite Linie an der Station Seckbacher Landstraße. Würde man diese voll nach Offenbach durchbinden, kämen 4 weitere Züge dazu und brächten die geforderten 6 Züge pro Stunde. An der Schäfflestraße, die ein Umsteigeknoten würde, hielten dann 14 Züge pro Stunde (6x U7, 8x U4).
Fahrzeit:
Der Abschnitt Schäfflestraße – Marktplatz ist vergleichbar mit dem Abschnitt Riedberg – Heddernheim, beide sind etwa gleich lang und haben 4 Zwischenhalte. Im heutigen Fahrplan der U8 ergibt sich eine Fahrzeit von etwa 9 Minuten (vgl. heute: 22 Minuten).
Der Abschnitt Marktplatz – Stadthalle ist vergleichbar mit dem Abschnitt Lindenbaum – Holzhausenstraße, auch sie sind etwa gleich lang und haben jeweils 4 Zwischenhalte. Im heutigen Fahrplan ergibt sich eine Fahrzeit von etwa 7 Minuten. Das ist eine Ersparnis von etwa 5 Minuten (~40%) im Vergleich zu heute.
Insgesamt benötigt ein Zug für die neue Strecke inklusive Halt am Marktplatz also ca. 17 Minuten.
Der Abschnitt Marktplatz – Fechenheim (S-Bahn) ist vergleichbar mit dem Abschnitt Bonames Mitte – Sandelmühle in Länge und Anzahl der Zwischenhalte (jeweils 2). Im heutigen Fahrplan der U2 ergibt sich eine Fahrzeit von etwa 5 Minuten. Der Umstieg von/zur S-Bahnstation liegt bei etwa 200m (3 Minuten Fußweg). Der Weg mit der südmainischen S-Bahn über die Konstablerwache und die nordmainische Strecke dürfte bei mindestens 15 Minuten liegen.
Wendezeit Stadthalle:
Die folgende Rechnung nutzt den Fahrplan im April 2025 als Grundlage, sowie 17 Minuten Fahrzeit für die neue Strecke. Das bedeutet insbesondere, dass die U4 in der NVZ die Strecke nur im T20 statt wie in der HVZ im T15 befährt. Insofern gibt es hier 2 Rechnungen.
HVZ:
Eine U4, die um 16:34 an der Seckbacher Landstraße abfährt, kommt nach reiner Fahrzeit um 17:19 wieder dort an. Die nächste U4, die nicht aus Enkheim kommt, fährt um 17:33. Das bedeutet eine Wendezeit von 14 Minuten. Allerdings müsste sie dazu um 17:28 an der Schäfflestraße abfahren, wo zur gleichen Zeit bereits eine U7 geplant ist. Es wäre daher sinnvoll, an der Stadthalle etwas (hier: 4 Minuten) früher abzufahren und die Differenz an der Seckbacher Landstraße abzuwarten. Effektiv entstünde so eine Wendezeit von 10 Minuten.
Eine U7, die um 16:38 an der Schäfflestraße abfährt, kommt nach reiner Fahrzeit um 17:12 wieder dort an. Die nächste U7 ist für 17:18 geplant, allerdings ist diese um 16:58 an der Schäfflestraße abgefahren, damit nach Enkheim und im neuen Fahrplan noch immer drin. Das ist ein gutes Zeichen, da so die nächste abgezweigte U7 um 17:28 eine passende ist, sodass sich 16 Minuten Wendezeit ergeben.
Die Belegung sähe wie folgt aus:
| Linie | Schäfflestr. | Stadthalle | Stadthalle | Schäfflestr. |
|---|---|---|---|---|
| U7 | 16:38 | 16:55 | 17:11 | 17:28 |
| U4 | 16:40 | 16:57 | 17:07 | 17:24 |
| U4 | 16:55 | 17:12 | 17:22 | 17:39 |
| U7 | 17:08 | 17:25 | 17:41 | 17:58 |
| U4 | 17:10 | 17:27 | 17:37 | 17:54 |
| U4 | 17:25 | 17:42 | 17:52 | 18:09 |
NVZ:
Eine U4, die um 12:44 an der Seckbacher Landstraße abfährt, kommt nach reiner Fahrzeit um 13:29 wieder dort an. Die nächste U4 fährt um 13:35 und kommt nicht aus Enkheim, passt also. Das bedeutet eine Wendezeit von 6 Minuten.
Für die U7 ändert sich nichts, siehe oben.
Die Belegung sähe wie folgt aus:
| Linie | Schäfflestr. | Stadthalle | Stadthalle | Schäfflestr. |
|---|---|---|---|---|
| U7 | 12:38 | 12:55 | 13:11 | 13:28 |
| U4 | 12:50 | 13:07 | 13:13 | 13:30 |
| U7 | 13:08 | 13:25 | 13:41 | 13:58 |
| U4 | 13:10 | 13:27 | 13:33 | 13:50 |
| U4 | 13:30 | 13:47 | 13:53 | 14:10 |
Ergebnis:
An diesen Beispielfahrplänen erkennt man gut, dass bei derzeitigen Verhältnissen praktisch ein T15 entsteht. Alle halbe Stunde sorgen die Verstärkerzüge der U7 für doppelte Kapazität in der HVZ bzw. ersetzen die wegfallende U4 in der NVZ.
Bis zur Stadthalle benötigt es in jedem Fall eine durchgängige Zweigleisigkeit sowie 2 Gleise zum Warten an der Station selbst.
Man bräuchte 6 (3x U4, 3x U7) zusätzliche Kurse.
Linienveränderung im Busnetz
Eine visuelle Darstellung und mehr findet sich im ergänzenden Busvorschlag [19]
Auf der heutigen Teilstrecke zwischen Offenbach-Marktplatz und Stadthalle verkehren in der HVZ 10 Busse pro Stunde (8x 101, 2x 0F-97), auf dem Abschnitt Marktplatz – Albert-Schweitzer-Schule sogar 18 Busse pro Stunde (4x 105, 2x 108, 2x 551).
Teil des Vorschlags ist es, die 101 und den OF-97 zwischen Marktplatz und Stadthalle zu ersetzen, und die Linien im Süden miteinander zu verknüpfen (d.h. OF-97neu fährt nach OF-Bieber).
Um den Takt der 101 in Tempelsee nicht allzusehr auszudünnen, bietet sich weiterhin eine Verknüpfung der 104 im T15 ab Eberhardt-v.R.-Straße mit der 101 nach Bieber an. In dieser Variante kann auf die Stadtbahnstation Eberhardt-von-Rochow-Straße verzichtet werden, da die Stadthalle die Funktion der Umsteigehaltestelle übernimmt. Die neue Linie würde aus Bieber kommend über die Neusalzer Straße zur Eberhardt-v.R.-Straße gelangen und dann auf bisherigem Weg fortfahren. Die Haltestelle in Gegenrichtung entfällt.
Der OF-97 endet derzeit am Marktplatz. Die 101 fährt weiter nach Bürgel und Rumpenheim; sie würde zukünftig nur noch den Abschnitt zwischen Marktplatz und Rumpenheim bedienen bzw. zu Offenbach Hauptbahnhof geführt und dort wenden.
Die anderen Linien (105, 108, 551) verbleiben in ihrem heutigen Verlauf. Dadurch wäre die einzige Verschlechterung, dass die Verbindung Tempelsee <-> Rumpenheim mit 2 Umstiegen verbunden ist.
Es würden so 7 Kurse eingespart werden.
Kapazität auf der Waldstraße
Die Stadtbahn soll wie oben beschrieben 10 Busse pro Stunde ersetzen. Die OVB nutzen als längsten Bus den Solaris Urbino E18 mit 98 Plätzen [14], d.h. diese 10 Busse bieten 980 Fahrgästen Platz. Die Frankfurter VGF nutzen für den Stadtbahnbetrieb den U5-Wagen [15], der entsprechend auch auf dieser vorgeschlagenen Strecke fahren soll. Mit relativ kurzen 50m Wagen (U5-50) bieten sie 366 Personen Platz, was bei 6 Fahrten pro Stunde (2x U7, 4x U4) 2196 Fahrgäste pro Stunde bedeutet, eine Kapazitätssteigerung von 124% trotz halbem Takt. Durch den Bau von 100m langen Haltestellen kann die Wagenlänge weiter erhöht werden. Mit U5-100 Fahrzeugen werden 766 Plätze erreicht, d.h. 4596 Plätze pro Stunde, eine Kapazitätserhöhung von 369%.
Da die Busse auf der Waldstraße zu Spitzenzeiten voll ausgelastet sind, dürfte die Kapazitätserhöhung auch zu erhöhter Nachfrage führen. Durch die Stadtbahn sind auch zukünftig Spielräume gegeben, die durch Busse nicht zu leisten sind.
Umleitung zur Frankfurter Innenstadt
Im Falle einer Störung der S-Bahnstrecke zwischen Marktplatz und Konstablerwache besteht an beiden Enden die Möglichkeit einer Umleitung über die S-Bahnstation Frankfurt-Fechenheim. Statt den normalen 10 Minuten beträgt die Fahrzeit dann 13 Minuten plus Umsteigezeit. Alternativ kann über die Schäfflestraße durchgefahren werden: Mit einer U4 läge die Fahrzeit auf diese Weise bei 20 Minuten, mit einer U7 bei 17 Minuten.
Ohne besonderen SEV kommt man derzeit nicht unter 30 Minuten, dazu teilweise in Bussen, deren Kapazität in so einer Situation schnell erschöpft ist.
Nutzen-Kosten
Ein exaktes Nutzen-Kosten-Verhältnis wird erst in einer Machbarkeitsstudie bzw. in der letztendlichen Planfeststellung ermittelt sein. Dennoch möchte ich hier grob aufschlüsseln, in welchen Bereichen sich der Nutzen und die Kosten bei diesem Projekt bewegen.
Etwa 3 km der Strecke sind Tunnel, die restlichen 4 km sind oberirdische Strecke. Dazu kommen 7 oberirdische Stationen und 3 unterirdische Stationen. Brückenbauwerke sind keine vorgesehen.
Mit einer gängigen Kostenschätzung von 70 Mio/Tunnelkilometer und 20 Mio/oberirdischer Kilometer kommt man so auf gut 290 Millionen €. Mit der Mainunterquerung als besonderem Kostenpunkt (mit 350 Mio/Kilometer angesetzt), gehe ich von ca. 320 Millionen € als unterem Wert aus. Damit wäre man wohl gut bedient.
Schaut man sich andere Projekt im Raum Frankfurt an (U2/U5-Verlängerung z.B.), sehe ich den oberen Schätzwert bei 200 Mio/Tunnelkilometer und 50 Mio/oberirdischer Kilometer (entsprechend 1 Mrd./km für die Mainquerung) für Gesamtkosten um die 880 Millionen €. Der tatsächliche Wert dürfte sich darunter befinden.
Auf der Nutzenseite stehen auf dem Abschnitt Marktplatz – Stadthalle ca. 5000 Fahrgäste täglich [5] mit Zeitgewinn bis zu 5 Minuten. Die Zahlen stammen aus 2022, als der Nahverkehr in Offenbach stark reduziert war. Dadurch und durch die Kapazitätserweiterung dürfte eine Verdoppelung nicht unwahrscheinlich sein, d.h. 10000 Fahrgäste allein auf dieser Relation, die (mit Umstieg) auch Heusenstamm und in Teilen Bieber anbindet.
Dazu kommt die direkte Anbindung von Offenbach und Fechenheim (Zeitgewinn ca. 5 bis 10 Minuten ggü. Bus 551 ab Offenbach Rathaus + Kapazitätsgewinn). 2500 Fahrgäste pro Werktag dürfte noch konservativ geschätzt sein, jedoch konnte ich keine belastbaren Zahlen dazu finden. Eine in Arbeit befindliche Machbarkeitsstudie in dem Gebiet verzögert sich [4], könnte aber auch für diesen Vorschlag hinsichtlich der Fahrgastzahlen eine Grundlage bieten.
Bisher unerschlossene Teile von Fechenheim und Riederwald bekämen eine direkte Schienenanbindung an die neue S-Bahnstation in Fechenheim, was ebenfalls zu den Fahrgastzahlen beiträgt. Konkrete Zahlen habe ich hier leider auch nicht.
Parkplatzkalkulation
Während über den gesamten oberirdischen Verlauf mindestens 1 Fahrspur pro Fahrtrichtung verfügbar ist, geht dies insbesondere im Bereich von Haltestellen auf Kosten von Parkplätzen am Fahrbahnrand.
Waldstraße: ca. 64 Parkplätze fallen weg (64/207).
Wächtersbacher Straße: ca. 63 Parkplätze fallen weg (63/77).
Gesamt: ca. 127 Parkplätze fallen weg (127/284)
Auf dem deutlich längeren Abschnitt auf der Waldstraße fallen relativ wenig Parkplätze weg, da bereits große Teile für Fahrspuren genutzt werden. Insbesondere an den geplanten Haltestellen bestehen heute aufgrund der Kreuzungsnähe und der Nähe zu heutigen Bushaltestellen nur wenige Parkplätze, die wegfallen könnten.
Die Wächtersbacher Straße hingegen verliert im hier präsentierten Vorschlag nahezu alle Parkplätze auf dem betroffenen Gebiet (Borsigallee bis KGV Kleeacker). Der wesentliche Unterschied zur Waldstraße liegt im vorgesehenen Radweg auf beiden Seiten, welcher sich am heutigen Bestand orientiert und beibehalten werden soll. Für die Waldstraße ist keine gesonderte Radverkehrsführung abzusehen und wäre nur mit Fahrspureinbußen und Parkplatzwegfall umsetzbar. Aufgrund der bestehenden Parallelstrecken ist eine solche Umsetzung politisch unwahrscheinlich und in jedem Fall unabhängig von der Stadtbahn.
Varianten und Alternativen
Straßenbahn zwischen Offenbach und Fechenheim:
Eine Alternative wäre eine Straßenbahnanbindung zwischen Offenbach und Frankfurt, die auch schon in einer Machbarkeitsstudie untersucht wird [13]. Während der Fokus dort auf einer Anbindung der Offenbacher Innenstadt und Umland und einem möglichen Lückenschluss zwischen Oberrad und Fechenheim liegt, erweitert dieser Vorschlag hier die Kapazität einer Hauptverkehrsstrecke mit Anbindung an das bestehende Stadtbahnnetz, was die Straßenbahn in der geplanten Form nicht leisten kann und soll. Die Möglichkeit, die Straßenbahn in Fechenheim in ähnlicher Form wie hier zu führen, besteht und wird geprüft [1], allerdings wäre dazu eine Vermischung des Straßenbahn- und Stadtbahnnetzes nötig, die in diesem Vorschlag vermieden würde.
Vorteil wäre unter Nutzung der Carl-Ulrich-Brücke der Wegfall der Mainunterquerung, was die Kosten senkt.
Insgesamt sehe ich jedoch keinen Konflikt, da auf Offenbacher Seite kaum Trassenkonflikte herrschen (im Gegenteil, sogar Anschlussmöglichkeiten [8]), im Frankfurter Raum andere Führungen untersucht werden (bspw. über Dieburger und Starkenburger Straße) und die Ergebnisse der Untersuchungen, insb. der Machbarkeitsstudie, auch für diesen Vorschlag wertvolle Informationen sammeln.
Brücke über Kreuzung Wächtersbacher Straße/Borsigallee:
Für die Kreuzung kommt eine Brücke in Betracht. Im Folgenden werden die funktionalen Auswirkungen besprochen.
Kurz nach der Abzweigung muss die Kreuzung mit der Borsigallee gequert werden. Während die ebenerdige Lösung besonders kostengünstig ist, kann zum Erreichen der Kreuzungsfreiheit eine Brücke in Betracht gezogen werden. Durch den derzeit im Bau befindlichen Riederwaldtunnel ist eine Unterquerung im Tunnel nicht möglich.
Zwischen Abzweigung und Kreuzung bestehen etwa 90m, die für eine Rampe genutzt werden können. Das bedeutet bei 30-40‰ Steigung etwa 2,7 – 3,6m Höhe. Zum Erhalt der Buslinien sollte eine Durchfahrtshöhe von mindestens 3,2m vorgesehen sein. Eine Absenkung der Fahrbahn ist durch den o.g. Riederwaldtunnel nur begrenzt durchführbar, zusätzlich wird die Brücke eine gewisse Dicke haben, sodass insgesamt 3,2-3,4m wahrscheinlich realisierbar ist. Obwohl diese Höhe die meisten Fahrzeuge abdeckt, ist sie weniger als die erlaubten 4m Fahrzeughöhe. Hier kommt uns aber der Riederwaldtunnel zu Gute, da dieser übergroße Fahrzeuge (großteils LKW) aufnehmen kann und soll. Die Auslastung des Autobahntunnels wird so erhöht, während auf der Borsigallee und Am Erlenbruch eine Verkehrsberuhigung erreicht wird und die Belastung durch LKW reduziert wird, während der übrige Verkehr entflochten und beschleunigt wird.
Die Kosten einer solchen Brückenkonstruktion dürften jedoch innerhalb dieses Vorschlags den Nutzen überwiegen, sodass dieser Vorschlag eine ebenerdige Kreuzung vorsieht.
Anbindung an U6 von Roadtrain [20]:
Falls die U6 verlängert würde, könnte man die Strecken in Fechenheim/S-Bahn zusammenführen und so eine schnellere Verbindung zwischen Marktplatz und Konstablerwache herstellen. Der Fahrzeitgewinn betrüge geschätzt 4 Minuten plus Potential für weitere Kapazität.
Demgegenüber stehen 4km neuer Tunnel, die meines Erachtens nicht allein mit obigem Nutzen begründet werden können. Die Strecke müsste dazu eigenständig stehen können, was derzeit weder in Planung noch realistisch ist.
Variante Marktplatz via Schloßstraße:
Eine natürlicher anmutende Variante auf dem Abschnitt BÜ Waldstraße <-> Carl-Benz-Straße/Dieburger Straße verläuft nach Norden weiter unter der Waldstraße, unterquert den heutigen Marktplatz und die S-Bahnstation, folgt der Schloßstraße und auf Fechenheimer Seite kurz der Starkenburger Straße, ehe Richtung L3001 und Carl-Benz-Straße abgebogen wird.
Die Vorteile liegen auf der Hand: Relativ gerade Strecke, folgt dem Straßenverlauf, Haltestelle direkt unter dem Haupt-ÖPNV-Knoten Offenbachs. Die Strecke ist auch nur minimal länger als hier vorgeschlagen (150-200m).
Während die kurzen Umsteigewege ein großer Vorteil im Betrieb sind, sind die Einschränkungen während der Bauzeit umso größer. Da nahezu jede Buslinie in Offenbach am Marktplatz hält (Linie 107 ist die Ausnahme), wären sie alle von den Baumaßnahmen betroffen. Im Besonderen natürlich die Linie 101, die durch den Vorschlag hier (teilweise) ersetzt werden soll.
Falls demnächst eine Straßenbahnlinie in Offenbach beschlossen und gebaut würde, wäre diese höchstwahrscheinlich ebenfalls betroffen.
Die nötigen Einschränkungen dieser Variante während der Bauzeit sowie mögliche Umleitungen kann ich nicht vollends einschätzen, sodass sie möglicherweise nicht realisierbar ist. Ich gehe davon aus, dass während eines offiziellen PFV trotzdem beide Varianten und entsprechende Möglichkeiten geprüft würden. Für die Zwecke dieses Vorschlags ist der Verlauf unter der Herrnstraße eingezeichnet, dessen geringere Betroffenheiten ich besser überblicken kann.
Variante über den Offenbacher Hauptbahnhof:
Der Offenbacher Hauptbahnhof wird in diesem Vorschlag nicht direkt angefahren, sondern über die Straßenbahn angebunden. Hintergrund ist einerseits die deutlich kompliziertere Linienführung im Tunnel unter Wohngebieten, andererseits der deutlich geringere Nutzen im Vergleich mit BÜ Waldstraße [5]. Letztere liegt auf der Hauptachse, die hier entlastet werden soll.
Der Hauptbahnhof selbst ist zwar nicht unwichtig, spielt jedoch für den Nahverkehr nur eine untergeordnete Rolle, die primär durch die südmainische S-Bahn übernommen wird. Durch die Nähe zum Frankfurter Hauptbahnhof und dessen gute nahverkehrliche Anbindung ist auch die fernverkehrliche Bedeutung trotz der Einwohnerzahl begrenzt.
Das kann sich in Zukunft ändern und einige Pläne gibt es hierfür. Die Anbindung des Hauptbahnhofes durch die Stadtbahn sähe ich jedoch als separate Ergänzung mit einer Stichstrecke (evtl. über die Bismarckstraße).
Fortführung nach Heusenstamm:
Die Strecke könnte über die Stadthalle hinaus bis nach Heusenstamm fortgeführt werden. Innerhalb Heusenstamms würde dazu ein Tunnel benötigt, der nur im Zusammenhang mit einer möglichen Verlängerung der RTW nach Heusenstamm verhältnismäßig würde. Insofern wäre momentan nur eine Verlängerung an den Stadtrand denkbar.
Westlich der L3405 wäre eine Trassierung im Einschnitt möglich, um zum Schluss bei „Am Frankfurter Weg“ zu enden. Dabei ist zu beachten, dass es kurz hinter der Stadthalle den Hügel hoch geht, sodass ein Tunnelbauwerk (ca. 400m) unumgänglich ist. Dieses könnte jedoch dazu genutzt werden, die Trasse unter der L3405 nach Westen zu verschwenken. Zusätzlich kämen so etwa 2,75km neue Strecke zusammen.
Die recht lange Wendezeit von 16 Minuten für die U7 könnte genutzt werden, um im T30 nach Heusenstamm weiterzufahren.
Den Nutzen schätze ich insgesamt eher gering ein. Den OF-97 kann man nicht einsparen, da dieser den 101 in Bieber ersetzen soll. Dazu die Lage am Stadtrand und geringe Neuerschließung bedeuten eine geringe Nutzung bei recht langer und teurer Strecke.
Ähnliche Vorschläge:
Verbesserte Anbindung Offenbachs – Vorschlag U4 von Intertrain [16]:
Der Vorschlag verläuft im Wesentlichen wie der hiesige und erfüllt obige Zielsetzungen.
Die Führung über die Wächtersbacher Straße halte ich für sinnvoller, da so der neue Bahnhof Fechenheim besser angeschlossen werden kann. Der Tunnel unter dem Main in Kombination mit der Haltestelle direkt an der S-Bahn bietet bessere Umsteigemöglichkeiten, während die Kaiserstraße m.E. besser durch Straßenbahnen erschlossen werden kann. Im Bereich der Waldstraße sind beide Varianten oberirdisch gezeichnet, der Alternativvorschlag lässt jedoch einige Stationen aus, wodurch der Busverkehr nicht vollständig ersetzt werden kann.
FFM: U6 Verlängerung nach Offenbach (+ Stadtentwicklung Frankfurt Ost und Offenbach) von DerGalaktische [17]:
Die Zielsetzung des Vorschlags richtet sich an die Erschließung von Oberrad und betrifft damit Fechenheim gar nicht. Über die U6 besteht dennoch eine Verbindung in die Frankfurter Innenstadt und wie auch bei Intertrains Vorschlag oben wird die Kapazität auf der Waldstraße teilweise, jedoch nicht vollständig, erhöht.
Referenzen
[1] U-Bahn nach Fechenheim S-Bahn
[2] Planung Fechenheim zum Stadtteilpark
[3] Höhe Fahrradtunnel (2,50m)
[4] Straßenbahn Offenbach – Frankfurt: Machbarkeitsstudie verzögert sich
[5] Nahverkehrsplan Offenbach 2023-2027, Seite 145
[6] Wächtersbacher Straße in Streetmix
[7] BÜ Waldstraße in Streetmix
[8] BÜ Waldstraße mit Straßenbahn in Streetmix
[8.1] Haltestelle Offenbach Post in Streetmix
[9] Radwegbreite FRM8 (Seite 6)
[10] Radschnellverbindung FRM8
[11] Bahnsteighöhe U-Bahn Frankfurt
[11.1] 81cm Bahnsteighöhe bei Neuplanung
[12] Qualitätsstandards Radverkehrsnetz Hessen (Seite 100)
[16] Verbesserte Anbindung Offenbachs – Vorschlag U4
[17] FFM: U6 Verlängerung nach Offenbach (+ Stadtentwicklung Frankfurt Ost und Offenbach)
[18] Geplante Taktverdichtung U4
[19] [Stadtbahn OF] Umleitung 101/104/OF-97
[20] Kommentar von Roadtrain mit Anbindung an U6
Änderungshistorie
10.08.2025: Motivation ergänzt
10.08.2025: Inline-Referenzen in Direktlinks umgewandelt.
10.08.2025: Einschätzung des Vorschlags von Roadtrain zur U6-Anbindung ergänzt.
10.08.2025: Einschätzung der Variante über Hauptbahnhof ergänzt.
19.08.2025: Namensänderung des Straßenbahnvorschlags übertragen.

Warum erschließt dein Stadtbahntunnel nicht den Offenbacher Hauptbahnhof? Das wäre schließlich auch noch eben möglich und schafft die Verknüpfung mit dem Regionalverkehr. Oder willst du ihn nach Wiener Vorbild nach Osten zur U-Bahn verlegen?
Kannst du deine Vorstellung etwas genauer beschreiben? Die Aussage erscheint mir nicht trivial.
Der Bau der Strecke fokussiert sich auf die großen Pendlerströme auf der Waldstraße. Der Hauptbahnhof ist weniger wichtig für den täglichen Pendlerverkehr, der hauptsächlich über die S-Bahn am Marktplatz umsteigt.
Stattdessen soll der Hbf mittels Straßenbahnen angebunden werden, was langfristig auch mehr und bessere Direktverbindungen zulässt. Siehe meinen entsprechenden Vorschlag.
Dein U-Bahn-Tunnel in Offenbach streift ja den Hauptbahnhof knapp östlich. Wenn du den Tunnel ein Stück nach Westen verschiebst, kann die Stadtbahn den Hauptbahnhof mit einem U-Bahnhof „Hauptbahnhof“ erschließen und mit ihm verknüpft werden. Anschließend kann der Tunnel auf die Waldstraße verschwenken und dann mit einer Rampe nach oben geführt werden. Schließlich ist die Waldstraße auf einem sehr langen Abschnitt breit genug für eine Rampe, sodass diese südlicher liegen kann, als du sie bisher eingezeichnet hast.
In allen Praxisfällen wüsste ich kein Beispiel, warum eine U-Bahn einen Hauptbahnhof um weniger als 100 m streifen soll und dann unnötig lange Fußwege vom nächsten U-Bahnhof zum Hauptbahnhof haben soll. Es ist ja auch verkehrsplanerisch nicht richtig, da ein Hauptbahnhof, wie sein Name schon sagt, wichtigster Bahnhof einer Stadt ist und damit ein Hauptumsteigeknotenpunkt.
Das mit dem „Wiener Vorbild“ bezieht sich übrigens auf die Wiener U1, die einige 100 m westlich vom Südbahnhof vorbei trassiert wurde, obwohl der Wiener Südbahnhof ein wichtiger Fernbahnhof war. Der Grund dieser Route lag darin, dass der Wiener Südbahnhof eben um diese wenigen 100 m zur U1 hin verlegt werden sollte und dort zum neuen Durchgangsbahnhof Wien Hauptbahnhof umgebaut werden soll, was für durchgehende Internationale Züge wichtig war, da der Südbahnhof nun einmal aus zwei Kopfbahnhöfen bestand, die senkrecht aufeinandertrafen, die Eisenbahn aber Mindestradien von 300 m hat, sodass eine Verbindung der Strecken eben nur durch Verlegung des Südbahnhofs zum Wiener Hauptbahnhof möglich war, was inzwischen auf realisiert wurde.
Ergo meine ich mit „nach Wiener Vorbild“, dass du die Stadtbahn absichtlich am Offenbacher Hauptbahnhof vorbeiführst, um den Hauptbahnhof später zur U-Bahn hin zu verlegen.
Ok, so meinst du das. Ja, könnte man machen, aber das Problem ist ein anderes:
Im Falle von Offenbach ist das schlicht nicht der Fall. Und die Zahlen zeigen es: Im verlinkten Nahverkehrsplan ([5]) gab es 2018 pro Tag zwischen 1.000 und 5.000 Fahrgäste am Hauptbahnhof. 2014 sollen es 3.500 gewesen sein. Damit ist der Hbf in der gleichen Kategorie wie Offenbach-Waldhof. Unangefochtener Hauptumsteigeknotenpunkt ist der Marktplatz – allein die S-Bahn zählt hier über 30.000 Ein-, Aus- und Umsteiger im gleichen Zeitraum.
Der Hauptbahnhof hat in den letzten Jahrzehnten stark an Bedeutung verloren. Es gibt zwar Pläne und Ideen, diesen Trend umzukehren, und abgeneigt wäre ich dem keineswegs; deshalb möchte ich den Hauptbahnhof an die Straßenbahn anbinden, die ihn wesentlich einfacher erschließen kann, bessere Verbindungen in die Fläche erlaubt und dem zu erwartenden Fahrgastaufkommen gerecht wird.
Im Übrigen orientiert sich der Streckenverlauf an der aufkommensstärksten Buslinie in Offenbach – und diese führt genausowenig am Hauptbahnhof vorbei. Die Haltestelle BÜ Waldstraße wird von 15% mehr Menschen genutzt als der Busbahnhof am Hauptbahnhof. Die Stadtbahn kann nur an einer halten.
Ich mag deine Anregung zum „Wiener Vorbild“,
Was ähnliches hatte ich mir auch überlegt, es aber als zu unrealistisch abgetan. Der Hauptbahnhof muss sowieso grunderneuert werden und der Bahndamm, auf dem er steht, auch irgendwann, sodass das durchaus denkbar wäre. Ich wusste nicht, dass das schonmal woanders gemacht wurde, danke für den Hinweis.
Ich denke nicht, dass etwas derartiges momentan geplant ist, aber ich würde es unterstützen. Die Kurve westlich des Hauptbahnhofs ist nur mit 110 km/h befahrbar; vielleicht könnte man mit etwas Geschick diese dann auf 160 km/h ausbauen?
Find ich gut. Danke für dein Interesse und diesen Einfall.
Unter anderen Umständen würde ich dem zustimmen, aber wir reden hier von Offenbach. Da hält zwar vielleicht der RE aber das ist definitiv kein Hauptumsteigeknotenpunkt. Lohnt sich nicht, aufwändig die U-Bahn anders zu trassieren wenn die Straßen nur das hergeben, ganz zu schweigen den ganzen Bahnhof zu verlegen.
Wer nach Hanau will steigt dann statt im verranzten Hbf in Marktplatz oder Fechenheim um, nach Frankfurt gibt es sowieso genug alternativen und wer doch wirklich den Regionalverkehr nach Würzburg oder Wächtersbach braucht, den kann man bestimmt mit neuen Zugängen an den östlichen Bahnsteigenden beglücken. Mit guter Beschilderung reicht das bei Weitem aus.
Wenn man eine derart aufwändige Stadtbahnplanung vorsieht, erwartet man aber auch, dass der Bündelungsfaktor groß ist. Eine Nord-Süd-Stadtbahn, die den Hbf verfehlt, geht gar nicht. Für zwei Nord-Süd-Schienenverbindungen ist Offenbach zu klein. Im dicht besiedelten Rhein-Main-Gebiet ist der Regionalexpress ein sehr wichtiges Verkehrsmittel! Kirchturmdenken ist da fehl am Platz – ein Autofahrer denkt von Schierstein bis Dettingen!
An sich bin ich auch kein Anhänger eines Alles-MUSS-über-den-Hauptbahnhof-Dogmatismus, und es stimmt schon, der Offenbacher Hauptbahnhof fristet ein Schattendasein, die eigentliche Mobilitätsdrehscheibe ist am Marktplatz, der auch als ZOB dient. Allerdings gibt es weiterhin die RE-Halte (wird insbesondere nach Bau des Fernbahntunnel wichtig, wenn es die durchgebundene HEX-Linie gibt) und die Offenbacher Lokalpolitik ist auch sehr daran interessiert, den vor sich hingammelnden Hauptbahnhof zu stärken und wieder besser in die Stadt einzubinden. Politisch sehe ich nicht, dass Offenbach einer Trassenführung zusitmmen wird, die den Hauptbahnhof auf alle Zeiten abhängt.
Bin sehr angetan vom Vorschlag, auf den ersten Blick dachte ich, es sei bloß ein weiterer, unrealistischer Vorschlag die U-Bahn in Frankfurt irgendwohin zu verlängern, aber du hast dir echt Gedanken gemacht.
Die Ausarbeitung ist sowieso Top Notch, auch innerhalb Offenbach halte ich die Route für gut gewählt. Besonders der Effekt bei den Pendlerströmen wird erkennbar sein: Diejenigen, die heute mit dem Bus ins Stadtzentrum fahren um dann in den RE/die S-Bahn nach Frankfurt umzusteigen können direkt mit der U4 durchfahren oder gar in Fechenheim umsteigen.
Einziger Dorn im Auge: Die Taktung ist wirklich nicht super schön. Würdest du es für möglich halten, vielleicht einfach jeden zweiten Zug der U7 und U4 nach Offenbach zu schicken? So wäre immer abwechselnd Enkheim und Offenbach bedient.
Danke für dein Feedback. Das hier ist das Ergebnis von 10 Monaten Recherche. Zwar nur nebenbei und immer mal wieder, aber ich find’s toll, dass es dir gefällt.
Der Fahrplan ist etwas unschön und ich musste ein wenig friemeln, damit es funktioniert. Aber es war gut, das zu machen, weil es mir auch bei der Haltestellenplanung geholfen hat, und es zeigt, dass die Strecke mit 6 Zügen pro Stunde halbwegs sinnvoll fahrbar ist.
Ein Stück weit spiegelt der Fahrplan die heutige Situation in Enkheim wider, wo die U4 und U7 auch eher Wackeltakt sind.
Auf der U4 ist das hier schon der Fall, auf der U7 käme noch ein Zug hinzu. In der HVZ führt das dazu, dass teils nur 1 Minute zwischen den Zügen ist. Das wäre eher keine Verbesserung. Das Problem ist, dass dann die U4 im T15 und die U7 im T20 verkehrt, was zwangsläufig Konfliktpunkte hervorruft.
In der NVZ würde die kürzere Wendezeit von nur 6 Minuten eine bessere Verteilung bewirken. Da beide Linien im T20 verkehren, können sie diese auch beibehalten.
Nur das eine zu machen und das andere zu lassen wäre doch recht unintuitiv, insofern bräuchte es m.E. mindestens größere Änderungen im Fahrplan, um das so umzusetzen.
Was wär mit einer zusätzlichen „Offenbach-Linie“ zur Taktverdichtung? Etwa Stadthalle – (S) Fechenheim oder vielleicht sogar eine kleine Netzerweiterung als Alternative zur Strecke Stadthalle.
Da sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Von meiner Seite hab ich ein paar Ideen für Erweiterungen, die auch den hiesigen Fahrplan betreffen würden.
Qualitativ sollen sie genauso hochwertig ausgearbeitet werden wie dieser Vorschlag, deshalb kann ich nicht sagen, wann sie fertig sind. Dieser Vorschlag wird aber nicht mein Letzter in diesem Bereich sein.
In der Zwischenzeit lade ich dich herzlich ein, eigene Vorschläge basierend auf diesem hier zu machen. Die beste Chance auf Umsetzung besteht dann, wenn Leute darüber reden.
Schön ausgearbeiteter Vorschlag! Grundsätzlich ist eine leistungsstarke Nord-Süd-Verbindung inkl. Main-Querung durchaus für Offenbach sehr sinnvoll, daher habe ich sie in etwas ähnlicher Form ja auch schon vorgeschlagenen (um nicht lang suchen zu, müssen, hier nochmal der Link).
Ein paar Punkte erachte ich insbesondere im Vergleich zu meinem Vorschlag jedoch als weniger optimal. Dazu gehört für mich auch die grundsätzliche Annahme, dass es aktuell schon eher ambitioniert zu denken ist, dass eins der Schienengroßprojekte als Nord-Süd-Verbindung kommen könnte, zwei oder gar mehr ist jedoch in absehbarer Zeit sehr unrealistisch. Letztendlich würde sich ja auch der Nutzen der beiden Projekte reduzieren. Dementsprechend sehe ich einen Straßenbahnvorschlag von Fechenheim nicht als Ergänzung, sondern als Alternative, so wie ich es in meinem Vorschlag auch dargestellt habe.
Daraus resultiert dann, dass die gut oberirdisch nutzbaren Abschnitte im Falle einer Verwirklichung als Stadtbahn/U-Bahn eben diese auch nutzt. Dazu gehört insbesondere eine oberirdische Main-Querung parallel zur Carl-Ulrich-Brücke und die nördliche Kaiserstraße, welche dort so breit ist, dass eine oberirdische Führung dort gut möglich ist. Schwierig ist vor allem der Bereich zwischen der Bahnüberführung Waldhof und Offenbach Marktplatz, wo aus Platzgründen nur eine Führung innerhalb des Straßenraums oder unterirdisch möglich ist. Die von mir dargestellte Lösung ist da auch nicht optimal. Allerdings würde ich definitiv auf eine oberirdische Station für den Offenbacher Marktplatz setzen, da eine unterirdische Kreuzungsstation in teilweise bergmännischer Bauweise unter Einbezug der S-Bahn extrem aufwendig und teuer und auch mit langen Sperrungen verbunden wäre. Auch der Tunnel unter der nordmainischen S-Bahn muss m.E. nicht unbedingt sein, eine Brücke wäre deutlich einfacher herzustellen. Weiterhin sehe ich einen Einbezug des Hbf auch als sehr wichtig an, auch wenn er momentan keine ganz so große Rolle spielt, was ich aber im Sinne eines Gesamtkonzepts dann auch eher wieder ändern würde (weiteres dazu in meinem Vorschlag).
Alles in allem gefällt mir daher die Streckenführung in meinem Vorschlag besser, wenngleich ich da glaube ich in ein paar Punkten nochmal nacharbeiten müsste. In der Ausarbeitung ist aber dein Vorschlag natürlich deutlich besser und auch mittlerweile aktueller.
Kleiner formaler Hinweis noch: Warum machst du am Ende der Beschreibung eine Referenzliste anstatt die Links direkt einzufügen? So muss man insbesondere bei der recht langen Beschreibung immer viel hoch- und runterscrollen.
Ein Stück weit geht es mir hier um ein Gesamtkonzept. Deshalb sehe ich es auch nicht unbedingt so, dass sich die Straßenbahn und die Stadtbahn gegenseitig in die Quere kommen, da sie unterschiedliche Zielsetzungen haben.
Das geht aber nur mit abgestimmter Planung. Die Stadtbahn in der Offenbacher Innenstadt oberirdisch zu führen, wäre z.B. damit nicht kompatibel, zumal es meiner Ansicht nach auch völlig unrealistisch ist.
Dass nicht sofort beides gebaut wird, sehe ich auch so. Ich denke aber nicht, dass sich die beiden Vorschläge gegenseitig ausschließen, sodass eine zu beiden kompatible Lösung durchaus ihren Sinn hat. Bauvorleistungen werden nicht immer eingelöst, trotzdem ärgert man sich später, wenn man sie doch brauchen könnte.
Bzgl. des Hauptbahnhofs ist mir die Trassierung tatsächlich recht egal, da sie – in wie auch immer gearteter Form – im Tunnel stattfinden muss. Dadurch ergeben sich auf natürliche Weise keine Konflikte mit der Straßenbahn. Nur musste ich mich auf eine Variante festlegen und diese hier sehe ich gemessen an dem Ist-Zustand als erfolgversprechendsten an. Wenn es eine Führung über den Hbf gibt, die einen höheren NKF ergibt bzw. die restliche Trassierung diesen über 1 hält, würde ich es durchaus begrüßen, ihn anzubinden. Bis dahin bin ich es, der den Nutzen beweisen muss, und ich hab das mit dieser Strecke getan.
Ursprünglich war es eine Gedächtnisstütze für mich zum Nachlesen und die Referenzen halfen mir, mich zu orientieren. Ich glaube nicht, dass der Editor das unterstützt, aber am Liebsten wär es mir, wenn man drauf klicken könnte wie bei Wikipedia und dann so einen kleinen Vorschautext bekäme bevor man die Seite wechselt.
Die Referenzliste würde ich beibehalten, die Direktverweise werd ich ergänzen.
Vielen Dank für den sehr ausführlichen und durchdachten Vorschlag! Was mich interessieren würde: Könnte man das Ganze auch abgewandelt als Verlängerung der U6 machen? Denn letztendlich ist es ja unrealistisch, dass die Frankfurter sich den Offenbachern zu Liebe irgendwelche zukünftigen Ambitionen für die U4/U7 Richtung Bergen-Enkheim verbauen. Die U6 dagegen fährt ja ab der Vollendung der nordmainischen S-Bahn zwischen Alter Oper und Ostbahnhof quasi parallel zur S5 und stände deshalb im Zweifelsfall bestimmt eher für sowas zur Verfügung.
Würde durchaus gehen, man verlöre dadurch aber die Umsteigemöglichkeit an der Schäfflestraße. Durch die nordmainische S-Bahn ist der Ostbahnhof schon gut erreichbar.
Mit der U6-Anbindung wäre man tatsächlich schneller als mit der U7 an der Konstablerwache, ich gehe von 13 statt 17 Minuten aus. Damit würde die Strecke eine attraktive Alternative zur südmainischen S-Bahn für Umsteiger am Marktplatz Richtung Frankfurt. Inwieweit das Potential notwendig ist, lässt sich erst mit Inbetriebnahme der nordmainischen S-Bahn feststellen.
Von verbauen kann nicht die Rede sein, da trotzdem noch 8 (statt 10) Züge nach Enkheim führen. Die 4 U4-Züge nach Offenbach fahren derzeit gar nicht auf der Strecke, von der U7 würden 2 Züge weniger nach Enkheim fahren.
Die gut 4km Neubaustrecke zwischen Ostbahnhof und Fechenheim sind dennoch nicht zu unterschätzen. da wir uns beide einig werden, dass die Straßenbahn nach Fechenheim nicht eingestellt werden wird, müsste es m.E. 1 bis 2 Zwischenstationen mit besonderer Bedeutung und Verkehrslast geben. Geographisch mittig läge der Ratswegkreisel, wenn man da irgendwie ein P+R Parkhaus oder ähnliches geplant bekäme, sähe ich da höhere Chancen.
Trotzdem bleibt es dabei, dass 4km Tunnel wesentlich teurer sind als 500m Tunnel plus 800m oberirdische Strecke, wie in diesem Vorschlag vorgesehen. Der mögliche Nutzen ist mir dafür zu ungewiss.
Zur besseren Übersichtlichkeit habe ich noch eine Motivation am Anfang ergänzt, die die wichtigsten Punkte auch nochmal zusammenfasst.
Im Abschnitt Varianten und Alternativen hab eine kurze Einschätzung zur Führung über den Hauptbahnhof sowie die mögliche U6-Anbindung ergänzt. Weitere Details können der Kommentarsektion entnommen werden.
Ein sehr umfangreicher und gut begründeter Vorschlag. Ich sehe aber einen Aspekt kritisch: die Zerschneidung der Waldstr durch eine oberirdische Stadtbahntrasse. Die Eschersheimer Landstraße sitzt tief im kollektiven Rhein Main Gedächtnis, sowas will niemand erneut haben. Daher sehe ich politisch keine Chancen. Aber: aus meiner Sicht reicht es, die Strecke als Straßenbahn auszuführen, von der Hugo Junkers Schleife über die freigehalten Trasse, dann über die Carl Ulrich Brücke und von da über Kaiserstr und Berliner str auf die Waldstr. Wenn es notwendig ist, eine kleine Schleife über den HBF. Das wäre erheblich günstiger, eine Straßenbahntrasse mit Rasengleis wäre für die Waldstr ungleich vorteilhafter. Und da dein Konzept ja ohnehin eher auf Verbindungen zu Knoten abzielt denn auf direkte Verkehre nach FFM hinein wäre es auch kein Problem, wenn die Tram etwas langsamer wäre oder keine direkte City Anbindung hätte
Wie im Straßenbahnvorschlag beschrieben, würde diese Führung nur einen T20 zulassen. Und selbst wenn ein T10 möglich wäre, kann die Kapazität dem Bedarf nicht gerecht werden.
Da die Verbindung zur U4/U7 führt, hätte ich mich eher nach der Borsigallee gerichtet. Insgesamt lässt sich aber feststellen, dass bei der ursprünglichen Umsetzung der Eschersheimer Fehler gemacht wurden, die hier in der Planung berücksichtigt werden müssen, um sie nicht zu wiederholen.
Da die Busse aus Kapazitätsgründen erhalten bleiben müssten, sehe ich hierfür keine Möglichkeit. Für die Stadtbahntrasse würde ich mir weitestgehendes Rasengleis wünschen (an Kreuzungen etc. geht es natürlich nicht).