Beschreibung des Vorschlags
Kaiserkurve? Kaiserkurve. Im Falle von Frankfurt eine früher bestehende Verbindungskurve zwischen Höchst und Rödelheim von der Taunusbahn zur Homburger Bahn, um durchgehende Bäderzüge zwischen den Kurorten am Taunusrand (Wiesbaden, Bad Homburg, Bad Nauheim) zu erlauben, „Kaiser“ deswegen, da ihre Majestät Willi II pflegte, hier in den Sommermonaten zu weilen.
Die Bedeutung im öffentlichen PV blieb erst aus politischen Gründen, dann aufgrund von Mangelverwaltung und unattraktivem Angebot seitens Reichs- und später Bundesbahn immer übersichtlich, 1963 kam nach Resterampenbetrieb mit einen HVZ-Zugpaar die Stilllegung.
Nur – an sich würde die Kaiserkurve auch heute noch eine interessante Verkehrsverbindung darstellen, eben durchgehende Züge von der Landeshauptstadt Wiesbaden Richtung Nordhessen. Generell leidet Wiesbaden verkehrstechnisch klar durch den „dicken Brummer“ Mainhattan nebenan – der FV ist natürlich auf Frankfurt ausgelegt, und mit Ausnahme der S-Bahn nach Hanau (ja geil) enden sämtliche Züge Richtung Osten in… Frankfurt Hbf. Nach Darmstadt wird es in Zukunft zumindest den HEX über die Wallauer Spange und Frankflug geben, nach Friedberg und weiter Richtung Gießen und Marburg aber weiterhin nix.
Entsprechend möchte ich einen Wiederaufbau dieser Kurve anregen. Durch die Aufgabe des Frankfuter Hgbf auch inzwischen unter betrieblich vereinfachten Umständen, die Ausfädelung in die Einfahrgruppe befand sich hier nämlich auch. Da die ursprüngliche Trasse inzwischen durch (*seufz*) Einfamilienhäuser belegt ist muss man etwas nach Norden ausweichen, dies ist aber machbar.
Für die Ausfädelung aus der Taunusbahn habe ich bewusst eine luxuriöse höhenfreie Variante gewählt – ob als Brücke oder Tunnel ist eigentlich gleichermaßen schwierig. Tunnel natürlich weniger sichtbar, aber teuer, Brücke durch die Dammlage der Strecke sehr dominant. Die Einfädelung in die Rebstockkurve ist unproblematisch, sonst braucht es nur noch Brücken für Waldschulstraße und BAB 5. Eine eingleisige Streckenführung ist ausreichend, Elektrifizierung Pflicht.
Betrieblich wäre eine Elektrifizierung des verbleibenden Dieselabschnittes der Homburger Bahn zwischen Friedrichsdorf und Friedberg notwendig, die derzeit zwischen Friedberg und Friedrichsdorf pendelnde RB16 wird elektrisch über Höchte nach Wiesbaden verlängert. Nach Wiesbaden reicht stündlich, je nach Trassenlage mit der S-Bahn kann zwischen Höchst und Friedberg idealerweise auch im Halbstundentakt gefahren werden. Dies natürlich abhängig von der Belegung der Taunusbahn, HGV-Halte in Höchst Farbwerke bieten sich ebenfalls an.
RB 16 Friedberg (Hess) – Friedberg Süd – Rosbach – Rodheim – Burgholzhausen – Friedrichsdorf – Seulberg – Bad Homburg Bf – Oberursel – Frankfurt-Rödelheim – Frankfurt-Höchst – Höchst Farbwerke – Hochheim – Mainz-Kastel – Wiesbaden Ost – Wiesbaden Hbf
Ich freue mich auf zahlreiche Kommentare. 😊

Grundsätzlich keine schlechte Idee. Klar ist Frankfurt City der Hauptanziehungspunkt der Region, aber die RB 16 ist ja eh schon als Tangentiallinie zu definieren und eine weitere Verlängerung nach Wiesbaden könnte Nebenverkehrsströme abdecken und die aktuellen Radial-Umsteigebeziehungen entlasten.
Dennoch hab ich ein großes Aber. Zu entdecken u.a. hier als grüne, gestrichelte oder hier als pinke Linie, abgekürzt denkt der ein oder andere sicher auch an einen Rettungswagen 😉 Ist das dort angedachte Vorhaben mal fertiggestellt, wird man die Kaiserkurve kaum noch benötigen. Wäre aber auch nicht die aller schlechteste Lösung, man könnte immerhin die Linie mit RTW-Fahrzeugen als dritte Linie genauso – mit der Abweichung Eschborn statt Rödelheim – fahren lassen, wie du es angedacht hast.
Danke.
Hm, die RTW. Ja, kenne ich natürlich, hätte ich drauf eingehen sollen. Steht natürlich absolut in Konkurrenz du diesem Projekt und ist nun auch in der Umsetzung und entsprechend fixe Sache. Finde ich auch gut.
Allerdings würde ich die RB16 gerne als Vollbahnlinie belassen, die Kapazitäten braucht es auf der Taunusbahn, dazu kämen die zwingend notwendigen Bahnsteiganpassungen an Taunus- wie Homburger Bahn. Muss man abwägen, ob sich hier ein „citynäherer“ Weg über Rödelheim für eine Vollbahnlinie lohnt, Vor- und Nachteile hat beides.
Ja, das stimmt, optimal wäre die RTW in der Hinsicht nicht. Ich hab ja eh die Befürchtung, dass sie Opfer des eigenen Erfolgs wird, also schon bei Eröffnung an oder über der Auslastungsgrenze. Daher finde ich die Idee, sie als Vollbahn fahren zu lassen durch und durch unterstützenswert. Aber leider ist es dafür wohl zu spät, und ich weiß nicht ob sich das nochmal ändern lässt, wenn die Verantwortlichen vielleicht selbst mal gemerkt haben.
Für deine recht aufwendige Kaiserkurve mit den vielen Ingenieurbauwerken sehe ich jedenfalls wohl oder übel schwarz. Da muss man dann gucken, was dann die verbleibenden Alternativen wären:
Möglichkeit 1: Mitnutzung der RTW-Strecke. Auch wenn ich nicht weiß, wie die RTW-Fahrzeuge aussehen werden, sind sie doch voraussichtlich voll kompatibel zum S-Bahn-System. Ich glaube nicht, dass die Bahnsteige dort angepasst werden, immerhin fährt ja nach Bad Homburg auch nach wie vor die S5. Vielleicht kann man also die RTW-Fahrzeuge in längerer Ausführung (geplant sind 50 m) auch auf der RB 16 fahren lassen, an den kurzen Bahnsteigen im BOStrab-Abschnitt könnten sie dann ja ggf. an einigen Stationen durchfahren.
Möglichkeit 2: Kopfmachen am Ende der Rebstockkurve. Man könnte am Ende der Rebstockkurve einen Haltepunkt mit Übergang zur U5 errichten und/oder den angedachten an der Mainzer Landstraße. Hätte den Vorteil, das noch etwas innerstädtisches Potential erreicht wird und wäre immer noch schneller als ein Umsteigen am Hbf.
Möglichkeit 3: Führung über F-West – Galluswarte – Griesheim. Braucht keine weitere Infrastruktur und erreicht noch mehr innerstädtische Ziele, dürfte aber aufgrund einiger höhengleicher, langsam befahrbarer Kreuzungen kaum noch einen Zeitvorteil bieten.
Keine davon ist so ganz optimal, aber immer noch besser als nichts. Wobei „Nichts“ heißt in diesem Fall Umsteigen am Hbf und nach Eröffnung der RTW zumindest zwischen Höchst und Bad Homburg eine Direktverbindung.
Mit einer Verbindungsstrecke Richtung Bockenheim könnte auch eine zusätzliche RB Bad Vilbel – Limburg fahren lassen. In Höchst könnte man einen Knoten zum Umsteigen zwischen beiden RBs schaffen.