Beschreibung des Vorschlags
Die Costa del Sol an der südspanischen Küste Andalusiens ist ein beliebtes Reiseziel und auf den Massentourismus ausgelegt. Auch ich war dort schon mal im Urlaub, was bestimmt schon 20 Jahre her ist. Erreicht werden die Urlaubsziele über den Internationalen Flughafen in Málaga. Dieser wird auch durch die Linie C1 der S-Bahn Málaga erschlossen, die bis nach Fuengirola fährt.
In Fuengirola endet die Bahnstrecke in einem unterirdischen Kopfbahnhof. Wenn man also von hier aus mit dem ÖPNV weiter die Costa del Sol entlang will, muss man in den Bus umsteigen. Dieser erreicht die weiteren Orte entlang der Costa del Sol über die Autovía A-7. Autovía ist neben Autopista eines von zwei spanischen Wörtern für Autobahn und die Light-Version der Autopista. Autovías dürfen im Gegensatz zu Autopistas auch von Kraftfahrzeugen benutzt werden, die baubedingt nicht die 60 km/h erreichen und Autovías haben oft mehr Anschlussstellen als Autopistas. Die Autovía A-7 hat an der Costa del Sol auch die Eigenschaft, dass direkt an ihr Bushaltestellen, Supermärkte und auch andere Kleingeschäfte liegen und, dass es Erschließungsstraßen gibt, die nur über die Autovía A-7 erreicht werden können. Dazu gehört übrigens auch die Straße, die zu meinem damaligen Strandhoteldomizil führte. Aufgrund dieser Eigenart vermute ich sehr, dass die Autovía A-7 dort aus einer normalen Überlandstraße mit Ortsdurchfahrten entstanden ist, die man dann autobahnähnlich ausgebaut hat und dort, wo kein Platz für eine Parallelstraße war, die Notwendigkeit eines Straßenanschlusses an eine Hauptverkehrsstraße jedoch bestand, hat man dann einfach die niedrigrangiste Erschließungsstraße direkt an die Autobahn angeschlossen. Das ist in der deutschen Straßenhierarchie undenkbar. Der Bau der Autovía A7 hing eng mit dem hohen Verkehrsaufkommen entlang der Costa del Sol zusammen.
Die Autovía A7 verbindet Fuengirola über Mijas mit Marbella. Die beiden Städte Mijas und Marbella erstrecken sich überwiegend von West nach Ost entlang der Strände und sind sehr dicht besiedelt, sowohl von Einheimischen als auch von Touristen in den zahlreichen Hotelanlagen. Die Einwohnerzahlen der beiden Städte Mijas und Marbella sind aber auch sehr mächtig: Mijas hat fast 90000 EW und Marbella hat 150000 Einwohner und ist damit die einzige Großstadt Spaniens ohne Schienenanschluss. Zusammen kommen Mijas und Marbella also auf 240000 Einwohner + Massentouris.
Weil Mijas und Marbella zusammen 240000 Einwohner haben – das ist übrigens mehr als meine Heimatstadt Oberhausen (Ruhrgebiet) bzw. mehr Einwohner als Krefeld oder etwas größer als Freiburg im Breisgau oder Berlin-Spandau – und sich gleichzeitig sehr bandartig entlang der Meeresküste der Costa del Sol erstrecken, lohnt sich hier gleich doppelt ein Anschluss an die Schiene. Deswegen möchte ich vorschlagen, die in Fuengirola endende S-Bahn-Linie über Mijas nach Marbella zu verlängern. Die S-Bahn-Linie stellt dabei auch eine Direktverbindung zum Flughafen her, sodass sie auch den Touristen die Möglichkeit bietet, vom Flughafen möglichst nah zum Hotel zu kommen. Ziel der S-Bahn-Verlängerung ist es, die Autovía A7 nachhaltig zu entlasten. Laut Wikipedia gibt es bereits Planungen für eine Verlängerung der S-Bahn von Fuengerilo küstennah nach Marbella, jedoch soll die Eisenbahnstrecke zu 99 % im Tunnel errichtet werden. Entsprechend teuer wird sie auch: 4 Milliarden Euro. Weil aufgrund der dichten Bebauung tatsächlich oft nur ein Tunnel für die S-Bahn möglich erscheint, die Autovía A7 aber bereits direkt alle wichtigen Ziele erreicht und auch quasi um die Ecke zu den Hotels liegt und auch die Haltestellen der Hautpbuslinien hat, habe ich überlegt, im Sinne der Bündelung der Verkehre, eine Hochbahntrasse über der Autovía A7 vorzuschlagen. Diese ist billiger als eine Dazu wird die Playa El Ejida (= Strand El Ejida) durch Aufsandung ein wenig weiter nach draußen ins Meer verschoben, um Platz für eine Auseinanderziehung der Autovía A7 zu ermöglichen. Innerhalb der Auseinanderziehung wird die S-Bahnstrecke ans Tageslicht geführt und so von einer Tunnelstrecke in eine Hochbahntrasse verwandelt, die im weiteren Verlauf bis Marbella in Hochlage oberhalb der Autovía verläuft. Die Hochlage wird gewählt, da die Autovía A7 in ihrer Mindestbreite trassiert ist und sich oft aufgrund der engen Ortsverhältnisse nicht überall so verbreitern lässt, dass die S-Bahn in Mittellage dazwischenpasst. Wie ich bereits erwähnt habe, gibt es Supermärkte, Kleingeschäfte und Zufahrtstraße zu Hotels direkt an der Autovía A7.
In Marbella erreichen die Autovía A7 und mit ihr die S-Bahn das Hospital de Costa del Sol und mit ihm das wichtigste Krankenhaus der Region. In Marbella wird die S-Bahn kurz hinter dem Arco de Marbella wieder unterirdisch geführt. In Marbella untertunnelt sie die Altstadt und die Großsiedlung Miraflores. Die Strecke endet am Busbahnhof an der Autopista AP-7, wo Anschluss an die Fernbusse entlang der westlichen Costa del Sol besteht.
Die S-Bahn ersetzt die Busverbindung Fuengirola – Mijas – Marbella entlang der Autovía und entlastet diese, da nun von den Orten entlang der Costa del Sol eine attraktive Verbindung zum Flughafen und nach Málaga besteht. Im Prinzip kann man die Eisenbahnlinie auch noch von Marbella weiter entlang der Costa del Sol nach Gibraltar und Algeciras und gar weiter bis zur Costa de la Luz spinnen. Dafür sollte man aber dann eine zweite Eisenbahnstrecke zwischen Fuengirola und Marbella entlang der Autopista AP7 errichten, da die S-Bahn-Strecke entlang der Autovía A7 aufgrund der vielen Stationen und der eher kleinen Kurvenradien der Autovía A7 nicht gerade gut für schnelle Züge geeignet ist.
Am Beispiel von der 150000-Einwohnerreichen Großstadt Marbella sieht man übrigens gut, dass Spanien in Sachen Eisenbahn noch ein Entwicklungsland ist, denn in Deutschland hat jede Großstadt einen Schienenanschluss.
