Beschreibung des Vorschlags
Der Titel sagt schon, worum es hier geht. Die derzeit meterspurige Straßenbahn Schöneiche bei Berlin soll in das normalspurige Berliner Straßenbahnnetz integriert werden. Dazu soll sie auf ganzer Länge umgespurt werden und mittels einer Gleisverbindung an das Berliner Tramnetz auf der anderen Seite des Bahnhofs Friedrichhagen angeschlossen werden. Die Linie 88 (einzige Linie der Schöneicher Tram) kann dann über Friedrichshagen weiter nach Köpenick und z. B Adlershof weiterfahren.

Gibt es denn irgendeinen Grund, warum die bisherige Situation nicht ausreicht?
Bedenke: eine Umspurung bedeutet mehr, als einfach nur die Schienen auseinander zu rücken. Bei einer zweigleisigen Strecke oder einer Ausweiche wird allein durch die Schienen das ganze knapp einen Meter breiter, plus einen eventuell zu erhöhenden Gleismittenabstand für breitere Fahrzeuge. Ob das dann überhaupt noch in den vorhandenen Raum passt, ist fraglich.
Es würde die Straßenbahnlinie auf jeden Fall attraktiver machen. Schöneiche bei Berlin hat laut Wikipedia 12337 Einwohnern und ist damit knapp 900 Einwohner kleiner als Gmunden, die als kleinster Straßenbahnbetrieb der Welt gelten. Weil die Straßenbahn Schöneiche aber auch Rüdersdorf mit laut Wikipedia 15382 Einwohnern erreicht, ist die Schöneicher Straßenbahn nicht der kleinste Betrieb der Welt. Straßenbahnbetriebe in solch kleinen Städten sind wirklich die Ausnahme, jedoch ist Schöneiche mit dieser Bevölkerungsgröße groß genug für einen Straßenbahnanschluss durch das Netz einer Großstadt und das benachbarte Berlin ist ja nicht nur eine Großstadt, sondern sogar eine Millionenstadt. Die Schöneicher wollen alle nach Berlin, denn das ist ihr Oberzentrum und umsteigefreie Verbindungen werden ja bekanntlich besser angenommen, als welche bei denen man umsteigen muss. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass die Schöneicher und Rüdersdorfer die Straßenbahn besser nutzen, wenn sie auch nach Berlin hineinfährt, zumal die Berliner Straßenbahnen in Friedrichshagen häufiger fahren – aber das ist nur eine Annahme von mir. Besser kennt sich dort wohl Ulrich Conrad aus. Ich jedenfalls komme aus dem Ruhrgebiet und das liegt genau auf der anderen Seite Deutschlands.
Damit hast du grundsätzlich Recht.
Doch kommt man mit der Straßenbahn wirklich ins Zentrum? Je nachdem, wie man Zentrum auslegt. Nimmt man als Zentrum den Alex und Umgebung, fährt keine Bahn aus Köpenick dorthin. Wollte man mit der Linie 60 oder 61 per Tram dorthin, müsste man mindestens zweimal umsteigen. Ganz abgesehen davon würde die Fahrt sehr lange dauern und wäre daher nicht sonderlich attraktiv.
Für solche langen Verbindungen sollte daher in Berlin die S-Bahn genutzt werden. Und die wird am S-Bahnhof Friedrichshagen auch erreicht. Von dort ist man (seit das Ostkreuz fertig ist) in 24 Minuten am Alex. Auch um halb elf abens am Samstag im Zehnminutentakt.
Sprich: die Verbindung mitsamt dem ganzen Aufwand würde die Linie allenfalls nach Köpenick oder Schöneweide verlängern, alles andere wäre aufgrund der langen Reisezeiten unrealistisch.
Die Straßenbahn sollte also ins Zentrum Berlins fahren? Okay, auf dem kürzest möglichen Weg müsste diese Linie dann über Köpenick und Oberschöneweide, sowie entlang der 21 zur Bersarinstraße und weiter entlang der Landsberger Allee zum Alex geführt werden. Sie bräuchte dafür ab S-Bahnhof Friedrichshagen etwa 63 min! Die S-Bahn braucht von dort zum Alex 25 min. Ich vermute sehr stark, dass selbst bei einer durchgehenden Straßenbahnverbindung zur Innenstadt die Leute in Friedrichshagen umsteigen würden. 😉
Einzig eine Verbindung zum Zentrum Köpenicks könnte sinnvoll sein, doch das ist nicht das Zentrum einer Millionenstadt. Ob es sich dafür aber lohnt die gesamte Strecke umzuspuren, möchte ich bezweifeln. Die meisten Leute würden weiterhin an der S-Bahn umsteigen, weil das Berliner Zentrum in der Tat das wichtigere ist. Außerdem würde eine Umspurung, die vermutlich in Etappen erfolgen würde, bedeuten, dass die Leute während der Umspurphase ein weiteres mal umsteigen müssten, was erheblich Fahrgäste kosten dürfte. Zudem könnten die dadurch sinkenden Fahrgastzahlen dazu führen, dass das letzte Stück, also in Rüdersdorf, vielleich lieber stillgelegt als auch noch umgespurt wird.
Es ist bedauerlich, dass man in Schöneiche einst eine andere Spurweite gewählt hat, aber jetzt sollte man lieber damit leben, als die Strecke zu gefährden.
Ich halte so gar nichts von der Idee. Wieso sollte man diese Strecke nutzen wollen? Mit der Straßenbahn fährt man sicherlich nicht ins Stadtzentrum. Dafür hast du mit der S3 einfach eine schnelle Verbindung. Auch ins Zentrum von Köpenick fährste so deutlich schneller. Das einzige was vorstellbar wäre, wäre wenn man die Bölschestraße zu einem 3 Gleissystem erweitert, sodass die Straßenbahn in der Wendeschleife der 60 endet. So erreicht man dieses „Geschäftsstraße“ noch ohne umsteigen. Aber auch hier kann man den Nutzen etwas bezweifeln. Aber eine komplette Umstellung ist viel zu teuer, da du nicht nur Gleise verrücken musst, sondern auch neue Züge brauchst.
Meinst du nicht, dass man zur Bölschestraße auch bequem laufen könnte? Das scheint mir nicht lohnend.
Da könnte ich mir eher Dreischienengleise bis zur Köpenicker Altstadt vorstellen. Dort kommt man mit der S-Bahn nämlich nicht hin, aber der Aufwand dürfte mit dem Nutzen auch in keinem Verhältnis stehen.
Ach, nein, man bräuchte wohl sogar Vier-Schienen-Gleise, wie im Mülheimer Tunnel, weil die Züge in Berlin und Schöneiche in etwa gleich breit sind.
In Schöneiche fahren um gespurtete Regelspur ( 1435mm ) Fahrzeuge auf 900mm
Sie fahren auf Meterspur.
An sich schon, allerdings muss man bedenken wer dort hinwollen könnte. Rentner, Mütter mit Kinderwagen, behinderte Menschen, etc.. Also von daher 😉
Naja, die Bölschestraße beginnt unmittelbar am Bahnhof Friedrichshagen und ist ungefähr einen Kilometer lang. Der weitere Abschnitt zum Wasserwerk wäre kaum von nutzen. Wer in der Bölschestraße einen Einkaufsbummel machen will, kann das Stück auch laufen, zumal von einer anderen Haltestelle sicher auch ein gewisser Fußweg bleiben würde. Der Nutzen würde mir doch recht gering erscheinen.
Ich sagte ja, dass ich mir maximal das vorstellen kann. Ich empfinde die Verlängerung eh als nicht notwendig.
Umspurung ist das teuerste, was es so an „Angleichungen“ gibt, da muss die komplette Infrastruktur neu gebaut werden! Und das Rollmaterial muss auch komplett neu beschafft werden. Ich denke nicht, dass das irgendwie finzanzierbar ist!