Beschreibung des Vorschlags
Die Rheintalstrecke KBS701 ist eine bedeutende Strecke im Deutschen Schienennetz. Sie ist im Abschnitt Karlsruhe-Abzw. Rollenberg Teil des TEN-Kernnetz-Korridors „Magistrale für Europa“ zwischen Paris und Budapest. Im Fernverkehr wird die Strecke im Südabschnitt durch die Linien ICE/TGV83 (Paris-Stuttgart), IC60 (Karlsruhe-München) und ICE26 (Karlsruhe-Stralsund) befahren, im Nordabschnitt durch die Linien ICE26, EC62 (Frankfurt-Klagenfurt/Graz), IC30 (Hamburg-Bonn-Stuttgart), einzelne Zugpaare des touristischen IC32, sowie dem Flixtrain (derzeit Stuttgart-Berlin, künftig auch noch Stuttgart-Hamburg) bedient.
Zur Kapazitätssteigerung, u.a. zur Schließung von Taktlücken im Nahverkehr, sowie der Ermöglichung eines lange geforderten, aber derzeit nicht umsetzbaren 10min.-Taktes in der Stadtbahn zwischen Karlsruhe und Bruchsal, sowie eines 20min.-Taktes der S-Bahn/RB68 zwischen Heidelberg und Wiesloch/Walldorf soll der Verkehr auf den stark belasteten Abschnitten in direkter Umgebung von Heidelberg (bis Wiesloch) und Karlsruhe (bis Abzw. Rollenberg) viergleisig ausgebaut werden. Damit soll der schnelle ICE-Verkehr vom langsamen, dicht getakteten Nah- und Stadtbahnverkehr entmischt werden. Damit wird außerdem Heidelberg leichter einbindbar, weil mehr Fernverkehrstrassen möglich werden und der Fahrzeitnachteil des Laufs über Heidelberg durch den möglichen Hochgeschwindigkeitsverkehr kompensiert. Damit kann insbesondere auch die überlastete Rheinstrecke Mannheim-Karlsruhe entlastet werden und eine bessere Anbindung in der Fläche ermöglicht werden.
Nördlich von Bruchsal soll eine niveaufreie Einfädelung in den Abzw. Rollenberg errichtet werden (zweite Schleife), damit sich dort die ICs nicht ständig bei ihrer Ein-/Ausfahrt in Bruchsal blockieren.
Zwischen Wiesloch und Ubstadt soll die Höchstgeschwindigkeit auf 200km/h angehoben werden. In den viergleisigen Bereichen Abzw. Rollenberg-Durlach sowie Heidelberg-Wiesloch/Walldorf soll die Strecke für 230km/h ausgelegt werden. Der Bahnhof Bruchsal soll zudem um Durchfahrgleise ohne Bahnsteigkanten erweitert werden, damit der ICE/TGV-Taktverkehr den Bahnhof beschleunigt durchfahren kann.
Vorhaben:
-Heidelberg-Wiesloch/Walldorf, viergleisiger Ausbau, vmax=230
-Wiesloch/Walldorf-Rot/Malsch, zweigleisig, vmax=230
-Rot/Malsch-Ubstadt/Weiher, vmax=200
-Ubstadt/Weiher-Abzw. Rollenberg, zweigleisig vmax=230
-Abzw. Rollenberg-Durlach, viergleisig, vmax=230
-Niveaufreie Einfädelung im Abzweig Rollenberg, vmax=100
-Durchfahrgleise für Bruchsal
Betrieb:
-10min.-Takt Stadtbahn Bruchsal – Bruchsal Gew. Bildungszentrum – Untergrombach – Hubstraße – Durlach – … – Durlacher Allee/Stadtgebiet
-30min.-Takt RE Ludwigshafen Hbf – Ludwigshafen Mitte – Mannheim – Heidelberg – Wiesloch/Walldorf – Rot/Malsch – Bad Shönborn/Kronau – Bad Schönborn Süd – Ubstadt/Stettfeld – Ubstadt/Weiher – Bruchsal – Durlach – Karlsruhe Hbf
-30min.-Takt S-Bahn … – Heidelberg – Heidelberg Weststadt – Heidelberg Kirchheim/Rohrbach – Heidelberg Rohrbach Süd – St. Ilgen Sandhausen – Nußloch – Wiesloch/Walldorf
-60min.-Takt RB68 Frankfurt – … – Heidelberg – Heidelberg Weststadt – Heidelberg Kirchheim/Rohrbach – Heidelberg Rohrbach Süd – St. Ilgen Sandhausen – Nußloch – Wiesloch/Walldorf
-120min.-Takt RE Heidelberg – Wiesloch/Walldorf – Bad Schönborn/Kronau – Bruchsal – … – Stuttgart
-Zweistundentakt ICE26 Hamburg – … – Gießen – … – Heidelberg – Bruchsal – Karlsruhe
-Zweistundentakt EC62 Frankfurt – Darmstadt – Bensheim – Weinheim – Heidelberg – Stuttgart – Ulm – … – Klagenfurt/Graz
-Zwei Linien ICE Köln … – Frankfurt Flughafen – (Rhein-Main-Rhein-Neckar) – Heidelberg – … – München/Basel
-Zweistundentakt IC30 Hamburg – … – Bonn – Mannheim – Heidelberg – Vaihingen – Stuttgart
-Einzelne Züge IC32

Auch wenn das noch nicht fertig ist, erlaube ich mir mal ein paar Bemerkungen zu dem, was schon dasteht bzw. schon detailliert gezeichnet ist.
Deine Zweite Verbindungskurve kollidiert mit der B3 und mit dem aufwändigen, zwei-etagigen Brückenbauwerk über selbige.
In den viergleisigen Bereichen Abzw. Rollenberg-Durlach (…) soll die Strecke für 250km/h ausgelegt werden.
Das ist halt wirklich unnötig, der Bereich ist einfach viel zu Kurz. Von Karlsruhe bis zum mit 100 km/h befahrbaren Abzweig auf die NBS ist es ziemlich genau gleich weit wie vom Bbf Mottgers bis zum ebenfalls mit 100 km/h befahrbaren Abzweig in Burgsinn. Wenn man mal mit dem Trassenfinder für einen ICE 3 eine Trasse von Mottgers via Burgsinn (ohne Halt) nach Gemünden sucht, und einmal den Zug auf 250 und einmal auf 160 beschränkt, gibt das einen Fahrzeitunterschied von gerade mal einer einzigen Minute. Für alles, was in Bruchsal hält, sieht es selbstredend nicht besser aus.
sowie Heidelberg-Wiesloch/Walldorf soll die Strecke für 250km/h
Noch schlimmer, das sind ja nur 10 km bis zur Einfahrtskurve in HD. Auch wenn es im Süden im Anschluss mit 200 weiter geht, aber auf so einem kurzen Stück könnte ein ICE aus Heidelberg ja trotzdem die 250 höchstens – wenn mans denn erreicht – für ein paar Sekunden halten, bevor er wieder runterbremsen muss, was man wohl nur im äußersten Verspätungsfall machen würde und nur sehr wenig bringt. Ist auch fraglich, ob man die nötige Zulassungsfahrt mit 275 km/h überhaupt durchführen könnte.
Der Abzweig ist noch nicht fertig. Da kommt keine Brücke hin, sondern ein Tunnel.
Noch schlimmer, das sind ja nur 10 km bis zur Einfahrtskurve in HD.
Naja, den 250km/h Bereich kann man nach Süden hin noch bis zum Bahnhof Rot/Malsch reinziehen. Das sind nochmal 7km. Von Süden kommend kann man dann ab Rot-Malsch auf 250 beschleunigen. Das genügt. Klar, einen wirklichen Unterschied macht das nicht. Aber wenn man zwei neue Gleise daneben baut, dann macht es umgekehrt auch kaum Unterschied, ob 200 oder 230-250. Es könnte aber auch durchaus möglich sein, dass man etwas später dann doch auch den Mittelabschnitt viergleisig ausbauen will oder muss und dann hat es schon bessere Vorraussetzungen. Die Zulassungsfahrt schafft man so oder so, weil die Radien auf voller Länge derartige Geschwindigkeiten ermöglichen.
Mir geht es vor allem darum, dass der Fernverkehr zwischen Heidelberg und Karlsruhe fahrzeitgleich zu Mannheim-Karlsruhe wird, um auch eine Einbindung in die NBS RMRN rechtfertigen zu können.
Da kommt keine Brücke hin, sondern ein Tunnel.
Genau deswegen ja! Keine 100 Meter nach eingezeichnetem Tunnelbeginn unterquert die B3 die bestehenden Gleise!
Vorschlag ist fertig und darf kommentiert werden.
„Abzw. Rollenberg-Durlach, viergleisig, vmax=230“
Dazu müsste aber die Stadtbahnstrecke in diesem Abschnitt klar räumlich getrennt werden von der Schnellfahrstrecke (da die Stadtbahnen nach LNT-Richtlinie ja nicht auf Strecken verkehren dürfen, wo schneller als 160 gefahren wird), wofür der Platz aber ziemlich beschränkt wäre bzw. es auch unnötig teuer wird.
„Damit kann insbesondere auch die überlastete Rheinstrecke Mannheim-Karlsruhe entlastet werden und eine bessere Anbindung in der Fläche ermöglicht werden.“
Das kann man denke ich besser erreichen, wenn man Graben-Neudorf – Karlsruhe ausbaut. Und ein Halt in Heidelberg hat für mich jetzt auch nichts mit „Flächenbedienung“ zu tun, da dieser Halt ja bereits sehr gut im NV an den FV-Knoten angeschlossen und Takthalt mehrere FV-Linien ist.
„Nördlich von Bruchsal soll eine niveaufreie Einfädelung in den Abzw. Rollenberg errichtet werden (zweite Schleife), damit sich dort die ICs nicht ständig bei ihrer Ein-/Ausfahrt in Bruchsal blockieren.“
Das ist definitiv sinnvoll, aber in der Lage wie bei dir einzeichnet, auf jeden Fall ein sehr steiles Rampenbauwerk.
Dazu müsste aber die Stadtbahnstrecke in diesem Abschnitt klar räumlich getrennt werden von der Schnellfahrstrecke (da die Stadtbahnen nach LNT-Richtlinie ja nicht auf Strecken verkehren dürfen, wo schneller als 160 gefahren wird), wofür der Platz aber ziemlich beschränkt wäre bzw. es auch unnötig teuer wird.
Mir ist das Thema mit den LNT-Fahrzeugen bekannt. Hier begegnen sich die Stadtbahnen mit den ICEs aber nicht auf den Hauptgleisen. Und genau das hat man zwischen Blankenloch und Friedrichstal auch gelöst bekommen. Hier liegen die BOStrab-Stadtbahngleise direkt neben den DB-Gleisen.
In Weingarten und Untergrombach hätte es aber auch noch etwas Platz, sofern man etwas Parkraum dafür opfert.
Das kann man denke ich besser erreichen, wenn man Graben-Neudorf – Karlsruhe ausbaut.
Molzau-Karlsruhe soll ja viergleisig ausgebaut werden. Wobei mich schon etwas interessieren würde, wie man zwei weitere Gleise durch Hagsfeld packen will, die Platzverhältnisse sind in Friedrichstal und in Hagsfeld deutlich schwieriger als z.B. in Weingarten oder Untergrombach. Das aber nur nebenbei bemerkt, denn Deine Aussage ist insofern unzutreffend, weil von einem Ausbau Graben/Neudorf-Karlsruhe der Nahverkehr Richtung Bruchsal, sowie der ICE-Verkehr zwischen Karlsruhe und Stuttgart, sowie zwischen Heidelberg und Karlsruhe unberührt bleibt.
Zumindest für den Abschnitt Abzw. Rollenberg – Durlach treten wesentliche Bündelungseffekte auf.
da dieser Halt ja bereits sehr gut im NV an den FV-Knoten angeschlossen und Takthalt mehrere FV-Linien ist.
Ja, mit Ausnahme des EC62 in Richtung Stuttgart alles B- bis eher sogar C-Linien. Köln über den Linken Rhein, Kassel-Hamburg über MNB und MWB. Einzig Richtung Stuttgart-Salzburg geht es mit wenigen Stopps und schnell über die SFS.
Das ist definitiv sinnvoll, aber in der Lage wie bei dir einzeichnet, auf jeden Fall ein sehr steiles Rampenbauwerk.
Ja, das ist aber auch kein Güterkorridor.