Beschreibung des Vorschlags
Einführung
Aus aktuellem Anlass hier mal ein Konzept zur besseren Anbindung von Biebrich, insbesondere der derzeit 2 sich dort befindenden Bahnhöfen. Dies habe ich schon vor einer Weile als Teil eines Gesamtkonzepts entworfen, und jetzt einfach mal aus der Schublade geholt. Es ist also kein SEV-Konzept, sondern eher eine längerfristige Überlegung zur Verkehrsentwicklung im größten Wiesbadener Stadtteil.
Da sowas dort m.E. viel übersichtlicher zu zeichnen ist, habe ich alles in eine MyMaps-Karte gezeichnet.
Karte, Hinweise zur Verständnis
dazu der Link, falls sie unten nicht angezeigt wird.
Dabei bedeuten die verschiedenfarbigen Bussymbole bezogen auf die Haltestelle folgendes:
Blau = unverändert
Orange = Verlegung, ergänzung Richtungshaltestelle
Rot = Neu
Jede farbige Linie beudeutet außerdem eine andere Buslinie; die Dicke soll dabei ungefähr dem Takt entsprechen (dickere Linie = dichterer Takt). Dabei entsprechen grundsätzlich alle Takte den schon heute werktäglich gefahrenen; verdichten will ich erstmal nichts (halte ich im Innenstadtbereich ohnehin nicht wirklich für möglich).
Die 4 und 14 sind der Übersichtlichkeit halber im Nordabschnitt zu einer Linie zusammengefasst; bei der 15 sind die verschiedenen Außenäste mit a-c „durchnummeriert“.
Hier auch mal tabellarisch die Änderungen im Überblick:
4- jeder zweite Bus (T15/20) …-Wi-Ost über Rheinbahnhof*
8 – halbstündlich …-Hammermühle
15 – halbstündlich abwechselnd …-/Wi-Ost (dirket) / Wi-Ost ü. Heppenheimer Str. / Faaker Straße (wie gehabt)
39 – Verkürzung bis Rheinufer; entfall Pendel zum Friedhof. Beschleunigung in Gräselberg durch Führung über Erich-Ollenhauer-Straße
47 – hält nicht mehr an G-Stock-Platz und Nußbaumstraße, dafür Landesdenkmal
*evtl. reicht auch jeder 3. Bus
Dazu gerne auch paar mehr tangentiale Schülerverbindungen, diese werde ich hier aber nicht thematisieren.
Die Linie 9 sowie der ausgeblendete Layer „Schierstein/Äppelallee“ haben für dieses Konzept keine Bedeutung, hat beides mit meinem Gesamtkonzept für Wiesbaden zu tun.
Evtl. Bahnänderungen
Wie den einen oder anderen sicherlich schon aufgefallen ist, möchte ich den Biebricher Bhf. ungefähr entsprechend diesem Vorschlag zur Biebricher Allee hin verlegen. Trotz dem Kippen der Citybahn sehe ich die Maßnahme durchaus als gerechtfertigt an, da ich eine wirklich sinnvolle Verknüpfung Bus/Bahn ansonsten schlicht nicht als machbar ansehe.
Damit die Menschen auch einen Grund haben, dorthin zu fahren, sollte auf der RE9 möglichst bald ein genereller Stundentakt eingeführt werden (wie im D-Takt auch vorgesehen).
Ich gehe zudem von einer Aartalbahnreaktivierung aus (daher auch der 47-Halt am Landesdenkmal), bestenfalls mit Anschluss an die RE9 im Ostbhf. Beides ist zur Umsetzung dieses Konzeptes aber nicht zwingend notwendig.
Der Ostbhf. soll barrierefrei ausgebaut werden, und natürlich für die Aartalbahn/RE9 entsprechende Bahnsteige erhalten. Vorteilhaft wäre zur Erreichbarkeit von der Mülldeponie (und seine vielen Arbeitnehmer) aus zudem ein Wiederaufbau der sog. Bauernbrücke von den Bahnsteigen über die Autobahn zur Deponiestraße.
Hinter der Haltestelle „Bahnhof Wiesbaden-Ost“ müsste eine entsprechende Wendemöglichkeit geschaffen werden. Am einfachsten ginge das mit der Umwidmung eines Teils des angrenzenden Parkplatzes; falls dem Eigentümer das nicht gefällt wäre aber auch zwischen Straße und Gleisen noch genug Platz.
Begründung/Wozu das Ganze?
Die 4 und 14, Hauptlastträger nach Biebrich (und auch in vielen anderen Stadtteilen), sind nach der 6 die Beiden am schlimmsten überlasteten Buslinien der Stadt Wiesbaden (gibt’s irgendwo auch Statistiken zu). Dabei fahren sie in der HVZ (natürlich mit Gelenkbussen) teilweise schon im 8-Minuten-Takt; morgens kommen etliche 47-Verstärker dazu. Weiter verdichten kann man da eigentlich auch garnicht, da die sehr hohe Anzahl an Bussen an den zentralen Haltestellen (Luisenforum/Platz d. dt. Einheit, Kirchgasse, Hbf) schon heute zu sehr vielen Verspätungen auf allen Linien führen.
Diese massive Nachfrage ist zu manchen Zeiten zu einen großen Teil auf den Schülerverkehr zurückzuführen, als Hauptverbindungen nach Biebrich ist da aber auch sonst immer ordentlich was los.
Um dieses Problem zu lösen hat man ja die Citybahn konzipiert, aber… gut, ihr wisst schon.
Geholfen wird die Situation definitiv nicht dadurch, dass der Wiesbadener Hbf derzeit einer der sehr wenigen vernünftig angebundenen Bahnhalten auf Wiesbadener Stadtgebiet ist. Die schlechte Anbindung der anderen Bahnhalten ist mir in Wiesbaden schon immer sehr negativ aufgefallen, und führt (auch sonst) zu vielen recht fragwürdigen Verbindungen: wer beispielsweise von Biebrich nach Frankfurt oder Mainz will, ist meist tatsächlich mit Umstieg am Hbf(!) schneller als mit der Verbindung über den „eigenen“ Bahnhof. Machen dann auch entsprechend viele; am Ostbhf*. oder Bhf. Biebrich steigen entsprechend sehr wenige ein. Die fehlenden Tangentenverbindungen sorgen sicherlich auch für einige „unnötige“ fahrten.
Die von mir vorgeschlagenen Linienänderungen dienen also dazu, die 4/14 von diesen eigentlich unnötigen Umstiegsfahrten zu entlasten, und Fahrzeiten auch entsprechend zu senken. Durch die Verlängerungen der 8 und 39 sollen zudem Fahrten aus den anderen naheliegenden Stadtteilen zu den beiden Bahnhöfen (+ evtl. Landesdenkmal) sowie dem Biebricher Ortskern erheblich erleichtert werden. Die bessere Anbindung der Siedlung um den Friedhof herum ist nebenbei entstanden.
Die Beschleunigung der 39 soll in erster Linie der schnelleren Anbindung ans Sauerland dienen; die Verbindung nach Biebrich wird ja nun auch durch die 15 gewährleistet.
Und ja, ich weiß, die ganzen Haltestellenverlegungen sehen erstmal nach viel aus. Bei Einfügen eines neuen Haltes am Biebricher Bhf. müssen die Haltestellenabstände halt entsprechend angepasst werden. Die Haltestellen „Mainstraße“, „Rathaus“, und „Tannhäuserstraße“ müssen immerhin nur in je. einer Richtung verlegt werden.
*Der Ostbhf. wird durch 6/33 durchaus oft angefahren, aber halt nur aus Richtung Freizeitbad/Amöneburg. Bringt verkehrlich eher wenig, wie man vor der Sperrung an den leeren Bahnsteigen täglich erkennen konnte.
Ich freue mich auf eure Kommentare und Anregungen!

Ist zwar ein wenig spät, ich erlaube mir aber trotzdem mal einen Kommentar xd
Im Großen und Ganzen bin ich sehr überzeugt von den Änderungen, insbesondere von der Verlängerung der 8 und 15. Aber denkst du, ein T30 zur Hammermühle ist nötig? Da wohnen eigentlich nur Personen mit Auto, im Berufs- & Schülerverkehr wäre das vielleicht eine Überlegung, evtl sogar durch E-Fahrten ergänzt, sonst denke ich fast, dass dort ein T60 (oder 30-60-30) reicht.
Den Takt der 15-Verlängerungen finde ich etwas zu gut gemeint. In Kombination mit der 39 auf der Tannhäuser würde ein T30 denke ich reichen, wenn sich so ein ungefährer T10-15 ergäbe. Darüber hinaus könnte die 8 dann auch im T30 zum Ostbahnhof über die Breslauer fahren und die 39 dann auch weiterhin, jedoch über Rheinbahnhof. So hätte man drei jeweils Halbstündliche Linien, die den Ostbahnhof anbinden, womit vlt sogar der LKW-Parkplatz weiterhin reichen würde (daher würde ich die 4 auch streichen, zumal auf der Glarusstraße die 39 vollkommen ausreichen sollte). Die 15c über Kasteler Straße fiele dann auch weg.
Bist du sicher, dass auf der Brücke genug Platz für die Haltestelle Herzogsplatz ist? Durch den vielen Abbiegerverkehr könnte es ein Nadelöhr ergeben.
Die Anbindung des Bahnhofes an Biebrich könnte man evtl kostengünstiger ohne Verlegung gewährleisten durch ein paar änderungen im Busnetz. Meine Idee wäre die 9 durch Biebrich und die Äppelallee zu führen und dafür vielleicht jede dritte 4 zur Friedrich-Bergius-Straße verlängern, von wo aus die 9 wieder ihren alten Laufweg nehmen würde.
Das klingt vielleicht alles nach sehr viel Kritik, daher möchte ich nochmal sagen dass mir deine Überlegungen weitestgehend gefallen xD Eigentlich gehts mir bloß um die Taktung geht, die mir teils nicht zusagt.
Danke für dein Kommentar!
An der Hammermühle sehe ich auch nicht unbedingt so viel Potential, aber ein T30 ist für mich irgendwie auch schon ein Mindestangebot. Ein T60 wäre sicherlich günstiger, aber wer ließe sich davon überzeugen? Wenn man bedenkt, dass selbst Heßloch einen T20 hat, finde ich die Investition schon berechtigt.
Den Ostbhf möchte ich halt auf jeden Fall über jeden der 3 hier vorgestellten Laufwege anbinden; ein T30 könnte aber in der Tat jeweils reichen. Die 4 könnte daher vielleicht auch nur alle 30 (statt 20) Minuten verlängert werden. Ich würde aber tendentiell schon die 4 statt 39 dorthin schicken, da Gräselberg ja durch die 15 schon eine Verbindung zum Ostbhf erhält. Der dichte Takt Gräselberg-Biebrich muss eigentlich auch nicht sein, aber da ich die 8 wie erklärt so wie eingezeichnet lassen will sehe ich keine andere sinnvolle Möglichkeit die Verbindungen zum Ostbhf darzustellen. Man könnte höchstens die 8- und 15-Hinteräste tauschen.
Platz dürfte es an der Kreuzung geben. Aktuell gibt es dort in südlicher Richtung je eine rechts- und Linksabbiegerspur, sowie zwei Geradeausspuren. Da die nachfolgende Str. Der Republik aber ohnehin nur einspurig ist, kann man aber auch relativ problemlos auf eine Geradeausspur verzichten (wie derzeit mit einer Popup-Busspur auch gemacht wird). Die Ampelschaltung müsste natürlich angepasst werden, aber sonst dürfte es machbar sein. In nördlicher Richtung steht man dann halt paar Sekunden auf der Spur, das ist auch verkraftbar.
Die Führung der 9 über den Biebricher Bhf wäre natürlich naheliegend, allerdings will ich die Verbindung nicht unnötig weiter verlangsamern. Die stellt ja immerhin die Hauptverbindung Schierstein/Biebrich – Kastel/Mainz da, daher sollte man die Umwege denke ich möglichst gering halten. Anschlusstechnisch müsste man auch schauen, bei perspektivisch 3 Verbindungen pro Stunde und Richtung ins Rheingau könnte man ja auch einen dichteren Takt gebrauchen.