Beschreibung des Vorschlags
Streckenbeschreibung
Die neue Straßenbahnlinie in Neuss soll das stark ausgelastete Busnetz entlasten und das ÖPNV-System der Stadt nachhaltig verbessern. Die Linie beginnt am Stadtpark Jörne Meerke mit einer Wendeschleife und folgt zunächst der Hauptstraße, ähnlich wie vier bestehende Buslinien. Auf diesem ersten Abschnitt bis zum Neusser Hauptbahnhof verkehrt die Bahn im Mischverkehr mit dem Individualverkehr.
Am Neusser Hauptbahnhof schließt die neue Linie an die bestehende Straßenbahnlinie 709 an und nutzt bis zur Stadthalle den bereits vorhandenen Gleiskörper. Für diesen gemeinsamen Abschnitt entstehen keine zusätzlichen Infrastrukturkosten.
Ab der Stadthalle nutzt die neue Linie die bisher ungenutzte Gütertrasse weiter bis zum Alexianerplatz. Dort ist unter der Brücke eine Haltestelle vorgesehen, die insbesondere die angrenzende Schule anbindet und so die Erreichbarkeit für Schüler verbessert.
Im weiteren Verlauf Richtung Gnadental erreicht die Straßenbahn eine neue Straßenaufteilung, auf der sie auf einem eigenen Gleiskörper in der Mitte der Straße verläuft. Diese eigenständige Trassierung ermöglicht es, Verspätungen aufzuholen und die Pünktlichkeit zu erhöhen. An dieser Stelle ist ebenfalls eine Wendeschleife geplant, die es ermöglicht, die Linie abends dort enden zu lassen, wenn kein weiterer Betrieb Richtung Norf erforderlich ist.
Im Regelbetrieb führt die Strecke weiter ins Erfttal, wo sie kurzzeitig einen Park quert, bevor sie in Richtung Norf Bahnhof weitergeführt wird. Ab Norf Bahnhof verläuft die Trasse wieder auf der Straße bis zum Industriezentrum, wo eine weitere Wendeschleife vorgesehen ist.
Haltestellen im Detail
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Haltestelle
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Besonderheiten
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Jröne Merke
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Depo,Wendeschleife, Startpunkt der Linie
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Viersener Str.
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Umsteigepunkt |
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Neusser Weyhe
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Wilhelmstr.
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Annostr.
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Wolberostr.
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Neuss Hbf
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wichtiger Knotenpunkt, Anschluss an Linie 709
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Niedertor
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Umsteigepunkt |
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Neuss Markt
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Glockhammer
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Landestheater Neuss
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Stadthalle / Museum
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Wendeschleife, Übergang von gemeinsamem zu eigenem Gleiskörper
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U Alexianerplatz
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wichtige Anbindung für die angrenzende Schule
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Meertal
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Konradstr.
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Nixhütter Weg
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Wendeschleife, möglicher Abendendpunkt
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Brüsseler Str.
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U Lechenicher Str. / Euskirchener Str.
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Erfttal Blankenheimer Str.
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Querung eines Parks
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Norf Bf
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wichtiger Knotenpunkt
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Kruppstr.
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Sandhofsee
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Ausbau Zum Badesee ähnlich wie in Kaarst |
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Am Blankenwasser
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Taubental / Industriezentrum
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Wendeschleife, Endpunkt der Linie
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Betriebskonzept Fahrzeugtyp
Als Fahrzeugtyp werden die NF6 (Duewag MGT6D)-Straßenbahnen vorgeschlagen, die von Düsseldorf übernommen werden können. Diese bewährten Niederflur-Fahrzeuge bieten eine hohe Kapazität und sind bereits im Rheinischen Netz im Einsatz, was die Wartung und Ersatzteilversorgung erleichtert.
Fahrzeiten
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Innenstadtabschnitt (Jröne Merke bis Stadthalle):
- Durch die dichte Bebauung und viele Kreuzungen beträgt die Durchschnittsgeschwindigkeit 20 km/h.
- Die Fahrzeit zwischen den Haltestellen liegt bei 1-1,5 Minuten.
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Gütertrasse & eigener Gleiskörper (Stadthalle bis Industriezentrum):
- Auf diesen Abschnitten ohne Mischverkehr ist eine höhere Geschwindigkeit von 30-40 km/h möglich.
- Die Fahrzeit zwischen den Haltestellen beträgt 1,5-2,5 Minuten.
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Besonderheiten:
- Bei der Querung des Parks im Erfttal (Blankenheimer Str.) ist mit einer langsameren Fahrt zu rechnen (+30 Sekunden).
- Der eigene Gleiskörper ab Alexianerplatz ermöglicht eine Pufferzeit von +1 Minute im Abschnitt zum Aufholen von Verspätungen.
Haltestellenaufenthalte
- Reguläre Haltestellen: 20 Sekunden
- Wichtige Knotenpunkte (Neuss Hbf, Stadthalle, Norf Bf): 30-40 Sekunden aufgrund des Umsteigerverkehrs
- Wendeschleifen (Jröne Merke, Stadthalle, Nixhütter Weg, Industriezentrum): 3-5 Minuten für Fahrerwechsel und als Puffer
Taktung & Betriebszeiten
- Regelbetrieb (Montag-Freitag, Samstag): 6:00-22:00 Uhr im 15-Minuten-Takt
- Hauptverkehrszeit (Montag-Freitag): 6:00-9:00 & 15:00-18:00 Uhr im 10-Minuten-Takt
- Abendbetrieb (ab 21:00 Uhr): Linie endet an der Wendeschleife Nixhütter Weg
- Wochenende/Feiertage: 8:00-22:00 Uhr im 15-Minuten-Takt, ab 21 Uhr bis Nixhütter Weg
Umlaufzeit & Fahrzeuge
- Fahrzeit Hin- und Rückfahrt: ca. 84 Minuten (inkl. Aufenthalte, ohne Wendeschleifen)
- Umlaufzeit (inkl. Wendeschleifen): 90 Minuten
- Benötigte Fahrzeuge: 6 (für 15-Minuten-Takt: 90 Min / 15 Min = 6 Züge)
- Reserve: 1-2 Fahrzeuge für Störungen
Infrastruktur Depot
Für die neue Straßenbahnlinie wird ein Depot benötigt. Zwei Optionen werden vorgeschlagen:
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Neubau am Standort Kleingartenverein „Nordkanal“ e.V.:
- Abriss des bestehenden Kleingartenvereins
- Neubau eines Depots für mindestens 8 Straßenbahnen (innen 8, außen weitere 6 möglich, insgesamt 14)
- Vorteil: Zentrale Lage in Neuss, optimale Erreichbarkeit für alle Linien
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Nutzung des Rheinbahn Betriebshofs Handweiser:
- Kooperation mit der Rheinbahn
- Vorteil: Geringere Baukosten durch Nutzung bestehender Infrastruktur
- Nachteil: Eventuell höhere Betriebskosten durch Mietzahlungen
Trassenführung und besondere Bauwerke
- Abschnitt Jröne Merke bis Neuss Hbf: Führung im Mischverkehr auf der Hauptstraße
- Abschnitt Neuss Hbf bis Stadthalle: Nutzung des bestehenden Gleiskörpers der Linie 709 (keine zusätzlichen Kosten)
- Abschnitt Stadthalle bis Alexianerplatz: Nutzung der ungenutzten Gütertrasse
- Abschnitt Alexianerplatz bis Nixhütter Weg: Eigener Gleiskörper in der Mitte der Straße
- Abschnitt Nixhütter Weg bis Industriezentrum: Überwiegend Mischverkehr, mit eigenem Gleiskörper ab der Brücke nach Kruppstr.
Kostenkalkulation Infrastrukturkosten
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Streckenbau (Neubauabschnitte):
- Jröne Merke bis Neuss Hbf (ca. 2,5 km): 25 Mio. € (Mischverkehr, geringerer Aufwand)
- Stadthalle bis Alexianerplatz (ca. 1,0 km): 15 Mio. € (Gütertrasse)
- Alexianerplatz bis Nixhütter Weg (ca. 1,5 km): 22,5 Mio. € (eigener Gleiskörper)
- Nixhütter Weg bis Industriezentrum (ca. 4,0 km): 50 Mio. € (teilweise eigener Gleiskörper)
- Zwischensumme Streckenbau: 112,5 Mio. €
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Haltestellen:
- 19 einfache Haltestellen: 9,5 Mio. € (je 0,5 Mio. €)
- 6 wichtige Knotenpunkte: 6 Mio. € (je 1 Mio. €)
- Zwischensumme Haltestellen: 15,5 Mio. €
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Wendeschleifen:
- 4 Wendeschleifen: 8 Mio. € (je 2 Mio. €)
- Zwischensumme Wendeschleifen: 8 Mio. €
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Besondere Bauwerke:
- Haltestelle unter der Brücke (Alexianerplatz): 3 Mio. €
- Parkquerung (Erfttal): 5 Mio. €
- Zwischensumme besondere Bauwerke: 8 Mio. €
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Oberleitung & Signaltechnik:
- Komplette Strecke: 20 Mio. €
- Zwischensumme Oberleitung & Signaltechnik: 20 Mio. €
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Depot:
- Neubau Nordkanal: 30 Mio. €
- Oder Anpassung Handweiser: 10 Mio. €
- Zwischensumme Depot: 20 Mio. € (Mittelwert der Optionen)
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Planungskosten:
- 10% der Baukosten: 18,4 Mio. €
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Unvorhergesehenes:
- 5% der Baukosten: 9,2 Mio. €
Gesamtkosten Infrastruktur
Summe: 211,6 Mio. €
Fahrzeugkosten
- 6 NF6-Fahrzeuge von Düsseldorf: 12 Mio. € (je 2 Mio. € für gebrauchte Fahrzeuge)
- 1-2 Reservefahrzeuge: 4 Mio. €
- Summe Fahrzeugkosten: 16 Mio. €
Gesamtkosten Projekt
Gesamtsumme: ca. 227,6 Mio. €
Finanzierungsmöglichkeiten
- Förderung durch GVFG (Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz): bis zu 75% möglich
- Landesmittel NRW für öffentlichen Nahverkehr
- Kommunale Mittel der Stadt Neuss
- EU-Fördermittel für nachhaltige Verkehrskonzepte
Verlängerungsoption nach Kaarst
Die neue Straßenbahnlinie ist bewusst so konzipiert, dass eine zukünftige Verlängerung nach Kaarst technisch ohne größere Umstellungen realisierbar wäre. Diese Verlängerung würde die Attraktivität des ÖPNV im gesamten Rhein-Kreis Neuss deutlich erhöhen und eine wichtige Verbindung zwischen den beiden Städten herstellen.
Die Trasse könnte vom Jröne Merke in Neuss weiter Richtung Kaarst geführt werden, wobei folgende Optionen denkbar wären:
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Verlängerung bis Kaarst Mitte:
- Führung über die Kaarster Straße und die Bundesstraße 7
- Endpunkt am zentralen Busbahnhof in Kaarst Mitte
- Länge: ca. 5 km
- Geschätzte Kosten: 40 Mio. €
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Verlängerung bis Kaarst Bahnhof:
- Anbindung an den S-Bahnhof Kaarst (Linie S28)
- Umsteigemöglichkeit zur S-Bahn nach Düsseldorf und Mönchengladbach
- Länge: ca. 7 km
- Geschätzte Kosten: 56 Mio. €
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Verlängerung bis Kaarst Ost/Butzweilerhof:
- Anbindung an das Gewerbegebiet Kaarst Ost
- Mögliche Verbindung zum Düsseldorfer Stadtteil Lohausen
- Länge: ca. 9 km
- Geschätzte Kosten: 72 Mio. €
Die Verlängerung würde insbesondere Pendler zwischen Kaarst und Neuss sowie Anschlüsse an die S-Bahn in Kaarst verbessern. Sie würde auch die Entwicklung neuer Wohn- und Gewerbegebiete entlang der Strecke fördern.
Begründung des Vorschlags
Der Neubau der Straßenbahnlinie in Neuss bietet zahlreiche Vorteile für die Stadt und ihre Bürger:
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Entlastung des Busnetzes: Das stark ausgelastete Busnetz wird entlastet, was zu einer höheren Zuverlässigkeit und Qualität des gesamten ÖPNV-Systems führt.
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Verbesserte Anbindung: Die neue Linie schafft wichtige Verbindungen zwischen dem Norden und Süden der Stadt sowie zum Hauptbahnhof und verbessert so die Mobilität für alle Bürger.
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Attraktivität des ÖPNV: Straßenbahnen haben eine höhere Kapazität und Attraktivität als Busse, was mehr Menschen zum Umstieg auf den ÖPNV bewegen kann.
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Umweltfreundlichkeit: Die Straßenbahn ist ein umweltfreundliches Verkehrsmittel, das zur Reduzierung von CO2-Emissionen und zur Verbesserung der Luftqualität beiträgt.
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Wirtschaftliche Impulse: Der Bau der Straßenbahn und die verbesserte Anbindung führen zu einer Aufwertung der anliegenden Gebiete und können wirtschaftliche Impulse setzen.
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Zukunftsfähigkeit: Die Konzeption der Linie mit der Möglichkeit der Verlängerung nach Kaarst sichert die Zukunftsfähigkeit des Projekts und berücksichtigt die wachsende Vernetzung der Städte im Rhein-Kreis Neuss.
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Soziale Gerechtigkeit: Die Anbindung der Schule am Alexianerplatz und verschiedener Wohngebiete verbessert die Mobilität für alle Bevölkerungsgruppen, insbesondere für Schüler und Menschen ohne Auto.
Der Vorschlag berücksichtigt die spezifischen Gegebenheiten in Neuss und nutzt vorhandene Infrastruktur (Gütertrasse, gemeinsamer Gleiskörper mit Linie 709) zur Kostenoptimierung. Die vorgeschlagene Trassenführung folgt den Hauptverkehrsachsen und schafft so eine optimale Anbindung für die Bürger.
Im Vergleich zu den bestehenden Vorschlägen auf Linie Plus bietet dieser Plan eine umfassende Lösung für den ÖPNV in Neuss, die sowohl die aktuellen Bedürfnisse der Bevölkerung berücksichtigt als auch zukunftsfähig für weiteres Wachstum ausgelegt ist.
- ne-hbf-d-suedpark :
Dieser Vorschlag fokussiert auf eine Südverlängerung nach Düsseldorf-Südpark. Unser Projekt nutzt stattdessen die Gütertrasse nach Gnadental und bindet das Industriezentrum an – ein bisher unerschlossener Korridor. - dne-verlaengerung-u72 :
Die U72-Verlängerung endet in Neuss-Norf. Unsere Linie erschließt Kaarst und nutzt die kostengünstige Gütertrasse – realisierbar ohne Tunnel. - neuss-lukaskrankenhaus :
Hier geht es um die Anbindung des Lukaskrankenhauses. Unser Projekt priorisiert die Entlastung der Hauptstraße und die Schaffung einer West-Süd-Achse mit Entwicklungspotenzial.
Die in diesem Vorschlag enthaltenen Angaben (insbesondere zu Kosten, Fahrzeiten, technischen Parametern und Fördermöglichkeiten) dienen der konzeptionellen Darstellung und basieren auf Schätzungen sowie Erfahrungswerten vergleichbarer Projekte. Es handelt sich um eine Planungsidee ohne verbindlichen Charakter. Eine tatsächliche Umsetzung erfordert detaillierte Voruntersuchungen, amtliche Genehmigungsverfahren sowie eine wirtschaftliche und technische Prüfung durch zuständige Stellen. Alle Angaben, insbesondere zur Finanzierung und Realisierbarkeit, werden ohne Gewähr für Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität gemacht. Verbindliche Entscheidungen obliegen den zuständigen Planungsträgern und Förderinstitutionen.

Bereich Neuss Hbf findet ihr hier : https://linieplus.de/proposal/neuss-hbf-neu-gestalten/