Beschreibung des Vorschlags
Der Vorteil von autonomen Zügen liegt auf der Hand: Insbesondere auf Nebenbahnen können deutlich dichtere Taktfolgen noch wirtschaftlich gefahren werden. Dies liegt darin begründet, dass keine Lokführer mehr benötigt werden. Für den Computer ist es kein Unterschied, ob nun alle 60 Minuten ein Zug mit 300 Plätzen fährt oder alle 10 Minuten ein Zug mit 50 Plätzen.
Für den Kunden hingegen macht es einen gewaltigen Unterschied, ob die Züge im T60 oder T10 fahren.
Weiterer Vorteil: Ein Computer kann Zentimetergenau bremsen, sodass die Position der Türen schon am Bahnsteig eingezeichnet werden kann. Außerdem bremst ein Computer nicht zu früh. Aus beiden Punkten resultiert eine verkürzte Fahrtzeit.
Die Strecken Euskirchen-Bonn und Euskirchen-Bad Münstereifel eignen sich gut für den Probebetrieb mit autonomen Zügen, da die Strecken völlig autark betrieben werden können, d.h. es müssen keine Gleise mit anderen (nicht autonomen) Zügen geteilt werden.
Nun mal die Daten der Strecke Bonn-Euskirchen: Aktuell wird ein T30 gefahren, in der HVZ zwischen Rheinbach und Bonn ein T15.
Am Wochenende ein T60 bis Euskirchen, bis Rheinbach ein T30.
Eingesetzt werden LINT 54 (180 Sitzplätze + 200 Stehplätze) und LINT 81 (300Sitzplätze + 300 Stehplätze).
Euskirchen-Bad Münstereifel:
T60, gleiche Fahrzeuge.
Mit dem Umstieg auf autonome Fahrzeuge möchte ich zwischen Bonn und Euskirchen einen T10 fahren, zwischen Euskirchen und Bad Münstereifel einen T20. Die Takte werden also verdreifacht.
Was ist an Infrastruktur nötig?
Die Strecken müssen beide elektrifiziert werden.
Zwischen Euskirchen und Bonn auch ein durchgehender zweigleisiger Ausbau.
Auf der Strecke nach Bad Münstereifel reicht es, wenn nur die Haltepunkte zweigleisig werden.
Die Elektrifizierung und der zweigleisige Ausbau zwischen Bonn und Euskirchen wird auch schon von offizieller Seite geplant.
In Euskirchen soll Anschluss an die Züge nach Bonn, Bad Münstereifel und Düren bestehen.

Die Idee finde ich angesichts des Lokführermangels schon ganz nett, allerdings halte ich die von dir vorgeschlagene Umsetzung für die falsche. In die Strecke wären größere Investitionen nötig, und eine Verdreifachung des Taktes geht auch ohne Lokführer garnicht so einfach – die Züge an sich muss man ja auch haben. Daher würde ich das erstmal auf ein Paar U-Bahn Strecken ausprobieren, wo vermutlich viel geringere Investitionen nötig wären, und wenn das gut klappt auch auf ein Paar S-Bahn Strecken, welche allerdings schon elektrifiziert und zweigleisig sind.
Danke, dass du den autonomen Zügen nicht völlig abgeneigt bist.
Zu dem Probebetrieb: Es sind schon einige U-Bahnsysteme und Flughafenbahnen autonom (Düsseldorf, Frankfurt, etc.), aber es gibt auch in London seit 1987 autonome Züge.
Das System ist also schon praxistauglich.
Was die Investitionen angeht: Die Voreifelbahn soll sowieso elektrifiziert werden und fast durchgängig zweigleisig ausgebaut werden (siehe Wikipedia).
Ja, das Stück nach Bad Münstereifel nicht, daher möchte ich dort nur die Haltepunkte zweigleisig ausbauen.
Bei meinen Vorschlägen zu autonomen Zügen beachte ich immer ein wichtiges Kriterium: Die Strecke muss autark betrieben werden können, d.h. die autonomen Züge sollen sich keine Gleise mit herkömmlichen Zügen teilen. Dies wäre zwar auch möglich, birgt aber mehr mögliche Probleme.
Außerdem sollte die Strecke maximal im T30 bedient werden, da bei einem T20 oder T15 nicht mehr allzu viel Verdichtungspotential besteht.
Wenn du zufällig eine autarke, zweigleisige, elektrifizierte Strecke im T30/T60 kennst, kann ich dafür gerne auch einen Vorschlag erstellen. Ich bin auch schon auf der Suche nach einem solchen Kandidaten.
Was die zusätzlichen Züge angeht: Ich möchte sowieso neue Züge dafür einsetzen. Das die erst einmal geplant und gebaut werden müssen, ist mir klar.
Dass es schon ähnliche Systeme gibt ist mir bewusst, allerdings muss ich zu den Londoner Zügen (die ich persönlich schon oft benutzt habe) anmerken, dass es sich da betrieblich auch eher um eine U- bzw Stadtbahn handelt. Höchstgeschwindigkeit ist da 80, das sagt denke ich schon mal genug aus.
Dass die Voreifelbahn sowieso elektrifiziert werden soll wusste ich nicht, dann passt das tatsächlich ganz gut. Ich hab mir auch ein Paar Gedanken über weitere Strecken gemacht wo das möglich wäre, und du hast Recht, es sind wirklich wenige. Die einzige ansatzweise geeignete die mir spontan einfällt wäre die Ludwigshafener BASF Bahn, welche natürlich viel weniger Potential hat aber als kurze Teststrecke evtl nicht uninteressant wäre.
Es ist eigentlich kein großer Unterschied zwischen U-Bahn und Zug: Beides fährt auf Schienen und fährt nur geradeaus (+Weichen). Okay, bei einem Zug müsste der Computer auch die Bahnübergänge noch steuern, aber das dürfte man ja wohl noch so eben programmieren können.
Vmax 80 oder 110 macht eigentlich auch betrieblich gesehen keinen großen Unterschied.
Dadurch, dass der Lokführer wegfällt, könnten die Züge auf bestimmten Streckenabschnitten etwas schneller fahren, außerdem 5% energieeffizienter und pünktlicher.
Ich stelle mir japanische Verhältnisse hier in Deutschland vor:
„Sehr geehrte Fahrgäste, wir entschuldigen uns zutiefst darüber, dass dieser Zug heute 23 SEKUNDEN verspätet abgefahren ist. Wir entschuldigen uns dafür, dass wir ihnen solche Unannehmlichkeiten bereitet haben. “