Vogelfluglinie: Optimierungen um Haffkrug

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Beschreibung des Vorschlags

Die Bäderbahn ist immer wieder in den Medien. Ihr droht regelmäßig die Schließung, da die Hinterlandanbindung an der Autobahn gebaut wird und sich die Anwohner der Bäderbahn jahrelang gegen jeglichen Ausbau der Bahnstrecke gewehrt haben. Als die Bahn die geplante Schließung der Bäderbahn bekannt gab, war das Geschrei groß. Denn die Badeorte an der Bahnstrecke sind sich schon bewusst, dass ein signifikanter Teil der Gäste mit den öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen und die Gemeinden zum Teil stark vom Tourismus profitieren. 

 

Die Bahn plant aktuell Stationen an der Neubaustrecke zu bauen. Ich gehe hier mal von ca. 40 Millionen Euro pro Station aus. 

Unter Berücksichtigung, dass die Planungen schon weit fortgeschritten sind, sind die Änderungen verhältnismäßig. 

 

Mein Vorschlag sieht wie folgt aus:

  • Die Bäderbahn bleibt offen und wird ausgebaut.
  • Dafür entstehen keine neuen ortsfernen Stationen an der Neubaustrecke zwischen Lübeck und Neustadt und
  • es werden zwei Verbindungskurven eingebaut, sodass im Falle einer Störung der Fern- und Güterverkehr auch über die Bäderbahn geleitet werden kann.

 

 

Ausbau der Bäderbahn:

Die Bäderbahn soll vollständig elektrifiziert werden und für Geschwindigkeiten von 160km/h ausgebaut werden. An Stellen wo es sich lohnt, sollen Bahnübergänge zurückgebaut werden. 

 

Haffkrug:

Haffkrug bekommt einen zweiten 260m langen Bahnsteig, sowie eine Fußgängerbrücke. Die Bahnübergänge werden alle beseitigt. Die Verbindungskurven zur NBS sind höhenfrei und der Abschnitt zwischen den Kurven wird vollständig zweigleisig ausgebaut.

In Haffkrug sollen im Sommer Urlaubs-ICs nach Fehmarn halten. Diese fahren über die NBS und nutzen die Ein- und Ausfahrt von der NBS nach Haffkrug. 

Ferner können die Verbindungskurven bei Sperrungen auch für die umgeleiteten Züge genutzt werden. Die ursprünglich geplante Verbindungskurve wird durch die 3km südlichere ersetzt.

 

 

Verkehr:

Über die Bäderbahn werden die bisherigen Züge nun unter einer Oberleitung fahren. Der RE8 aus Hamburg soll über die Bäderbahn nach Neustadt (Holstein) verlängert werden und somit einige RB85 (Lübeck – Neustadt) ersetzen. So wäre die Haltestelle Timmendorfer Strand nur noch 59 Minuten vom Hamburger Hauptbahnhof (direkt und ohne Umstieg) entfernt. Der heutige 20-minütige Umstieg entfällt in Lübeck somit. 

Zudem soll im T30 eine S-Bahn von Lübeck nach Neustadt (Holstein) verkehren.

Mit einer Verbindungskurve von Eutin aus, könnte zudem der Regionalverkehr von Kiel nach Lübeck auch über die Bäderbahn geleitet werden (z.B. wie bei dem Vorschlag von amadeo). Dies wäre ein kleiner Umweg (und z.T. auch gegen geplante Ausbaumaßnahmen), würde aber die Badeorte stärken. 

Mit dem Verkehr aus Kiel käme man also auf ca. 4-5 Züge pro Stunde und Richtung. Auf der Neubaustrecke wäre so also Platz für genügend Güterzüge und einem T30-T60 zwischen Hamburg und Amsterdam. 

 

Sollte die Bäderbahn offen bleiben, so sehe ich höchste Relevanz in diesem Vorschlag. Die Änderungen dürften kaum Extrakosten verursachen, da durch den Verzicht der neuen Station ordentlich Geld eingespart wird. Die Verbindungskurven lassen sich theoretisch auch später nachrüsten bzw. separat genehmigen und halten somit den strammen Zeitplan nicht auf. 

Metadaten zu diesem Vorschlag

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11 Kommentare zu “Vogelfluglinie: Optimierungen um Haffkrug

  1. Was soll uns der große Kreis mit exakt 1 Kilometer Radius in der Zeichnung sagen? Wenn du schreibst dass die Strecke für 160km/h gebaut werden soll und die Kurven so wie hier aussehen glauben wir dir das auch ohne einen Kreis in der Zeichnung…

    1. Ich habe die zwei Kurven im Süden ein bisschen nach Norden geschoben, um den NBS-Anteil zu kürzen. Scheinbar war kurz ein Zwischenstand sichtbar. Jetzt ist der Kreis weg und die Kurven sind etwas kürzer (bei gleichem Radius)

  2. sodass im Falle einer Störung der Fern- und Güterverkehr auch über die Bäderbahn geleitet werden kann

    Ich war letzte Woche als Zuschauer bei der Sitzung des Fehmarnbeltquerung-Dialogforums. In dieser Sitzung ging es genau um diese Frage (Verknüpfung Bäderbahn/NBS). Genau das, was du hier vorschlägst, also dass Teile der Bäderbahn eine Umleitroute für die NBS darstellen können, wurde dort von allen Beteiligten, sowohl von den Gemeinden, als auch vom Land und den Projektverantwortlichen, kategorisch abgelehnt. Man war sich sogar darin einig, dass man lieber gar keine Bäderbahn mehr haben will, als eine, auf der ggf ein Güterzug auftauchen könnte. Insbesondere die Bürgermeisterin von Scharbeutz (Haffkrug ist ein Ortsteil von Scharbeutz) ist dabei extrem negativ aufgefallen, sie hat die beiden Referenten des VCD, die als Diskussionsaufschlag einen Input-Vortrag gehalten haben, in diesem Zusammenhang laut und auf übelste Weise beleidigt.

    Dein Gedanke ist also kontraproduktiv und würde eher dazu führen, dass man überhaupt keine Bäderbahn mehr hat.

    1. Danke für die sehr interessanten Einblicke. Ich hatte gedacht, dass sich die Stimmung dort etwas beruhigt hat, aber scheinbar ist das nicht der Fall. Für mich als Außenstehender wirkt das Ganze sehr irrational.

      Aus DB-Perspektive müsste sich doch eine Verknüpfung der Strecken lohnen? Das NBS-Projekt wurde ohnehin schon beschlossen und eine zweite Strecke stärkt die Resilienz. Die Elektrifizierung der Bäderbahn dürfte nicht sehr teuer sein und die Verbindungskurven könnte man zur Not auch eingleisig, höhengleich und für 80km/h bauen, wenn mein Ausbau wirklich am Geld scheitern würde. Das wird aber nicht der Fall sein.

       

      Aus Anlieger-Perspektive: Scheinbar hat man vor Güterverkehr (1-5 Tage pro Jahr) so stark Angst, dass man sogar bereit wäre, die Bäderbahn schließen zu lassen.  Aus deinem Kommentar lese ich hoffentlich richtig, dass auch du das extrem irrational findest. Eine (halb)stündliche RE-Direktverbindung nach Hamburg in ca. einer Stunde (Hbf – Timmendorf in 55-59 min) ist eigentlich das Beste, was dem lokalen Tourismus dort passieren kann. Der Umstieg in Lübeck kostet aktuell Zeit und bei gutem Wetter passen regelmäßig nicht alle in den Zug. Man würde somit die Fahrzeit um 33% reduzieren (von ~1h30 auf 1h), die Kapazität extrem erhöhen können (Stadler Kiss mit 4 oder 8 DoSto-Wagen; Reisende mit Fahrrad haben so quasi eine Mitnahmegarantie) und der Komfort würde extrem gesteigert werden (kein Gequetsche bei 30°C+ mehr, kein Umstieg, Mitnahmegarantie). Ein paar der Vorteile hat man mit der NBS zwar auch, aber gerade in Timmendorf ist der neue Halt schon arg weit von der Küste weg. Vermutlich würden die meisten trotzdem den unbequemen Umstieg in Lübeck wagen.

       

      Die doppelten Bahnhöfe (beim Erhalt der Bäderbahn) halte ich weiterhin für eine Geldverschwendung. Die Bahn sollte diese Streichen.

  3. Hinter Haffkrug ist eh eine Wechselmöglichkeit von der NBS auf die Bestandsstrecke vorgesehen. Am effizientesten wäre die Aufrechterhaltung des Gleises Neustadt – Altenkrempe, damit wäre die beidseitige Anbindung gegeben ohne Neubau von Gleisen. Eine höhenfreie Anbindung halte ich nicht für erforderlich, so hoch ist der Bedarf nicht. Das Gleis Neustadt – Altenkrampe würde bei entsprechendem Umabau in Neustadt auch RE-Verbindungen über Neustadt nach Norden ermöglichen.

    1. Die bereits geplante Wechselmöglichkeit dient aber nur den Zügen, die über die NBS nach Neustadt fahren. Güterzüge die über die FBQ profitieren davon nicht.

      Meine Verbindungskurven könnte man natürlich auch als Sparvariante bauen (eingleisig, 80km/h, höhengleich).

      Am effizientesten wäre die Aufrechterhaltung des Gleises Neustadt – Altenkrempe

      Sehe ich auch so. Das könnte meine nördlich Kurve eventuell sogar ersetzen. Aber gerade für Fernverkehr (z.B. nach Kopenhagen) finde ich die kurze Ausfahrt in Haffkrug spannend.

      Und meine Kurve südlich von Haffkrug (+ zweites Gleis in Haffkrug) finde ich deutlich besser, als einen zweiten Bahnhof an der A1 und der geplanten nördlicheren Kurve. Außerdem kann man nach aktueller Planung das dritte Gleis im NBS-Bf. Haffkrug (im Osten) nicht nach Fehmarn nutzen (und es entsprechend auch nicht als Überholmöglichkeit nutzen).

      1. Die bereits geplante Wechselmöglichkeit dient aber nur den Zügen, die über die NBS nach Neustadt fahren. Güterzüge die über die FBQ profitieren davon nicht.

        Mit der nördlichen Verbindung bei Neustadt würden auch Güterzüge profitieren.

        Aber gerade für Fernverkehr (z.B. nach Kopenhagen) finde ich die kurze Ausfahrt in Haffkrug spannend.

        Fernverkehr über die Bäderbahn aufgrund von Störungen ist an so wenigen Tagen im Jahr der Fall, dass die geringfügigen Fahrzeitvorteile nicht relevant sind.

        Und meine Kurve südlich von Haffkrug (+ zweites Gleis in Haffkrug) finde ich deutlich besser, als einen zweiten Bahnhof an der A1 und der geplanten nördlicheren Kurve. Außerdem kann man nach aktueller Planung das dritte Gleis im NBS-Bf. Haffkrug (im Osten) nicht nach Fehmarn nutzen (und es entsprechend auch nicht als Überholmöglichkeit nutzen).

        Grundsätzlich richtig. Aber die aktuell vorgesehene Variante war unter der Prämisse Einstellung der Bäderbahn besser geeignet und wurde deshalb gewählt, jetzt ist sie planfestgestellt und eine nachträgliche Änderung würde zu Kosten und Verzögerungen führen, die nicht wirtschaftlich sein dürften.

        1. Fernverkehr über die Bäderbahn aufgrund von Störungen ist an so wenigen Tagen im Jahr der Fall, dass die geringfügigen Fahrzeitvorteile nicht relevant sind.

          Der FV würde ja über die NBS fahren, aber in Haffkrug kurz auf die Bäderbahn zum Halten wechseln.

          Aber die aktuell vorgesehene Variante war unter der Prämisse Einstellung der Bäderbahn besser geeignet und wurde deshalb gewählt, jetzt ist sie planfestgestellt und eine nachträgliche Änderung würde zu Kosten und Verzögerungen führen, die nicht wirtschaftlich sein dürften.

          Und das ist ja auch die Motivation des Vorschlags: die Situation um die Bäderbahn hat sich geändert, also sollte auch die NBS-Planung angepasst werden.

          Ich denke aber, anders als du, dass der Verzicht auf neue Bahnhöfe/Haltepunkte und Verbindungskurven nicht die Genehmigungen gefährdet.

          Die Planungen müssten leicht angepasst werden, aber da geht es evtl. um Gleisverschiebungen um wenige Meter (auf eh eingeplanter Fläche), Verzicht auf ein drittes Gleis (bei Haffkrug). Die neuen Verbindungskurven dürften etwas komplizierter sein, aber auch die sollten schnell genehmigungsfähig sein.

          1. Der FV würde ja über die NBS fahren, aber in Haffkrug kurz auf die Bäderbahn zum Halten wechseln.

            Was betrieblich aber sehr hinderlich wäre. Da ist der Neubau eines Halts auf der NBS die günstigere Variante.

            Ich denke aber, anders als du, dass der Verzicht auf neue Bahnhöfe/Haltepunkte und Verbindungskurven nicht die Genehmigungen gefährdet.

            Schön. Ist aber trotzdem nicht so wie du denkst. Jede Änderung erfordert logischerweise eine neue Genehmigung. Ich sehe zwar nicht, dass die von dir vorgeschlagene Variante nicht genehmigungsfähig wäre, ändert aber nichts daran, dass das viel Zeit kostet, in der nicht gebaut werden kann. Es geht insbesondere auch darum, dass andere Flächen betroffen sind.

  4. Die hier vorgestellte Idee ist natürlich naheliegend, wenn auch offiziell (bisher) nicht so geplant (vergleiche hier).

    Fest steht: Verkehrlich ist die aktuelle Vorzugsvariante der Hinterlandanbindung für die Fehmarnbelt-Querung alles andere als optimal. Der Fokus wurde einzig und allein darauf gelegt, die Bahnstrecke möglichst weit weg von jeder Besiedlung zu halten. Einzig und allein Neustadt (Holst.) hat einen zentralen Bahnanschluss behalten. Für die Badeorte südlich davon kann man nur hoffen, dass man die Bäderbahn erhalten kann, immerhin gibt es in der Hinsicht auch schon öffentliche Bestrebungen.

    Enormes Potential bleibt aber aus meiner Sicht gerade auch nördlich von Neustadt auf der Strecke: Die gar nicht mal so kleinen Städte Oldenburg (Holst.) und Heiligenhafen werden weit umgangen, obwohl die A1 diese nah tangiert. Mit einer Bündelung und vielleicht auch einem „Verstecken“ hinter der Autobahn könnte man viele Anwohner attraktiv erreichen. Ich hatte dazu auch vor einigen Jahren mal einen Vorschlag gemacht (btw. Haffkrug habe ich dort auch wie hier inkludiert). Aber hier hat wohl mal wieder die Angst über die Vernunft gesiegt…

    1. Sehe ich im Großen und Ganzen genauso. Scheinbar ist man von der Schließung der Bäderbahn ausgegangen, um das NKV der Neubaustrecke zu erhöhen. Allerdings ist das realitätsfern, da die Bäderbahn sehr gut benutzt wird und auch Teil eines Lübecker S-Bahn-Netzes werden könnte.

      kann man nur hoffen, dass man die Bäderbahn erhalten kann, immerhin gibt es in der Hinsicht auch schon öffentliche Bestrebungen.

      Ja, und das nicht noch jeweils ein zweiter Bahnhof gebaut wird. Das ist pure Geldverschwendung.

      Mit einer Bündelung und vielleicht auch einem „Verstecken“ hinter der Autobahn könnte man viele Anwohner attraktiv erreichen.

      So einen Optimierungsvorschlag habe ich auch mal gemacht, aber dafür ist es wahrscheinlich zu spät. Anders sehe ich es beim Verzicht vom Bau neuer Bahnhöfe und neuer Verbindungskurven. Diese könnte man doch noch recht gut ergänzen.

      Ich hatte dazu auch vor einigen Jahren mal einen Vorschlag gemacht (btw. Haffkrug habe ich dort auch wie hier inkludiert).

      Oh, den habe ich über den Ostholstein Filter gar nicht gesehen. Scheint mir durchgerutscht zu sein. Im Bereich von Haffkrug sind die sehr ähnlich. Gerne kannst du meine (etwas detailliertere) Zeichnung reinkopieren und ich lösche diesen Vorschlag. Generell denke ich, dass du den Vorschlag nochmal besser ausarbeiten könntest. Da steckt viel Potential drin, wenn man den an die aktuelle Planung anpasst.

      Z.B.

      • wie von Georg vorgeschlagen: Erhalt der Strecke 1100 (Neustadt-NBS) + ggf. Begradigung. Nützlich für Güterumleitung und RE Hamburg-Lübeck-(Bäderbahn)-Neustadt-Fehmarn
      • Ausfahrt nach Oldenburg und Großenbrode für Halt innerorts
      • Verbindungskurven zur Bäderbahn (bei Haffkrug)
      • ggf.Güterumfahrung Lübecks zur Entlastung des Abschnitts in Bad Schwartau
      • Verzicht auf den Bau neuer Stationen (Ausnahme Neustadt und Lensahn)
      • Elektrifizierung der Bäderbahn für Direktzüge aus Hamburg

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