4 Kommentare zu “Viergleisigkeit Flörsheim – Frankfurt-Höchst Farbwerke

  1. Wenn ich das richtig sehe, dann ist der Grund für die verkürzte Streckenführung der S1-Verstärker kein Konflikt mit den Regionalzügen im Bereich Höchst – Flörsheim, sondern der Konflikt zwischen der S1 aus Höchst und der S9 aus Bischofsheim auf dem Abschnitt Mainz-Kastel bis Wiesbaden Hauptbahnhof. Die Trassen für die neun Züge pro Stunde lassen sich zwischen Höchst und Kastel durchaus konstruieren.

    Der Ausbau ist also nicht nötig für den geplanten Fahrplan, sondern würde nur der Stabilisierung dienen. Nicht sinnlos, aber auch nicht „wirklich von Nöten.“ Und da setzt dann meine Kritik an: Da der Ausbau nur zur Stabilisierung bei Verspätungen dient, ist die Viergleisigkeit übertrieben. Die bringt ja nur dann etwas, wenn gleichzeitig in beiden Richtungen Züge verspätet sind. Andererseits ist es etwas halbherzig, nur zwischen Höchst und Flörsheim auszubauen, und nicht bis Wiesbaden-Ost. Denn dein Vorschlag hilft nur, wenn die Regionalzüge nach Wiesbaden oder S-Bahnen nach Frankfurt verspätet sind; in den anderen Fällen entsteht der Konflikt zwischen Wiesbaden-Ost und Hochheim.

    1. Ich verstehe die Kritik am Nicht-Ausbau hinter Flörsheim und ohne Frage, hier besteht weiterhin Potenzial für Verspätungen. Allerdings eignet sich der Abschnitt leider nicht. Flörsheim selbst hat Richtung Westen nicht genug Platz, entlang der Weinberge sind sehr steile Gefälle links und rechts der Strecke und auch die Ortseinfahrt Hochheim ist nicht für vier Gleise ausgelegt. Das ändert jedoch nichts daran, dass die S9 nichts mit der S1 zu tun hat, geschweige denn der Grund ist, dass der Zwischentakt in Flörsheim enden muss.

      Die S9 und S1 sind in beide Richtungen 4 und 5 Minuten weit auseinander. Demnach würde die S1 im T15 immernoch 11 und 10 Minuten Abstand zur S9 haben. Der Grund ist einerseits der Kapazitätsmangel am Abzweig Kostheim aufgrund des Güterverkehrs zum rechten Rhein. Mit der Igelsteinkurve würde man zwar in Zukunft Abhilfe schaffen, doch das würde leider nichts am Konflikt mit RE 4/14 in beide Richtungen ändern.
      Als jemand der beinahe täglich mit der S1 fährt kann ich sagen, der RE 4/14 nach Mainz hängt oftmals direkt im Block hinter dem Zwischentakt. Laut Plan kommt er um die 2-3min nach dem Zwischentakt durch Flörsheim, doch wegen Reserven und S1-Verspätungen fährt er der S1 gerne auf. Und da soll man die S1-Zwischentakte noch bis Wiesbaden weiter verlängern und ihn am besten dann in Hochheim zur Seite nehmen müssen? Da käme dann auch gleich das nächste Problem: Der Süwex nach Frankfurt kommt um etwa XX:00 durch Hochheim, das heißt der S1-Zwischentakt müsse auch noch den abwarten, da die Ausweiche südlich der Regelgleise liegt. Jetzt sind wir schon bei +5, doch damit nicht genug. Nur 2 Minuten (!) nach dem Süwex käme der S1-Zwischentakt aus Wiesbaden, was heißt dass die S1 nach Wiesbaden wieder warten müsste. Das kann man nicht in Kauf nehmen und demnach lässt man den T15 der S1 in Flörsheim enden – ganz abgesehen davon, dass die Nachfrage mit einem T30 der S1 in Wiesbaden recht gut gemanaged wird.

      Auch wenn ich nicht ganz verstehe wo das Problem an einem Beitrag zur Stabilisierung ist, möchte ich wirklich betonen dass der Ausbau dringend notwendig ist für einen stabilen Verkehr. Wahrscheinlich kennst du die wahren Gegebenheiten der Strecke nicht, denn jeder der öfters mit der S1 konfrontiert wird, wird dir sagen, dass kaum ein Umlauf der S1 nach Plan fährt. Du darfst den Geschwindigkeitsunterschied von 160 und der S-Bahn, die überall hält, nicht vergessen, 9 Züge pro Stunde und Richtung lassen sich so bei Weitem nicht einfach durchtakten. Kam schon oft vor, dass eine S1 z.B. den Halt in Farbwerke übersprungen hat aus betrieblichen Abweichungen oder einfach eine Frühwende in Mainz-Kastel hinlegt. Der Konflikt entsteht absolut nicht zwischen Wiesbaden und Hochheim, sondern auf der freien Strecke zwischen Farbwerke und Flörsheim.

      Hat die RB 10 Verspätung nach Frankfurt (XX:32 ab WI) kollidiert sie mit der S1 (XX:35 ab WI) und die S1 bekommt ne Überholung gedrückt. Normal passiert das in Hochheim, weil man es nicht verkraften kann die S-Bahn bis Flörsheim weiterfahren zu lassen, da dort dann das Gegengleis gekreuzt werden müsste, wo dann zur vollen Stunde sowieso der Süwex nach Mainz zum exakt gleichen Zeitpunkt durchfährt. Also lässt man sie so lange in Hochheim stehen, bis die RB 10 vorbei kommt. Mit eigenen S-Bahn Gleisen, unabhängig vom Gegenverkehr, könnte man sie durchaus guten Gewissens bis Flörsheim einfach durchfahren lassen.
      Im selben Zuge: Hat die S1 nach Wiesbaden nur leicht Verspätung muss sie sich von der RB 10 nach Koblenz überholen lassen. Das ist zwar einfacher, da für die Ausweichen kein Gegengleis in Hattersheim/Flörsheim gekreuzt werden muss, doch warum nicht gleich dieses Problem ganz umgehen.

      Das Hauptproblem stellt definitiv der Abschnitt (Hochheim -) Flörsheim – Höchst dar, schade dass du nicht noch etwas zum Rest wie bspw. der höhenfreien Ausfädelung in Farbwerke gesagt hast, und dabei habe ich jetzt den RE 9 und beliebigen Zusatzverkehr (Güterverkehr, etc.) noch außen vor gelassen.

      1. Auch wenn ich nicht ganz verstehe wo das Problem an einem Beitrag zur Stabilisierung ist, möchte ich wirklich betonen dass der Ausbau dringend notwendig ist für einen stabilen Verkehr.

        An sich spricht nichts gegen eine Stabilisierung – wenn man sie umsonst bekommt, sofort her damit. Leider gibt es sie nicht umsonst, weshalb man meiner Meinung nach nur das bauen sollte, was zur Erreichung eines bestimmten Zieles nötig ist.

        Dein Ziel ist es, dass man den derzeitigen Fahrplan stabil fahren kann, inklusive eines 15-Minuten-Taktes bis Flörsheim.

        Wenn man sich die mittelfristigen Kapazitätsplanungen der Infrago anschaut, dann ist ein solcher Fahrplan mit der vorhandenen Infrastruktur möglich, inklusive kleiner, einminütiger Puffer. Um den von dir gewünschten Fahrplan an sich zu fahren, braucht man als gar keinen Ausbau.

        Um den von dir gewünschten Fahrplan stabil fahren zu können, ist nach deiner Erfahrung durchaus ein Ausbau nötig. Und da ist aber mein Argument, dass vier Gleise alleine zur Stabilisierung übertrieben sind. Das vierte Gleis braucht man zur Stabilisierung ja nur dann, wenn gleichzeitig in beiden Richtungen Züge verspätet sind. Lediglich an den Stationen braucht man wirklich vier Bahnsteiggleise, um flexibel in beiden Richtungen ausweichen zu können.

        Sinnvoll wären die vier Gleise nur dann, wenn man entweder das Angebot erhöhen will, oder aber die S-Bahn komplett vom restlichen Verkehr trennen will. Letzteres kann durchaus sinnvoll sein, da es im Innenstadtbereich stabile 2-Minutentakte erlaubt, muss dafür dann aber auch konsequent durchgezogen werden, damit wirklich keine Verspätungen von außen eingetragen werden können.

  2. Ich hab noch im Kopf, dass die Verstärker bis Hochheim fahren; möglicherweise hat sich das zuletzt geändert. Wie dem auch sei finde ich es schwierig, einen Ausbau derart aufs aktuelle – offenbar veränderliche – Betriebskonzept auszulegen. Ausbauen müsste man m.E. mindestens zum nächsten relevanten Abzweig, d.h. in dem Fall Kostheim oder besser gleich Wi-Ost. So gewinnt man eben tatsächlich flexibel nutzbare neue Kapazitäten. Bei deinem anderen Vorschlag hab ich ja was ähnliches angemerkt.

    In diesem Fall finde ich einen großen Ausbau ehrlich gesagt allgemein nicht nötig. Auch wenn’s natürlich schön wäre.

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