Verlängerung des RE14 nach Hagen (und evtl. Dortmund) über Hattingen, Witten, und Wetter

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Beschreibung des Vorschlags

Dieser Vorschlag ist inspiriert durch mehrere Beiträge auf Drehscheibe Online zu der momentan vom Ennepe-Ruhr-Kreis diskutierten Reaktivierung der Mittleren Ruhrtalstrecke zwischen Hattingen und Hagen. Dort wurde vor allem eine mögliche Verlängerung des RE14, der momentan in Essen-Steele endet, gut aufgenommen. Hierdurch würden vor allem Hattingen und Sprockhövel besser an Dortmund und Hagen angebunden werden, und auch die Verbindungen zwischen den größten Siedlungsgebieten im EN-Kreis würden gestärkt. Insbesondere die Verbindung Hattingen – Witten ist momentan eine Katastrophe: Es fährt genau ein Bus pro Stunde, der weniger als 30 Minuten für die Verbindung braucht, ansonsten ist man fast eine Stunde unterwegs. Andere Verbindungen, die über die Ruhrtalbahn auch schneller sind, liste ich weiter unten auf.

Streckenbeschreibung

Von Steele aus fahren wir zunächst so wie die S3 nach Hattingen, nur dass wir bis auf Bochum-Dahlhausen und Hattingen Hbf alle Halte auslassen (die S3 fährt hier sowieso im 20-Minuten-Takt). Ab Hattingen Hbf geht es dann auf die Ruhrtalstrecke, wo wir bis zum Haltepunkt Haus Kemnade durchfahren. Der Grund hierfür ist, dass an diesem Haltepunkt ein neuer kleiner Knotenpunkt für die lokalen Buslinien von Hattingen und Sprockhövel zum Umstieg entstehen soll: Von Sprockhövel-Zentrum bis zum Haltepunkt sind es mit der 320 gerade einmal 11 Minuten Fahrt, was die 320 zu einem exzellenten Zubringer für jegliche Nord- und Ost-Verbindungen aus Sprockhövel macht. Jetzt auf Wittener Stadtgebiet geht es weiter nach Herbede und Bommern – genau den Teil der Strecke, der die Diskussion um die Reaktivierung in diesem Jahr wieder angefacht hat. Die Idee ist hier nämlich, die Verkehrsachse Witten Zentrum – Herbede zu stärken, da die einzige Autobrücke nach Herbede in 2 – 3 Jahren vermutlich für mehrere Jahre gesperrt sein wird, was eine Überlastung der A43 und der Umgehungsstraße in Bommern zur Folge haben wird. Die Einrichtung einer attraktiven Bahnverbindung, vor allem mit P&R-Parkplätzen in Bommern und Herbede, würde hier eine wesentlich billigere Alternative zu einem Parallelbetrieb zweier Brücken über die Ruhr darstellen, weshalb die Reaktivierung vorgeschlagen wurde. Damit die Verbindung zwischen Hattingen und Dortmund nicht länger braucht als die bereits bestehende (mit Umstieg in Essen-Steele), lassen wir auf weiterer Strecke die Halte Volmarstein und Hagen-Vorhalle aus und schwenken unmittelbar vor Vorhalle über 500m Neubaustrecke direkt auf die Strecke nach Dortmund ein. Zudem soll der Haltepunkt Oberwengern, der sowieso neu gebaut werden muss, nah an der Brücke Ruhrstraße gebaut werden, damit der Umstieg zum Hbf Wetter kürzer und komfortabler wird. Gleichzeitig soll durch einen neuen Fußweg die noch bestehende Unterführung nach Oberwengern wieder von Pendlern genutzt werden können. Auf dem letzten Viertel der Strecke hält der RE noch in Herdecke, Dortmund-Kirchhörde und beim Signal-Iduna-Park, bevor wir nach zirka 50 Minuten Fahrt den Dortmunder Hbf erreichen. Da dieser Teil der Strecke unzureichend ausgebaut ist, lässt sich für den RE14 insgesamt vermutlich nicht mehr als ein 1-Stunden-Takt realisieren, was aber in Ergänzung zu den bereits existierenden Busverbindungen zunächst ausreichen sollte.

Fahrzeiten

Ich teile die Fahrzeiten in drei Abschnitte der Ruhrtalbahn und einen Abschnitt auf der Rheinischen Strecke ein, weil man sie auf diesen Abschnitten einzeln relativ gut schätzen kann:

  • Hattingen Hbf – Herbede: 10 Minuten – der SB38 braucht für dieselbe Strecke momentan 17 Minuten, hält aber öfter, und ist halt ein Bus. Hierfür müssten die 4 Bahnübergänge komplett elektronisch gesichert werden.
  • Herbede – Wengern-Ost: 10 Minuten – diese Direktverbindung (auch Herbede – Bommern) gibt es momentan nicht, aber sie ist ungefähr gleich lang wie die vorherige, und etwas kurviger, was zu einer ähnlichen Fahrzeit führen sollte.
  • Wengern-Ost – Hagen-Vohalle: 8 Minuten – für dieselbe Länge an Strecke braucht die S5 momentan ca. 8 Minuten, also denke ich, ein RE müsste das auch schaffen.
  • Hagen-Vorhalle – Dortmund Hbf: 22 Minuten – der momentan hier verkehrende RB52 braucht für die Strecke von Herdecke nach Dortmund Hbf 24 Minuten, was weniger an den 5 Halten liegt, sondern mehr daran, dass die Strecke einfach sehr steil und kurvig ist. Hier gibt es leider wenig Potenzial zur Beschleunigung, und mit einer Reduktion auf 2 Halte kann man die Fahrzeit vielleicht um 3 – 4 Minuten drücken. Da wir aber von Vohalle aus rechnen, habe ich nochmal zwei Minuten draufgerechnet.

Für die Strecke Hattingen – Dortmund Hbf würde sich so eine Fahrzeit von genau 50 Minuten ergeben, was in etwa gleichzieht mit der derzeitigen schnellsten Verbindung über Essen (47m), wo allerdings umgestiegen werden muss. Drastische Reduktionen in Fahrzeit ergeben sich vor allem zwischen den EN-Städten: Hattingen-Herbede sinkt von 19 auf 10 Minuten, Hattingen – Bommern von 41 auf 15 Minuten, Hattingen – Wetter von 48 auf 24 Minuten, usw. Damit solche Fahrzeiten realistisch sind, muss die Ruhrstrecke zwischen Hattingen und Hamm entsprechend ertüchtigt werden. Für einen T-60 ist die Strecke zum Glück ausreichend zweigleisig, aber es gibt allein in Witten 5 ungesicherte Bahnübergänge, die für Durchfahrtsgeschwindigkeiten von 80km/h (oder besser noch 120km/h) ausgelegt werden müssen.

Update 21.12:

Auch wenn von Hattingen und Witten-Süd weniger Fahrgastpotenzial nach Hagen als nach Dortmund herrscht, ist es vermutlich sinnvoll, den RE im ersten Ausbauschritt erst einmal nach Hagen Hbf zu führen, um ihn als Erschließer-Linie fungieren zu lassen. Nach Anregungen dazu habe ich das auch in den Vorschlag entsprechend eingezeichnet. Die Verbindungskurve bei Hagen-Vorhalle könnte dann später immer noch gebaut und der RE14 nach Dortmund weitergeführt werden (evtl. mit Flügelung in Oberwengern?)

Aufwand und Kosten

Ich habe mich bisher noch nicht an Kostenschätzungen heran getraut, da ich mich hier zu wenig auskenne. Trotzdem würde ich gerne eine kleine Auflistung zumindest der Bauprojekte erstellen, damit vielleicht jemand anderes, der sich mehr auskennt, Kosten für eine solche RE-Verlängerung schätzen könnte. Maßnahmen der ersten Ausbaustufe:

  • Errichtung elektronischer Sicherungen für die folgenden 8 Bahnübergänge: Ruhrallee (Hattingen), An der Kemnade (Hattingen), Zeche-Holland-Str. (Witten), Voestenstr. (Witten), Meesmannstr. (Witten), Muttentalstr. (Witten), Nachtigallstr. (Witten), Brüninghausstr. (Hagen)
  • Umbau von 3 Haltepunkten: Haus Kemnade, Herbede, Bommern
  • Neubau von 1 Haltepunkt: Wetter-Oberwengern
  • Evtl. vereinzelt neue Gleis- und Signalanlagen

Maßnahmen der zweiten Ausbaustufe:

  • Bau einer 500m langen Verbindungsspange zwischen der Ruhrtalbahn und der Rheinischen Strecke
  • Ausweichgleis bei Dortmund-Löttringhausen

Wie immer freue ich mich über Rückmeldungen!

Metadaten zu diesem Vorschlag

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4 Kommentare zu “Verlängerung des RE14 nach Hagen (und evtl. Dortmund) über Hattingen, Witten, und Wetter

  1. Insgesamt ein schön ausgearbeiteter Vorschlag und die Reaktivierung der Ruhrtalbahn ist definitiv zu unterstützen, allerdings sehe ich zwei Punkte als kritisch an:
    1. Von Essen nach Dortmund und sogar noch von Wetter (Ruhr) nach Dortmund geht es über andere Strecken schneller. Die Verbindung ist daher vor allem als Erschließer, nicht jedoch als verbindende Linie relevant.
    2. Der Neubau der Verbindungskurve ist in meinen Augen zu eng. Eisenbahnen benötigen größere Radien (min. 180 m, besser 200 m).

    Allgemein denke ich daher nicht, dass sich der Bau der Verbindungskurve lohnen würde. Wenn es unbedingt Dortmund als Ziel sein soll, dann kann man besser in Wengern Ost oder in Oberwengern wenden und anschließend über Witten nach Dortmund verkehren. Ansonsten wäre Hagen das bessere Ziel, wo man dann ggf. auch anschließend weiter über Herdecke nach Dortmund fahren kann.

    1. Danke für dein Feedback! Punkt 1 sehe ich genau so, es geht mir vor allem darum, den Wittener Süden und Sprockhövel besser an das Ruhrgebiet anzuschließen. Wegen Punkt 2 und der Verbindungskurve generell kommt die Idee mit der Durchbindung nach Dortmund primär aus dem DO-Forum, weil dort mehrere Leute meinten, das Fahrgastpotenzial von Hattingen nach Dortmund sei größer als nach Hagen, und weil Sprockhövel nach Hagen hin schon relativ gut angeschlossen ist. Die Weiterführung nach Hagen wäre auf jeden Fall billiger und schneller umzusetzen, und damit vermutlich auch realistischer, also werde ich sie mal zusätzlich einzeichnen.

  2. Eine Reaktivierung dieser Strecke wäre definitiv wünschenswert, jedoch halte ich diese Variante ebenfalls nicht sehr sinnvoll, da die Linie nur auf Teilabschnitten interessant wäre.

    Ich würde lieber nach Hagen weiterfahren und die Strecke eher im T30 und nicht im T60 betreiben.
    Eine Verlängerung nach Lüdenscheid wäre ebenfalls eine Option bei entsprechender Elektrifizierung.

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