Beschreibung des Vorschlags
Die ursprüngleiche Ringlinie der Naumburger Straßenbahn endet heute etwas verloren am Salztor. Eine Wiederherstellung des Rings ist wohl nicht in naher Zukunft zu erwarten. Dazu ist das Verkehrsmittel mit seinen quietschenden und kleinen Zweiachsern einfach zu sehr aus der Zeit gefallen.
In der Vereinbarung zum Betrieb des Restbetriebs ist ausdrücklich festgeschrieben, daß die Linie in den ÖPNV der Stadt eingebunden wird. Also eine Mischung aus Museumsbahn und regulärer Straßenbahn mit touristischem Einschlag. Dann sollte aber auch der Dom und damit auch das Stadtzentrum direkt erreicht werden. Das Stück bis zum Salztor könnte daher entfallen außer als Ausweichstrecke, wenn die Innenstadt etwa wegen Bauarbeiten oder Veranstaltungen nicht direkt angefahren werden kann.
Was an der Idee noch problematisch werden kann ist die Fahrzeit, die evtl. zu lang ist für einen Halbstundentakt mit einem Fahrzeug. Die Lösung wäre evtl. an Werktagen nur bis zum Markt zu fahren was etwa die gleiche Zeit wie bis zum Salztor erfordert und am tourismusträchtigen Sonntag bis zum Dom, dann aber nur stündlich.

Kurz & Knapp:
1.Alle 115 Meter eine Haltestelle? Können Passagiere nur max. 67,5 Meter gehen? =>Nein! Bitte mach den Haltestellenabstand größer!
2. Die Naumburger Straßenbahn kämpft ums überleben. Einen Ausbau kann sie sich nicht leisten
3. Die Nachfrage wird zu gering sein.
4. Eine StB in einer Fußgängerzone kommt bei der Bevölkerung oft nicht gut an. Wie soll sie sich ans Stadtbild anpassen?
Viele Grüße Geomaus007
Was sollen denn wieder diese allgemeinen und unbelegten Behauptungen?
Ich finde den Vorschlag gut. Auf Parkhäuser und Dieselstinker (inklusive Reisebusse) in der Innenstadt kann ich jedenfalls verzichten.
Die 115m werden automatisch berechnet und stimmen bei einer Überschlagsrechnung ebenfalls grob.
Dass die Naumburger Straßenbahn nicht sehr viele Finanzmittel hat sagt nicht nur Geomaus sondern auch der Vorschlag aus. Daher wurde ja überhaupt erst eine Vervollständigung des Rings verworfen.
Ob die Nachfrage zu gering sein wird kann man sich streiten.
Und tatsächlich kommt häufiger mal Verkehr in Fußgängerzonen nicht sehr gut an, egal ob das „Parkhäuser und Dieselstinker (inklusive Reisebusse)“ sind oder Straßenbahnen (wobei letztere meistens weniger negativ bewertet werden als erstere). Und warum unterstellst du hier Geomaus, dass dieser Parkhäuser und „Dieselstinker“ (warum eigentlich so spezifisch keine Benziner oder E-Autos?) befürwortet, obwohl das nicht mal ansatzweise aus seinem Kommentar abzuleiten ist?
Aufgrund der besonderen Bedingungen dieser Route (überdurchschnittlich viele Touristen und Kurzstreckenfahrgäste, weniger lauf-affines Klientel, publikumsträchtige Ziele an jeder Ecke) ist es doch wohl klar, warum Flauschi die Haltestellendichte derart dicht festgelegt hat. Hier geht es ja nicht um eine Straßenbahnlinie in Köln oder Ost-Berlin, welche die Fahrgäste von den Wohnblöcken am Stadtrand quer durch die Stadt befördert und als Massenverkehrsmittel fungieren soll. Ob die Tram nun wirklich so oft halten müsste, steht auf einem anderen Blatt, und das darf man natürlich gerne ansprechen, aber man sollte sich auch mal genauer mit der Intention des Vorschlagerstellers befassen.
Auch Spekulationen wie „Die Tram kämpft ums Überleben“ sind anmaßend und unwürdig. Die Straßenbahn Naumburg hat schon wesentlich schlechtere Zeiten erlebt. Dass der Betrieb noch existiert, ist ein modernes ÖPNV-Märchen, das ist jedem bewusst. Dafür gebührt allen Beteiligten Respekt! Man kann natürlich gleich das Handtuch werfen, weil alles sowieso zu teuer ist. Dass die Leute dann mit weniger umweltfreundlichen Verkehrsmitteln nach Naumburg anreisen, ist die logische Konsequenz. Bis Naumburg seinen Status als Luftkurort mit hoher Lebensqualität verliert und die Stadt den Bach runtergeht. Wenn der ÖPNV solche Freunde hat, braucht er keine Feinde mehr. Da ist es doch strategisch sinnvoller, sich für publikumsträchtige (was hier eindeutig zutrifft) Neubaustrecken einzusetzen, um die Stellung der Naumburger Tram zu stärken, und wer weiß, vielleicht kann sie sich eines Tages ja doch „den Ausbau leisten“.
Zuerst sagst du dass es hier nur um die Kurzstrecke geht, dann argumentierst du dass ohne diese Strecke die Leute weniger mit der Straßenbahn in die Stadt kommen würden? Entweder es geht um die Kurzstrecke oder darum in die Stadt zu kommen. Diese Linie wäre eher „schnelleres laufen“ welches nicht verhindert dass die Leute mit dem Auto bis zum Rand der Innenstadt fahren.
Man kann ja versuchen, beide Potentiale (Zubringer zum Hbf und Kurzstreckenverkehr) mitzunehmen. Ob das mit diesem Vorschlag auch wirklich gelingen würde, müsste man natürlich abschließend untersuchen. Da die Straßenbahn touristischen Charakter hat, wäre die niedrigere Fahrzeit vielleicht nicht das größte Problem.
Zur Haltestellendichte gibt es ein Vorbild: Die Buslinie 36 durch die Nürnberger Innenstadt incl. Fußgängerbereich. Dort sind es teilweise nicht einmal 100 Meter Abstand.
115 Meter? Könnte falsch gemessen sein. Aber in der Stadt sollte so eine Bahn möglichst schnell erreichbar sein. Die Reisegeschwindigkeit spielt eine untergeordnete Rolle.
Ausbau von Straßenbahnen und eigentlich alle anderen auch können sich niemals selbst finanzieren sondern sind auf staatliche Maßnahmen angewiesen.
Ich glaube eher, daß sich die Straßenbahn belebend auf die Innenstadt auswirkt. In Nürnberg war es beispielsweise umgekehrt. Immer wo die Straßenbahn durch die U-Bahn ersetzt wurde war hinterher tote Hose.
Es gibt genügend Beispiele für Straßenbahnen in der Fußgängerzone. Ich seh das absolut positiv.
Das ist automatisch ausgerechnet. Wegen kleineren Ungenauigkeiten beim Zeichnen nicht ganz richtig, aber auch nicht weit entfernt. Beim Überschlagen komme ich auf ähnliche Werte.
Ich halte es eher für ungünstig, dass die Streckenführung so umwegig ist (vom Jägerplatz zum Dom ist man zu Fuß vsl. ähnlich schnell) und der aktuelle Südteil obsolet wird. Das erscheint mir keine optimale Nutzung der Ressourcen. Außerdem sehe ich Probleme bei der Querung des Marktes. Er könnte dann nicht mehr gut für den Wochenmarkt oder Veranstaltungen genutzt werden.
Der Weg ist das Ziel. Es geht darum die Touristen mitten durch die Stadt zu führen. Dafür wird auch auf dem Markt Platz dafür sein. War ja auch schon mal. Die Schienen liegen heute noch. Fahrzeiten spielen da eine untergeordnete Rolle. Denn ohne den touristischen Aspekt verspielt diese Straßenbahn ihr Potential.
Der Marktplatz ist groß genug.
Ich verstehe ja die Argumente. Aber ein paar Touristen füllen jetzt auch nicht tagtäglich die Bahnen im Stundentakt. Das heißt der Großteil muss schon von den Leuten vor Ort ausgehen. Und da ist die sehr umwegige Streckenführung eher suboptimal. Und auch die mittige Querung des Marktes (warum eigentlich so und nicht auf der alten Trasse?) ist mehr ein Hindernis als ein Gewinn.
Daher eine Alternatividee: Ab Hbf oder „Unterm Georgenberg“ via Rosbacher Str., und Kramerplatz zum Salztor. Das erschließt mehr Menschen und es lässt sich ein Ringverkehr unter Einbindung des Hbf einrichten. Der Dom wird erreicht und die Altstadt fast umrundet, sodass alle Ecken fußläufig gut erreichbar sind. Und die Strecke zum Salztor würde nicht überflüssig werden.