8 Kommentare zu “Umfahrung Lehrte: H-Kleefeld-Dollbergen

  1. Der Verkehr Hannover-Wolfsburg wird durch die ganzen Überwerfungsbauwerke im Osten von Lehrte schon relativ kreuzungsfrei durch den Konten Lehrte geführt – der Vorschlag würde da nur noch sehr wenige Spezialfälle abdecken. Der verbleibende Effekt dieses Vorschlags wäre daher nur die höhere Geschwindigkeit, mit der im Fernverkehr etwa 1 Minute gespart werden kann, plus ein bisschen Lärmentlastung für die Anwohner.

    Die kürzere Fahrtzeit bringt für den Fahrplan nur wenig – die Konflikte zwischen Regional- und Fernverkehr auf der Strecke Hannover-Wolfsburg liegen in der Überholung des RE30 im Bereich Gifhorn, hier wären eine Beschleunigung des Fernverkehrs und/oder zusätzliche Gleise hilfreich. In Lehrte bringt das wenig, der ICE kann dann halt eine Minute länger in Hannover halten.

    Es spricht prinzipiell ja nichts dagegen, eine Minute schneller zu sein (im Zweifelsfall ist es zumindest ein zusätzlicher Puffer gegen Verspätungen) oder Anwohner von Lärm zu entlasten. Die Kosten sind aber vergleichsweise hoch (40 Kilometer Neubau mit 3 Kilometer Tunnel, zwei Überwerfungen und zahlreiche Überführungen) im Vergleich zum Nutzen.

    1. Nur eine Minute Fahrzeiteinsparung ist hier schon pessimistisch, der Unterschied zwischen 120km/h und 200km/h ist etwas größer. Besonders weil man von 200km/h aus auch schneller bei 250, bzw. in Zukunft auf dieser Strecke hoffentlich auch 300 ist. In diesem Zuge müsste man aber natürlich schon die Strecke die aus Hannover heraus führt bereits auf 200km/h ausbauen, und diese Umfahrung selbst wahrscheinlich bereits für 250km/h.

      Ganz alleine macht dieser Vorschlag tatsächlich keinen großen Unterschied, wenn man Richtung Wolfsburg weiter ausbaut wird er aber immer sinnvoller.

      1. So pessimistisch ist die Minute gar nicht. Der 120 km/h/Abschnitt ist 4 km lang, plus 500 Meter Zuglänge sind das 54 Sekunden, die man mit Tempo 120 langsamer ist als mit 200. Dazu kommt dann noch runterbremsen von 160 auf 120 und wieder hoch auf 160 (das letzte Stück von 160 auf 200 oder mehr hat man ja in beiden Fällen); bei 1 m/s^2 Brems- und 0,33 m/s^2 Anfahrtsbeschleunigung sind das nochmal 22 Sekunden, also insgesamt etwa 1:15 Minute. Wenn man dann noch die 10 Kilometer bis zum Mittellandkanal mit 200 statt 160 fährt, kämen noch einmal 45 Sekunden heraus. Letzteres ist aber dann optimistisch, da irgendwann nicht mehr allzu viel Platz da ist, so dass es schwer werden könnte, die für 200 benötigte Trassenbreite hinzukriegen. Insofern ist 1 Minute die untere, 2 Minuten die obere Grenze. Nur wenn man den Bypass über 200 km/h schnell baut, lässt sich noch mehr rausholen, aber dann müsste auch Lehrte-Wolfsburg ausgebaut werden.

        Da Problem mit einem Ausbau bis Wolfsburg: Er ist halt nicht sehr sinnvoll. Ja, er schadet nicht, aber er bringt auch nur einen einzigen Nutzen: Wenn man vom Mittellandkanal bis Wolfsburg 300 km/h fahren dürfte, dann würde man gegenüber jetzt etwa 10 Minuten sparen. Aber es wird keine zusätzliche Kapazität geschaffen – und selbst wenn, dann bräuchte man sie auch gar nicht, die Strecke ist nicht überlastet.

        Insofern ist ein Ausbau bis nach Wolfsburg in der selben Kategorie wie der vorliegende Vorschlag: Wenn man zu viele Ressourcen und Ingenieure hat und nicht weiß, wohin damit, dann kann man es machen. Derzeit und auch in den nächsten Jahren ist das aber eher nicht der Fall.

        1. Aber es wird keine zusätzliche Kapazität geschaffen – und selbst wenn, dann bräuchte man sie auch gar nicht, die Strecke ist nicht überlastet.

          Na ja, ohne Grund wird man die 25 km von Dollbergen nach Gifhorn nicht viergleisig ausbauen. Die Geschwindigkeitsschere und die hohe Auslastung im Fern-, Regional- und Güterverkehr lassen da schon einen Ausbau lohnenswert werden.

          1. Na ja, ohne Grund wird man die 25 km von Dollbergen nach Gifhorn nicht viergleisig ausbauen.

            Der Grund für den geplanten Ausbau ist nicht eine Überlastung der Strecke Wolfsburg – Lehrte (laut BVWP hat die Strecke sogar noch Kapazitätsreserven), sondern die im Deutschlandtakt vorgesehene Überholung des RE durch schnelle ICEs im Bereich Gifhorn – Dollbergen. Deshalb werden genau dort vier Gleise benötigt.

            Ein Ausbau in Lehrte hilft hier nicht, da sich Nah- und Fernverkehr dort nicht begegnen. Die Beschleunigung von 1-2 Minuten würde dazu führen, dass sich die Überholung um etwa 5 Kilometer nach Westen verlegt und man dann halt Leiferde-Immensen statt Gifhorn-Dollbergen ausbauen müsste.

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