Beschreibung des Vorschlags
Zugegeben, Die Planung eines (Regio-) S-Bahn Rings klingt für eine Doppelstadt mit 192.000 Einwohnern schon etwas übertrieben. Bevor du jetzt gleich Vergleiche mit dem Berliner S-Bahn Ring aufstellst, lies dir die Herleitung, damit du weißt, wofür das ganze eigentlich ist.
Herleitung
Neu-Ulm 21
Das Projekt Neu-Ulm 21 reduzierte die Bahngleise in Neu-Ulm am Bf. von 16 auf 4, um Platz für Immobilien zu schaffen. Ähnlich wie bei Stuttgart 21 ging auch hier der Bahnhof in die Tiefe. Positv dagegen ist die nun viergleisige Donaubrücke.
Damit fahren pro Mittelbahnsteig in der Stunde 7 haltende Regionalbahnen, 3,5 Fernzüge und 3 Güterzüge vorbei. Damit gibt es 13,5 Züge pro Stunde für einen Mittelbahnsteig. Mit dem Regio-S-Bahn Konzept nach Günzburg kommt man auf ganze 15,5 Züge pro Stunde für einen Mittelbahnsteig, bei dem 9 davon halten. Damit hat man zwar noch keine Überlastung, plant man jedoch langfristig, dann würde ein zusätzliches Angebot nicht schaden.
Regional-S-Bahn
- Wer in Regional-S-Bahn Donnau-Iller in einem Baden-Württembergischen Bahnhof außer dem Hbf. einsteigt kommt, nicht nach Bayern.
- Wer in Regional-S-Bahn Donnau-Iller in einem bayrischen Bahnhof einsteigt kommt, bis auf den Ulmer Hauptbahnhof auch nur nach Bayern. Von einem „Netz“ kann damit kaum die Rede sein.
- Gut gelegene Haltepunkte in Ulm werden schlecht bedient. Die Hp. Ulm-Ost oder Ulm-Söflingen werden beispielsweise nur im T60 bedient.
Güterverkehr
Der Vorschlag kann zudem auch vom Güterverkehr genutzt werden. Ob es sich lohnt, dafür längere Rampen einzubauen, um eine geringere Steigung zu schaffen, wird wohl eine Untersuchung zeigen. Zudem könnte der Güterverkehr Anwohnerproteste auslösen.
Der Vorschlag ist strenggenommen zwar „zu steil für den Güterverkehr“, das sind die Geislinger Steige mit 22,5‰ und die Neubaustrecke mit 31‰ streng genommen allerdings auch
Erstens ermöglicht eine solche Umfahrung eine deutliche Entlastung des stark frequentierten Neu-Ulmer Bahnhofs. Der Bahnhof ist bereits jetzt ein kritischer Knotenpunkt für den Personenverkehr, und die zusätzliche Belastung durch Güterzüge führt teils zu Engpässen und Verzögerungen. Durch die Umfahrung könnten Güterzüge den Hauptbahnhof umgehen, was zu einer reibungsloseren Abwicklung des gesamten Verkehrsaufkommens beiträgt.
Zweitens würden Güterzüge schneller und direkter ihre Ziele erreichen, sie müssen den Umweg nun nicht mehr in Kauf nehmen.
Zusätzliche Maßnahmen
Der Stadtteil Eselsberg ist nach der Weststadt der zweitbevölkerungsreichste. Er hat etwa 19.000 Einwohner. Zählt man die der verwaltungstechnisch zu Blaustein gehörenden Einwohner der Pfaffenhau hinzu kommt man sogar auf 22.000. Damit erachte ich ihn wichtig genug für einen SPNV Anschluss. Diesen bietet die am Rand mit zwei Hst. befindliche Tram nur teils. Der Bahnsteig befindet sich (teils in Troglage) dort, wo aktuell Garagen sind. Diese lassen sich leicht versetzen. Daher erlaube ich es mir an dieser Stelle auf heutigen Gebäuden zu trassieren. Die neue Linie RS1 ergibt erhält nur durch diese kurze Stichstrecke genügend Nachfrage. Daher hängt sie sehr mit dem Vorschlag zusammen.
Zudem wäre ein Haltepunkt an der Schützenstraße sinnvoll. Da er auch teil des Betriebskonzeptes ist, habe ich ihn auch mal eingezeichnet.
Städtebaulichkeit
Ja, du hast richtig gehört: Es müssen Bäume weichen. Dennoch sollte die Strecke möglichst städtebaulich vertragbar sein.
Ein Tunnel wird schwierig, da die Brenzbahn auf der Ebene +1 läuft und man mit einer langen Rampe den Park zerstören würde. Die Donau müsste recht tief untertunnelt werden. Wenn man über die Donau eine Brücke baut, ist ein Tunnel aufgrund der Steigungsverhältnisse sehr schwierig.
Ebenerdigkeit ist nicht möglich, da einige Straßen die Trasse kreuzen würden. Dem Bau von BÜs wurden (leider) rechtlich einige Hindernisse gestellt.
Daher sollte ein Teil der Strecke als Hochbahn gebaut werden. Es kann der gesamte Platz unter ihr genützt werden. Durch die Eingleisigkeit ist die Hochbahn nicht besonders Breit. Es würde sozusagen eine Säulenreihe durch den Park gezogen werden.
Fahrplan
(NEU:) RS 1 (Ulm Eselberg – Ulm Söflingen – Ulm Ost – Ulm Staufenring – Neu-Ulm Augsburger Str. – Neu Ulm Finningerstr.) T30
RS 7 (Buxheim- Memmingen – Senden – Ulm) T60 – endet nun in Ring über Staufenring, Ulm Hbf und Neu-Ulm
RS 71 (Senden – Ulm) T60 – endet nun in Ring über Neu-Ulm, Ulm Hbf. und Staufenring
RS 8 (Günzburg – Ulm) T60 – endet nun in Ring über Staufenring, Ulm Hbf und Neu-Ulm
RS 81 (Memmingen – Mindelheim – Günzburg – Ulm) T60 endet nun in Ring über Neu-Ulm, Ulm Hbf. und Staufenring
Liniennetzplan Ulm/Neu-Ulm
Über Kommentare würde ich mich freuen! Liebe Grüße, Geomaus007

Ich finde dass ist eine großartige Idee!
Genauso wie Eselsberg neu erschlissen wird, könnte der Stadtteil Pfuhl ebenso mit einer kleinen Stichstrecke im T30 erschlossen werden. Das macht dann eine RS2: Pfuhl – Neu-Ulm – Ring – Ulm Hbf machen im T30. Das würde einen T7½ auf dem gesamten Ring ergeben.
Unten auf Höhe Finningerstraße kann man mit Einführung der S-Bahn den Endpunkt etwas weiter nach Süden auf Höhe Schwaighofen/Starkfeld verlagern. Mir leuchtet es nicht ein wenn nur der nördliche Teil dieser Region gut erschlossen wird. Die kleinen Infrastrukturanpassungen würden sich aus meiner Sicht lohnen.
Vielen Dank. Ich denke auch, dass der KNV größer 1 ist und es genügend Fahrgäste geben wird. Das größte Problem wird wohl der Anwohnerprotest entlang des Staufenrings sein.
Pfuhl mit 10.700 Ew. ist sicherlich ein gut dafür geeigneter Stadtteil. Er kann aber nur am Rand einen Hp. bekommen.
Was eine zweite Linie angeht, bin ich skeptisch. Ich erachte es für sinnvoller die RS 1 stattdessen in Pfuhl statt an der Finningerstraße enden zu lassen. Die Finningerstraße ist ja bereits im T30 an die Regio-S-Bahn angebunden. Pfuhl hat noch kein Gleis und bräuchte daher eine endende Linie im T30 dringender.
Da kommt jetzt der „Mathegenie“ aus mir raus. Nicht böse sein, aber dir ist ein kleiner Denkfehler unterloffen. Ich hoffe du verstehst meine Erklärung:
Die Linien fahren den Ring nur in je eine Richtung. Das ist wie bei der Tram bei einer Wendeschleife. Die beiden Linien RS 7 und RS 71 aus Senden bilden zusammen einen T30. Während die eine im T60 im Uhrzeigersinn fährt, fährt die andere ebenfalls im T60 gegen den Uhrzeigersinn. Damit entsteht durch diese beiden Linien nur ein T60. Dasselbe gilt für die RS 8 und RS 81 aus Günzburg. Somit bilden die RS 7, RS 71, RS 8 und RS 81 gemeinsam einen T30, obwohl alle eigentlich im T60 verkehren. Mit der innerstädtischen Linie im T30 entsteht somit ein T15. Du hast eine zweite innerstädtische Linie im T30 einberechnet und kämest somit auf einen T10.
Viele Grüße Geomaus007