Beschreibung des Vorschlags
Zur Zeit verkehrt RE3 aus Berlin stündlich bis Angermünde, dann alternierend zweistündlich nach Stralsund oder Schwedt. Zum Stundentakt ergänzen RB61 Angermünde – Schwedt und RB62 Angermünde – Prenzlau. Ab 2026 sollen alle RE3-Züge nach Stralsund verkehren.
Schwedt verliert also seine Direktverbindung nach Berlin. Um den Bahnverkehr trotzdem attraktiv zu halten, schlage ich die Umwandlung der RB61 in eine Zweisystembahn vor.
Die Züge werden ausgestattet mit Stromabnehmern für die Überlandstrecke, und Akkus für die Stadtstrecke. In Schwedt wird somit keine Oberleitung benötigt, höchstens eine Ladestation an der Endstelle. (Auch Wasserstoffantrieb ist denkbar, diese Technologie soll in Schwedt angesiedelt werden, aber da die Eisenbahnstrecke elektrifiziert ist, halte ich dies nicht für sinnvoll.) Die Gleisanschlüsse für den Güterverkehr bleiben selbstverständlich erhalten.
Die Züge haben in Angermünde Anschluss an RE3 in beide Richtungen. Sie halten zusätzlich in Heinersdorf, Niederlandin, Mürow und Angermünde Templiner Str. Alle Zwischenhalte sind Bedarfshalte. Mit nur 2 Zügen wird ein Stundentakt auf der Gesamtstrecke und ein Halbstundentakt in Schwedt angeboten.
In Schwedt und Umgebung wird deutlich Busverkehr eingespart. Die verbliebenen Busse fahren über J.-Marchlewski-Ring, um die Bedienungslücke der Bahn auszugleichen. Der (heute überdimensionierte) ZOB wird zwischen B166 und Oder-Center neu gebaut, um Bus und RB61 zu verknüpfen. Die Stadt- und Regionalbusse werden mit Anschluss an die Zweisystembahn getaktet.
Fahrplan:
S. Klinikum ab54
S. ZOB 58
S. Waldrand 02
Angermünde an28
RE3 aus Berlin an28 ab33, nach Berlin an28 ab33
Angermünde ab33
S. Waldrand 59
S. ZOB 03
S. Klinikum an07 ab24
S. ZOB 28
S. Waldrand an32 ab34
S. ZOB 38
S. Klinikum an42 ab54
Durch die engmaschige Bedienung der 30000-Einwohner-Stadt, entfällt für die meisten Fahrgäste der Umstieg in den Stadtbus bzw. lange Wege zu den Zügen. Die Dörfer entlang der Strecke erhalten Bahnanschluss.

Die Idee mit einer Zweisystembahn ist erstmal ganz gut, aber Schwedt(Oder) ist mit etwa 30.000 Einwohnern (Wikipedia, mit allen Ortsteilen) vielleicht zu klein für so was, anders als z.B. Chemnitz. Eine Tram-Train-Bahn ist in der Anschaffung teurer als ein normaler Regionalzug. Der Betreiber hätte dann nur 3-4 Fahrzeuge dieser Baureihe (???).
Zusätzliche Züge auf dem nörlichen RE3 bis Mecklenburg-Vorpommern kann man unabhängig vom Schwedter Ast fahren lassen. Ich würde, wenn diese Zweisystembahn fährt (einmal pro Stunde), den RE3 nach Berlin weiterhin zweistündlich fahren lassen, da eine Direktverbindung nach Berlin gut angenommen wird.
Die geringe Größe Schwedts ist ja gerade Anlass für diesen Vorschlag. Zur Zeit verkehrt RE3 mit Lok plus 5 DoStos nach Schwedt, was ein Überangebot ist. So ein Monsterzug ist auch viel teurer, als ein bedarfsgerechtes Zweisystemfahrzeug.
Durch den Anschluss in Angermünde an RE3 bliebe ein attraktives Angebot nach Berlin bestehen. Zwar muss man in Angermünde dann immer umsteigen (heute nur jedes zweite Mal), dafür erreicht die Zweisystembahn in Schwedt die meisten Ziele direkt, so dass ein Umstieg in den Stadtbus eingespart wird. Die Fahrzeit verlängert sich nur für die wenigen im Umkreis der beiden Bahnhöfe Lebenden, aus dem Westteil der Stadt verkürzt sie sich sogar.
Das Chemnitzer oder Karlsruher Modell soll hier nicht kopiert werden, diese Städte sind größer und Oberzentren mit mehreren Strecken ins Umland.