Frankfurt/Sulzbach: vollautomatisches PTS für Wohngebiete am MTZ

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Beschreibung des Vorschlags

Vor wenigen Monaten wurde in den Medien heiß über ein neues Wohngebiet am Main-Taunus-Zentrum, übrigens der ältesten Mall Deutschlands, diskutiert. Zur Zeit der Eröffnung 1964 schien eine ÖPNV-Anbindung nicht nötig, da es gut über die A 66 und B 8 angebunden war und man genug Parkplätze dort auf der grünen Wiese errichten konnte. Mittlerweile stellt sich das als Fehler heraus und es war auch der größte Kritikpunkt an der Idee einer Großwohnsiedlung dort. Daher schlage ich vor, das Wohngebiet auf zwei Arealen, das eine östlich des MTZ auf Sulzbacher Gebiet an der Sodener Bahn, das andere westlich des MTZ auf Frankfurter Gebiet an der Königsteiner Bahn zu errichten. Dort könnten schätzungsweise 20.000 Menschen in zwei grünen modernen Stadtvierteln mit urbaner Dichte leben.

Die Sodener Bahn ist wahrscheinlich die älteste Nebenbahn Deutschlands und wurde schon im Jahr 1847 eröffnet. So wurde der Kurort Bad Soden an das Eisenbahnnetz angeschlossen. Im Zuge des S-Bahn-Ausbaus in den 70er Jahren wurde die eingleisige Strecke elektrifiziert. Außerdem wurde Bad Soden von der neuen ebenfalls eingleisigen Limesbahn, die das große Neubaugebiet Limesstadt in Schwalbach am Taunus anbinden sollte und einen Anschluss an die Kronberger Bahn bietet, erreicht. Seitdem fährt die Linie S3im Halbstundentakt direkt in die Frankfurter Innenstadt. Diese fuhr von 1979 bis 1997 auch nach Fahrtrichtungswechsel weiter nach Frankfurt-Höchst. Allerdings waren die langen S-Bahnen auf der Sodener Bahn schlecht ausgelastet, sodass man ab 1997 Dieseltriebwagen einsetzte. Heutzutage wird die RB 11 im Halbstundentakt von der HLB mit Zügen vom Typ LINT 41 und VT 2E betrieben, wobei momentan aufgrund von Erprobungsfahrten die neuen Continental für das Netz Südhessen-Untermain (RB 58 und RB 75) eingesetzt werden. Die Königsteiner Bahn wurde erst 1902 eröffnet und bindet die Städte Königstein, Kelkheim und Liederbach an. Diese Strecke ist nicht elektrifiziert und wird ebenfalls von der HLB mit Zügen vom Typ LINT 41 und VT 2E im Halbstundentakt bedient. Die Züge sind allerdings über die Taunus-Eisenbahn bis Frankfurt Hbf. durchgebunden.

Zur Anbindung der Wohngebiete sollen zwei neue Haltepunkte errichtet werden. Der Halt Liederbach Süd sollte aufgrund der Nähe zur neuen Station und schlechter Auslastung geschlossen werden. Außerdem soll die Königsteiner Bahn elektrifiziert werden, sodass dann ein halbstündlicher S-Bahn-Betrieb Königstein/Bad Soden-Höchst-Frankfurt möglich ist. Die Kapazität kann so deutlich gegenüber den bisherigen Dieselzügen erhöht werden, allerdings wäre eine Flügelung in Höchst wohl effizienter als ein zusätzlicher Parallelverkehr zwischen Höchst und dem Hauptbahnhof. Bevor die Kapazität des Citytunnels nicht z.B. durch Einbau von ETCS erhöht wird, können leider keine neuen S-Bahn-Linien dort eingebunden werden. Allerdings könnte Bad Soden ungefähr einen 15 min-Takt nach Frankfurt erhalten, wobei diese Linie sogar etwas schneller als die S 3 (24 min bis zum Hbf.) wäre. Die Fahrtzeiten sollten sich allgemein durch die Elektrotraktion auf der Königsteiner Bahn und auf der Sodener Bahn durch die direkte Durchbindung leicht verkürzen.

Zusätzlich ist ein automatisches Personentransportsystem (ähnlich der Skyline-Bahn am Flughafen) vorgesehen, welches unterirdisch unter der zentralen Achse des Stadtteils zwischen den Bahnstationen verkehrt. Die eingleisige Strecke wäre etwa 2 Kilometer lang. Der Tunnel kann in offener Bauweise errichtet werden, nur die Querung der B 8 und die Zwischenstation im MTZ sind etwas aufwändig. Es wäre auch Tageslichteinfall durch eine Glasdecke möglich. Die automatisierten Züge sollen mindestens im 10min-Takt verkehren sowie eine Kapazität von mindestens 50 Personen aufweisen. Die Fahrzeit würde nur etwa 4 min (statt einem Fußweg von etwa 25 min) betragen.

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16 Kommentare zu “Frankfurt/Sulzbach: vollautomatisches PTS für Wohngebiete am MTZ

  1. Also grundsätzlich sollte man das im Vortaunus sehr beliebte MTZ unbedingt an den Schienenverkehr anbinden.

    Ich weiß aber nicht, ob das die richtige Lösung ist. So ein System wie du es vorschlägst halte ich zwar für zukunftsweisend und modern, jedoch denke ich, dass so etwas nur dort Sinn macht, wo man auch die nötige Fahrgastzahl hat und es wirklich gar nicht anders geht. Und eine umsteigefreie Anbindung wenigstens an den Knoten Höchst kriegst du damit auch nicht hin…

    Da würde ich lieber die RB11 direkt drunter durch und nach Höchst führen, so wichtig ist Sossenheim Bahnhof dann auch nicht.

    Und freie Flächen für Bebauung auch direkt in Bahnhofs- oder zumindest Bahnstreckennähe gibt es in RheinMain genug, ist nur leider oft politisch nicht gewollt, da die ortsansässigen Oberbürgermeister mit sowas den Unmut der einheimischen Bevölkerung auf sich ziehen könnten.

    1. Eine umsteigefreie Verbindung nach Höchst gibt es ja schon mit dem Bus. Eine Bahn-Neubaustrecke mit Tunnel für die RB 11 wäre bestimmt viel teurer. Das Quartier könnte auch nicht so gut angebunden werden. Die Fahrgastzahlen für so ein automatisches System müssen gar nicht mal so hoch sein, es hat kaum Betriebskosten.

      Man hat das Problem der Wohnungsnot im Rhein-Main-Gebiet und auch die Notwendigkeit einer ÖPNV-Anbindung aber erkannt. Die Politik kann sich nicht mehr verstecken und ist dabei jetzt große Projekte wie z.B. auch den Stadtteil an der A 5 anzustoßen. Nachverdichtung in bestehenden Quartieren wird von der Bevölkerung, übrigens auch von mir, noch viel kritischer gesehen als neue Stadtviertel.

      Ich werde den Vorschlag nochmal nach der Innotrans überarbeiten und dabei die Flächen noch ausweiten, sodass man Wohnraum für etwa 20.000 Menschen schaffen würde.

      1. Ich bin ja nicht grundsätzlich gegen den Vorschlag. Aber so wie es hier vorgeschlagen wird, würden eben nur die neuen Stadtteile im Wesentlichen profitieren. Von den beiden Bahnlinien müsste man umsteigen, was eben von vielen Fahrgästen als nicht sehr attraktiv angesehen wird. Und nach Frankfurt wird das MTZ dadurch auch kaum besser angeschlossen.

        Besser wäre es aus meiner Sicht, wenn man es schaffen würde nicht nur die RB11 unter dem MTZ halten zu lassen, sondern auch die RB12 aus Königstein. Von dort kommen nämlich auch viele Besucher des MTZ.

  2. Cool!

    Wenn jetzt schon Wohngebiete ins Portfolio von Linie Plus aufgenommen werden (Klammer auf: wir brauchen ne neue Farbe!), darf ich demnächst auch mal nen Radweg vorschlagen? Ich hätte da nämlich was schickes – gerade heute mal wieder (auf nem Teilabschnitt) gefahren…

    1. Hier wurde kein Wohngebiet, sondern „ein automatisches Personentransportsystem (ähnlich der Skyline-Bahn am Flughafen)“ vorgeschlagen. Das Wohngebiet diente nur zur Begründung.

      Radwege dienen nicht dem ÖPNV, weshalb sie nicht zu Linie Plus gehören.

      1. Naja, ich mag mich täuschen. Sieht schon ein bisschen aus wie damals die Tarn-RBs zu den in Wirklichkeit vorgeschlagenen zwei neuen Berliner Flughäfen… Paulinenaue und wo war der andere noch eben? 😉

    2. Die Überschrift war vielleicht etwas missverständlich formuliert, trotzdem habe ich wenig Verständnis für deinen sarkastischen Kommentar. Wenn ich die Strecke ohne Verweis auf die neuen Wohngebiete, die dort sogar nach offiziellen Ideen errichtet werden sollen, eingezeichnet hätte, wäre der Bedarf nicht erkennbar gewesen. Im Prinzip ist mir ziemlich egal, wo man ein neues Wohngebiet baut, allerdings hat man rund um Frankfurt nicht mehr so viel Platz und außerdem ist das MTZ als bestehendes Versorgungszentrum gut geeignet. Und es steht wohl außer Frage, dass dringend neuer (bezahlbarer) Wohnraum entstehen muss. 

      1. Ok. Ich hatte deinen Satz
        > Daher schlage ich [von mir hervorgehoben] vor, das Wohngebiet auf einem etwa 80 Hektar großen Areal in Sulzbach, das an der Sodener Bahn liegt, zu errichten. [Beschreibung, Stand 23.9.18)
        halt dahingehend verstanden, dass du das Wohngebiet selbst vorschlägst anstelle es bloß zur Bedarfsverdeutlichung mit einzuzeichnen. Mag sein ich hab mich da geirrt. Dann tuts mir leid.

    1. Die Idee die beiden Regionalbahnen zu einer S-Bahn zu verschmelzen und dann in Höchst zu flügeln finde ich grundsätzlich gut. Die Tunnelkapazitäten könnte man z.B. durch den Wegfall des S2-Verstärkers nach Niedernhausen erreichen (Niedernhausen und Hofheim haben ja auch noch zwei RBs die Stunde). Wäre nur die Frage was dann mit dem Ast nach Dietzenbach passiert.

      Trotzdem sehe ich das vorgeschlagene PTS und die neuen Stadtviertel skeptisch. Die Bewohner haben zwar eine gute Verbindung ins Shoppingzentrum und viel Natur in der Nähe, aber die Verbindung in die Innenstadt wäre eben doch nur halbstündlich – und dafür würden die meisten das PTS wahrscheinlich gar nicht nutzen, sondern direkt zum Bahnhof laufen. Somit bleibt es eigentlich Shuttle-Verkehr von den beiden Regionalbahnen zum MTZ – und ob das ausreicht stelle ich in Frage.

      1. Ich hätte auch gerne mal konkrete Fahrgastzahlen für die S-Bahn-Linien, um die Auslastung beurteilen zu können, aber bisher konnte ich dazu nichts beim RMV finden. Die Verdichter werden in der HVZ bestimmt aber schon benötigt. Mit LZB oder ETCS könnte man wenigstens 30 statt 24 Züge pro Stunde durch den Tunnel fahren lassen, aber das hilft auch nicht so viel.

        Ich überlege auch, noch zusätzliche Stationen hinzuzufügen. Bisher habe ich einen Radius von etwa 1 km zur Abdeckung vorausgesetzt, bei 500 m hätte man noch jeweils eine Station zwischen MTZ und S-Bahn sowie eine dahinter als Endpunkt. Da diese einfache Metro bis auf den Abschnitt unter dem MTZ quasi direkt unter der Erdoberfläche (wie z.B. einige alte Abschnitte der Berliner U-Bahn) fahren soll, wäre der Zugang über Treppen mit ca. 4-5 m Höhenunterschied sehr schnell. Dann sollte man den Takt aber noch weiter auf vielleicht 10 Züge pro Stunde (also 6 min-Takt) ausdehnen, damit die Wartezeiten auch kürzer sind.

        Es sollten auch viele quartiersinternen Wege abgedeckt werden. Das Problem bei der Flügelung der S-Bahn ist, dass die Züge etwa zum gleichen Zeitpunkt an den Stationen abfahren und dann eine eben fast halbstündliche Lücke wäre. Bei einem um etwa 15 min versetzten Takt könnte man mit dem PTS auch eben zur anderen Station fahren, wenn man an der näheren den Zug nach Frankfurt gerade verpasst hat.

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