Beschreibung des Vorschlags
Nordwestlich von Stuttgart gibt es viele Möglichkeiten nach Stuttgart zu kommen, allerdings alle über Feuerbach. Auch gibt es Busverbindungen, welche sehr gute Fahrzeiten aufzeigen können wie den X60 oder X2, allerdings durch die langsame Einfahrt nach Leonberg ausgebremst werden und effektiv nur Leonberg anbinden, da Gerlingen-Schillerhöhe sehr schlecht zu Fuß/Fahrrad erreichbar ist und die Busverbindungen auch nur mäßig attraktiv ist. Da Gerlingen-Schillerhöhe, wie der Name bereits impliziert, relativ weit oben liegt ist eine Stadtbahnverbindung kaum denkbar und wenn dann nur mit viel Tunnel+Tiefer Station, was sich kaum lohnen kann. Auch eine schnellere Busverbindung ist kaum möglich.
Darum schlage ich eine Luftseilbahn vor, um eine Querverbindung zwischen den Schienenverbindungen in der Region zu schaffen, sowie Gerlingen-Schillerhöhe als Umstieg attraktiver zu machen.
Routenbeschreibung
Das Ziel ist Schillerhöhe, U6, die zukünftige U13-Verlängerung sowie die S6 zu verbinden. Die Luftseilbahn darf nicht über Wohngebäude gebaut werden und die Stationen sollten genug Platz haben. Das schließt leider die direkte Anbindung von Gerlingen aus, weswegen die Seilbahn nun Gerlingen-Schillerhöhe (X2, X60, 92), Breitwiesen (U6), Ditzingen-Schuckertstraße (U13) sowieso Ditzingen Bahnhof (S6/S60) verbindet. Die Wartung/Abstellung der Fahrzeuge sollte bei Breitwiesen stattfinden. Eine Verlängerung über Ditzingen Bahnhof hinaus wäre wünschenswert, allerdings ohne Überflug von Wohngebäuden kaum möglich
Technisches/Taktung
Da es kaum möglich sein wird die Linien an den 4 Stationen sinnvoll zu koordinieren ist eine Pendelbahn keine Option. Für eine gute Fahrzeit, eine hohe Zuverlässigkeit sowie für längere Seilfelder von 2km+ sollte eine 3S-Bahn verbaut werden. Ich denke das hier eine Taktung von 24 Kabinen die Stunde (und mehr) wünschenswert ist, mit ca. 16 Sitzplätzen und Raum für Fahrräder (insbesondere nach Gerlingen-Schillerhöhe besteht vermutlich Nachfrage). Bei einer Fahrzeit von ca. 10 Minuten bei ~4,6km sind somit ~10 Kabinen erforderlich. Durch die geringen Betriebskosten (insbesondere Personal) ist ein Überangebot außerhalb der HVZ gut zu verkraften. Da die meisten Verbindungen Umstiege an beiden Enden haben sollte dieser Teil möglichst attraktiv sein.
Vorteile
– Attraktive Querverbindung
– Geplanter 300m Umstieg in Korntal zwischen S-Bahn und U13 wird für weniger lauffreudige Fahrgäste entschärft
– Durch hohe Taktfrequenz, mit Seilbahn ermöglicht, sowie kurze Wege ist der Umstieg weniger problematisch
– Politiker sind glücklich das eine Seilbahn existiert und versuchen nicht eine an unpassenden Stellen (Vaihingen) zu bauen
– Weitere Touristenattraktion, könnte als Zubringen (mit Bus Shuttle) zum Schloss Solitude attraktiv sein
– Mit einer weiter Zwischenstation zwischen Giebel und Nordhausen könnte dort ein Neubaugebiet gut angebunden werden.
– Bessere Anbindung von Bosch aus Richtung Feuerbach/Korntal/…
Nachteile
– Es kann nicht das Ortsinnere von Gerlingen angebunden werden
– Verlängerung der U13 von Ditzingen-Thales zu Bahnhof Ditzingen wird vermutlich nicht zusätzlich passieren
Alternativen
– https://linieplus.de/proposal/stuttgart-ortsbus-weilimdorf/ Es sind unwirtschaftliche Kleinbusse erforderlich und es wird nur die Bus-Achse mit der U6 verbunden, dafür neue Erschließung
– https://linieplus.de/proposal/u6-gerlingen-ringschluss/ Viel Tunnelbauwerke nötig um nach Gerlingen Schillerhöhe zu kommen, keine Verbindung zu anderen Schienenlinien, kaum Nachfrage in Stationen zwischen Schillerhöhe & Westbahnhof zu erwarten.
– https://linieplus.de/proposal/s-u6-nach-leonberg/ und offizielle Vorschläge: Haben keine NKU überstanden
– https://linieplus.de/proposal/s-bahn-strecke-stuttgart-leonberg/ Durch viele Tunnel kaum realistisch vorstellbar
Erweiterungen
Es ist gut denkbar die Seilbahn über Gerlingen hinaus über Büsnau zur Universität zu verlängern, sodass zum einen Büsnau einen attraktiven Anschluss gewinnt aber auch die Universität gut in Richtung Norden angeschlossen wird. Ich denke das weitere ähnliche Tangentialverbindungen auch Sinn machen könnten, allerdings eher nicht als Verlängerung. An der Station Ditzingen-Schuckertstraße könnte, entweder als Überbauung der A81 oder mit einer Unter/Überführen, eine P+R Station direkt an der A81 attraktiv sein. Diese würde an die Richtung vom Autobahndreieck anknüpfen, wäre somit aber nur aus Richtung Rutesheim attraktiv da es aus Richtung Münchingen erst in 7 km Entfernung eine passende Wendemöglichkeit gibt.
Wie kommst du eigentlich drauf das Kleinbusse unwirtschaftlich sind? Klar, ist sicher kein Massenverkehrsmittel, braucht man auf dieser Relation aber gar nicht so dringend. In Stammheim gibt es auch einen Testversuch mit Kleinbusse, mW werden auch weitere Linien geprüft. So schlecht ist das also gar nicht.
Eine Seilbahn fände ich aber charmant, hier wäre sie auf jeden Fall sinnvoller anwendbar als die geplante in Vaihingen. Dennoch sehe ich ein paar Probleme, die du teils auch selber genannt hast:
– Die U13-Verlängerung wäre dadurch höchstwahrscheinlich unwirtschaftlich. Das fände ich nicht so gut, weil es aus Weilimdorf etwas umständlich ist zur S6 zu kommen, die Buslinie 90 hat eine eher suboptimale Anschlusssituation. Zudem wäre für das Gewerbegebiet die Stadtbahn vsl. auch besser als eine ziemlich periphere Seilbahn
– Der verkürzte Umstieg zur S6 ist ja schön und gut, bringt aber nur mittelviel wenn man dafür ein zusätzliches Mal umsteigen muss und zwei Zonen (Gerlingen) zahlen muss, wobei sich das noch lösen ließe
– Die Linie gibt es grob schon als Bus durch Gerlingen, die 638 müsste das sein. Früher hat die Richtung Leonberg gar nicht bei der U6 gehalten, sondern nur an der Bushaltestelle Gerlingen Rathaus, mittlerweile nimmt sie den Schlenker zur Stadtbahn mit. Vielleicht ein kleines Indiz, dass eine durchgängige Verbindung nicht unbedingt nötig ist
– Daraus folgend: Aus Weilimdorf gibt’s dann immer noch das Problem, dass man 2 Mal umsteigen muss um Richtung Süden zu gelangen, wenn man keinen Umweg fahren will. In Anbetracht des bereits vorhandenen 638ers habe ich stattdessen für Weilimdorf versucht einen Umstieg abzukürzen.
Andererseits dürfte eine Seilbahn nicht nur für Ausflügler zum Schloss attraktiv sein, auch Wanderungen im Rotwildpark sind durchaus beliebt. Dazu eine Alternative um von Weilimdorf nach Leonberg zu gelangen (die Taktung des Busses ab Gerlingen lässt zu wünschen übrig). Nur das Neubaugebiet – als jemand, der früher in Hausen gewohnt hat 😉 – sehe ich nicht so ganz.
Wie kommst du eigentlich drauf das Kleinbusse unwirtschaftlich sind
Ganz generell werden die Kosten eines Busses zum allergrößten Fall durch den Fahrer bestimmt. Die Nutzung von Kleinbussen limitiert also die mögliche Kapazität, ohne große Einsparungen. Gleichzeitig sind dadurch auch kaum Kleinbusse vorhanden, so muss also bei nahezu allen Busunternehmen eine neue Splittergattung an Bussen aufgenommen werden, was die Flexibilität und Wirtschaftlichkeit senkt. Mit autonom fahrenden Bussen kann sich das ändern, da sind wir aber noch von entfernt.
Wie natürlich die Seilbahn von den Kosten und von der Nachfrage her aussieht kann ich schlecht beantworten, unter anderem weil es kaum Nahverkehrs 3S-Seilbahnen (oder ähnlihes) in Deutschland und Umgebung gibt.
Die U13-Verlängerung wäre dadurch höchstwahrscheinlich unwirtschaftlich
Das ist tatsächlich eines der größeren Nachteile, ich gehe davon aus das selbst mit einer Verlängerung zum Ditzinger Bahnhof aber auch viele durch die sehr umwegige Routenführung eher am Weilimdorfer Bahnhof umsteigen würden.
Zudem wäre für das Gewerbegebiet die Stadtbahn vsl. auch besser als eine ziemlich periphere Seilbahn
Die Verlängerung zum Gewerbegebiet ist meines Wissens nach gesetzt (geht in Planfeststellung) und von dieser gehe ich in diesem Vorschlag auch aus.
Die Linie gibt es grob schon als Bus durch Gerlingen, die 638 müsste das sein.
Das stimmt, allerdings ist der Bus durch das umwegige Straßennetz nicht gerade schnell. Auch sind die Anschlüsse in Richtung Uni/Stadtmitte nicht gut. Durch die hohe Frequenz der Seilbahn ist dieses Problem gelöst.
Aus Weilimdorf gibt’s dann immer noch das Problem, dass man 2 Mal umsteigen muss um Richtung Süden zu gelangen, wenn man keinen Umweg fahren will.
Hier muss man natürlich immer einen Tod sterben. Zumindest von der Zeit her sollte sich beides aus Richtung Löwen-Markt ähneln, und hier wird damit dann Giebel/Bergheim/Gehenbühl in diese Richtung besser angebunden. Meine Hoffnung ist das durch die hohe (und gleichmäßige) Taktung der Umstieg weniger schlimm ist.
Nur das Neubaugebiet – als jemand, der früher in Hausen gewohnt hat – sehe ich nicht so ganz.
Da hast du vermutlich recht.
Relevant für die Wirtschaftlichkeit ist aber nicht die Anzahl der vorhandenen Fahrgastplätze, sondern die Anzahl der tatsächlich mitfahrenden Fahrgäste. Wenn ohnehin nicht mehr als 10 bis 15 Fahrgäste pro Fahrt mitfahren, ist es nicht notwendig, mehr Plätze anzubieten.
Der bedeutendste Unterschied zwischen Standardbussen und Kleinbussen ist neben der Fahrzeuggröße der Kraftstoffverbrauch. In der Regel verbrauchen Standardbusse nämlich etwa 3 Mal so viel Diesel wie Kleinbusse. Ein handelsüblicher, 12 Meter langer Stadtbus verbraucht etwa 40 Liter pro 100 Kilometer, ein Kleinbus liegt bei 12 bis 15 Litern pro 100 Kilometer.
Darüber hinaus sind Kleinbusse sowohl in der Anschaffung als auch in der Wartung deutlich günstiger als Standardbusse oder Gelenkbusse und belasten die Straßen weniger stark aufgrund des niedrigen Gewichts, was langfristig Kosten spart, weil die Straßen seltener erneuert werden müssen.
Deine Aussagen bezüglich der Flexiblität sind ebenso falsch. Bei Betrachtung des gesamten Betriebs nimmt diese deutlich zu. Zum einen weil mehr Fahrzeuggattungen in Betrieb sind,was bedeutet dass der Ausfall einer Baureihe geringere Auswirkungen hat, zum anderen weil damit auch im Umleitungs- und Baustellenfall deutlich mehr Optionen zur Verfügung stehen, da die meisten Straßen problemlos mit Kleinbussen befahren werden können.