Beschreibung des Vorschlags
Ich schlage eine als Straßenbahn betriebene Straßen-/Stadtbahn für Soltau vor. Diese soll vornehmlich den Heide-Park besser mit dem ÖPNV erreichbar machen. Derzeit muss man mit dem Zug aus Buchholz / Hannover kommend in Wolterdingen aussteigen und zu Fuß 25-30 min zum Heide Park gehen. Dies tun bereits viele Parkgäste, jedoch reist der vorwiegende Teil mit dem Auto an. Alternativ gibt es EINEN Bus, der etwa um 10 Uhr vom Soltauer Bahnhof zum Heide Park und gegen 16 Uhr etwa zurück fährt. Dieser ist gerne übervoll und extrem unpraktisch, da es nur eine einzige Verbindung pro Richtung am Tag gibt.
Um dieses Problem anzugehen, ist eine Straßenbahn meiner Meinung nach genau die richtige Lösung. Diese würde nicht nur die Parkgäste zum Park bringen, sondern wäre auch eine Transportmöglichkeit für die Mitarbeiter, die auch vorwiegend mit dem Auto aus Soltau anreisen.
Da sich Soltau mit seinen 22.000 Einwohnern (davon ca. 17.000 im Kernstadtteil und 5.000 in den zu Soltau dazugehörenden Orten) mit seiner Kernstadt nicht unerheblich nach Osten hin ausstreckt, ist ebenfalls die Anbindung dieser Stadtteile sinnvoll. Perspektivisch ist jedoch der Nahverkehrshalt „Soltauer-Heide“ östlich der Stadt nahe der Autobahn 7 und dem Designer Outlet Soltau von Bedeutung. Beides sollte eng mit Soltaus Stadtzentrum und dem Heide Park verbunden sein. Ich würde einen 15-min-Takt anstreben, evtl auch seltener. In den Wintermonaten sollte eine Anpassung der Linienführung und -taktung durchgeführt werden, da dort der Heide Park geschlossen hat. (z.B. nur eine Verbindung zum Park pro Stunde)
Als Fahrzeuge würde ich beispielsweise Siemens Avenio Zweiteiler nehmen, die abhängig von Kapazitätsanforderungen in Doppeltraktionen fahren können. Nach Möglichkeit würde ich auch Expresszüge begrüßen, die von Soltau(Han) bzw. Soltauer Heide aus direkt und ohne Zwischenhalt verkehren. So könnte die ca. 40 minütige Fahrt von Soltauer Heide zum Heide Park eventuell etwas schneller geschehen. Vor allem der gesparte „Schlenker“ beim Bahnhof Soltau(Han) dürfte einige Minuten einsparen. Man könnte also zu den Stoßzeiten (8:30 – 10:00 Uhr und 16:00 – 19:00 Uhr) einige Express-Bahnen fahren lassen, die immer kurz vor den regulären Bahnen abfahren und somit die Parkgäste zum Park hin und zurück zum Bahnhof bringen.
Einen Busverkehr halte ich auf diesen Strecken für extrem unattraktiv, da es auf den Straßen in Soltau häufig zu Staus kommt und eine Bahn generell angenehmer ist (meine Meinung). Diese müssten für eine Straßenbahn selbstverständlich auch bedacht werden. Auf den Überlandabschnitten soll die Bahn auf eigenem Gleiskörper und mit hohen Geschwindigkeiten (80 – 100 km/h) fahren. Im Stadtbereich ist eine Führung auf eigenen Strecken kaum möglich, deshalb ist dort vorwiegend eine Führung auf der Straße vorgesehen.
Besonderheit wäre potentiell die Fähigkeit der Fahrzeuge, abschnittsweise ohne Oberleitung fahren zu können, um bei den vielen gekreuzten Bahnstrecken keine Probleme mit eventuell später verbauten dortigen Oberleitungen zu haben. Ich sehe den Betrieb unter BOStrab als am sinnvollsten an, da so viele Kosten gespart werden könnten. Wie das dann aber mit den Höchstgeschwindigkeiten geregelt wird, ist fraglich. Evtl. ist eine gewisse Form der Zugsicherung auf den Überlandabschnitten sinnvoll.
Alternativ könnte man auf einen Neubau von Tramgleisen innerhalb von Soltau verzichten und stattdessen eine Tram-Train Verbindung aufbauen, die aus dem Soltauer Bahnhof heraus den Heide Park und den Bahnhof Soltauer Heide anfährt. Dies hätte jedoch weniger Vorteile für die Stadtbewohner in Soltau, da es keinen innerstädtischen ÖPNV in die Stadt brächte, sondern diesen an ihr vorbei führt. Diesen Vorschlag erstelle ich eventuell auch noch einmal.
Letztlich sei noch dazugesagt, dass der östliche Ast der Tram nur sinnvoll wäre, wenn der von der DB gewollte NBS-Regiohalt auch wirklich kommen würde. Andernfalls wäre die gesamte Linie aufgrund zu geringer Fahrgastzahlen garantiert unrentabel. Wenn das Konzept erfolgreich sein sollte, könnte über eine weitere Linie von Soltau(Han) über Neu-Tetendorf und Tetendorf zur Autobahn-AS Soltau-Süd führen, die das dortige Industriegebiet und Restaurant anschließt und dabei durch das südliche Soltau führt.

Es gibt so einige deutsche Städte, in denen man den Neubau eines Straßenbahnbetriebs diskutieren könnte, aber Soltau gehört mit Sicherheit nicht dazu. Das Kaff ist strukturschwach bis zum Gehtnichtmehr, die Bevölkerungszahl stagniert. Weder das Designer Outlet noch der Heidepark rechtfertigen eine Tram. Ob der DB Bahnhof auf der grünen Wiese so kommt, ist reine Spekulation. Alle drei genannten Ziele befinden sich zudem in der Nähe einer bestehenden Bahnlinie. Warum nicht erstmal den Busverkehr verbessern?
Genau das ist denke ich der falsche Ansatz, ohne das jetzt böse meinen zu wollen. Wenn man von vornherein sagt, dieses strukturschwache Kaff braucht das eh nicht, dann wird das immer ein strukturschwaches Kaff bleiben. Wenn man aber ein gewisses Potenzial erkennt, was hier definitiv vorliegt, dann kann man in die dortige Infrastruktur investieren und dem Ort gute Chancen für einen Aufstieg bescheren.
Ich habe in Soltau gut ein halbes Jahr gelebt und im Heide Park spaßeshalber gearbeitet und ich weiß, dass die meisten Mitarbeiter liebend gerne eine bessere ÖV-Anbindung hätten. Teilweise gehen die Saisonkräfte komplett zu Fuß vom Heide Park nach Soltau, um sich ihre Lebensmittel zu kaufen. Anders als mit dem Auto oder dem Fahrrad hat man da kaum eine Chance, wenn man noch anderes vorhat, als nach der Arbeit und dem Einkauf dann direkt schlafen gehen zu können.
Mir ist klar, dass diese Bahn eine ganz schöne Spekulation wäre und sich bestimmt nicht so ohne Weiteres lohnt. Trotzdem sehe ich den Vorschlag und die Diskussion darüber als richtig und auch wichtig an. Selbst wenn dadurch auch nur irgendwann ein Bus-Linienverkehr kommt.
Ich finde diesen Ansatz gut. ÖPNV ist aber nicht das einzige Standortkriterium. Ansonsten bietet Soltau einfach nichts (es ist, bei allem Respekt, das hinterletzte Loch Deutschlands), so dass es äußerst unwahrscheinlich ist, dass sich die Stadt je dermaßen entwickeln wird, dass sich eine Tram lohnen könnte. Aber sollte die Idee mit dazu beitragen, dass in Soltau wenigstens eine Art Bus-Grundnetz oder andere ähnliche Verbesserungen entstehen, fände ich es natürlich gut.
Wenn es bisher nur einen Bus am Tag gibt wäre die naheliegende Lösung mehrere Busse am Tag. Wofür braucht eine Stadt mit ungefähr 20k Einwohnern eine Straßenbahn, besonders wenn es bereits so ein gutes Netz an Bahnstrecken gibt?
Der Bus ist hochgradig unattraktiv, er nimmt nur Teile der in Soltau(Han) eingetroffenen Parkgäste mit, die meisten fahren mit der RB weiter nach Wolterdingen und gehen von dort aus die 20-30 min zu Fuß zum Park, so auch die Gäste, die früher oder später kommen.
Das „gute Netz“ ist mehr Schein als Sein, Soltau hat nur auf vier der sechs Strecken einen Regionalverkehr, die RB 37 von Osten aus Uelzen kommend über Soltau weiter Richtung Bremen im Westen und die RB 38 von Süden aus Hannover kommend über Soltau weiter Richtung Buchholz/Hamburg Harburg im Norden. Die RB 37 hält östlich erst wieder in Munster, würde also sauber am neuen Bahnhof vorbeifahren. Die RB 38 hält nach Soltau(Han) noch einmal in Soltau Nord und anschließend in Wolterdingen. Soltau Nord ist ein Halt, den man praktisch knicken kann, da ist einfach mal nix und Wolterdingen ist für eine schöne Anbindung an den Park zu weit entfernt.
Ein Shuttle-Busverkehr wäre natürlich eine Alternative, jedoch müsste sich dafür ebenso jemand finden, der dafür verantwortlich wäre. Der Heide Park selber würde das garantiert nicht organisieren (der Park selber vielleicht schon, der Mutterkonzern aber 100%-ig nicht). Die Busse stecken dann ebenso kläglich im Stau fest, wie die ganzen Gäste in ihren Autos und es bleibt bei dem Chaos. Wenn es einen vernünftigen ÖV zwischen Park und Soltau gäbe, dann würden viel mehr Menschen das Auto stehen lassen bei so einem Parkbesuch.
Vielleicht wäre auch eine Tram-Train Geschichte eine Variante, die stelle ich mir aber nochmal teurer und somit weniger realistisch vor. Egal ob Tram oder Tram-Train, perspektivisch könnte man diese Region mit ihrem eigenen „Kleinbahnnetz“ ausstatten, was dann die Touristen von den Bahnhalten an die individuellen Ziele bringt. Es gibt auch feste Pläne für einen weiteren Freizeitpark in Bispingen. Der, sowie Center Parks Bispingen würden ebenfalls sehr von einem guten ÖV-Anschluss profitieren.
Dann könnte man auch erstmal das verbessern.
Der Heide Park müsste selbstverständlich einen Großteil wenn nicht sogar die gesamten Kosten hierfür tragen.
Es ist nicht unüblich, dass Unternehmen Buslinien (mit-)finanzieren, sodass Kunden sie besser erreichen können.
Wäre das schlimm? Wenn es jetzt 10 Minuten länger dauert, ist das nun kein Weltuntergang. Wir reden hier immerhin von einer Freizeitreise, die man nur alle paar Jahre mal unternimmt.
Weder wird Soltau sich dieses Projekt im Rahmen von vielen hundert Millionen Euro jemals leisten können, noch gibt es in solch einer kleinen Stadt einen Bedarf hierfür.
Ich kann mich den anderen Kommentaren nur anschließen.
Bei solchen Vorschlägen äußere ich mich i. d. R. nicht, weil mir die Ortskenntnis fehlt. So auch hier. Hier ist es aber sehr offensichtlich, dass dieser Vorschlag keine Chance auf Umsetzung hat.
Schon die Tatsache, dass die Stadt Soltau recht klein ist. Ein weiterer Punkt ist, dass gar kein Betreiber für eine solche Straßenbahn in der Nähe ist. Wartung und Betrieb für eine einzelne Linie sind dann viel zu teuer. Bei einer einzelnen Linie müssen deutlich mehr Reserven z. B. an Fahrzeugen und Personal vorgehalten werden.
Im Prinzip geht es darum, den Heidepark besser anzuschließen.
Mehr Busse sind sicher eine Möglichkeit. Eine weitgehende stündliche Bedienung und ggf. zu den starken Anreisezeiten einzelne weitere Verstärkerbusse würden hier schon helfen. Die Kosten sind deutlich geringer, weil schon der Betrieb (im Wesentlichen) nur zu den Öffnungszeiten des Parks benötigt wird. Im Winterhalbjahr kann das Angebot reduziert oder ganz eingestellt werden. Eine neue Straßenbahn – mit dieser Führung – praktisch nur für den Sommer zu bauen, ist nicht vorstellbar.
Alternativ ist auch eine Seilbahn, beispielsweise von Wolterdingen denkbar. Dies setzt voraus, dass einzelne Linien von Soltau bis Wolterdingen durchgebunden werden, um zumindest zu den Hauptanreisezeiten, möglichst wenig umsteigen müssen. Es braucht sicher keine große Bahnhofsanlage wie einst, aber ein 2. Gleis zum Wenden bzw. Ausweichen (da braucht es ggf. gar keinen 2. Bahnsteig) wäre hier vermutlich sinnvoll. So etwas ist finanziell nun auch keine unerreichbare Investition und deutlich billiger als eine neue Straßenbahn.
Ich bin kein Freund von Seilbahnen. Hier ist das durchaus denkbar. Eine Seilbahn passt auch zu einem Freizeitpark. Das ist dann schon vor dem Besuch praktisch die erste Attraktion.
Denkbar sind auch (zwischen Wolterdingen und dem Park) andere kleine Bahnen- ähnlich der Fahrzeuge einer Achterbahn. Natürlich deutlich langsamer und ohne Überschlag oder ähnliches, so dass so eine Bahn auch „für alle“ attraktiv ist. Wolterdingen eignet sich recht gut, weil die Entfernung mit etwas mehr als ein Kilometer noch halbwegs überschaubar ist.
In beiden Fällen ist i. d. R. ein vollautomatischer Betrieb möglich, was die Kosten, im Vergleich zur Straßenbahn, deutlich reduziert.
Das Problem ist, dass der Heidepark mit den Parkplätzen vermutlich auch noch gut verdient. Das Interesse vom Heidepark dürfte daher nicht ganz so groß sein.
Sicherlich wäre es das Beste, wenn der Bahnhof Soltau direkt angebunden wird. Allerdings ist die Entfernung einfach zu weit. Eine Straßenbahnlinie mit Schwerpunkt Heidepark wird aber sicherlich nicht durch Soltau gebaut.