Beschreibung des Vorschlags
Um Fahrzeiten zu verkürzen und Kapazitäten zu erhöhen, könnte man in Dresden Milliarden für eine U-Bahn versenken. Abgesehen vom finanziellen Aspekt würden dadurch auch Überkapazitäten geschaffen, die eine Angebotsverschlechterung bei der Straßenbahn nach sich zögen.
Genauso wäre es aber möglich, eine Expressstraßenbahn einzuführen, die nur einen kurzen unterirdischen Abschnitt zwischen dem Postplatz und dem Pirnaischen Platz bzw. Rathenauplatz beinhaltet, der nicht zwangsläufig gebaut werden muss, sondern nur die Betriebsqualität optimiert.
Konkret besteht das Konzept aus vier neuen Linien und Anpassungen bei fünf bestehenden. Dabei wäre die erste Linie die X1, welche von Pennrich nach Laubegast führt.
Extra für diese müssten die Abschnitte Coventrystraße-Semmelweisstraße und Cottaer Straße – Freiberger Straße neu gebaut werden. Dabei soll in der Coventrystraße eine neue P+R-Anlage entstehen und jene in Pennrich soll erweitert werden. Das hat den Zweck, dass Autofahrer entweder in die Bahn umsteigen oder vor dem Bramschtunnel im Stau stehen können. Bei diesem soll nämlich eine Röhre für die Bahn umgebaut werden.
Weiters sind der eingangs erwähnte Stadtbahntunnel und die Strecke in der Pillnitzer/Striesener Straße als Neubauten vorgesehen. Diese sollen allerdings noch von anderen Linien befahren werden. Das wären im Stadtbahntunnel die X2, die X3, die 1 und die 2 und in der Pillnitzer/Striesener Straße abschnittsweise die 5 sowie auf ganzer Strecke die X3.
Weiter östlich wird auf der bestehenden Strecke weiter gefahren, wobei die 4, die 6 und die 10 adaptiert werden und die Haltestelle in der Spenerstraße verlegt wird, um den Anschluss zur 64 zu optimieren. Die Adaptierung der drei anderen Linien ist deshalb notwendig, weil die Expresslinie im Viertelstundentakt geführt wird und einem Zehnminutentakt somit in die Quere käme.
Aus diesem Grund soll die 10 auf einen Viertelstundentakt ausgedünnt werden, der nur zur HVZ, während der Messe und bei Dynamo-Spielen zum 7,5-Minuten-Takt verdichtet wird. Die 4 wird bis Tolkewitz auf einen 7,5-Minuten-Takt verdichtet und fährt im Viertelstundentakt bis Laubegast. Die 6 wird nicht nur wegen der X1, sondern auch wegen der X3 auf Viertelstundentakt ausgedünnt. Auf dem stark ausgelasteten Abschnitt zwischen dem Kongresszentrum und der Bautzner/Rothenburger Straße gäbe es aber dennoch nicht weniger Fahrten, weil die 11 verdichtet würde.
Für die Expresslinien ist die Anschaffung von 30 und 45 Meter langen Fahrzeugen vorgesehen, die in Doppeltraktion verkehren können. Dadurch lässt sich die Kapazität bestmöglich an die Nachfrage anpassen, weil Züge mit 30, 45, 60 und 75 Metern möglich sind. Allerdings wird die maximal mögliche Länge nur auf der X1 und der X2 ausgeschöpft. Die anderen zwei Linien werden mit höchstens 60 Meter langen Zügen geführt.
Dabei ergibt sich meist eine Fahrzeitverkürzung von 5-10 Minuten, wobei in Striesen sämtliche Sechzigerlinien erreicht werden und im Allgemeinen sehr viel mehr Haltestellen bedient werden können als bei einem U-Bahn-Konzept. Konkret verkürzt sich die Fahrzeit zwischen dem Amalie-Dietrich-Platz und dem Postplatz bei der X1 um neun Minuten und vom Postplatz nach Laubegast ist man sechs Minuten schneller als heute.

Generell bin ich ein großer Freund von Express-Straßenbahnen, wie hier, hier, hier, hier oder hier ersichtlich ist.
Ich fürchte jedoch, dass insbesondere der Aspekt mit dem Umbau der Schnellstraße auf extrem viel Widerstand stoßen wird.
Den Bramschtunnel umzubauen, wäre erstrebenswert und technisch realisierbar. Also warum sollte man sich dann nicht dafür einsetzen?
Also warum sollte man sich dann nicht dafür einsetzen?
Weil ich die Proteste der Autolobby bereits hören kann.
Aber viel Glück bei dem Versuch einer Realisierung.
Wer sich für die Verkehrswende einsetzt, kann keine Rücksicht auf die Interessen der Autolobby nehmen.