Beschreibung des Vorschlags
Pfungstadt ist mit derzeit rund 25.000 Einwohnern eine bedeutende Stadt mit starken Pendlerströmen nach Darmstadt. Die reaktivierte RB66 bindet Pfungstadt jedoch nur stündlich an, und seit über einem Jahr verkehrt sie teilweise sogar nur zweistündlich oder wird durch unattraktiven Ersatzverkehr ersetzt. Zudem liegt der Darmstädter Hauptbahnhof 1,5 km von der Innenstadt entfernt, während sich die meisten relevanten Ziele direkt in der City befinden. Eine umsteigefreie Straßenbahnverbindung dorthin wäre daher äußerst wünschenswert und vergleichsweise einfach realisierbar.
Trassenführung
Die geplante Strecke würde nach der Haltestelle Eberstadt Kirche nach Südwesten in die Heidelberger Landstraße abzweigen. Diese Straße ist etwa 16 Meter breit, derzeit eine Einbahnstraße und verfügt beidseitig über Parkplätze sowie Bäume. Durch eine Neugestaltung ließe sich ein separater Straßenbahnkörper in beide Richtungen realisieren, während weiterhin eine Fahrspur für den Autoverkehr sowie eine einseitige Baumbepflanzung erhalten bleiben könnten.
Um die Nußbaumstraße zu erreichen, müsste der Piazza Gino Faraldi komplett umgestaltet werden. Eine sinnvolle Maßnahme wäre dabei die Trennung der Heidelberger Landstraße von der Ringstraße und der Nußbaumstraße. Die bestehende Grünfläche würde für die Straßenbahntrasse genutzt, während der Erbertsbrunnen nach Süden hin eine neue Grünfläche erhielte, die den Kfz-Verkehr zwischen der Heidelberger Landstraße und der Ringstraße unterbinden würde.
Die Nußbaumstraße ist am schmalsten Punkt etwa 9 Meter breit, weshalb die Straßenbahn hier im Mischverkehr geführt werden sollte. Da die Trennung von der Heidelberger Landstraße den Durchgangsverkehr reduzieren würde, wäre dies kein Hindernis für den Betriebsablauf.
Die erste Haltestelle entstünde auf Höhe der Ludwig-Schwamb-Schule. Von dort würde die Trasse der Nußbaumallee nach Westen folgen, mit einer weiteren Haltestelle am Sportplatz des VfR Eberstadt. Nördlich der Nußbaumallee besteht zudem die Möglichkeit, Teile der Ulvenberger Düne für ein Neubaugebiet zu nutzen.
Anschließend würde die Straßenbahn die B426 überqueren. Die dort vorhandene Brücke ist zwar etwa 7 Meter breit, aber vermutlich nicht für das Gewicht einer Straßenbahn ausgelegt, sodass eine (teilweise) Neukonstruktion erforderlich wäre.
Die Autobahn A5 könnte durch eine bestehende, 7 Meter breite Unterführung eines Waldwegs gekreuzt werden. Weiter westlich müsste jedoch eine neue Unterführung unter der Main-Neckar-Bahn errichtet werden. Nach der Unterquerung folgt die Trasse einem Waldweg geradeaus bis sie den Büchnerweg erreicht. Dabei sollte ein eigner Bahnkörper gebaut werden und die Haltestelle Pfungstadt Polizei parallel zum Büchenweg errichtet werden.
Dieses Areal bietet großes Potenzial für eine Transit-Oriented Development, also eine urbane Entwicklung mit hohem Wohnraumpotential und erstklassiger ÖPNV-Anbindung.
In Pfungstadt würde die Straßenbahn im Büchnerweg im Mischverkehr verkehren, bevor sie in eine eigene Haltestelle zwischen Bahnhof und Eberstädter Straße einbiegt. Anschließend folgt die Trasse der Eberstädter Straße, ebenfalls im Mischverkehr, mit Haltestellen an der Pfarrgasse und der Schmiedgasse.
Es wäre sinnvoll zu prüfen, ob sich zwischen der Mühlstraße und der Hillgasse eine Fußgängerzone realisieren ließe. Dies würde nicht nur das Stadtbild und den Einzelhandel stärken, sondern auch den Straßenbahnverkehr auf der Eberstädter Straße begünstigen.
Die Strecke würde an der Haltestelle Neumühle enden, wo eine Wendeschleife vorgesehen ist.

Hallo,
Das eine stündliche Verbindung zu wenig ist, hat die Bahn bereits eingesehen. Laut dem D-Takt Hessen soll ein T30 ganzjährig entstehen.
Mit dem Zug braucht man zum Hauptbahnhof 11 Minuten. 6 Minuten braucht die Tram vom Hauptbahnhof zum Luisenplatz. mit einem Umstieg von 5 Minuten braucht man also 22 Minuten ins Stadtzentrum.
Die Tram braucht 16 Minuten nach Eberstadt. Bis Pfungstadt Bahnhof kommen wohl noch 5-7 Minuten drauf.
=> Beide Verkehrsmittel hätten dieselbe Fahrzeit. Tram wäre ohne Umstieg.
Sehr schön beschrieben, aber es gibt eine (meiner Meinung nach bessere) Alternative
Abzw. Nördlich HSt. Moldaubrücke. Über Pfungstädter Straße (mit 2 Haltestellen) zum Bahnhof Darmstadt-Ebersbach. Dort westlich der Bahngleisezweigleisige Tram HST, dannach eingleisig. Einfädelung in unelektrifizierte Bahnstrecke. Diese wird nun mit 600V elektrifiziert. Gemeinsame Trasse mit RB. Vor Bahnhof ausfädelung von Bahnstrecke und weiter wie bei dir beschrieben.
VG Geomaus007
Hallo Geomaus007,
danke für dein Feedback! Die Trassenführung über die Pfungstädter Straße habe ich bereits mehrfach als Vorschlag gelesen und halte sie grundsätzlich für eine valide Alternative. Ich betrachte das Ganze jedoch eher aus einer stadtplanerischen Perspektive. Daher habe ich mich für eine Führung südlich über die derzeit ungenutzten Flächen entschieden. Diese bieten Potenzial für städtebauliche Entwicklung sowie eine Refinanzierung durch Immobilienprojekte und neue Steuereinnahmen.
Die Kosten kann ich nicht genau einschätzen, aber ich vermute, dass mein Vorschlag günstiger wäre, da kein bebautes Land erworben werden muss und der Eingriff in bestehende Straßenräume minimal bliebe. Bei der Alternative müsste hingegen definitiv Gelände des Waibelwerks am Eberstädter Bahnhof erworben werden.
Zudem fährt die Darmstädter Straßenbahn auf Meterspur, während der Abzweig nach Pfungstadt in Normalspur gebaut ist. Eine Verknüpfung beider Systeme würde einen kompletten Neubau des Oberbaus sowie den Einbau von Doppelspurschienen erfordern, was mit erheblichen Kosten verbunden wäre. Darüber hinaus stellt der Wechsel von BoStrab zur EBO für einen so kurzen Abschnitt ein erhebliches Hindernis dar.
Zusätzlich müssten die Platzverhältnisse im Kreuzungsbereich der B3/B426 geprüft werden. Ein eigener Bahnkörper wäre ideal, um Stauenden zu umgehen – allerdings müssten dafür Abbiegespuren entfallen. Ob dies umsetzbar ist, bleibt fraglich.
LG Alex