Beschreibung des Vorschlags
Hamburg hat abseits des Zentrums zu wenig Umstiesmöglichkeiten zwischen den verschiedenen SPNV-Linien. Dadurch sind teilweise große Umwege nötig, um von einem Stadtteil in einen anderen zu gelangen. Für eine bessere Verbindung zwischen den Stadtteile südlich und östlich der Innenstadt schlage ich eine Stadtbahn-Osttangente vor, deren Strecke von Wilhelmsburg bis nach Brahmfeld verläuft. Dabei werden die östlichen Äste aller U-Bahnen (U2 Billstedt, U4 Horner Geest, U1&U3 Wansbek-Gartenstadt, U5 Brahmfeld) sowie die S2 (Billwerder-Moorfleet), S3, S5 (Wilhelmsburg) und die S4 (Holstenhofweg) bedient. Durch diese Umstiege verkürzen sich natürlich die Fahrtzeiten zwischen diesen Stationen, aber auch zwischen solchen, die am gleichen Ast weiter außerhalb liegen (Harburg, Bergedorf, Mümmelmannsberg, Rahlstedt, Farmsen…). Im Verlauf werden neben großen Wohngebieten werden auch Arbeitsplätze verknüpft: Otto, das Krankenhaus und die Universität der Bundeswehr, die Gewerbegebiete in Hinschenfelde, Jenfeld, Billbrook und auf der Peute. Außerdem wird man von U Brahmfeld zukünftig schnell in die City Nord gelangen.
Zukünftige Erweiterungen wie die Verlängerung der U4 nach Wilhelmsburg oder Jenfeld würden den Nutzen der Osttangente noch erhöhen. Außerdem würde natürlich diese Strecke nicht alleine stehen sondern im Rahmen einer Wiedereinführung der Straßen/Stadtbahn in Hamburg stehen, die ebenso mit der Osttangente verknüpft würden.
Es ist nicht zwingend notwendig, dass die gesamte Strecke von einer Linie befahren wird, denkbar ist auch eine Teilung mit einer Doppelbelegung auf dem mittleren Abschnitt, etwa Wilhelmsburg – Holstenhofweg und Billstedt – Brahmfeld, mit jeweils einem 10 Minuten Takt.
Baulich wäre eine Mischung aus straßengebundenen Strecken und eigenem Bahnkörper vorgesehen. Der Neubau der Norderelbbrücke wird derzeit vierspruig geplant, hier könnten eine oder zwei Spuren der Stadtbahn als eigener Bahnkörper überlassen werden. Im Bereich der Autobahndreiecke und Zufahrten muss die Streckenführung natürlich den jeweiligen gegebenheiten angepasst werden. Neben der Straße Unterer Landweg ist platz für einen eigenen Bahnkörper, um dem Schwerlastverkehr nicht in die Quere zu kommen. Am Ende würde ein Brücke über die Bille führen, um dann durch das Gehölz und über den Rotenbrückenweg zur Steinbeker Hauptstraße zu gelangen.

Ich würde erstmal in Glinde oder Geesthacht anfangen. Diese Orte haben keine realistische Möglichkeit, an Schnellbahnen angebunden zu werden. Da wäre die Tram doch ein idealer Schnellbahnzubringer und die Linien könnten in Lohbrügge, Mümmelmannsberg, Steinfurther Allee usw sinnvoll miteinander vernetzt werden.
Bewährt sich die Tram erstmal dort, ist der Widerstand gegen dieses Verkehrsmittel in ganz Hamburg geringer. Dann hat man für die Entwicklung eines größeren Tramnetzes in Hamburg eine gute Perspektive – und kann sich an der Norderelbbrücke oder anderen neuralgischen Punkten „die Finger verbrennen“.
Grundsätzlich ist eine leistungsstarke Osttangente für Hamburg keine schlechte Idee. Der nördliche Abschnitt gefällt mir auch erstmal ganz gut. Südlich von Billstedt führt die Strecke jedoch überwiegend durch Gewerbegebiete, Grünanlagen und Wasserflächen, wo weniger Potential zu erwarten ist. Man könnte über eine westlichere Route nachdenken, allerdings muss man sich hier immer mit der Umsteigeoption zwischen den Schnellbahnen am Berliner Tor messen, was vsl. häufig ähnlich schnell wäre – auch hier wäre Billstedt – Wilhelmsburg sicher kaum schneller. Daher wäre für mich ein Endpunk in am U-Bahnhof Billstedt erstmal die beste Option, bis sich siedlungstechnisch in den Gebieten vielleicht nochmal etwas tut.
Weiterhin ist ein Abgleich mit den bestehenden Buslinien zwar mühsam (wenn man sich erstmalig neu damit befasst), aber immer hilfreich um die bestehenden Verkehrsströme zu analysieren – und schließlich auch ein wichtiger Faktor für die Nutzen-Kosten-Analyse, wenn so Busverkehr eingespart werden kann.
Ich muss sagen, der nördliche Teil der Strecke gefällt auch mir richtig gut. Es wird Übergang zu fast allen Schnellbahnlinien geschaffen, der Streckenverlauf ist nicht zu umwegig und bindet trotzdem viel an und es gibt auch kaum Konkurrenz zu bestehenden Schnellbahnen und Ausbauprojekten. Besonders die Strecke zwischen Billstedt und Horner Geest habe ich persönlich nur dann hinbekommen, wenn man dafür im weiteren Verlauf nach Norden der U4 den Verlauf nach Jenfeld kopiert hat. Eine Anmerkung wäre aber, dass eine Trassierung über die Bramfelder Chaussee wahrscheinlich einfacher umsetzbar ist, bei ähnlichem Nutzen. Südlich von Billstedt stimme ich Intertrain zu, aber eine Verlängerung nach Norden Richtung Poppenbüttel ist vielleicht drin, genauso wie diverse Abzweigungen von neuen Straßenbahnlinien. Diese Trasse wird neben 20/25 und 23 wahrscheinlich eine der wichtigsten Tangenten sein.