Beschreibung des Vorschlags
Hiermit schlage ich die Beschleunigung der Fernverkehrsrelation Bratislava – Košice durch den Ersatz der zwei kurvenreichen Schleifen südlich des Stausees Liptovská Mara bei Bešeňová durch eine kürzere, gradlinige und für höhere Geschwindigkeiten ausgelegte Neubaustrecke. Die Maßnahme ist Teil eines Bündels von Ausbaumaßnahmen auf der Korridorachse V. transeuropäischen Netzes (TEN-T), wie auch die geplanten Umfahrungen Liptovský Mikuláš und Kráľova Lehota.
1. Bestandssituation
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Die aktuelle Trasse um Bešeňová herum wurde Ende der 1970er Jahre als Ausweichlösung für den Bau des Stausees Liptovská Mara realisiert.
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Länge: ca. 10,0 km zwischen Lisková zastávka und Liptovský Michal.
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Ausbaustandard: zweigleisig, max. 100 km/h, mehrere enge Bögen, zwei große Schleifen -> für damalige Zeit ausreichend, heute jedoch Geschwindigkeitslimit.
2. Verlauf
Die Neubaustrecke zweigt westlich von Lisková zastávka aus der Bestandsstrecke ab, in unmittelbarer Nähe zur geplanten Trasse der D1-Verlängerung nach Ružomberok. Sie folgt der Autobahntrasse in nordöstlicher Richtung und passiert den Bereich Ivachnová, wo Bahn und Autobahn in engem Abstand verlaufen.
Anschließend führt die Trasse südlich von Liptovský Michal wieder auf die bestehende Hauptbahn. Damit wird der gesamte Schleifenbereich um Bešeňová und den Stausee umgangen.
Die Altstrecke mit den Halten Bešeňová, Bešeňová-Aqua Park und Liptovský Michal bleibt erhalten und wird ausschließlich für den Regionalverkehr genutzt.
3. Technische Parameter
Länge der Neubaustrecke: ca. 6,0 km
Länge der Altstrecke: ca. 10,0 km
Streckenverkürzung: 4,0 km
Anzahl der Gleise: 2, voll elektrifiziert
Entwurfsgeschwindigkeit: 180 km/h
Betrieblich realistische Geschwindigkeit: 160 km/h
4. Betriebskonzept
Fernverkehr:
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Rýchlik 1 (Bratislava – Košice) im festen Stundentakt (T60)
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Ergänzend EC-, IC- und RJ-Leistungen, teilweise mit Flügelung in Žilina
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Alle FV-Züge nutzen die Neubaustrecke ohne Zwischenhalt
Güterverkehr:
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Durchgangsgüterzüge zwischen Žilina und Ostslowakei nutzen bei Bedarf die Neubaustrecke
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Möglichkeit für schwere Güterzüge (>1600 t) durch moderate Neigung von max. 12 ‰
Regionalverkehr:
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Neue Os 30 (Žilina – Ružomberok – Liptovský Mikuláš – Poprad) verkehrt auf der Altstrecke
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Altstrecke dient als „Nahverkehrsspange“ mit unverändertem Bedienungsangebot
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Keine betrieblichen Konflikte durch Überholungen, da FV und RV vollständig getrennt
