Beschreibung des Vorschlags
Dieser Vorschlag stellt eine Schnellfahrstrecke von Luxemburg nach Reims dar.
Hintergrund: Es ist ja nun weithin bekannt, dass Luxemburg vergleichsweise schlecht in das europäische Eisenbahnnetz integriert ist. Daher schlage ich eine neue Schnellfahrstrecke von Koblenz. bzw. Mainz nach Luxemburg vor. Damit Luxemburg keine „Schnellfahrsackgasse“ ist, könnte man von Deutschland kommend weiter nach Paris fahren. Dazu muss jedoch die Lücke bis Reims überwunden werden. Dass Luxemburg grundsätzlich an einem schnellen Eisenbahnanschluss interessiert ist, merkt man an der Neubaustrecke Bettemburg–Luxemburg.
Ausbaustrecken:
- Bahnstrecke Luxemburg–Petingen zwischen Hollerich und Leudelingen
- Bahnstrecke Luxemburg–Petingen zwischen Niederkerschen und Petingen
- Bahnstrecke Esch–Athus zwischen Petingen und Staatsgrenze LU–BE
- Bahnstrecke Athus–Libramont zwischen Staatsgrenze LU–BE und Abzw. Ruette
Neubaustrecken:
- Leudelingen – Niederkerschen (Altstrecke wird stillgelegt; Dippach-Reckingen bekommt neuen Haltpunkt an der SFS)
- Abzw. Ruette – Abzw. Reims-Bétheny inkl. Überleitkurve Velosnes und Überleitkurve Saint-Morel
Durch eine solche Strecke wäre zum Beispiel ein InterCapital-Express (Warschau–Berlin–Halle–Erfurt–Frankfurt-Süd–Mainz–Trier–Luxemburg–Paris) denkbar.

Ich antworte mal zu deinem beiden Luxemburg-Vorschlägen kombiniert, da sie ja eh zusammenhängen:
Luxemburg – Reims
Die Einfädelung der Strecke nördlich von Reims mag logisch wirken, ist aber unpassend – in Frankreich sind eigene TGV-Bahnhöfe direkt an der SFS am Stadtrand üblich, bei Reims befindet sich dieser auf der LGV Est südlich der Stadt bei Bezannes (Champagne-Ardenne TGV). Zweimal wird man in Reims (Reims Midi & TGV) wohl kaum halten.
Die Verbindungskurve bei Virton erschließt sich mir nicht so ganz. Welche Züge sollen da fahren? Klar, zum Beispiel ein Banker-Eurostar London – Lille – Luxemburg – Frankfurt wäre interessant, aber erst, wenn die Strecke über Sedan durch die Ardennen beschleunigt wird. Und ich bezweifle, dass Frankreich daran sonderlich Interesse hat, würde man so doch Paris abschneiden.
Viel Gemeckere, prinzipiell ist die Idee, eine direkte LGV-Verbindung zwischen Paris und Luxemburg zu schaffen aber gut.
Luxemburg – Mainz/Koblenz
Aus Köln/Bonn dürfte das auch so nicht allzu attraktiv sein, da man ja immer noch über alte linke Rheinstrecke fahren müsste, und weiter nach Paris kommt man ja gut via Brüssel. Gleichzeitig dürfte ein viergleisiger Ausbau auf der Mainbahn zwischen dem Abzweig zum Frankfurter Flughafenbahnhof bei Raunheim und Mainz HBF notwendig werden: die Strecke wird jetzt schon recht stark befahren, darunter sind auch zwei S-Bahn Linien. Im Zusammenhang mit der Strecke Luxemburg – Reims würden auch entweder Karlsruhe oder Saarbrücken/Kaiserslautern bluten müssen: der ICE/TGV 82 fährt jetzt schon abwechselnd über beide Routen, und gerade für Kaiserslautern wäre eine Neuführung über Luxemburg-Trier hat: der ICE 82 ist der einzige Fernverkehr für die Pfalz mit einigermaßen nennenswerten Takt.
Für den strukturschwachen Hunsrück ist es natürlich schade, dass es keinen Halt gibt (z.b. Kastellaun oder Rheinböllen) aber klar, für einen ICE/TGV wäre das nix. Kommst du bei Schweich/Kirch eigentlich bebauungstechnisch durch? Sonst aber auch hier: ein interessantes Projekt, dass langfristig durchaus erstrebenswert ist. Aber nur nach Frankfurt, Richtung Koblenz dürfte sich das nicht rechnen.
Vielen Dank für deine Kritik. Ich finde sie überall berechtigt.
Dieses Prinzip mit TGV-Bahnhöfen kannte ich nicht. Hier in Deutschland wird Limburg-Süd ja eher verspottet. Soll ich die Strecke um Reims drumherum legen? Der Halt am TGV-Bahnhof könnte ja stattdessen auch entfallen.
Ich kenne die Verkehrsbeziehungen in der Region nicht gut, ich weiß nur, dass Luxemburg schlecht an den deutschen Fernverkehr angebunden ist. Die Verbindungskurven sind nur als Idee zu verstehen; man kann ja vielleicht Bauvorleistungen lassen, man weiß ja nie, wie es später mal kommt.
Zur Führung nach Koblenz: Das mit den Rheinstrecken ist blöd. Aber eine Fortführung nach Dierdorf zur Schnellfahrstrecke Köln–Frankfurt ist natürlich noch kostenintensiver und Bonn würde quasi erneut umgangen. Ich hatte auch erst eine Streckenführung von Wittlich über die Eifel nach Remagenoder gar Duisdorf im Sinn, das würde das Problem mit der Rheinstrecke lösen, allerdings noch viel mehr Tunnel und Brücken erfordern, als gebündelt mit der Mainzer Strecke. Kompromiss: Wir erbringen bei Kastellaun alle notwendigen Bauvorleistungen für eine Ausfädelung Richtung Dinkholder, bauen diese Strecke aber frühestens, wenn das Güterverkehrsproblem auf der linken Rheinstrecke gelöst ist. (Anspielung auf Fabis Vorschlag)
Ich habe die Strecke Ockenheim–Mainz als Ausbaustrecke (etvl. dreigleisig) eingetragen. Für daran anschließende Strecken fühle ich mich nicht verantwortlich. 😉 Dennoch hast du natürlich Recht. Die Züge müssen aber nicht über Mainz fahren, Wiesbaden ist auch eine Option. Möchte man den Fraport dennoch anbinden, könnte man eine neue Verbindungskurve bei Wallau überlegen. Das wäre zumindest einfacher und kostengünstiger als neue Gleise quer durch Rüsselsheim.
Ich hab überlegt, Kastellaun quasi stellvertretend für den Hunsrück einen Halt für ICs zu spendieren, aber Kastellaun ist fast ein Dorf und das gibt schnell Proteste aus vielen anderen Landesteilen. Der Hunsrück ist einfach zu strukturschwach.
Ja, der Zug sollte um Reims herumfahren und den Gare Centrale auslassen. Am TGV-Bahnhof halten die Fernzüge, und auch einige Regionalzüge.
In Frankreich ist das mit den Bahnhöfen „auf der grünen Wiese“ etwas anders, da dies nicht nur auf wegen Landespolitikgeschachere gebauten Bahnhöfen wie Limburg Süd zutrifft, sondern auch eben für Großstädte wie Reims. Hier geht es ja noch, da der Bahnhof auch Regionalverkehr mit den TERs hat und „nur“ am Stadtrand liegt. Wirklich absurd wird es dann bei Lorraine TGV, der im absoluten Nirgendwo ohne Regionalverkehr bei Louvigny liegt. Bedient werden sollen angeblich Metz (27km entfernt) oder Nancy (37km), die sonst wenig ins TGV-Netz eingebunden sind. Einizger ÖPNV zu den Städten: ein stündlicher Pendelbus.
Jonas hat wohl recht wenn er meint, dass das Fahrgastpotenzial wohl noch nicht ausreicht, um die Züge nicht mehr über Metz zu leiten. Mittelfristig ist dies aber immer noch ein interessantes Projekt, vor allem durch die Weiterführung nach Frankfurt – weder die Routen über Saarbrücken noch über Karlsruhe sind zumindest auf deutscher Seite voll für die Hochgeschwindigkeit ausgebaut. Durch das Downgrade für Saarbrücken/Kaiserslauten (Rheinland-Pfalz wurde ja schon durch die SFS Köln-Frankfurt hart erwischt) und die existierende Route ab Metz aber wohl doch etwas, dass man erstmal auf die „später“-Halde schieben muss.
Das mit dem Abschnitt über Belgien ist mir gar nicht aufgefallen, aber es stimmt schon wenn Ulrich sagt, dass Belgien (gerade die strukturschwache Wallonie) besonders Interesse an der Streckenführung haben dürften. Wenn überhaupt, dann nur mit einem Halt auf belgischen Boden – und wo sollte der sein?
Kastellaun kann schon einen IC/RE-Halt bekommen. An der SFS Ingolstadt-Nürnberg gibt es auch Halte an den „Weltstädten“ Allersberg und Kinding, es wäre also nicht ohne Präzedenzfall. Ich bin der Meinung, dass man die Akzeptanz solcher Projekte in der lokalen Bevölkerung gut damit verbessern kann, wenn auch die Anwohner solcher Trassen etwas von den Zügen profitieren. Das kommt besser an, als wenn die Züge, wie alsbald im Thüringer Wald, nur gnadenlos durchbrausen.
Klar, vorbereiten kann man eine Ausfädelung bei Kastellaun auf jeden Fall. Aus meinen dagelegten Gründen dürfte die Route nach Koblenz aber tatsächlich ein Projekt sein, wo die Hürden zur Umsetzung doch etwas zu hoch sind.
Würdest du bitte noch einzeichnen, wo die großen brücken und die Tunneleinfahrten sein müssten? Andernfalls kann man sich doch keinen Reim auf die Wirtschaftlichkeit einer solchen Strecke machen. Sie wäre ja noch viel geradlinieger als andere TGV-Strecken. Ich glaube kaum, dass das nötig oder sinnvoll ist.
Muss die Strecke eigentlich wirklich durch Belgien führen? Ich glaube nicht, dass Belgien viel Interesse an dieser Strecke hat, aber auch nicht, dass Frankreich oder Luxemburg eine Schnellstrecke in Belgien finanzieren wollen.
Bei dem enormen Aufwand, die dieser Strich auf der Landkarte bei der Realisierung erzeugen würde, frage ich mich auch, warum du im Bereich Belgien / Luxemburg eine kurvenreiche Altstrecke nutzt. Da wäre dann ja auch noch eine Beschleunigung drin.
Belgiens Interesse an der Strecke liegt vermutlich bei knapp über null. Frankreich und Luxemburg dürften einen Verlauf durch Belgien aber wahrscheinlich finanzieren wollen, denn die Alternative wäre südlich der belgischen Grenze, und dort ist die Streckenführung besonders im Bereich Longwy deutlich umständlicher, würde also wahrscheinlich mehr kosten.
In Belgien versuche ich, die Auswirkungen durch die SFS möglichst klein zu halten, denn wenn Belgien die Streckenführung erlauben sollte, sollte sie zumindest „unauffällig“ sein.
Diese Strecke ist fast parallel zur LGV Est Europeenne. Die aktuellen stündlichen TGV nach Luxemburg nutzen ja diese bis Metz und binden noch den Hauptbahnhof von Metz an. Mit Verbesserungen an der Bestandsstrecke bis Luxemburg (z.B. bei Bettembourg, wie schon geplant) ließe sich die Fahrtzeit hier auf 2 Stunden verkürzen. Über deine Strecke wäre man immer noch über 300km unterwegs und müsste zudem durch Reims durch. Deshalb spart man maximal eine halbe Stunde. Luxemburg ist auch nicht so groß (115.000 Einwohner) und das Fahrgastaufkommen nach Paris liegt bisher bei 1.000 Reisenden pro Tag. (Quelle: Wikipedia LGV Est-europeenne) Insgesamt lohnt es sich nicht eine Strecke dafür zu errichten.