8 Kommentare zu “S-Bahn Ring Darmstadt

  1. Das Konzept an sich sieht ja durchdacht aus, und ist auch gar nicht so abwegig wie es beim Lesen der Überschrift klingen mag. Aber wie stellst du dir das Thema Bahnsteighöhen vor? Die S6 braucht zwingend 96cm Bahnsteigkanten. Die soll in deinem Konzept aber mehrere Haltepunkte bedienen die nur einen Bahnsteig aufweisen und zusammen mit Regionalverkehr bedient werden, der seinerseits aber auf 76cm angewiesen ist.

    1. Das stimmt in der Theorie. Der Zielzustand im Netz sind 96 cm, ist aber in der Praxis im Rhein-Main-Gebiet absolut kein Auschluss Kriterium.

      Man schaut sich mal beispielsweise die Strecke vom Frankfurter Flughafen über Rüsselsheim nach Mainz an. Dort fahren die S8 und S9 im Mischbetrieb. Da die Regionalzüge dort fahren müssen, haben alle Stationen nur 76 cm Kantenhöhe. Die S-Bahnen halten dort trotzdem seit Jahrzehnten planmäßig. Man hat dann zwar eine Stufe beim Einstieg, aber betrieblich funktioniert das einwandfrei. Auch auf den allen anderen Westästen der S1,S2,S8 und S9 überall 76cm. Deswegen denke ich, dass der Kompromiss 76cm durchaus tragbar ist um den Mischverkehr mit Regionalverkehr in den neuen Stationen auf dem Ring zu ermöglichen.

      1. Dass bei der Barrierefreiheit noch Nachholbedarf herrscht hat man mittlerweile auch beim RMV erkannt, und ein Zielkonzept für die Bahnsteighöhen sämtlicher Stationen im Verbundsgebiet aufgestellt. Und dieses sieht endlich auch die fehlenden 96cm-Bahnsteige an absolut allen S-Bahnstationen außer jenen der S7 vor (letztere wird erst relevant wenn sie irgendwann mal auch durch den Citytunnel geführt werden soll). Wird man hier und da bei der Planung vielleicht etwas kreativ werden müssen, aber machbar ists soweit eigentlich auch überall, zumal viele Stationen ja auch heute schon 3 oder mehr Bahnsteige aufweisen.

        Da wird man zu Recht einen Teufel tun, sich bei der Planung von neuen Strecken neue Stationen die diesbezüglich einen Rückschritt bedeuten ins Netz zu holen.

    2. Die realistische Antwort dürfte hier sein, dass Barrierefreiheit im deutschen ÖPNV meistens ignoriert wird. Bestehende Bahnsteigkanten stehen wahrscheinlich unter genug Bestandsschutz dass man da je nach Sichtweise leider oder „leider“ nichts machen kann und dann halt die 96cm S-Bahn Züge nicht ganz barrierefrei sind. Darmstadt wäre damit bei weitem nicht die einzige Stadt…

  2. In der Übersichtsgrafik der Linien sind S5 und S6 vertauscht.

    Wenn du PKW meinst, aber nicht schreiben willst, nimm MIV (motorisierter Individualverkehr). IV sind z.B. auch Fahrräder.

    Ansonsten klingt es ganz gut. Hast du Vorstellungen davon, wieviele Fahrgäste diesen Ring benutzen könnten (und entsprechend den Nutzen ausmachen)? Das ist so das einzige, was mir hier fehlt.

    1. Danke für die Hinweise! Grafik-Fehler und die MIV-Bezeichnung sind behoben.

      Zu den Fahrgastzahlen: Ohne Simulation schwer exakt zu beziffern, aber das Potenzial ist ziemlich ordentlich. Allein die TU Lichtwiese (24.000 Menschen) und die Neubaugebiete (Ludwigshöhe/Lincoln, ~8.000 Bewohner) liefern eine massive Basisnachfrage. Besonders bei Tangentialverbindungen ist die Nachfrage aber sehr schwer zu beziffern weil sie oft auch Bedarf von anderen Stecken aufnehmen. Da die Reisezeitgewinne extrem hoch sind (teils -50%) und dafür relativ wenig Neubaustrecke nötig ist, dürfte der volkswirtschaftliche Nutzen die Kosten sehr wahrscheinlich übersteigen.

  3. Zuallererst: Die Visualisierungen finde ich beeindruckend. Hut ab!

     

    Ich finde den Vorschlag radikal, aber nachvollziehbar. Bei den bestehenden Streckenführungen bietet sich ein Ringschluss m.E. tatsächlich an. Aber: ich würde damit völlig andere Verkehre abwickeln wollen.

    Sehr sinnvoll wäre m.E. die Möglichkeit, Züge aus dem Odenwald direkt über den Darmstädter Hbf und weiter nach Frankfurt schicken zu können. Dazu bräuchte es zwar eine neue Verbindungskurve südlich Lichtwiese, welche du hier nicht vorsiehst, die Vorteile wären m.E. aber enorm: die RB82 könnte den Darmstädter Hbf (mit zahlreichen Anschlüssen) erreichen, und man bekäme quasi gratis einen weiteren Zug zwischen Darmstadt Hbf und Frankfurt dazu.

    Ein weiterer Vorteil würde sich für den Güterverkehr ergeben: mit einer Reaktivierung der Spange Da-Ost – Da-Kranichstein könnte dieser auf der Relation Mannheim – Hanau (-Kinzigtal/Friedberg) ganz an den Darmstädter Hbf vorbeigeführt werden.

    Eine ähnliche Verbindung über Lichtwiese könnte ich mir auch im Personenverkehr vorstellen. Vermutlich aber nur eine Linie.

    Bei den neuen Halten wäre ich etwas sparsamer: anstatt Lincoln & Ludwigshöhe reicht m.E. ein Halt Marienhöhe; zudem kann ich mir den Halt Nachtweide höchstens für S-Bahnen vorstellen. Ist aber auch Geschmackssache.

     

    Ich weiß, das ist wahrscheinlich alles nicht wirklich im Sinne deines Vorschlags. Ich muss aber auch ehrlich sagen: eine wirkliche Verbesserung der innerstädtischen Verkehrssituation in Darmstadt kann man mit dem Bahnverkehr m.E. nicht erreichen. Dafür wären die Strecken zu kurz und zu tangential; zudem wird man – wie von dir angedeutet – einfach keine wahnsinnig attraktiven Takte fahren können.

    Das klingt jetzt alles furchtbar negativ, solls nicht. Wie gesagt, ich finde mit der Infrastruktur ließe sich viel machen, nur nicht unbedingt das, was du vorhast.

  4. Ich kann den Vorrednern nur zustimmen. Die Idee ist gar nicht so verkehrt, wie man bei dem Titel vielleicht im ersten Moment denken würde, was vor allem daran liegt, das ja gar kein richtiger Ringverkehr wie z.B. auf dem Berliner Innenring, stattfindet.

    Als größte Schwierigkeit sehe ich (neben den Kosten natürlich), dass es sicher einige Widerstände gegen das Projekt von den Anwohnern gibt, die momentan am idyllischen Waldrand wohnen (wollen) und die dann durch eine Bahnstrecke von diesem abgetrennt sind.

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