22 Kommentare zu “S-Bahn München: Querverbindung Ismaning – Garching – Lohhof

  1. Hi,

    Das größte Problem bei den Kurven ist allerdings die Bestandskurve in Lohhof mit nur 150m Kurvenradius. Da diese allerdings unmittelbar vor dem Bahnhof liegt, verliert man durch die geringe Geschwindigkeit hier nicht viel Zeit. Ein Neubau der Kurve wäre zwar möglich, die dafür nötige neue Unterführung unter der B13 würde das allerdings wahrscheinlich zu teuer machen. Die einzige Ausnahme ist, wenn die existierende Unterführung nicht mit einer Oberleitung nachgerüstet werden kann und so oder so eine neue her muss, in diesem Fall sollte die Kurve wie gestrichelt eingezeichnet auf 300m erweitert werden.

    In der EBO ist der Mindestradius der Gleisbogen für Hauptbahnen mit 300m und für Nebenbahnen mit 180m festgesetzt. Die bestehenden 150 Meter unterschreiten dass. 150 Meter sind vielleicht für eine kurze Güterlok kein Problem, für eine S-Bahn aber schon.

    Zur Trassierung: Die Isar-Auen werden problematisch sein. Da kannst du nicht einfach durch. An der Straße entlang würde man es vieleicht akkzeptieren, aber du gehst mitten durch den Auenwald.

    VG Geomaus007

    1. Bei dem Radius hast du natürlich Recht, das hatte ich wohl falsch im Kopf. Da ein Ausbau auf nur 180m eher sinnlos ist, da auch hierfür eine neue Unterführung gebaut werden müsste, werde ich das ganze auf die 300m erweitern. 180m würden ausreichen, da das auch der Radius am Kölner Hbf ist, weniger geht aber natürlich nicht.

      Die Trassierung in den Isarauen geht doch entlang der Straße? Ich muss aber natürlich der Kläranlage Ismaning (bzw. dem Gebäude nördlich der Straße auf gleicher Höhe) ausweichen und einen ordentlichen Kurvenradius erreichen. Ich bin nie sehr weit von den umliegenden Straßen entfernt, das Gebiet wird nicht stark zerschnitten, insbesondere wenn man sich anschaut wie groß die Isarauen insgesamt sind. Für die Wege werde ich dort noch weitere Überführungen einzeichnen.

      1. Die Trassierung in den Isarauen geht doch entlang der Straße?

        Nur bis zur Heckerbrücke.

        Ich muss aber natürlich der Kläranlage Ismaning (bzw. dem Gebäude nördlich der Straße auf gleicher Höhe) ausweichen und einen ordentlichen Kurvenradius erreichen.

        Ich kann mir auch eine alternative Trassierung vorstellen: Von der Heckerbrücke über den Sportpark zur Bestandsstrecke

        Verlauf: Brücke über Freisinger Str. – Parkplatz Sportpark (Teile des Parkplatzes werden verlegt) – Brücke Bahnstrecke + B388 – Unterführung B 471 – Einfädelung in Bestandsstrecke.

        Vorteile:

        • Größerer Kurvenradius
        • Schnellere Fahrzeit
        • Weniger Wald muss gerodet werden.

        Ich bin nie sehr weit von den umliegenden Straßen entfernt, das Gebiet wird nicht stark zerschnitten, insbesondere wenn man sich anschaut wie groß die Isarauen insgesamt sind.

        Da hast du recht. Es geht aber noch besser. Vor allem die lange Paralelle zur Freisinger Straße störrt mich. Da wird ein etwa 100 Meter breiter Streifen nach Norden (Bahn), Osten (Wohngebiet), Süden (Straße) und Westen (Bahn) abgeschnitten.

        Für die Wege werde ich dort noch weitere Überführungen einzeichnen.

        Geht das im Auengebiet. Da bin ich überfragt. Wird das öfter überschwemmt? Auf Grundwasser wird man auf jeden Fall schnell stoßen. Da braucht es wohl viel Beton – Im LSG.

        VG Geomaus007

        1. Jetzt wo du es sagst hast du komplett recht dass der Sportpark dort recht viel Platz für eine Trasse lässt.

          Zu den Überführungen: eine liegt ganz am Rand des LSGs, eine direkt neben der Isarbrücke wo so oder so Beton fließen wird. Die auf der östlichen Seite irgendwo mittig gelegenen Wege ergeben wohl tatsächlich keinen Sinn zu überbrücken. Für kleine Waldwege dürfte so ein Bü wohl hoffentlich auch noch erlaubt sein, das Verbot was ich kenne bezieht sich ja nur auf Straßen.

          1. Jetzt wo du es sagst hast du komplett recht dass der Sportpark dort recht viel Platz für eine Trasse lässt.

            Den Parkplatz kann man mit einem Kurvenradius von 300m leider nicht erreichen, das beste was man stattdessen machen kann ist die mehreren Fußballplätze etwa so wie hier gezeigt zu verschieben. Das dürfte günstiger sein als zwei mal die B388 zu queren und den Parkplatz zu verlegen.

  2. Dann darf man vom großen Einzugsgebiet des 219 zwei Mal umsteigen, wenn man zur U6 oder zum 294 möchte. Ich kann mir eine Schienenbahn entlang der B13 oder zwischen Unterschleißheim und Garching durchaus vorstellen, das darf aber nicht derart zulasten der Feinerschließung gehen!

    1. Ich habe das mal zu einem T20 bis nach Garching-Hochbrück verändert. So werden die U6 und der 294 weiterhin direkt erreicht. Außerdem ist mir aufgefallen, dass man die Station Hohe-Brücken-Straße eigentlich etwas näher an die derzeit gleich benannte Busstation legen sollte um hier einen Umstieg zu ermöglichen. Das werde ich gleich auch noch ändern.

        1. Dabei gibt es mehrere Probleme:

          1. Die Strecke in Lohhof/Unterschleißheim hat wenig Kapazität für eine weitere S-Bahn im 20-Minuten-Takt. Hier müssten mindestens Überwerfungsbauwerke an beiden Abzweigungen entstehen, eher sogar ein drei-, oder besser direkt viergleisiger Ausbau, der die S-Bahn vom Rest trennt. Das wäre wegen der Bestandstrasse und dem dort stattfindenden Verkehr zum Flughafen sowie nach Landshut sehr aufwändig (wobei die DB ja inzwischen verstanden hat, dass hin und wieder auch längere Vollsperrungen für sowas nützlich sein können, dann wird es halt nicht teuer sondern stattdessen für die Fahrgäste unaushaltbar).
          2. Welche Trasse soll zwischen Unterschleißheim und Dachau genommen werden? Soll eventuell auch Oberschleißheim eingebunden werden? Die Möglichkeit die am einfachsten umzusetzen ist wäre nördlich in Dachau einzufädeln, da zwischen Hebertshausen und Unterschleißheim einfach nur Felder liegen. An dieser Strecke würde man aber auch niemanden neu anbinden. Alternativ kann man weiter südlich aus Oberschleißheim ausfädeln, über die Regattabahn drüber, die kleine Siedlung nördlich von Karlsfeld anbinden und dann aus Richtung Süden durch das Kreuz B304/B471 durch Dachau anbinden. Besonders beim Über-/Unterqueren des Kreuzes sehr aufwändig, dafür werden aber zumindest ein paar Anwohner neu angebunden.
          3. Wo soll die „komplette“ Tangente denn aufhören? Man kann auch noch weiter nach Olching, Puchheim, … und in die andere Richtung weiter über Feldkirchen nach Haar. Ich halte die kurze Strecke hier für sinnvoll, sehe danach aber nicht durchgängig genug Bebauung um eine Weiterführung der Tangente für lohnenswert zu halten.
          1. Bis Dachau halte ich für ausreichen. Ist ja mit 40.000 Einwohner auch groß genug. Wie wäre es mit einem Tram-Train? Die Stadtbahn Stuttgart ist ja beispielsweise vom Fuhrpark eine schmalere S-Bahn. Für eine S-Bahn im Großformat ist die Kapazität aktuell fast zu groß. Dann Liese sich eine Führung nach Dachau von dieser Variante ermöglichen https://linieplus.de/proposal/tram-muenchen-variantenvorschlag-dachau/ 
            Zwischen Lohhof und Unterschleißheim sollte ein drittes Gleis kein Problem sein. Die Fernbahngleise würden im Falle eines Ausbaus eh bestandsfern an der Autobahn verlaufen.

            1. Ein Tram-Train bräuchte neue Fahrzeuge und damit zusammenhängende Infrastruktur wie Werkstätten. Da ist es einfacher die existierenden 423/424 in Einzeltraktion zu nehmen.

              Der Straßenbahnvorschlag den du verlinkst verfehlt komplett die Dachauer Innenstadt. Wenn schon eine Tram-Train dann muss auch die Innenstadt besser angebunden werden.

              Die Fernbahngleise würde ich bei einem Ausbau lieber innerhalb von Unterschleißheim und Lohhof sehen, da nur dann Umstieg zwischen dieser Tangente und den REs hergestellt werden kann. In dem Fall wäre dann eine der Einbindungen höhengleich, an der anderen Stelle müssen hingegen die Fernbahngleise überquert werden. Wobei das alles nur Spekulation ist da es ja auch davon abhängt ob irgendwann die NBS München-Flughafen-Ingolstadt gebaut wird.

      1. Problem ist weiterhin, dass die S-Bahnstrecke nur einen Bruchteil der Wohngebiete und Arbeitsplätze Unterschleißheims erschließt. Dabei gibt es den dichten Busverkehr zwischen Hochbrück und Unterschleißheim vor allem deshalb, um Unterschleißheim an das U-Bahnnetz anzubinden. Die U6 wird von den meisten Unterschleißheimern gegenüber der S1 bevorzugt. Und auch die Zerschlagung des Hochbrücker Busknotens ist fahrgastfeindlich. Was ist mit Relationen wie Keltenschanze – Alte Heide oder Lohhof Sportpark – Unterföhring?

        Entweder man baut die Schienenstrecke ohne Kürzung des Busangebots (eine Idee, die man durchaus diskutieren könnte) oder man lässt es ganz bleiben.

        Man könnte doch nördlich von Lohhof Süd einen Abzweig errichten und die Strecke unterirdisch, mit einem Zwischenhalt in Lohhof Sportpark, nach Unterschleißheim S verlängern. Und von dort aus weiter nach Dachau. Im Osten könnte die Strecke bis mindestens Haar verlängert werden. Dann könnte man, bei Verlängerung des 219 von Unterschleißheim (S) Ost nach Robert-Bosch-Str, den X202 abschaffen und eventuell den X201 ausdünnen oder als konventionelle Buslinie weiter betreiben. Dafür, dass das alles schnellbahnwürdig ist, würde ich meine Hand nicht ins Feuer legen. Aber nur so macht dein S-Bahn-Stummel in meinen Augen langfristig Sinn, denn bliebe es bei dieser Stichstrecke, hätte diese nicht ausreichend Fahrgäste und/oder würde das Busnetz völlig verstümmeln. Und der Bus 219 wäre sowieso unantastbar, egal ob es bei diesem S-Bahn-Stummel bleibt oder ein ausgebauter S-Bahn-Ring entsteht. Dass man, aus der U6 oder 294 aussteigend, rätselraten darf, ob man direkt den 219 nimmt oder erst S-Bahn und dann 219 nimmt, ist nicht im Sinne der Verkehrswende. Daran würde auch eine Verlegung der S-Bahnstation Lohhof Süd auf Höhe der 219-Haltestelle Kreuzhof wenig ändern (nur so würden deine besagten Garching-Kurse überhaupt den Bahnhof Lohhof Süd erreichen und nicht in die falsche Richtung fahren und wenden müssen. Ganz zu schweigen von den Lohhof-Süd-Kursen, deren Umsteiger in die falsche Himmelsrichtung und dann zurück fahren würden).

        1. Um das erstmal klarzustellen: da ich herausgefunden habe, dass eine Drei-, eventuell sogar Viergleisigkeit von Lohhof nach Unterschleißheim recht gut möglich ist werde ich diese Linie dort noch etwas verlängern. Nach Dachau muss ich mir nochmal genauer anschauen weil ich keine so wirklich gute Trasse sehe, der Unterschleißheimer Bahnhof kann aber definitiv noch angebunden werden.

          Außerdem habe ich das Gefühl, dass du Unterschleißheim für deutlich größer als Lohhof hälst. Von meiner Strecke aus wird hauptsächlich Lohhof angebunden, also so grob die Hälfte des Ortes die östlich des 219 liegt. Gibt es da einen wirklich deutlichen Unterschied wie dicht die zwei Ortsteile bebaut sind? Oder ist dir einfach nur Unterschleißheim aus anderen Gründen viel wichtiger als Lohhof?

          Problem ist weiterhin, dass die S-Bahnstrecke nur einen Bruchteil der Wohngebiete und Arbeitsplätze Unterschleißheims erschließt. Dabei gibt es den dichten Busverkehr zwischen Hochbrück und Unterschleißheim vor allem deshalb, um Unterschleißheim an das U-Bahnnetz anzubinden. Die U6 wird von den meisten Unterschleißheimern gegenüber der S1 bevorzugt. Und auch die Zerschlagung des Hochbrücker Busknotens ist fahrgastfeindlich. Was ist mit Relationen wie Keltenschanze – Alte Heide oder Lohhof Sportpark – Unterföhring?

          Ich bezweifele, dass die meisten Unterschleißheimer eine U-Bahnlinie bevorzugen zu der man erstmal 15 Minuten mit dem Bus fährt. Wenn man die Busfahrt einrechnet ist man mit der S-Bahn an den meisten Zielen schneller, außer vielleicht man wohnt noch südlich des Sportparks Lohhof und müsste auch zur S-Bahn ein paar Minuten fahren.

          Lohhof-Sportpark – Unterföhring wäre mit einem Umstieg in Ismaning ohne Probleme zu schaffen, wahrscheinlich auch schneller als bisher mit dem Bus. Keltenschanze – Alte Heide ist eine der wenigen Verbindungen (und dazu noch auch keine besonders wichtige, außer ich übersehe da was?) die hierdurch tatsächlich nicht profitieren, das liegt aber eher an fehlenden Tangentialen im Münchener Norden. Und dazu noch darf die 219 ruhig in geringerem Takt weiterbetrieben werden. Nur ein T10 recht parallel zur neuen Strecke passt nicht so ganz.

          Entweder man baut die Schienenstrecke ohne Kürzung des Busangebots (eine Idee, die man durchaus diskutieren könnte) oder man lässt es ganz bleiben.

          Beim 219er lasse ich mit mir reden, da bin ich ja schon zum Weiterbetrieb in geringerem Takt übergegangen, die 230 und X202 hingegen würden durch diese Strecke einfach keine Fahrgäste mehr kriegen.

          Man könnte doch nördlich von Lohhof Süd einen Abzweig errichten und die Strecke unterirdisch, mit einem Zwischenhalt in Lohhof Sportpark, nach Unterschleißheim S verlängern. Und von dort aus weiter nach Dachau.

          Unterirdisch? Dass Tunnel viel kosten ist dir bekannt? Das NKV wäre wahrscheinlich noch tiefer unterirdisch als man einen Bahntunnel überhaupt bauen kann. Wenn das hier wichtiger Teil einer S-Bahnstrecke direkt in die Münchener Innenstadt wäre ließe sich das wahrscheinlich rechtfertigen (siehe etwa die S8 Strecke), für so eine Tangente ist das allerdings zu teuer. Und dazu noch würde dieser Tunnel kaum mehr Leute anbinden als meine Strecke, da auch dieser nur am Südrand von Unterschleißheim liegen würde.

          Daran würde auch eine Verlegung der S-Bahnstation Lohhof Süd auf Höhe der 219-Haltestelle Kreuzhof wenig ändern (nur so würden deine besagten Garching-Kurse überhaupt den Bahnhof Lohhof Süd erreichen und nicht in die falsche Richtung fahren und wenden müssen. Ganz zu schweigen von den Lohhof-Süd-Kursen, deren Umsteiger in die falsche Himmelsrichtung und dann zurück fahren würden).

          Ich weiß nicht was du mir hier für komische Ideen beim 219er unterstellen möchtest, du hast ja nichtmal gefragt wie ich diesen tatsächlich führen würde? Und warum sollen die Garching-Kurse Lohhof Süd überhaupt erreichen müssen? Im Endeffekt wäre das eine Aufspaltung der 219 in zwei einzelne Buslinien, eine die nur Unterschleißheim anbindet und bei Lohhof Süd eine Schleife fährt, und und eine weitere die in beide Richtungen den jetzigen Weg der 219 nimmt und bis nach Garching-Hochbrück fährt.

          Und der Bus 219 wäre sowieso unantastbar, egal ob es bei diesem S-Bahn-Stummel bleibt oder ein ausgebauter S-Bahn-Ring entsteht. Dass man, aus der U6 oder 294 aussteigend, rätselraten darf, ob man direkt den 219 nimmt oder erst S-Bahn und dann 219 nimmt, ist nicht im Sinne der Verkehrswende.

          München könnte seine U-Bahnen auch einfach mit Anzeigen ausstatten die die nächsten Abfahrten anzeigen, dann würde man direkt sehen ob man schneller bei der S-Bahn oder beim Bus ist. Besonders wenn man aus der U6 Richtung Norden aussteigt und die S-Bahn sogar auf dem selben Mittelbahnsteig stehen hat.

          Aber nur so macht dein S-Bahn-Stummel in meinen Augen langfristig Sinn, denn bliebe es bei dieser Stichstrecke, hätte diese nicht ausreichend Fahrgäste und/oder würde das Busnetz völlig verstümmeln.

          Das Busnetz wird von dieser Linie nur verstümmelt wenn man es nicht anpasst. Ich bin tatsächlich kein Kenner aller kleiner Buslinien in den Gemeinden nördlich Münchens. Ich kann den Teil auch ganz aus dem Vorschlag rauslassen und nur noch allgemein hinschreiben, dass das Busnetz an den veränderten Schienenverkehr angepasst wird. Dass das auf Strecken die in die gleiche Richtung wie die Strecke verlaufen zu Kürzungen führt sollte aber klar sein.

          Ich lasse mir gerne dabei helfen für diesen Vorschlag die beste Lösung für die Buslinien zu finden. Die beste Lösung ist aber definitiv nicht alles beim jetzigen zu belassen, eher im Gegenteil müsste hier ein Großteil des Busnetzes umstrukturiert werden. Und dafür habe ich, auch wenn mir die Gegend nicht ganz unbekannt ist, eher nicht genug Ortskenntnis.

          Im Osten könnte die Strecke bis mindestens Haar verlängert werden. Dann könnte man, bei Verlängerung des 219 von Unterschleißheim (S) Ost nach Robert-Bosch-Str, den X202 abschaffen und eventuell den X201 ausdünnen oder als konventionelle Buslinie weiter betreiben. Dafür, dass das alles schnellbahnwürdig ist, würde ich meine Hand nicht ins Feuer legen.

          Eine Verlängerung nach Haar wäre machbar, allerdings über die Bestandsstrecken die hierfür teilweise ausgebaut werden müssten. Zwischen Johanneskirchen und Daglfing soll die Strecke ja bereits viergleisig ausgebaut werden, ab dort bräuchte es dann nur noch eine neue Verbindungskurve nach Trudering. Weiter außerhalb als auf dieser Strecke gibt es hier zu wenig Bebauung um Schienenverkehr zu rechtfertigen, insbesondere um den Speichersee.

          Die einzigen Neubaustrecken die ich mir vorstellen könnte wären in etwa die ehemalige Strecke 5602 von Unterföhring nach Feldkirchen in etwas anderer Lage wieder aufzubauen um die „Gartenstadt Johanneskirchen“ und die „Zahnbrechersiedlung“ sowie Dornach anzubinden. Dann ein Halt in Feldkirchen bevor entlang der A99 eine Strecke gebaut wird die dann aus Richtung Osten in Haar einführt. Diese Strecke könnte mit einigen Neubaugebieten, die in und um München dringend benötigt werden, sinnvoll sein, wobei diesen dann eine Direktverbindung Richtung Innenstadt fehlen würde, sodass auch hier wohl eher das Auto das Hauptverkehrsmittel wäre.

          1. Lohhof gehört zu Unterschleißheim, ich habe die gesamte Stadt Unterschleißheim gemeint. Der 219 erschließt ja auch beträchtliche Teile Lohhofs.

            Wäre ein S-Bahnhof am Kreuzhof denn nicht sinnvoller, anstatt dein gewählter Standort Lohhof Süd? Dann würde jeder 219-Kurs an die S-Bahn angebunden werden. Und Umsteiger zwischen 219 und S-Bahn würden nicht erst in die falsche Himmelsrichtung und dann zurück fahren müssen. 

            Keltenstr wird Montag bis Freitag in der 5-Uhr-Stunde mit sieben bzw acht Bussen je Richtung bedient. Und in der 7-Uhr-Stunde mit neun bzw. elf. Bussen. Und auch am Samstag wird der Halt in der 5-Uhr-Stunde bereits von zwei Buslinien angefahren. Und nicht nur der X202, auch der X206 wurde erst kürzlich eingeführt. Dessen vermeintlicher Parallelverkehr zwischen Feldmoching und Lohhof (vier S1-Stationen) und der grassierende Personalmangel haben die Einrichtung dieser Linie nicht verhindert. Im Landkreis München gelten also durchaus gewisse Standards in Sachen ÖPNV. Die MVV-Busse dort befördern mehr Fahrgäste als in manchen „Großstädten“. Das Angebotsniveau (von dem beispielsweise so manche Ruhrgebietsstadt nur träumen kann) fährt man eben, weil es notwendig ist und Straßen und Busse gleichermaßen voll sind! Hier wohnen und arbeiten nun mal viele Leute.

            Nehmen wir mal die Haltestelle Lohhof Sportpark, welche ein großes Einzugsgebiet hat – dieses wird durch deine S-Bahn immer noch klar verfehlt (im Prinzip nicht schlimm, dafür ist ja der Bus da!). Bus X202 ist dort absolut notwendig, auch da der zusammen mit dem 215 einen 10-Minuten-Takt zwischen Unterschleißheim S und Lohhof Sportpark herstellt. Weil die S-Bahn für die Bewohner nahe Lohhof Sportpark eben keine Alternative ist, ist eine derartige Streichung des Busnetzes (drei statt neun Fahrten pro Stunde nach Garching-Hochbrück) nicht vermittelbar. 

            Von den Haltestellen Feldstr, Nelkenstr oder Lohhof Sportpark nach Marienpl (einzige Station die sowohl von U6 als auch S1 bedient wird) ist der zeitliche Unterschied zwischen Bus+S1 und Bus+U6 quasi nicht vorhanden (hängt vom Anschluss in G.-Hochbrück bzw USH S-Bahnhof ab). Die U6 ist aber zuverlässiger und fährt zeitweise häufiger als alle 20 Minuten. Mit der von dir vorgesehenen Reduzierung des Busnetzes würden die Unterschleißheimer, die die U6 als mindestens gleichwertige Alternative zur S1 wahrnehmen, mit aller Macht in die S1 gezwungen. Dass man zur S1 alle zehn, aber zur U6 nur alle 20 Minuten käme, ist ein Schildbürgerstreich erster Güte. Dass der 219 kein starkes Ost- und Westende sondern nur ein starkes Westende hätte ist betrieblich auch absolut undurchdacht, denn alleine in einer dicht besiedelten Kleinstadt in Unterschleißheim ist der 10-Minuten-Takt einer Linie mit derart flächendeckendem Charakter zwingend notwendig. Wenn das östliche Ende jedoch abstirbt, dann werden mittels Salamitakt erst Mallertshofener und Haimhauser Str, dann Feld- und Nelkenstr und schlussendlich die gesamte Linie auf 20-Minuten-Takt ausgedünnt, weil die Fahrgäste fernbleiben. Dem ÖPNV erweist man somit einen Bärendienst.

            Wann die S-Bahn-Stichstrecke eröffnet werden könnte, steht in den Sternen und bis dahin dürfte das MVV-Regionalbusnetz im nördlichen Landkreis München nicht kleiner geworden sein. Das Verkehrsaufkommen wird weiterhin sprunghaft ansteigen. Keine deutsche Region wächst so stark wie München. Unter diesen Voraussetzungen sind geringe Anpassungen des übrigen Netzes mit Sicherheit drin, zB wenn Bus und Schnellbahn nahezu deckungsgleich verlaufen. Gleichwohl ist das zukünftige Vekehrsaufkommen und damit die Linienführung der Busse Spekulation und ist in einem solchen Vorschlag nicht immer sinnvoll planbar, das stimmt. 

            Aber auch eine Ausdünnung des 290 ist nicht hinnehmbar, ebenso wenig wie die Abschaffung der Busse zwischen Ismaning und Garching-Hochbrück. „Deutlich verringern“ lässt sich das Busangebot mit diesem S-Bahn-Stummel nicht, so einfach ist das. Der Landkreis München ist nicht Duisburg oder Potsdam. Zwangsumstiege, dogmatische Vermeidung von Parallelverkehr, schlecht vernetzte Linien und lange Fußwege zur Haltestelle dürften in anderen deutschen Regionen zum Standard der ÖPNV-Planung dazugehören. Hier ist das nicht der Fall, und das ist auch gut so. Bus und Schnellbahn werden, siehe die Linie X206, in ergänzender Weise gesehen. Und auch der X201 fährt wie selbstverständlich zwischen U Forschungszentrum und U Hochbrück parallel zur U6 und Bus 292 (der auch nach Oberschleißheim fährt) bzw 230. Wohlgemerkt ohne Zwischenhalt (im Gegensatz zur U6) und am Samstag von 5 bis 22 Uhr im 20-Minuten-Takt. Diese gelungene Vorgehensweise so in Frage zu stellen und über dem Haufen werden zu wollen, empfinde ich als überheblich gegenüber den (Landkreis) Münchner Planern. Die Betriebszeiten, Takte und Fahrgastzahlen sprechen Bände. 

            Ansonsten, siehe unterer Beitrag, würde ich eine Schnellbahn nach Neuherberg (-> München Stadt) für verkehrlich sinnvoller halten als eine Streckenführung nach Ismaning. Die Verlängerungen nach Haar und Dachau, die du in Frage stellst, sind meiner Meinung nach immer noch Grundvoraussetzung dafür, dass deine S-Bahn-Strecke langfristig lohnenswert sein könnte. Aber auch dann würde ich mich lieber für die B13-U-Bahn entscheiden und für eine etwaige S-Bahn-Querspange eine andere Route wählen. 

            1. Die Verlegung von Lohhof Süd -> Kreuzhof habe ich gemacht, das ist minimal schlechter für die Anwohner und tatsächlich besser für die Busfahrer.

              Die X206 hat mich jetzt tatsächlich überzeugt, ich kenne zwar durchaus Expressbuslinien die ähnliche Korridore wie die benachbarte Schnellbahn bedienen, aber ganz so parallel sehe ich das dann doch selten. Wenn das in und um München tatsächlich so gängige Praxis ist werde ich mich da wohl anpassen müssen. Auch wenn ich immer noch glaube, dass der Busverkehr zwischen den Orten einbrechen würde, aber vielleicht sollte man das nicht vorher planen sondern eher nach den resultierenden Fahrgastzahlen messen. Insbesondere die 219 ist für mich auf dem Abschnitt Kreuzhof – Garching-Hochbrück gefährdet wenn man dann mit X202 und S18 sogar zwei verschiedene schnellere Optionen hätte. Und auch die 290 sehe ich nicht im vollen Takt bis zur Jahnstraße fahren, da Leute die von der U6 kommen für diese eine Station wahrscheinlich doch eher die S-Bahn nehmen würden. Aber da gebe ich dir jetzt recht dass ich das nicht vorgeben sollte.

              Die 219 wird aber deshalb innerhalb von Unterschleißheim definitiv im T10 bleiben weil diese schon heute genau den Bereich abdeckt, welcher weder von S1 noch von dieser neuen Strecke abgedeckt werden kann.

              Die Verlängerungen nach Haar und Dachau, die du in Frage stellst, sind meiner Meinung nach immer noch Grundvoraussetzung dafür, dass deine S-Bahn-Strecke langfristig lohnenswert sein könnte.

              Ich werde den Vorschlag dafür noch etwas umstrukturieren müssen, aber habe mich inzwischen für sinnvolle Streckenführungen in beide Richtungen entschieden. Eine Verlängerung nach Haar bietet z.B. auch Potential für eine Anbindung der Messe sowie eine Umsteigemöglichkeit zur U2. Damit hätte man dann auch weniger das Problem der immer geringer werdenden Bebauung (im Vergleich zu dem Bereich Unterschleißheim/Hochbrück/Garching). Und Dachau ist für einen dieser Vororte mit knapp 50.000 EW tatsächlich vergleichsweise groß, da braucht man dann auch recht wenig Bebauung zwischen Unterschleißheim und Dachau um das zu rechtfertigen.

              1. Mein erster Versuch den Vorschlag zu überarbeiten und auf den Bereich Dachau-Haar auszuweiten ist soeben fehlgeschlagen (bisschen blöd wenn man der Entwickler der Plattform ist und nicht weiß warum genau…). Bis ich Lust habe die ganze Arbeit nochmal von neu zu machen wird’s erstmal dauern, aber irgendwann wird das kommen.

  3. Mal ein Gegenvorschlag: Wieso nicht der B13 nach München folgen? Eine U-Bahn, die von Lohhof gerade aus über Kreuzhof, Hohe-Brücken-Str, Neuherberg fährt? Dann weiter entlang der Ingolstädter und nördlichen Leopoldstr. Dann gäbe es verschiedene Optionen um die Linie fortzuführen, auch um das inadäquat ausgebaute Münchner U-Bahnnetz zu ergänzen: Weiter, von Lohhof aus gesehen, rechtsrum über Scheidplatz, Hochschule München, Donnersbergerbr, Heimeranpl nach Solln. Oder linksrum über M. Freiheit, Max-Weber-, Wettersteinpl nach Grünwald. Denn die Anbindung Unterschleißheims an Garching und Ismaning ist heute schon gut. Aber die Anbindung Neuherbergs an den Landkreis München ist hundsmiserabel. Und entlang der B13 würde es gerade auf Münchner Stadtgebiet massenhaft potentielle Fahrgäste geben. Und dann mit Lohhof ein verkehrlich sinnvoller Endpunkt. Kein Wunder, dass so ziemlich exakt entlang dieser Relation ein Super-Fahrradweg neugebaut wird, obwohl der bestehende dort noch verhältnismässig in Ordnung ist. Potential gibt es also. Und das würde sich, wie gesagt, mit den bestehnden Buslinien in und um Hochbrück und Unterschleißheim deutlich besser ergänzen.

    1. Diesen Vorschlag darfst du gerne ausarbeiten, er hat mit dem was ich hier vorschlage allerdings nichts zu tun, im Gegenteil würden sich die beiden Vorschläge sogar gegenseitig ergänzen, da diese U-Bahn dann an ihrem Endpunkt nicht nur zur S1 sondern auch zu weiteren schnellen tangentialen Verbindungen anschließen würde.

      1. Wenn die U-Bahn nach Neuherberg das Gütergleis nutzte, würde sie sehr wohl in Konkurrenz zur S-Bahn nach Hochbrück stehen, sie würde ja auf dem Abschnitt bis Lohhof auf dieselbe Infrastruktur zurückgreifen. Sobald sich aus diesem Brainstorm eine fixe Idee entwickelt (was die Fortführung der U-Bahn südlich von Heidemannstr/Neuherberg angeht, bin ich noch unentschlossen, tendiere aber zu Donnersbergerbr -> Neu-Solln), kommt mein Vorschlag raus. Ich wollte diese Idee schonmal als Alternative im Raum stehen lassen

        1. Das Gütergleis wird auf absehbare Zeit auch noch Güterverkehr haben (oder gab es da Neuigkeiten die ich bei meinen Recherchen nicht gefunden habe?). Eine U-Bahn muss anderweitig verlaufen, da Stromschiene und BOStrab zu Güterverkehr inkompatibel sind. Ansonsten hätte hier wahrscheinlich auch einen U-Bahn Vorschlag gemacht.

          1. Ganz vergessen… Mein Fehler. Gut, dass ich mit der Erstellung des Vorschlags erstmal abgewartet habe. Neuherberg oder Hohe-Brücken-Str könnten ja erstmal ein sinnvolles Etappenziel sein, aus Richtung München Stadt.

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