Beschreibung des Vorschlags
Letztens fiel mir auf, dass es ziemlich viele Innovationen im Bereich Rollende Landstraße gibt. Aktuell sind die größten Mankos die langen Verladezeiten und die Abhängigkeit von Fahrplänen. Zumindest den ersten Punkt können wir mit Systemen wie „Flexiwaggon“ problemlos ausmerzen. Das besondere: Einerseits braucht man als Infrastruktur nichts als eine Asphaltfläche mit einem Gleis drin. Andererseits lassen sich auch Zwischenhalte direkt an den Strecken einbauen, wodurch der Nutzen und die Auslastung enorm gesteigert werden kann. Diese Zwischenstopps dauern gerade einmal zehn bis fünfzehn Minuten. Wenn der Zug also sonst, wo möglich, mit bis zu 160 Stundenkilometer verkehrt, ist er also immer noch schneller, als ein LKW auf einer parallelen Autobahn wäre. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Fahrer problemlos ihre Ruhezeiten einhalten können.
Daher schlage ich hiermit eine „Rollende Autobahn“ (RoBAB) von Hamburg über Verden bei Bremen, Wunstorf bei Hannover, Rosdorf bei Göttingen, Bad Hersfeld, Bergrheinfeld bei Schweinfurt, Nürnberg/Fürth/Erlangen, Gersthofen bei Augsburg und München nach Rosenheim vor. Diese Linie soll die Europastraße 45 bzw. die Bundesautobahnen 7 (Hamburg-Eidelstedt–Ulm), 27 (Verden–Walsrode), 3 (Würzburg–Nürnberg), 9 (Nürnberg–München), 70 und 73 (Schweinfurt–Bamberg–Erlangen–Feucht) sowie 8 und 99 (Augsburg–Rosenheim) entlasten.
Es sind folgende Halte vorgesehen:
- Hamburg AD HH-Nordwest (Anschluss an A 23 und A 7; dient v.a. zur Umfahrung des Elbtunnels)
- Seevetal Horster AD (Anschluss an A 39 und A 7)
- Verden AS Verden-Nord (Anschluss an B 215, A 27 und Bremen)
- Wunstorf AS Wunstorf-Luthe (Anschluss an B 441, A 2 und Hannover)
- Rosdorf AS Mengershausen (Anschluss an B 27, A 7, A 38, Göttingen und Kassel)
Wehretal AS Eschwege (Anschluss an B 27, B 249, A 44, Eschwege, Eisenach und Kassel)- Hauneck AS Bad Hersfeld (Anschluss an B 27, A 4, A 5, A 7, Bad Hersfeld und Fulda (Weiterfahrt ins Rhein-Main-Gebiet))
Marbach AS Fulda-Nord (Anschluss an B 27, A 7, A 66 und Fulda (Weiterfahrt ins Rhein-Main-Gebiet))- Bergrheinfeld AD Werntal (Anschluss an A 71, A 70, A 7, Schweinfurt und Würzburg)
- Erlangen AS Erlangen-Eltersdorf (Anschluss an A 73, A 3, Erlangen, Fürth und Nürnberg)
- Gersthofen AS Neusäß (Anschluss an B 2, A 8 und Augsburg)
- München AS München-Ludwigsfeld (Anschluss an B 304, A 99, A 8, A 92, A 9 und München)
- Rosenheim AS Pfraundorf (Anschluss an B 15, A 8, A 93 und Rosenheim (Weiterfahrt nach Österreich))
Der Zug sollte 160 Stundenkilometer schnell sein können. Das ist besonders wichtig im Hinblick auf die volle Strecke München–Rosenheim: Hier sollte sich der RoBAB-Zug an einen der Fernzüge sozusagen „im Blockabstand dranhängen“, um die Trasse nicht zu lang zu belegen. Auch auf dem Stück Fulda–Burgsinn, wo die SFS genutzt wird, darf man nicht zu viel langsamer sein. Hier fährt nach dem Takt zwar nur ein ICE pro Stunde, es kommt aber noch ICs dazu und evtl. auch noch ein Begegnungsverbot mit Personenzügen in den Tunneln.
Die Linie sollte zu Beginn erstmal nur im Stundentakt verkehren. An Sonn- und Feiertagen ist ein Betrieb unter den aktuellen Vorraussetzungen nicht sinnvoll. Man könnte jedoch überlegen, eine Regelung einzuführen, dass ein LKW mit einem vorher gekauften RoBAB-Ticket von einem Betrieb zum nächstgelegenen RoBAB-Terminal fahren darf und umgekehrt. Somit würden die Straßen geringfügig durch LKW belastet werden, allerdings könnte das RoBAB-System auch am Sonntag Gewinne einfahren und somit zur Finanzierung wesentlich beitragen. An Feiertagen könnte der Betrieb aber wirklich ruhen.

Evtl ab Gemünden über Arnstein nach Schweinfurt und dort zwischen Bergrheinfeld und Schweinfurt Hbf eine Station in der Nähe der Autobahn? So umgehst du auch die übervolle Strecke Würzburg-Nürnberg. Dann noch eine Station zwischen Eltersdorf und Vach an der verkorksten Autobahnausfahrt, zwischen Fürth und Schwabach über den Ring abkürzen, in Schwabach geht auch was an der A6. Dann eine Station in Gersthofen (Nähe A8) und ab nach München.
Nachtrag: Zwischen Fulda und Burgsinn gehts vielleicht auch über die SFS, um die völlig am Limit arbeitende Kinzigtalbahn zu umgehen. Dort fährt nur Ein ICE die Stunde.
Ja, das ist eine gute Idee. Dann klappt aber mein schöner Halt an der AS Neuhof-Nord nicht. Hast du eine gute Alternative?
Hmm … Ich glaube Kinzigtalbahn kann man sich leider echt abschminken, da geht gar nichts. In ein paar Jahren wird sogar noch ein zusätzliches ICE-Paar jede Stunde drüber fahren (Wenn Linie 11+12 über Erfurt geführt werden und die neue Linie Frankfurt-Göttingen-Braunschweig-Berlin kommt). Also da geht leider wirklich nichts.
Ansonsten kannst du vielleicht die ebenfalls nur 1x stündlich befahrene und auch Güterzugtaugliche SFS Erfurt-Bamberg überlegen. müsstest halt in Erfurt Kopf machen.
SFS Erfurt–Ebensfeld halte ich für sehr schwierig, da es wegen dem Tunnelbegegnungsverbot Konflikte in beide Richtungen geben dürfte. Fulda–Burgsinn dürfte gut gehen, da der Abschnitt deutlich kürzer ist.
Das war auch meine erste Überlegegung, aber:
Stattdessen würde ich durch Würzburg und dann über Ansbach, Treuchtlingen, Donauwörth nach Augsburg und weiter. Zwischen Gemünden und Donauwörth sollte noch ordentlich Platz sein, nur die Strecke Donauwörth–Augsburg könnte schwieriger werden. Wie wäre das?
Zwischen Gemünden und Würzburg ist leider gar kein Platz … Noch weniger als im Knoten Fürth.
Ich habe es mal grob durchgerechnet im Kursbuch, meine Route dauert bei eine Vmax von 140 km/h etwa 10-12 Minuten länger als über Ansbach. Das ist verkraftbar.
Auf der Werntalbahn ist genug Platz. Da fahren 1, maximal 2 Güterzüge die Stunde und es gibt einige Ausweichen. Sehr lang ist die ja auch nicht.
Ja gut, wenn das kaum länger dauert, nehme ich diese Variante. Aber sind denn zwischen Bamberg und Fürth überhaupt die Kapazitäten dafür?
Bamberg-Fürth wird in den nächsten Jahren 4-Gleisig. Bis dieses System installiert wäre (das geht auch nicht von heute auf morgen) ist dieser Ausbau fertig.
Alternativ müsste man schauen, ob man nicht von Fulda direkt über die SFS nach Würzburg kommt, und dann weiter nach Augsburg. Gibt es dort auch ein Tunnelbegenungsverbot? Wenn nicht, sollte das nämlich noch machbar sein, notfalls mit einer kleinen Pause in Rohrbach.
Das Tunnelbegegnungsverbot gibt es, leider. Außerdem wäre es sicher nicht uninteressant, den Großraum Nürnberg anzubinden.
eine sehr gute Idee – an die ich mich nicht rangetraut habe. aber ich hatte mir schon ein paar ideen zurecht gelegt:
– beginnend in wichtigen seehäfen, metropolregionen, großkonzernen verarbeitender industrie und an Autobahnkreuzen (in Grenznähe)
– mehr Nord-Süd als Ost-West Linien,
– maximal 2 zwischenstationen und 1 verteilerstation (kurswagen neu sortieren)
– elektronische reservierung
Kurswagen neu sortieren? Der Vorteil des Systems ist, dass es schnell geht. Da braucht man nicht aufwendig die Züge auseinandernehmen. Im Personenverkehr gibt es auch keine Kurswagen mehr, da müssen die Fahrgäste wohl oder übel umsteigen. Das können die LKWs genauso. Die Züge können also quasi als ganzes zusammenbleiben, wie das im Persornenverkehr ja auch größtenteils der Fall ist.
sorry, aber das ist mir zu steif (du willst ja hier individualverkehr in einen takt bringen) und wird automatisch abschrecken, wie man es aus dem personenverkehr, den du hier selbst als beispiel heranziehst, schon kennt. wenn du in einer langen zeitspanne diesen dienst anbieten willst, wird sich in der nebenzeit nichts anderes anbieten als mehrere richtungen mit einem zug anzubieten. am ende sollte ja doch ne schwarze zahl rauskommen oder wie soll das finanziert werden?
Es geht mir darum: Anstatt dass der LKW-Fahrer beispielsweise zehn Stunden auf den Autobahnen fährt, davon sieben auf der A 7, soll er lieber fünf davon auf dem Zug verbringen und dann noch drei Stunden weiterfahren. Das ist also eine Eins-zu-eins-Verlagerung des LKWs von der A 7 auf den parallel fahrenden Zug. Das ist natürlich kein Allheilmittel, es sollte also auch weiterhin versucht werden, Güter richtig auf die Schiene umzulegen. D.h., besonders vom Hamburger Hafen sollten die Container also erstmal vom Schiff auf den Zug und dann direkt zum Unternehmen oder es in Bayern auf den LKW umgeladen werden. Aber mein bzw. das Flexiwaggon-System kann besonders gut sein, um zwischen zwei weit vom nächsten Schienenanschluss entfernten Unternehmen zu ermöglichen, die Schiene vergleichsweise einfach mitzunutzen. Die klassische Verladung Straße–Schiene–Straße dauert da einfach zu lang. Es darf ja maximal so lange dauern, wie der LKW auf der Autobahn direkt unterwegs wäre. Und daher ist auch ein Auseinander- und wieder Zusammenkoppeln ein sehr gewagtes Spiel, weil es den Zug fahrplanmäßig extrem ausbremst und auch einiges an Verspätungspotential bietet. Eben die Gründe, warum es das im Personenverkehr nicht mehr gibt – zumindest tagsüber.
Daher würde ich einfach auf insgesamt mehr Linien setzen, die ich in den nächsten Wochen leider erstmal nicht groß vorschlagen können werde. Eine Möglichkeit könnte aber das Flügeln eines Zuges sein. Meinetwegen könnte dabei auch ein System wie bei den Nachtzügen der ÖBB in Nürnberg umgesetzt werden, also dass Zughälften von zwei Zügen an einem Kreuzungspunkt getauscht werden. Das wäre dann auch wieder näher am Kurswagensystem. Dazu darf der Zug aber an maximal einer Stelle geteilt werden müssen und nicht komplett auseinandergenommen.
Finanziert werden sollte das ganze unbedingt auch von staatlicher Seite, besonders die Anfangsinvestionen sollten vom Staat getätigt und die laufenden Kosten subventioniert werden. Der Staat hat sich schließlich zur Einhaltung der Klimaziele verpflichtet und profitiert von dieser Verlagerung auch am meisten durch die langfristig deutlich günstigeren Autobahnen.
Ich vergleiche zwar gerne mit dem Personenverkehr, aber das ist im Bezug auf die Attraktivität des Systems nicht direkt vergleichbar, aus einem einfachen Grund: Mit dem öffentlichen Personenverkehr ist man fast immer länger unterwegs als mit dem PKW, außerdem sind nicht alle Orte gleich gut erreichbar und man hat am Ziel kein eigenes Auto. Anders bei meinem System: Es wäre schneller als der LKW auf der Straße und von der „Ausstiegs-„Haltestelle käme man noch sehr gut weiter, weil man ja das Individualgefährt, den LKW, mitgenommen hat.
ja was denn nun?